Sven Wiechert / LinkedIn
Unvermögen oder Ignoranz?
Nächste Woche knackt Deutschland wieder die 30-Grad-Marke.
Extremwetter ist längst kein „Sommerwetter“ mehr, sondern eine reale Bedrohung für unsere Wirtschaft, die Infrastruktur und die Gesundheit von Millionen Menschen. Das RKI schätzte allein bis Ende Juni über 5.000 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland. 5.000 Todesfälle!
Wer die Klimakrise weiterhin als bloße „Wetterentwicklung“ abtut oder beobachtet, ignoriert die ökonomischen und gesellschaftlichen Realitäten.
Prognos hat für das Handelsblatt die Kosten der Hitzwelle Ende Juni berechnet und auf 6,3 Mrd. Euro beziffert.
Hitzeschutz und Anpassungsstrategien sind keine optionalen Debatten – sie sind auch harte Standortpolitik.
Was braucht es jetzt?
- Verbindliche Hitzeschutzpläne in den Kommunen.
- Vorausschauende Anpassung für Unternehmen und Arbeitsplätze.
- Eine ehrliche Kommunikation der Klimakrise und Risiken.
Vor allem aber braucht es eine Bundesregierung, die den Klimaschutz ausbaut - statt den Rückwärtsgang einzulegen.
PS:
Das Zitat im Bild stammt von Friedrich Merz auf der Sommerpressekonferenz von voriger Woche, Mittwoch, 15. Juli 2026. Gefragt worden war, warum es noch keine Äußerung zu den Hitzetoten und den Einsatz der Rettungskräfte gegeben habe. Stromberg lässt grüßen.
Bildquelle: Die Grünen auf Instagram
Werner Koller, LinkedIn
Kleiner Scherz. Die heftigste Hitzewelle in Deutschland seit Beginn systematischer Aufzeichnungen hat bisher keinerlei Auswirkung auf die Extremwettervorsorge der Bundesregierung.
Bei jeder anderen Katastrophenlage würde man die Pläne umgehend überarbeiten. Ersten Schätzungen zufolge dürfte sich der volkswirtschaftliche Schaden auf zwischen 15 und 25 Mrd. € beziffern. Und in diesem Fall haben sich Merz, Söder und Klingbeil noch nicht einmal geäußert.
Patrick Bottermann
Wenn ich auf meine Wetter-App schaue, bricht mir jetzt schon wieder der Schweiß aus. In NRW wird in den nächsten 10 Tagen ein weiterer "Hitzedome" mit bis zu 40 Grad in der Spitze erwartet.
Die volkswirtschaftlichen Kosten der Hitzewellen und Dürren folgen den Klimamodellen, wie der Hund der Wurst. Zunächst war ich froh, dass dieses Thema wenigstens in Leitmedien angesprochen wird, wie zum Beispiel in diesem Artikel: ARD hier
Bei der Auskunftsbereitschaft der leitenden Ministerien zu diesem Thema war ich allerdings wieder baff. Beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat man anscheinend weder Plan noch Interesse an dem Thema: eigne Berechnungen lägen nicht vor, ist aber sowieso auch Sache des Umweltministeriums, also "Gedöns". Beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) arbeitet man noch an einer Übersicht. Immerhin.
Kleiner Tipp für beide: Prognos hier
Hier sind die Daten, macht was draus! Wenn ihr außer opportunistischer Parteipolitik noch Dinge zustande bringt, die Wirtschaft und Bevölkerung nutzen.
Jochen Brühl
Das aktuelle #Sommerinterview des Bundeskanzlers im ZDF war für mich mal wieder ein Lehrstück. Ein Lehrstück darüber, wie politische Kommunikation misslingt und Vertrauen verspielt wird.
Bevor jetzt wieder Schubladen aufgehen: Ich habe mehrfach CDU Deutschlands gewählt und war sogar lange Mitglied der CDU. Gerade deshalb schreibe ich das.
Mich beschäftigt seit Jahren nicht nur, was Politik sagt, sondern vor allem, wie sie es sagt, wie sie Herausforungen erklärt, Menschen mitnimmt. Denn genau daran entscheidet sich, ob Menschen Vertrauen entwickeln oder sich weiter von Politik entfernen.
Ein Bundeskanzler ist nicht nur Regierungschef. Er hat die Aufgabe, ein Land zusammenzuführen, schwierige Entscheidungen verständlich zu erklären, Brücken zu bauen, einzuschwören und Menschen für notwendige Reformen zu gewinnen.
Genau das alles habe ich in diesem Sommerinterview komplett vermisst.
Wer Bürgerinnen und Bürgern v.a. immer wieder sagt, sie arbeiteten zu wenig, erhielten zu viele Leistungen, seien zu oft krank oder müssten mehr leisten - wer von #Paschas und #Stadtbild schwadroniert und es jetzt sogar im Interview wiederholt, schafft keine Motivation, sondern Distanz und Spaltung.
Gute, notwendige Kommunikation besteht nicht darin, Zustimmung zu zählen, sondern Menschen zu überzeugen und zu verbinden. Nicht sie zu beschimpfen!
Natürlich braucht Deutschland Reformen. Natürlich muss sich etwas ändern. Aber Reformen. Veränderungen gelingen nur, wenn sie nachvollziehbar erklärt werden, der Ton stimmt, die Reformen als gerecht empfunden werden und alle ihren angemessenen Beitrag leisten – auch politische Verantwortungsträger, Vermögende und diejenigen mit großem Einfluss.
Gerade nach aktuellen den Debatten um JensSpahn sind Vertrauen und Glaubwürdigkeit wichtiger denn je.
Ich gehe seit meinem 18. Lebensjahr zu jeder Wahl, diskutiere, engagiere mich und stehe zur parlamentarischen Demokratie. Gerade deshalb weiß ich: Worte können Brücken bauen oder Gräben vertiefen. Aber genau solche Interviews ermüden und frustrieren mich und lassen mich verärgert zurück!
Und genau deshalb erwarte ich von einem Bundeskanzler weit mehr, als Forderungen zu stellen und Menschen immer wieder in eine Negation zu führen. Vielleicht wechselt das Kanzleramt dazu mal die Kommunikationsagentur und nutzt die Sommerzeit für interne Schulungen?! Nur mal als Idee.
Sorry, aber ich erwarte,
dass ein/e Kanzler/in erklärt, verbindet, motiviert
und Menschen für notwendige Veränderungen gewinnt.
Man spricht dann bspw. auch über Hitzetote, das Klima usw.
Ich erwarte von ihm/ ihr soziale Kompetenz,
emotionale Intelligenz und Einfühlungsvermögen.
Daraus entsteht für mich politische Führung und Überzeugungskraft. Gerade das vermisse ich aktuell sehr!
(Und jede/r kann auch rauslesen, das dies die A*D komplett ausschließt, weil dies alles dort gar nicht vorhanden ist. Da hilft auch keine Schulung)
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