Gleichmäßige Stromproduktion
Eine Solaranlage auf 2.500 m Höhe liefert ganzjährig gleichmäßigen Strom. Gleichzeitig liegt ihr Ertrag 50 Prozent höher als der Durchschnitt.
Auswertungen der Stromproduktion einer 2,2 Megawatt starken Solaranlage an ungewöhnlicher Stelle zeigen, dass auch mit Photovoltaik eine über das Jahr hinweg fast gleichmäßige Energieerzeugung gelingen kann. Die Module, die gegenüber dem Erdboden um 60 Grad geneigt sind und sich in einer Höhe von 2.500 m über dem Meeresspiegel befinden, liefern im Dezember und Januar ungefähr so viel Strom wie im Juni und Juli.
Zudem werden 1.500 Volllaststunden pro Jahr erreicht, was 50 Prozent mehr sind als zum Beispiel bei einer durchschnittlichen Photovoltaikanlage in Deutschland. Das liegt an den niedrigeren Temperaturen in großer Höhe, wodurch der Wirkungsgrad der Module besser ist, und an weniger Wolken, die die Stromproduktion beeinträchtigen könnten.
Entscheidend ist aber auch die starke Neigung. Dadurch wird der höchste Ertrag trotz kürzerer Tage in den Wintermonaten erreicht, während der maximale Ertrag im Sommer durch das schräger einfallende Sonnenlicht etwa ein Viertel niedriger ausfällt als theoretisch möglich.
Perfekter Standort für winterlichen Solarstrom
Einfach reproduzieren lässt sich die Anlage leider nicht. Sie ist an der Staumauer des Muttsees montiert. Hier spielt also auch der Zufall hinein, dass die Mauer von Südsüdost nach Südsüdwest ausgerichtet ist und die Neigung der Module im Grunde perfekt vorgibt.
Gleichzeitig handelt es sich bei der Anlage um ein Pumpspeicherwerk, so dass die Infrastruktur für den Netzanschluss bereits vorhanden war. Nur dank dieser idealen Startbedingungen war eine vergleichsweise kostengünstige Montage hoch oben in den Bergen möglich.
Solarstrom gleichmäßiger produzieren
Auch wenn sich eine so gleichmäßige Stromerzeugung im Flachland allein schon wegen der größeren Wolkendecke nicht erreichen lässt, zeigt die Anlage, dass Photovoltaik insgesamt durchdachter angeordnet werden kann, als dies aktuell der Fall ist. Das liegt weniger an den Betreibern als an Fördermodellen.
Sobald rein nach der Jahresstrommenge abgerechnet wird, lohnt sich eine Orientierung am Gang der sommerlichen Sonne, denn der hohe Ertrag in kurzer Zeit fällt in Summe höher aus als bei einer möglichst gleichmäßigen Verteilung der Solarmodule. So ergibt sich die typische Spitze in den Mittagsstunden, während morgens, abends und in Zeiten einer tief stehenden Mittagssonne kaum Strom eingespeist wird.
Wird Strom dagegen über Angebot und Nachfrage berechnet, lohnt sich eine bedarfsorientierte Ausrichtung. Das zeigt sich mittlerweile bei vielen Installationen, wo der Eigenverbrauch im Vordergrund steht und deshalb nach Möglichkeit eine Ost-West-Ausrichtung vorgezogen wird.
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