Dienstag, 28. Juli 2026

Ein Gebot ökonomischer Vernunft, aber auch der Schutz von Menschen und ihrer Heimat

Der Umweltminister hat verstanden wo wir stehen, der Außenminister nach Interview-Berichten ebenso. Nur: was nützt das bei einem Bundeskanzler, der unbelehrbar im Vorgestern lebt und seine Gas-Lobbyistin eisern stützt?

Der Süden brennt und wieder kommt eine Hitzefront auf uns zu -  und Merz "überlegt" immer noch, ob er denn nun wirklich öffentlich was zu den letzten 5000 Hitzetoten sagen müsste - von effektivem Handeln zum Schutz der Bevölkerung ist noch lange keine Rede.

Und die SPD? Nicht dass sie etwa ihren eigenen Minister stützen würde. Sie duckt sich und hofft dass keiner so genau hinschaut wenn sie Gas-Kathys Gesetzen zustimmt ...
Die Situation ist kaum mehr auszuhalten für denkende Menschen.


Spiegel hier 27.07.2026

Verheerende Waldbrände in Westeuropa

Umweltminister Schneider verlangt mehr Tempo beim Klimaschutz

In mehreren europäischen Ländern wüten massive Waldbrände, Umweltminister Schneider drängt deshalb auf Maßnahmen gegen den Klimawandel. 


Im süditalienischen Peschici müssen Hunderte Menschen mit Schiffen evakuiert werden.

Angesichts der Waldbrände in Westeuropa drängt Umweltminister Carsten Schneider (SPD) auf eine Priorisierung von Klimaschutzmaßnahmen. »Der Klimawandel ist bereits schmerzhafte Realität und er trifft unseren Kontinent besonders stark«, sagte der SPD-Politiker.

Jetzt sei die Zeit für Brandbekämpfung, Nothilfe und europaweite Solidarität. »Zugleich muss es darum gehen, den gefährlichen Klimawandel zu stoppen, damit Hitze, Dürre und Waldbrände in Zukunft nicht noch schlimmer werden«, betonte Schneider. 


»Der Ausbau der erneuerbaren Energien und
anderer Klima-Lösungen darf jetzt nicht gebremst werden, sondern muss volle Vorfahrt bekommen.« 

Das sei ein Gebot ökonomischer Vernunft, 
aber auch der Schutz von Menschen und ihrer Heimat.


»Wir haben noch die Chance, unsere Umwelt besser vorzubereiten auf die neue Realität«, betonte Schneider. »Zur Lösung gehört auch der Umbau unserer Wälder von Monokulturen in klimastabilere Mischwälder und ein Paradigmenwechsel mit Blick auf unseren Umgang mit Wasser. Dafür müssen wir gemeinsam arbeiten, national und international.«

Über das Wochenende hatte sich die Brände im Großraum Bordeaux im Südwesten Frankreichs zugespitzt. Nach Angaben der Behörden wurden seit Mittwoch dort rund 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der größte Waldbrand der Region hat inzwischen rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Zugleich wüten Waldbrände in Spanien und Italien.

Süditalien: Hunderte Menschen mit Schiffen evakuiert

Nach der Ausbreitung eines Waldbrands im italienischen Peschici an der südlichen Adriaküste mussten Hunderte Menschen mit Schiffen in Sicherheit gebracht werden. Insgesamt seien am Sonntag mehr als 400 Touristen und Strandbesucher »über den Seeweg« evakuiert worden, erklärte die Küstenwache in Onlinediensten. Dies sei die »einzig machbare Evakuierungsroute« gewesen.

Die Betroffenen wurden demnach aus dem Gebiet um die Stadt Peschici in der südlichen Region Apulien in Sicherheit gebracht. An dem Einsatz waren sechs Schiffe der Küstenwache, drei Boote der italienischen Finanzpolizei und etwa zehn private Schiffe beteiligt, wie die Küstenwache weiter mitteilte. Ein Sprecher erklärte, dass wahrscheinlich noch rund 300 weitere Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten. Auf Bildern waren Feuerwehrleute und ein Löschflugzeug zu sehen, die gegen die Flammen kämpften.

Unmittelbare Gefahr für Wohnhäuser in der Stadt bestand nicht. Örtliche Medien zitierten den Bürgermeister von Peschici mit den Worten, die Lage sei »unter Kontrolle«. 


Tagesspiegel hier  27.07.2026, 

Inferno in Westeuropa: Schneider: Waldbrände mahnen zu „Vorfahrt“ für Klimaschutz

Inferno in Westeuropa: Schneider: Waldbrände mahnen zu „Vorfahrt“ für Klimaschutz
In Frankreich und Spanien wüten verheerende Waldbrände. Hunderttausende Menschen sind in Gefahr. Jetzt sei nicht die Zeit, Klima-Lösungen auszubremsen, sagt der Bundesumweltminister.

Angesichts der Waldbrände in Westeuropa mahnt Bundesumweltminister Carsten Schneider dringend, den Klimaschutz voranzubringen. „Der Klimawandel ist bereits schmerzhafte Realität und er trifft unseren Kontinent besonders stark“, sagte der SPD-Politiker in Berlin.

Jetzt sei die Zeit für Brandbekämpfung, Nothilfe und europaweite Solidarität. „Zugleich muss es darum gehen, den gefährlichen Klimawandel zu stoppen, damit Hitze, Dürre und Waldbrände in Zukunft nicht noch schlimmer werden“, betonte Schneider. „Der Ausbau der erneuerbaren Energien und anderer Klima-Lösungen darf jetzt nicht gebremst werden, sondern muss volle Vorfahrt bekommen.“ Das sei ein Gebot ökonomischer Vernunft, aber auch der Schutz von Menschen und ihrer Heimat. 

Klimastabilere Wälder, anderer Umgang mit Wasser
„Wir haben noch die Chance, unsere Umwelt besser vorzubereiten auf die neue Realität“, betonte Schneider. „Zur Lösung gehört auch der Umbau unserer Wälder von Monokulturen in klimastabilere Mischwälder und ein Paradigmenwechsel mit Blick auf unseren Umgang mit Wasser. Dafür müssen wir gemeinsam arbeiten, national und international.“

Über das Wochenende hatte sich die Brände im Großraum Bordeaux im Südwesten Frankreichs zugespitzt. Nach Angaben der Behörden wurden seit Mittwoch dort rund 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der größte Waldbrand der Region hat inzwischen rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Zugleich wüten Waldbrände in Spanien.

© dpa-infocom, dpa:260727-930-442954/1


Daniel Mautz

220.000 Evakuierte, und die Politik entdeckt den Klimaschutz

42.000 Hektar Wald sind im Großraum Bordeaux verbrannt. In Süditalien werden Hunderte Menschen über den Seeweg evakuiert, weil kein Landweg mehr passierbar ist. 

Frankreich, Spanien, Italien brennen gleichzeitig. Und Umweltminister Schneider fordert jetzt „volle Vorfahrt" für erneuerbare Energien. Stimmt alles. Aber es ist eine bemerkenswerte Forderung von einer Partei, die jahrelang zugesehen und hingenommen hat, wie Schein-Technologieoffenheit als Synonym für Untätigkeit verkauft wurde.

Die Klimakatastrophe kommt nicht irgendwann. Sie ist da. Sie evakuiert Küstenstädte. Sie zerstört Wälder in einem Tempo, das jede Aufforstung zur Sisyphusarbeit macht. Schneider spricht vom Umbau der Monokulturen zu Mischwäldern und einem Paradigmenwechsel beim Wasser. 

Beides überfällig. Beides seit Jahrzehnten bekannt. Beides systematisch aufgeschoben, weil kurzfristige Wirtschaftsinteressen in jedem Koalitionsvertrag schwerer wogen als langfristiger Schutz von Menschen und Ökosystemen.


Europa erlebt gerade live, was passiert,
wenn man Klimapolitik als Bremsklotz für Wachstum framt
statt als dessen Voraussetzung. 

Wenn Versorgungssicherheit als Argument herhalten muss,
um fossile Strukturen zu konservieren. 


Wenn jede Maßnahme erst beschlossen wird, sobald Löschflugzeuge über brennenden Wäldern die Abendnachrichten dominieren.

Schneider hat recht mit dem, was er sagt. Aber es hätte vor zehn Jahren gesagt werden müssen. Vor zwanzig. Von jeder Bundesregierung, an der die SPD beteiligt war. Diese Erkenntnis kommt nicht zu früh. Sie ist beschämend spät.



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