Samstag, 25. April 2026

Reiche lässt Studie zu Wind und Solar verschwinden

Das wird richtig spannend: Bayern würde profitieren und die Studie wird versteckt.
Ist das nebensächlich für die ansonsten so überaus geschäftstüchtige bayrische Landesregierung, sprich Söder, Hauptsache er kann weiterhin in  seiner Märchenstunde von kleinen AKW`s schwadronieren?
Und was meinen wohl die ganzen Bürgermeister dazu, von denen hört man ja ständig wie klamm die Gemeinde-Finanzen doch seien....Wären die nicht froh gewesen über eine wirkliche Perspektive?

‪Christian Stöcker‬ ‪@christianstoecker.de‬

Ja so eine Überraschung. 




t-online hier  Amy Walker  24.04.2026 

Eine neue Studie im Auftrag des Wirtschaftsministeriums zeigt: Der Ausbau erneuerbarer Energien könnte die regionale Wertschöpfung in Deutschland verdoppeln. 

Die Ergebnisse kommuniziert das Ministerium allerdings nicht.

"Deutsche Städte und Landkreise können ihre Einnahmen aus erneuerbaren Energien mehr als verdoppeln, wenn sie die Ausbauziele für Wind- und Solaranlagen erreichen." Das ist die zentrale Botschaft einer neuen Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult). 

Die Studie, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt wurde, zeigt, dass insbesondere in ländlichen Regionen Kommunen durch erneuerbare Energien mehr Steuereinnahmen, mehr Arbeitsplätze und mehr Unternehmensansiedlungen gewinnen können.





Damit Kommunen von der Energiewende profitieren können, müssten die Anlagen auch ortsansässigen Investoren gehören, zumindest in Teilen. Von den zehn Milliarden Euro, die bis 2023 an lokaler Wertschöpfung durch die Erneuerbaren generiert werden konnten, ging mehr als die Hälfte an große Investoren ohne regionale Bindung, so die Studie. 

"Finanzielle Beteiligungsmodelle, Bürgerenergiegesellschaften und kommunale Investitionen könnten dafür sorgen, dass mehr Wertschöpfung vor Ort bleibt und mehr Anwohner und Anwohnerinnen von der Energiewende profitieren", betont Steven Salecki, Co-Autor der Studie und Volkswirt am IÖW.

Reiche bewirbt die Studie nicht

Die Studie wurde vom Wirtschaftsministerium unter der Vorgängerregierung beauftragt. Fertiggestellt wurde sie wohl Anfang des Jahres, die Studie selbst ist zumindest auf den 27. Februar 2026 datiert. Hochgeladen wurde sie erst am 13. April 2026. Und auch überhaupt hat das Wirtschaftsministerium unter Katherina Reiche (CDU) die Ergebnisse bisher nicht beworben oder anderweitig kommuniziert. Die Studie ist auf der Webseite des Ministeriums nur zu finden, wenn man explizit nach ihr sucht.

Nach Informationen von t-online ist die Studie mutmaßlich nur deshalb überhaupt publiziert worden, weil die Institute erst nach einer Publikation vergütet werden. Das IÖW hat am Donnerstag – nachdem die Studie über eine Woche lang unbeachtet auf einer Unterseite des Ministeriums gelegen hatte – eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen veröffentlicht, mit Verweis auf den Auftrag des Ministeriums.

Man fragt sich, warum das Ministerium eine Studie, für die sie bezahlt hat, auf einer Unterseite versteckt. Eine entsprechende Anfrage von t-online ließ das Ministerium unbeantwortet.

Studie widerspricht in Teilen den Plänen von Reiche

Der Vorgang verfestigt den Eindruck vieler Beobachter, dass die Wirtschaftsministerin lieber die Nachteile als die Vorteile der Energiewende bewerben möchte. Immer wieder betont Katherina Reiche, dass sie zu den Ausbauzielen für Wind und Solar stehe, aber dass deren Ausbau kosteneffizienter vorangehen müsse. Gleichzeitig hat sie eine Reihe von Gesetzen auf den Weg gebracht, die den Ausbau der Erneuerbaren erschweren könnten. Sie begründet das damit, dass der Netzausbau erst aufholen müsste.

"Die Erneuerbaren werden das Rückgrat unserer Stromversorgung sein", sagte Reiche am Freitag in Berlin. "Sie sind es schon heute zum großen Teil. Aber eine Energiewende, die Systemkosten ignoriert, hat keine Zukunft. Klimaschutz ohne Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit ist politisch und wirtschaftlich nicht tragfähig."

Doch die neue Studie von IÖW und IW widerspricht den Plänen von Reiche zumindest teilweise. Ihre bisher vorgelegten Gesetze, vor allem das Netzanschlusspaket und die Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG), würden den Ausbau von Wind- und Solarparks vor allem in den Küstenregionen und in Bayern deutlich erschweren.

Das sind genau die Regionen, die der Studie zufolge am meisten von der Energiewende profitieren könnten. Besonders große Potenziale machten die Studienautoren in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Baden-Württemberg aus. In diesen Regionen gibt es viele Freiflächen und vor allem gute Bedingungen für Wind- und Solarkraft. Dort könnte bis 2033 der Wohlstand durch die Erneuerbaren besonders stark steigen.


Die Karte stellt die im Jahr 2033 mindestens in den Standortregionen verbleibende Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien (Windenergie-, sowie Photovoltaik-Dach- und Freiflächenanlagen) in Millionen Euro dar. 

Die Quartile entsprechen denen der Modellergebnisse für den Status Quo in 2023. Daher werden mit den höheren Werten für 2033 viele Regionen in das oberste Quartil eingeordnet. Die Werte hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in einem gemeinsamen Gutachten mit dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und der Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie berechnet.

Quelle: BI, IÖW & IW Consult (2026)Grafik herunterladenErstellt mit Datawrapper

Da dies aus heutiger Sicht nicht die großen Industrieregionen sind, benötigt es aber auch einen starken Netzausbau, damit der erzeugte Strom auch in die Industriezentren kommt. Solche Stromtrassen werden gerade gebaut, ein Großteil der Arbeit dürfte bis 2030 abgeschlossen sein.

Durch erneuerbare Energien werden Arbeitsplätze geschaffen

Die Studienautoren blickten auch auf Landkreise, in denen die Vorteile der Erneuerbaren schon heute besonders effektiv genutzt werden: Insbesondere die Erfahrungen in den Ortschaften Dardesheim (Sachsen-Anhalt), Feldheim (Brandenburg), Lichtenau (Nordrhein-Westfalen), Wilstedt (Niedersachsen) und Wunsiedel (Bayern) hat das Team ausgewertet. Dort gehen zehn Prozent des Wirtschaftswachstums der vergangenen zehn Jahre auf den Ausbau der erneuerbaren Energien zurück. "Technische Dienstleister siedeln sich an und entfalten über den Betrieb und die Wartung der Erneuerbaren-Anlagen hinaus ein regionales Geschäft. Zudem ist die Verfügbarkeit von grünem Strom zunehmend ein Standortkriterium für Unternehmen", beschreibt die Studie.

Zusätzlich erbrachten die höheren Steuereinnahmen durch mehr Unternehmensansiedlungen sowie Einnahmen aus Pachtverträgen für Solar- oder Windparks für die Gemeindehaushalte höhere Erträge, die wiederum in soziale Infrastruktur wie Kitas oder bessere Internetversorgung investiert werden. 

Einige Kommunen beteiligen die Bürgerinnen und Bürger auch an der Stromerzeugung, indem sie günstige Stromtarife aus den Ökostromanlagen anbieten.

Die Karte stellt die im Jahr 2023 mindestens in den Standortregionen verbleibende Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien (Windenergie-, sowie Photovoltaik-Dach- und Freiflächenanlagen) in Millionen Euro dar. 

Die Werte hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in einem gemeinsamen Gutachten mit dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und der Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie berechnet.

Quelle: BI, IÖW & IW Consult (2026)Grafik herunterladenErstellt mit Datawrapper


Die Ökonomen leiten daraus auch Handlungsempfehlungen für die Politik ab. Unter anderem empfehlen sie den Abbau gesetzlicher Hürden für Bürgerenergiegesellschaften, damit sich insbesondere in finanzschwachen Kommunen mehrere Menschen zusammentun können, um einen Solar- oder Windpark zu errichten. Außerdem sollte es vereinfachte Möglichkeiten der Kreditaufnahme geben, damit Banken Investitionen in Erneuerbare als Möglichkeit zur Haushaltskonsolidierung sehen.


Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, 
nennt die Ergebnisse der Studie "Goldstaub",
die jeder Bürgermeister in Deutschland lesen sollte. 


"Erneuerbare Energien bringen Geld und Jobs in ländliche Regionen. Die oft klammen Kommunen profitieren von höheren Steuereinnahmen". Die Bundesregierung solle die Erneuerbaren nicht bekämpfen, sondern fördern.

Energiegemeinschaften kommen nach Deutschland

Tatsächlich soll es ab Juni 2026 einfacher werden, sogenannte Energiegemeinschaften (Energy Sharing) zu bilden. Dabei können sich Bürger, kleine Unternehmen oder Vereine zusammenfinden und eine Anlage errichten, die Strom an die Kommune liefert. Dabei profitiert sie von reduzierten Netzentgelten und anderen Abgaben. Energiegemeinschaften sind besonders in Österreich schon sehr erfolgreich.





Joachim Plesch /LinkedIn

Und täglich grüßt Frau Reiche: Studie des eigenen Ministeriums wird versteckt.

Ich verstehe Frau Reiche schon: es ist schon eine doofe Situation, wenn die Realität, sämtliche Branchenvertreter (ok, außer E.ON), der Irankrieg, das eigene Ministerium und jetzt sogar Ihre eigenen wissenschaftlichen Studien aufzeigen, dass Du einfach daneben liegst.

So muss man jeden Tag irgendwie versuchen, die Realität zu verdrehen oder zu verstecken. So geschehen nun mit einer Studie, die vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragt wurde. Der Redaktionsschluss der Studie war am 22.7.2025, die letzte Fassung ist vom 27.2.2026 und nun wurde die Studie erstmals diese Woche auf einer Unterseite der Website des Bundeswirtschaftsministerium so veröffentlicht, dass man sie nur findet, wenn man sie explizit auf der Website sucht.


Und was ist das Problem für Frau Reiche? Der Inhalt:

Die Studie zeigt, dass insbesondere in ländlichen Regionen Kommunen durch erneuerbare Energien
mehr Steuereinnahmen,
mehr Arbeitsplätze und
mehr Unternehmensansiedlungen gewinnen können


Wind- und Solarenergie erzeugten 2023 bundesweit zehn Milliarden Euro direkte Wertschöpfung und rund 51.000 Vollzeitarbeitsplätze. Davon verblieben als regionale Effekte bis zu 5,5 Milliarden Euro (55 Prozent) direkt in den Standortregionen. Erreicht Deutschland seine Ausbauziele erneuerbarer Energien, kann die direkte Wertschöpfung auf etwa 21 Milliarden Euro jährlich ab dem Jahr 2033 steigen, die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze auf 101.600.

So, das ist nun auch dokumentiert, sogar in einer offiziellen Studie des Bundeswirtschaftsministeriums... übrigens genauso wie der Monitoringbericht, der ähnliche Aussagen trifft.



Sonja Wiesner / LinkedIn

Was in der Energiedebatte oft übersehen wird: Die wirtschaftlichen Effekte sind längst messbar.

Eine Studie des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (beauftragt unter Robert Habeck) zeigt, was in der aktuellen Debatte des Ministeriums um die Energiewende zu kurz kommt:

Erneuerbare Energien sind längst mehr als Klimaschutz.
Sie sind ein wirtschaftlicher Faktor, vor allem in den Regionen.

Die Zahlen sind eindeutig:

📈 Wachstum
10 Mrd. € Wertschöpfung (2023) → rund 21 Mrd. € bis 2033
51.000 (2023) → über 100.000 Arbeitsplätze (2033)
Haupttreiber: Wind (über 60 %), dazu stark wachsende PV

💶 Wertschöpfung vor Ort
90 % der Gewerbesteuer bleiben in den Kommunen
70.000–100.000 € Pacht pro Windrad/Jahr
Bürgerbeteiligung steigert Zustimmung messbar

🏭 Industrieller Hebel
 Grünstrom wird zum Standortfaktor
 PPAs sichern Preise und Versorgung
 Regionen mit EE-Ausbau ziehen Unternehmen an

📊 Reale Produktivitätseffekte
+7 % BIP durch Wind, +10 % durch Solar in dynamischen Regionen
Bessere Infrastruktur durch steigende kommunale Einnahmen


Die Energiewende wirkt bereits –
konkret, regional und wirtschaftlich messbar.

Gleichzeitig entsteht in der öffentlichen Debatte
oft ein anderes Bild

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hält die EE-Branche derzeit mit einer hohen Taktung an neuen Ankündigungen und Richtungsdiskussionen auf Trab.

Das erhöht die Aufmerksamkeit, aber nicht die Klarheit.

Aus Kommunikationssicht ist genau das der entscheidende Punkt:
Transformation braucht Verlässlichkeit in der Erzählung.

Denn die Fakten liegen vor: 
Erneuerbare Energien sind nicht nur ein Klimathema.
Sie sind ein Standortthema.
Ein Infrastrukturthema.
Und ein wirtschaftliches Zukunftsthema für die Regionen.



Sven Giegold  / LinkedIn

Monatelang war diese spannende Studie in den Schubladen von Katherina Reiche verstaubt. Jetzt könnt Ihr sie lesen. "Die Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien" zeigt wie Regionen von Erneuerbaren profitieren. Diese Fakten, die Reiche nicht passen, verdienen Verbreitung!

Diese Studie hatte ich als Staatssekretär auf den Weg gebracht. Die Wirtschaftsforschungsinstitute IÖW, IW und Berlin-Institut haben einen Top-Job gemacht. Ihre Arbeit hat es nicht verdient, monatelang zu verschwinden. Es geht hier auch um Steuergelder!

Katherina Reiches Bundeswirtschaftsministerium hat die Studie ohne jeden Kommentar und ohne jede Wertschätzung für die Arbeit der Wissenschaftler*innen online gestellt. Das ist schlechter Stil. Kommt da noch was?

Ich werde in nächster Zeit ein großes Webinar mit den Forscher*innen organisieren, bei dem sie ihre Ergebnisse präsentieren können! 

Bis dahin könnt Ihr die Studie hier lesen:

Zum Projekt:

Und hier ein kritischer Bericht zum ganzen Vorgang von t-online:

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