Werner Koller, LL.M.
Erstmals in der Geschichte haben Frauen bei der letzten Bundestagswahl häufiger Parteien links der Mitte gewählt als Männer. Dieser Trend hat sich seither deutlich verstärkt.
Würden nur Frauen wählen, käme nach den aktuellen Umfragen grün-rot-rot auf etwa 44 Prozent und damit auf fast die Hälfte aller Bundestagsmandate. Spezifisch die Linke würde derzeit zu etwa zwei Drittel von Frauen gewählt. Das ist die größte Geschlechterdifferenz aller Parteien.
Würden nur Männer wählen, läge hingegen die AfD bei etwa 33 Prozent und käme auf deutlich über ein Drittel der Bundestagsmandate. Die größte Zustimmung hat die Partei bei Männern jünger als 30 Jahre. Hier sind es fast 36 Prozent. Der starke Zuspruch in Ostdeutschland ist demographisch zum einen durch die ländlichere Struktur, zum anderen aber explizit eben auch durch das Fehlen junger Frauen zu erklären.
Der größte Verlierer ist bei beiden Geschlechtern derzeit die Union. Sie hat zwar von Merkel zu Merz den Schwenk zu einer tendenziellen "Männerpartei" vollzogen, was sie traditionell eigentlich nie war, dabei aber viel mehr Wählerinnen verloren als sie an Wählern hinzugewonnen hat.
Die Karten, die ich hier als Netzfund gepostet habe, stimmen in ihrer Radikalität nicht mit dem tatsächlichen Wahlverhalten überein.
Tatsächlich ist es so, dass Frauen deutlich linker wählen als Männer, aber nicht so deutlich, dass sie quasi gegenteilig wählen. Sie verschieben die Verhältnisse von rechts etwas nach links Richtung Mitte.
Manchmal drückt sich das sogar so aus, dass Frauen etwas mehr CDU wählen, während die Männer schon all in bei der A*D sind.
Aber Vorsicht: Aus diesen Gründen findet man zu den Karten auch keine seriöse Datenbasis.
Diese Karten VERGRÖSSERN also einen tatsächlichen Unterschied erheblich und suggerieren, dass Frauen GANZ ANDERS wählen als Männer. So ist es leider nicht.
FAKTFrauen haben früher eher konservativ gewählt und wählen nun eher links. Die A*D hat es bei Frauen deutlich schwerer.
In einem alten Beitrag von mir finden sich dazu recherchierte und nachvollziehbare Daten: https://lnkd.in/dW2rTtyc
Ich habe die euphemistische Karte zum Anlass genommen, noch einmal zu recherchieren.
Leider werden keine aktuellen Daten erhoben, die zwischen Männern und Frauen unterscheiden, schon gar nicht regionalspezifisch unterhalb der Landesebene.
Tatsächlich gibt es diese Daten immer nur bei den umfangreichen Befragungen bei Landtagswahlen. Doch diese Daten sind nicht alle frei zugänglich. Ich werde das, was ich finde, hier mal veröffentlichen, als etwas weniger knallige, aber faktische Ergänzung zu den schönen Karten da unten.
Wenn es auch nicht so krass ist, wie auf den Karten behauptet, ist dennoch eindeutig:
Männer sind deutlich klarer für einen rechtsextremen Kurs und werden – wenn es soweit kommt – auch die Wahlen im Osten zugunsten der A*D entscheiden.
Auf Instagram schlug ein Mann vor, die Männer könnten doch so lange aussetzen mit dem Wählen, bis wieder Gleichstand herrsche beim Wahlrecht (also wie lange man es schon hat).
Das ist leider ein sehr guter Vorschlag. Was ist nur los mit meinen Geschlechtsgenossen? Hatte Freud doch mal ausnahmsweise recht? Todestrieb?
Dieses unfassbare Maß an Selbstaufgabe ist mir einfach nicht begreiflich. Wieso sind so viele Männer so erschöpft, zukunftsmüde und hasserfüllt – und die Frauen nicht (so sehr)?
Beide leben doch in der gleichen Welt und Frauen bekommen sicher nicht mehr Sonnenseite davon ab.
AlleMänner?Natürlich nicht!
So wie es natürlich viele Frauen gibt, die das frauenfeindliche Blau-Schwarze Lager unterstützen, gibt es viele Männer, die es nicht tun. Würden sich alle Frauen gegen Frauenfeindlichkeit erheben, hätte Blau-Schwarz keine Chance auf eine Mehrheit.
Doch wir Männer dürfen es nicht den Frauen allein überlassen, denn so klappt das nicht. Es funktioniert nur im gemeinsamen und gegenseitigen Verstehen, Bestärken und Wollen! Die Post-Merz-Demokratie ist überall schon in Ansätzen da. Wir müssen ihr nur zum Durchbruch verhelfen.
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