Montag, 8. Mai 2023

Kein Dialog, der Zweite: Das Verkehrsministerium schaltet auf Durchzug


BUND hier

Für die Mobilitätswende steht die Ampel noch lange nicht auf Grün: Das Verkehrsministerium unter FDP-Führung hat im Koalitionsausschuss mit Unterstützung der SPD die Planungsbeschleunigung für 145 Autobahnausbauprojekte durchgeboxt. 

Wie Sie bereits ahnen werden, droht dadurch der Schutz von Natur, Umwelt und Klima beim Straßenbau noch weiter vernachlässigt zu werden. Die Stimmen der Zivilgesellschaft für den Natur- und Klimaschutz sind deshalb jetzt umso wichtiger.

Diese Stimmen soll der Dialogprozess einfangen und bei der Planung berücksichtigen. Im Koalitionsvertrag heißt es: „Ziel ist eine Verständigung über die Prioritäten bei der Umsetzung des geltenden Bundesverkehrswegeplans.“

Doch bereits das Auftakttreffen Anfang Dezember verlief ernüchternd: Das Verkehrsministerium ließ die Zivilgesellschaft kaum zu Wort kommen und machte die Ansage, die Ergebnisse des „Dialogs“ würden auf die aktuellen Planungen überhaupt keine Auswirkungen haben. Sie sollten in den darauffolgenden Verkehrswegeplan (Zielhorizont 2040) einfließen. 

Vergangenen Freitag war der BUND bei der zweiten Sitzung des Dialogprozesses. Das Treffen hat leider wieder einmal gezeigt, dass das Verkehrsministerium aktuell nicht plant, unsere Forderungen an den Prozess umzusetzen. 

Wir lassen uns aber nicht mit einen Pseudo-Dialog abspeisen und werden den politischen Druck weiter erhöhen. Mit anderen großen Naturschutzorganisationen forderten wir in einer gemeinsamen Pressemitteilung das Verkehrsministerium dazu auf, die aktuellen Bauvorhaben neu zu priorisieren: 

Wir bleiben am Ball und halten Sie weiter informiert!

Hallo, es bewegt sich einiges! Vereinsgründung Reicher Moos

 

Kommt bitte morgen, am 9. Mai bitte zur Vereinsgründung ProNatur Vogt-Waldburg e.V. ins Gasthaus König Wilhelm nach Waldburg um 19 Uhr.

Am Mittwoch 10.05. um 14 Uhr ist SWR Landesschau zu einem Dreh am Reicher Moos. Gewünscht sind neben einem Interview mit mir, eine Menge an Menschen der Bürgerinitiative um das Ganze aufzuwerten. SWR erhielt vom Zweckverband keine Drehgenehmigung mit uns im Reicher Moos. Nur nächste Woche, wenn diese Herrschaften sich selbst darstellen dürfen, geht’s auch ins Reicher Moos.

Wir drehen jetzt direkt vor der Schranke mit dem Verbotsschild am Reicher Moos. Ich habe dazu eine Versammlung beim Landratsamt angemeldet, damit uns daraus „kein Strick gedreht“ werden kann.

Bitte kommt gerne, auch mit eigenen Transparenten und Schildern oder was Euch sonst zur Verfügung steht. Ich habe 2 große Banner so 2 auf 1,50 Meter gebastelt, die es zu halten gilt.

Zeigt, dass wir viele sind!

 Anbei die Ausschreibung zu einer interessanten Exkursion. Bitte telefonisch anmelden im NAZ.

 Hoffentlich bis bald

 Manfred Scheurenbrand



Fünf Gründe, warum Deutschland in der Klimapolitik zurzeit wenig führt

WiWo  hier von Cordula Tutt  03. Mai 2023

Petersberger Klimadialog 

Berlin lädt zum internationalen Klimadialog. Auftritt heute: Olaf Scholz und Robert Habeck. Doch der Auflauf der Mächtigen täuscht: Deutschland ist selbst in zu widersprüchlicher Lage, um hier Prägendes zu erreichen.

Zum 14. Mal kommen Staatsleute und Vertreterinnen von Klimagruppen wie Unternehmen gerade auf Einladung der deutschen Bundesregierung zusammen. Immer etwa zur Halbzeit zwischen den jährlichen Weltklimagipfeln sollen auf dem „Petersberger Klimadialog“ Gemeinsamkeiten und Wege für mehr Klimaschutz gefunden werden.

Ausgerechnet Deutschland und die Gastgeberin, Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), sind beim Treffen mit Abgesandten aus rund 50 Ländern in Berlin nicht gut aufgestellt. 

Update Petersberger Klimadialog: Vertreter von 40 Staaten hatten sich in Berlin zur Vorbereitung der COP 28 in Dubai getroffen. Was sind die Ergebnisse?


NDR  hier 
zum Ende des Klimadialogs


WIWo hier   | Quelle: dpa

Scholz dringt auf verbindliche Ziele für erneuerbare Energien

Brauchen wir immer mehr Autobahnen?

National Geographic hier  Von Jens Voss  27. Apr. 2023

Straßenverkehr versus Klimaschutz: Brauchen wir immer mehr Autobahnen?

Der Straßenverkehr zählt zu den größten Klimasündern. Trotzdem will die Bundesregierung den Autobahnausbau vorantreiben. Wie lässt sich das mit den Klimazielen vereinbaren?

Der Weltklimarat IPCC mahnt in aller Deutlichkeit: Der Treibhausgasausstoß muss rapide sinken. Andernfalls drohen dramatische Zukunftsszenarien: fast drei Grad Erderwärmung und ein rasant steigender Meeresspiegel bis zum Jahr 2100. Noch hat es die Menschheit selbst in der Hand. Viele Länder haben sich Klimaziele gesetzt. Die USA etwa wollen bis 2050 klimaneutral sein, China bis 2060 und Indien bis 2070. 

Deutschland will vorangehen. Das Klimaschutzgesetz verpflichtet das Land, bis 2045 CO2-neutral zu sein. Doch zum wiederholten Mal nach 2020 hat Deutschland seine Klimaziele auch im vergangenen Jahr verfehlt. Die Industrie hat ihre Emissionen zwar deutlich reduziert. Auch der Energiebereich konnte das vorgeschriebene CO2-Reduktionsziel knapp einhalten. Doch der Gebäudesektor und vor allem der Verkehrsbereich hinken den Vorgaben deutlich hinterher.

Das Auto muss weichen - das Leben kann kommen.

In München geht es voran mit dem Umbau der Mobilität - und man erkennt das Auto als Auslaufmodell in der Innenstadt. Zumindest auf dem Papier scheint man zukunftsfähig aufgestellt. Es kommt jetzt darauf an, was umgesetzt wird.

Wie eine Satire wirken dagegen die Pläne der FDP (weiter unten), die direkt aus den 60er Jahren ins heute katapultiert zu sein scheinen. Da soll noch einer behaupten, die hätten keine Ideen......Sobald es um das Dagegensein geht, klappt`s immer wunderbar.

links: ein Bild aus der "kleinen" Stadt Saulgau mit ambitionierten Grün-Plänen

Süddeutsche Zeitung hier  2. Mai 2023, Von Ulrike Steinbacher

Neuverteilung des Stadtraums in München: Weniger Grau und mehr Grün ist das Ziel des Freiraumkonzepts, das die Stadtverwaltung entworfen hat. 

Eine richtig autogerechte Stadt ist München nie geworden. Weder fiel der Viktualienmarkt einem Ausbau des Altstadtrings zum Opfer noch beginnt die Lindauer Autobahn heutzutage am Sendlinger Tor. Aber so manche Sünde der Sechzigerjahre, als das Auto im Städtebau das Maß aller Dinge war, ist in der Innenstadt durchaus noch zu besichtigen.....

Die Stadtplanung von heute setzt ganz andere Schwerpunkte, nicht nur beim Thema Mobilität. Ihr geht es zum Beispiel um weniger Emissionen und mehr Lebensqualität, weniger Versiegelung und mehr Umweltschutz, weniger Grau und mehr Grün. Also ist das Auto im Freiraumquartierskonzept für die Innenstadt, das das städtische Planungsreferat und das Landschaftsarchitekturbüro Mahl-Gebhard-Konzepte entwickelt haben, ein Auslaufmodell.

Sonntag, 7. Mai 2023

Mehr Bürgerbeteiligung: Bundestag bekommt einen neuen Bürgerrat

Süddeutsche Zeitung  hier  5. Mai 2023,Von Markus Balser, Berlin

Wenn die Politik um Rat bittet: 160 zufällig ausgewählte Deutsche sollen von September an dem Parlament erklären, was die Deutschen denken. Erstes Thema: eine bessere Ernährung.

Die Ampelkoalition hat sich nach Informationen der Süddeutschen Zeitung auf die Details eines neuen Bürgerrats des Bundestags geeinigt. Die Parlamentarier wollen nach Angaben aus Koalitionskreisen kommende Woche erstmals offiziell ein derartiges Beratergremium einsetzen und so eine neue Form der Bürgerbeteiligung schaffen. Bislang hatte es nur 2021 ein Modellprojekt gegeben. Die Einzelheiten sollen am Dienstag zunächst den Fraktionen vorgestellt und am Mittwoch im Parlament verabschiedet werden.

 


Alti meets Art / Kunstmesse Karlsruhe

1,6 Milliarden Dollar: Credit Suisse tauscht Ecuadors Schulden gegen den Erhalt der Galapagos-Inseln

Und jetzt noch einmal ganz weit weg - und trotzdem ziemlich wichtig!

Deutschlandfunk hier 05.05.2023

Die Credit Suisse hat ecuadorianische Staatsanleihen im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar zurückgekauft.

Die Schweizer Bank erwirbt die Papiere mit Abschlägen von mehr als 50 Prozent. Im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung des südamerikanischen Lands dazu, die so freigesetzten Barmittel in den Erhalt der Galapagos-Inseln und des umliegenden Meeresökosystems zu investieren. Das neue Reservat soll nach Angaben Ecuadors 60.000 Quadratkilometer umfassen. Verwaltet werde das Geld von einem Treuhandfonds, hieß es in Quito. Staatspräsident Lasso hatte bereits vor zwei Jahren auf der UNO-Klimakonferenz in Glasgow angekündigt, mittels Schuldentauschs ein neues Meeresschutzgebiet zu finanzieren. Die jetzige Transaktion ist die weltweit größte bisher bekannte zu Gunsten des Umweltschutzes. Das Geschäft ist allerdings umstritten, da die Credit Suisse finanziell angeschlagen ist und von der Konkurrentin UBS übernommen werden musste.


Manager-Magazin hier  05.05.2023

Die Skandalbank Credit Suisse hat in großem Stil ecuadorianische Staatsanleihen zurückgekauft. Hinter dem 1,6 Milliarden Dollar schweren Deal steckt der bislang wohl größte Tausch von Schulden gegen Natur.

Sie sind ganz lieb - Berlin-Blockaden der Letzten Generation:

TAZ hier

Die Aufregung um die Letzte Generation legt sich. Zeit anzuerkennen, wie nett die Gruppe eigentlich ist – selbst nach einem Treffen mit Volker Wissing.

Die zweite Woche der Stadtstillstand-Aktionen der Letzten Generation ist zu Ende – und die Aufmerksamkeit und Aufregung haben deutlich nachgelassen. Dabei war die Gruppe erneut täglich auf den Straßen, teils mit zwei Dutzend parallelen Blockaden. Auch der Straßenverkehr auf Teilen der Stadtautobahn A100 wurde wieder zum Stillstand gebracht.

Die Meldungen über die durch die Aktionen ausgelösten Staus sind inzwischen vom Top-Thema zum wenig kommentierten Teil der Verkehrsnachrichten herabgestuft worden.

Autobahnausbau in Deutschland: Sie wollen keine Betonwüste

TAZ hier

Umweltverbände wollen den Bau weiterer Autobahnen verhindern. Bundesverkehrsminister Volker Wissing nimmt bislang nicht an dem Dialog teil.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) und fünf Umweltverbände fordern vom Bundesverkehrsministerium, die Planung und den Bau weiterer Autobahnen und Bundesstraßen auszusetzen, bis die Auswirkungen auf Klima und Natur überprüft wurden. Hintergrund ist ein Treffen von Ver­tre­te­r:in­nen des Verkehrsministeriums und 150 Organisationen zur Zukunft des Autobahnausbaus. Die fünf Umweltverbänden sind der BUND, der Deutsche Naturschutzring, Germanwatch, Greenpeace Deutschland und der Naturschutzbund Deutschland (NABU).

„Versagen systemisch“: NGO AllRise verklagte Staat Österreich wegen Bodenverbrauch

Und auch hier: es geht um unser Nachbarland Österreich, das mit denselben Problemen kämpft wie wir.
Bleibt letztlich nur der Gang vor Gericht? 

Oder kann der Volksantrag "Ländle leben lassen" bei uns eine  positive Wirkung entfalten?? hier

Krone hier

Die NGO AllRise hat die Republik Österreich wegen des Bodenverbrauchs verklagt. Die Klage beim Verfassungsgerichtshof stützt sich vor allem auf die fehlende Umsetzung verschiedener EU-Richtlinien, wie der Wasserrahmenrichtlinie. 

„Wir glauben, dass der Kampf gegen die Klimakrise zu einem Gutteil auf den Gerichtshöfen stattfinden wird, weil wir einfach klare Entscheidungen brauchen und die Politik diese nicht liefert“, sagte AllRise-Mitgründer und Anwalt Wolfram Proksch am Donnerstag in Wien. Die Österreicherinnen und Österreicher könnten nur auf 37 Prozent der Fläche im Land leben oder diese bewirtschaften. Der Bodenverbrauch sei hoch.



Startschuß für Utopia - Beispiel Kreis Lörrach

Und noch ein Artikel von außerhalb unseres Regionalbereichs. Mit sehr guten Ansätzen, die sich auch bei uns bewähren könnten. 

Der Schluss zeigt deutlich in die richtige Richtung: "Mit der interkommunalen Wärmeplanung in der Hand, tourt Nietz bereits durch andere Landkreise in Deutschland, um die Verantwortlichen davon zu überzeugen, die Wärmewende über die einzelne Stadt und Gemeinde hinauszudenken und im Verbund Ideen und Lösungen zu entwickeln."

40 Prozent könnten grün heizen

Sicher - wir leben nicht in Bayern, aber wie man auf der nebenstehenden Karte entnehmen kann: auch wir wohnen im Molassebecken des Alpenvorlandes.


Heizen mit Tiefen-Geothermie: Warum gibt es das nicht öfter?

Geothermie, also Wärme aus den Tiefen der Erde, ist so etwas wie ein schlafender Riese. Bis zu 40 Prozent des Wärmebedarfs von Bayern könnte sie decken, erreicht ist aber noch nicht mal ein Prozent. Woran das liegt – und wie es sich ändern könnte.

BR hier Von Lorenz Storch

Während viele in Deutschland sich fragen, wie sie künftig umweltfreundlich heizen sollen, hat die 9.000-Einwohnergemeinde Pullach im Isartal da eher kein Problem. Hier haben sie schon 2004 damit begonnen, per Bohrung das heiße Wasser im Untergrund zu erschließen. Heute heizen damit über 50 Prozent der Pullacher Haushalte, bald werden es 80 Prozent sein, so Helmut Mangold von der IEP Innovative Energie für Pullach GmbH.

Eigentlich könnten es weite Teile Südbayerns genauso machen, das so genannte Molassebecken bietet beste geologische Voraussetzungen. Dass es bisher noch nicht so ist, liegt vor allem am Geld. Pullach hat für die Geothermie-Bohrungen und vor allem für das zugehörige Fernwärmenetz insgesamt über 100 Millionen Euro bezahlt.

Die meisten Anlagen liegen rund um München und in Oberbayern. Am leichtesten lässt sich Geothermie im Molassebecken des Alpenvorlands nutzen.

Bund legt großes Förderprogramm auf

Das ist zwar einerseits eine rentierliche Investition in die Zukunft, denn über 30 Jahre gerechnet lohnt sich das Ganze nicht nur für die Umwelt, sondern auch finanziell. Doch die meisten Kommunen Bayerns können es sich nicht leisten, so viel Geld erst einmal vorzustrecken. Und auch die Möglichkeiten zur Kreditaufnahme sind begrenzt.

Freitag, 5. Mai 2023

Bodenseekreis: Heute beginnt die kreisweite Kampagne STADTRADELN

Vom 06. bis 26. Mai heißt es wieder: auf die Pedale, fertig, los!

Mit 18 Teilnehmerkommunen  haben wir schon jetzt einen neuen Rekord aufgestellt. Das sind gute Voraussetzungen, um unser Ergebnis aus dem Vorjahr zu überbieten.

Sternfahrt durch den Bodenseekreis nach Tettnang:

Einen guten Start in die Kampagne bietet die geführte Sternfahrt am 6. Mai durch die meisten Teilnehmerkommunen zum Städtlesmarkt in Tettnang, zu der ich hiermit herzlich aufrufe. Teilnehmende erhalten zu Beginn der Tour jeweils einen Wertgutschein in Höhe von 5 Euro zur Einlösung auf dem Städtlesmarkt.

Welche Chancen Geothermie in Deutschland hat

Fast zu schön um wahr zu sein für eine deutsche Wärmewende:  eine " Technologie, die ohne fossile Brennstoffe funktioniert und im Gegensatz zu Solar- oder Windkraft­anlagen keinen Schwankungen unterliegt."

Wenn man die Kosten der Probebohrungen bedenkt, liegt es noch nicht in erreichbarer Nähe. 

Doch im kleineren Stil, sprich weniger tief, funktioniert Geothermie auch in unserer Gegend sehr gut. Da gibt es bereits  einige umgesetzte Beispiele, für Quartiere und Häuser.


RND  hier  Jakob Milzner  06.05.2023

Die Energie, die aus dem Boden kam

Auf seiner Afrikareise besichtigt der Bundes­kanzler ein Geothermie­kraftwerk. Auch in Deutschland fordern manche den Ausbau der Technologie. Als Vorbild wäre die Anlage in Kenia aber wohl nicht geeignet. Olaf Scholz könnte dort etwas anderes suchen: grünen Wasserstoff.

Würde man die Erde einmal durchschneiden und mit einer Wärmebildkamera fotografieren, müsste man wohl zu dem Schluss kommen, dass unser Heimatplanet ziemlich lebensfeindlich ist. Ungefähr 99 Prozent der Erdmasse glühen bei mehr als 1000 Grad Celsius.

Dabei gilt allerdings ein einfaches Prinzip: Je tiefer man gräbt, desto wärmer wird es. Wenig erstaunlich also, dass sich begehrliche Blicke in Richtung Erdkern richten. Beispielsweise auch die von Bundes­kanzler Olaf Scholz, wenn dieser am Samstag in Kenia die größte Geothermie­anlage Afrikas besucht.

Das Kraftwerk in Olkaria wird in erster Linie zur Stromerzeugung genutzt. In Deutschland könnte Geothermie hingegen vor allem der Wärme­gewinnung dienen. In gewissem Umfang passiert das bereits: vor allem durch Wärme­pumpen, die bis zu 400 Meter tief reichen. Erst darunter wird es allerdings so richtig heiß. Die sogenannte tiefe Geothermie aber, die in Kenia Anwendung findet, fristet in Deutschland noch ein Schatten­dasein.

"Abwasser kann zwölf Millionen Menschen mit Wärme versorgen"

Ein interessanter Artikel über die Zukunft mit Abwasserwärme, der nicht nur in großen Städten umgesetzt werden kann, sondern auch bei uns. Selbst in Wohnblocks ist das möglich.

 NTV  hier

Grüne Energie unter jeder Stadt 

Durch deutsche Kanalisationen fließen jedes Jahr etwa zehn Milliarden Kubikmeter Abwasser. Das meiste davon wird in Kläranlagen gereinigt und dann ungenutzt in die Natur zurückgegeben. Ein Fehler, meint Stephan von Bothmer von der Kanalbaufirma UHRIG. Denn Abwasser enthält Restwärme, die zum Heizen genutzt werden kann. Unter deutschen Füßen schlummert demnach grüne Wärme für bis zu zwölf Millionen Menschen - unsichtbar und günstig: "Unter Erneuerbaren ist Abwasserwärme vielleicht sogar die Nummer eins", erklärt der Kanalspezialist im "Klima-Labor" von ntv. Doch noch wissen viele Kanalnetzbetreiber nicht, auf welchem Schatz sie sitzen.

Bosetti will reden: Das Ende der Demokratie – Gesellschaftsrat Klima (2)

 

hier im ZDF

Im zweiten Teil des Gesellschaftsrats Klima stellt Sarah Bosetti die Frage: Was ist wichtiger – das Überleben der Demokratie oder das Überleben der Menschheit?    

Und man glaubt es kaum: Die Beste Idee kam mal wieder aus dem Alti-Umfeld von Rotmilan.eu!
Herzlicher Glückwunsch dafür!  

Greenpeace-Rangliste der klimafreundlichsten öffentlichen Verkehrssysteme: Deutschland landet - dank dem neuen Deutschlandticket - auf Platz 4

NTV hier  04.05.2023

Mobilitätswende ausgebremst? Greenpeace kritisiert teure ÖPNV-Tarife in Europa

Die Folgen der Klimakrise sind allgegenwärtig und die Straßen sind verstopft. Doch nur wenige Länder in Europa bieten inzwischen kostengünstige öffentliche Verkehrsmittel- und somit eine gute Alternative zum Auto an. Deutschland hat zwar mit dem 49-Euro-Ticket aufgeholt - zählt aber nicht zu den Spitzenreitern.

Komplizierte Tarife und hohe Preise behindern laut einer Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace in den meisten europäischen Ländern die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Das geht aus einem Länder-Ranking hervor, das Greenpeace in Berlin veröffentlichte. Deutschland rückte - knapp vor der Präsentation der Studie - dank des neuen 49-Euro-Tickets deutlich auf und liegt auf Platz vier hinter Luxemburg, Malta und Österreich.

In den meisten Ländern seien Bus und Bahn häufig zu unattraktiv, um für mehr Menschen eine klimaschonende Alternative zum Auto zu sein, kritisierte die Umweltorganisation. Ausnahmen bilden demnach Luxemburg und Malta, wo öffentliche Verkehrsmittel gratis sind, sowie Österreich, Ungarn und eben neuerdings auch Deutschland, wo relativ günstige landesweite ÖPNV-Tickets angeboten werden.

"Das Deutschlandticket ist längst nicht perfekt, aber es rückt Bus und Bahn endlich dorthin, wo sie hingehören: in den Mittelpunkt einer nachhaltigen Mobilität", erklärte Greenpeace-Mobilitätsexpertin Marissa Reiserer. "Den öffentlichen Verkehr mit einem besseren Angebot zu stärken, ist ein guter Weg, um die viel zu hohen Emissionen im Verkehr zu senken und vor allem ärmere Menschen zu entlasten."

Zypern, Spanien und die Schweiz machen es vor

Greenpeace vergleicht in seinem Ranking allerdings nur Preis und Ausgestaltung der ÖPNV-Tickets, nicht jedoch die Qualität des Verkehrsangebots. "Das Ranking klopft im Grunde die Zulassung zur Mobilitätswende ab", erklärte Reiserer. Relativ gut schneiden auch Zypern, Spanien und die Schweiz ab, Schlusslichter sind Griechenland, Kroatien und Bulgarien.

Greenpeace forderte Bundesverkehrsminister Volker Wissing von der FDP auf, sich nun voll auf den Ausbau der Bahn zu konzentrieren. Generell müssten Bund und Länder mehr Geld für öffentliche Verkehrsmittel bereitstellen, um Angebote sowohl in Städten und deren Umfeld als auch im ländlichen Raum zu verbessern.

Zudem solle das 49-Euro-Ticket so verbessert werden, "dass es auch für Leute außerhalb von Großstädten und für ärmere Menschen zu einer echten Alternative wird", verlangte die Organisation. Dazu zählten Mitnahmeregelungen sowie einheitliche, vergünstigte Sozialtickets für einkommensschwache Haushalte.

Klimaschutz: Bundesumweltministerin Lemke bringt (wieder) Tempolimit ins Spiel

 Zeit / dpa  hier  5. Mai 2023,

Klimaschutz: «Der Verkehr muss die Klimaschutzziele erreichen, genau wie alle anderen Sektoren auch», sagt Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne).

Bundesumweltministerin Steffi Lemke fordert mehr Anstrengungen für Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr - und bringt dazu ein Tempolimit auf Autobahnen ins Spiel. Die Grünen-Politikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, die Bundesregierung habe sich ehrgeizige Ziele beim Ausbau der Elektromobilität vorgenommen.

«Aber das allein wird nicht reichen, um die Klimaziele im Verkehr zu erreichen. Und wenn eine Klimaschutzmaßnahme nicht schnell genug umgesetzt werden kann, dann erhöht das zwangsläufig den Druck auf andere. Die Klimakrise wird nicht mit sich verhandeln lassen.»

Erdüberlastungstag ist erreicht - Deutschland hat alle Ressourcen für 2023 verbraucht

NTV / dpa  hier  04.05.2023

Nachhaltigkeit heißt in der Forstwirtschaft, nicht mehr Holz zu ernten, als wieder nachwächst. Dieses Prinzip kann man auf andere Bereiche übertragen.

Die Menschheit nutzt die Erde, als gäbe es mehrere davon - wenn alle so verschwenderisch lebten wie die Deutschen, bräuchte es drei Erden. Bereits jetzt hat Deutschland alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die innerhalb eines Jahres nachwachsen oder erzeugt werden können.

Bereits an diesem Donnerstag, dem 4. Mai wären die für dieses Jahr verfügbaren natürlichen Ressourcen der Erde verbraucht, wenn alle Menschen so leben würden wie die in Deutschland.
Es wären drei Erden nötig, wenn alle Länder pro Einwohner so viele Naturgüter verbrauchten und Emissionen produzierten wie die Bundesrepublik, teilte die Umweltorganisation Germanwatch mit. "Zwei Drittel des Jahres leben wir ökologisch auf Pump", heißt es in ihrer Pressemitteilung dazu.

Neue Studie zur Flächenversiegelung: Wie Deutschlands Beton-Städte sich vor Starkregen schützen können

Dieser Artikel betrifft zwar die großen Städte, die es in unserem Regionalgebiet nicht wirklich gibt. Aber auch kleine Städte wie Weingarten stehen bereits mit dem Rücken an der Wand - viel ist da nicht mehr übrig an Freiflächen. Das hat uns gerade erst die traurige Genehmigung zur Überbauung einer wichtigen Frischluftschneise nach §13b vor Augen geführt. 

Ich musste auch an den Streit in Salem denken, als der innerörtliche Sportplatz im Ortsteil Neufrach nach dem Willen des Bürgermeisters überbaut werden sollte. Das fanden die Einwohner von Salem aus vielerlei Gründen gar nicht komisch und haben sich erfolgreich gewehrt. Das wird sich vermutlich noch als wichtige Entscheidung für zukünftige Klimaanpassungsmaßnahmen erweisen.


Focus hier Donnerstag, 04.05.2023

Überall Beton und keine Grünflächen: Deutschlands Städte sind teilweise nur schlecht auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet. Eine neue Studie zeigt nun, welche Städte besonders zubetoniert sind - und was sich besser machen lässt.

Einer Studie zufolge ist Ludwigshafen die am stärksten versiegelte Stadt in Deutschland. Rund 67 Prozent des Siedlungsgebiets sind bebaut, betoniert oder asphaltiert, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mitteilte. Die hohe Versiegelung resultiere unter anderem aus großen Industrieflächen innerhalb des Siedlungsgebiets.

Beton-Spitzenreiter im Südwesten

Bei der Studie wurden der Versiegelungsgrad in den Siedlungsgebieten von bundesweit 134 Städten geprüft. Darunter sind die drei Stadtstaaten sowie die zehn einwohnerstärksten Kommunen jedes Bundeslandes, hieß es. Zwischen den Ländern gibt es teilweise große Unterschiede: So ist Baden-Württemberg mit einem Versiegelungsgrad von 50,46 Prozent das größte Beton-Bundesland Deutschlands. Schlusslicht ist Brandenburg mit 35,94 Prozent. 

Oberteuringen: Agri-Photovoltaik statt Hagelnetze

 03.05.2023  hier im Südkurier

Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat Oberteuringen Leitlinien und einen Kriterienkatalog für die Errichtung von Freiflächen- und Agri-Photovoltaikanlagen (auch landwirtschaftlich nutzbar) im Gemeindegebiet. 

Laut einer Standortalternativenprüfung des Büros Enviro-Plan stehen dafür 950 Hektar und damit etwa die Hälfte des Gemeindegebiets zur Verfügung. Ziel sei, den Anteil des regenerativ erzeugten Stroms so zu erhöhen, dass die Gemeinde autark werde, sagte Tamara Kutter vom Bauamt. 

Donnerstag, 4. Mai 2023

Frickingen: Förderprogramm „Energie und Klima“ geht an den Start

Südkurier  hier

Für Energiesparmaßnahmen können Bürger der Gemeinde Frickingen jetzt beim örtlichen Einwohnermeldeamt einen Zuschuss in Höhe von je 100 Euro beantragen. Gefördert werden von der Gemeinde zum einen steckerfertige Balkonmodule zur Stromerzeugung sowie andererseits das Umrüsten ungeregelter Heizungspumpen auf elektronisch geregelte. Angestoßen hat das Projekt die Arbeitsgemeinschaft Energiewende in Frickingen. 

Wie die EU die Natur reparieren will

 FAZ hier  VON KATJA GELINSKY-AKTUALISIERT AM 04.05.2023

Die EU hat ehrgeizige Pläne zur Gesundung geschädigter Ökosysteme. Die Wirtschaft und die Kommunen sind nicht begeistert. Sie sehen Zielkonflikte und fürchten Eingriffe in ihre Rechte.

Groß war der Jubel, als sich die Staatengemeinschaft im Dezember in Montreal auf das „Weltnaturabkommen“ einigte, das den Verlust der Artenvielfalt und die Zerstörung der Natur stoppen und eine Trendwende für ein Leben im Einklang mit der Natur einleiten soll. Die EU schrieb sich stolz auf die Fahnen, man habe sich in den Verhandlungen erfolgreich für ein ehrgeiziges Abkommen eingesetzt.

Nun müssen die hehren Ziele, die zum Schutz und zur Wiederherstellung der Natur vereinbart wurden, aber auch umgesetzt werden. Wie schwierig das ist, zeigt die aktuelle Debatte über die geplante EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur („Nature Restoration Law“). Bis zum Jahr 2030 sollen nach den Brüsseler Plänen auf mindestens 20 Prozent der Land- und Meeresgebiete in der EU Maßnahmen zur Wiederherstellung der Natur ergriffen werden; bis 2050 sollen sich die Reparaturen auf alle Ökosysteme erstrecken, die aktuell geschwächt oder gestört sind.

NABU: Einmalige Chance in Europa - Wir unterstützen das „Nature Restauration Law“ der EU

NABU hier

 „Nature Restauration Law“ der EU: Das Wort klingt sperrig: EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur. Doch sie verspricht eine Zukunft, in der Natur und Menschen gemeinsam wachsen. Wir erklären, was wir von dem Gesetz erwarten können, und wo die EU nachbessern muss.

Alle bisherigen Anstrengungen reichen nicht aus, um die Naturkrise zu stoppen. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern für die Europäische Union (EU) insgesamt. Das EU-Recht sah bisher keine verbindlichen Ziele zur Wiederherstellung verschiedener Ökosysteme vor.

Doch dann kam der Europäische Green Deal. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen initiierte eine neue EU-Biodiversitätsstrategie bis 2030, und die könnte vieles ändern: Eine der dort genannten Maßnahmen ist ein Gesetzesvorschlag mit verbindlichen Wiederherstellungs-Zielen für die Natur. Dieser Gesetzesvorschlag wurde nach mehrfacher Verzögerung am 22. Juni 2022 veröffentlicht. Er stellt den ersten größeren Naturschutz-Rechtsakt der EU seit Verabschiedung der Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)-Richtlinie im Jahr 1992 dar.

Schönauer Stromseminar am ersten Juliwochenende

EWS Schönau hier

Wir freuen uns sehr, denn bald ist es wieder so weit! Am ersten Juliwochenende (1./2. Juli 2023) wird das Schönauer Stromseminar stattfinden. Dazu möchten wir Sie ganz herzlich einladen! 

In diesem Jahr wollen wir unter dem Motto «Mut zum Wandel – jetzt aufstehen und handeln!» gemeinsam mit Ihnen über das spannende Thema reden, wie wir den notwendigen gesellschaftlichen Wandel für eine klimagerechte Zukunft positiv anstoßen und gestalten können.

Zehn Klima-Signale, die - ein bisschen - Hoffnung geben

ZEIT ONLINE  30. April 2023,  dpa

Angesichts von Überschwemmungen, Dürren und schmelzenden Gletschern kann leicht die Hoffnung schwinden, dass der menschengemachte Klimawandel noch zu bremsen ist. Doch es gibt sie, die Signale, die Hoffnung geben können - wenn auch nicht gerade zahlreich.

«Die Menschheit geht immer noch in die falsche Richtung: Der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen steigt weiterhin, es bräuchte internationale Kooperationen, davon gibt es aber leider immer weniger», sagt Klimaforscher Mojib Latif im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

«Als Wissenschaftler bin ich relativ frustriert und ohne große Hoffnung. Als Mensch sage ich: Wir müssen die positive Sicht stärken und dynamisieren. Wir wissen, wie wir die Pariser Klimaziele erreichen, setzen das Wissen aber nicht oder nicht konsequent um. Bei vielem stimmt die Richtung, aber die Geschwindigkeit nicht.»

Deutschland habe eine historische Verantwortung und als große Industrienation eine Vorbildrolle. Daher sei es durchaus sinnvoll, nationale Erfolge im Klimaschutz zu betonen, auch wenn die weltweite Bilanz ein anderes Bild zeige, sagt Latif, der am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Geomar) tätig ist. «Und Deutschland hat da tatsächlich einiges erreicht.»

Klima-Verzögerungstaktik: Was Springer, Schäffler, Spahn und Wagenknecht gemeinsam haben

Spiegel hier  Eine Kolumne von Christian Stöcker  30.04.2023

Es gibt vier Kategorien von Scheinargumenten, die echte Klimapolitik weiter verzögern sollen. Ein vielstimmiger Chor trägt sie derzeit mit verteilten Rollen vor: von »Bild« bis Sahra Wagenknecht. Woran liegt das?

Fleischersatz ist zehnmal besser fürs Klima als Fleisch

Gute Nachricht in Watson hier  01.05.2023

Zu immer mehr Fleischgerichten gibt es eine vegetarische Alternative. Ersatzprodukte aus Soja, Seitan oder auch Erbsenprotein breiten sich immer weiter in den Kühlregalen aus. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist dabei nicht nur das Tierwohl entscheidend, sondern auch der Gedanke an das Klima und die Umwelt.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat den durchschnittlichen CO2-Fußabdruck von Fleisch- und Fleischersatzprodukten errechnet. Die Ergebnisse sind eindeutig: Während für die Produktion eines Kilos Soja-Fleischersatz 2,8 Kilogramm CO2 in die Atmosphäre gepustet werden, ist es für Rindfleisch mit 30,5 Kilogramm mehr als das Zehnfache.

Auch die Klimabilanzen von Schweinefleisch (4,1 kg) und Geflügel (4,3 kg) sind deutlich schlechter als die der Soja-Alternative. "Fleischproduktion schadet nachweislich der Umwelt und trägt zur Erderhitzung bei", so UBA-Präsident Dirk Messner.

Wenn für Bauern das Land zu teuer wird

01.05.2023  hier im Südkurier

Bild links: "Ackerland in BäuerInnenHand"
das Problem herrscht nicht nur in Baden-Württemberg, noch gravierender ist es in den neuen Bundesländern

Für Landwirte ist es seit der Weltfinanzkrise 2008 immer teurer geworden, Land oder einen Hof zu pachten. Die Bodenpreise in Baden-Württemberg haben sich laut Experten seitdem verdoppelt. Daher stehen auch Bauern in der Region, die nicht über ausreichend große eigene Flächen oder einen eigenen Hof verfügen, vor einem Problem. 

Zu ihnen gehören Denis Hahn, der mit seiner Frau Kristin einen gepachteten Hof bei Stockach bewirtschaftet. Hahn spricht gegenüber dem SÜDKURIER von unbezahlbaren Preisen für Weideland, Ackerflächen und Stallungen. Aber es gibt Hoffnung: Das Modell der Kulturland-Genossenschaft greift dem Landwirt finanziell unter die Arme.

Klimakleber: Die Geschichte wird den "Radikalen" recht geben

DER STANDARD  hier

Liebe Leserin, lieber Leser, 

die Letzte Generation klebt wieder – aber nicht nur. Die Klima-Aktionsgruppe hat am Dienstag ihre dritte Aktionswelle in Wien gestartet, einige Aktivistinnen und Aktivisten klebten sich auf der Fahrbahn am Währinger Gürtel fest, heute waren die Straßen entlang des Donaukanals dran. Aber in der Innenstadt setze die Letzte Generation auf eine ganz andere Protestmethode: Demonstrieren.

Am Ring spazierte eine Gruppe auf der Fahrbahn, vorübergehend staute sich der Verkehr deshalb von der Operngasse bis zum Stadtpark. Mit dem Marsch über den Ring "erreichen wir mehr Menschen", sagt Demonstrantin Katharina zum STANDARD. Erreichen konnte die Aktion jedenfalls rund 20 Personen aus der Wissenschaft, die sich – wortwörtlich – hinter die Gruppe stellten. Bereits vor rund zwei Wochen bekam die Gruppe Unterstützung von etwa 1.400 Wissenschafterinnen und Wissenschaftern.

Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aktionen umstritten bleiben. Rückblickend werden die Aktivistinnen und Aktivisten dennoch auf der richtigen Seite der Geschichte stehen, schreibt mein Kollege Martin Tschiderer in seinem Kommentar. Auch die Suffragetten, die für das Frauenwahlrecht kämpften oder die US-Bürgerrechtsbewegung waren anfangs umstritten – die Errungenschaften dieser Gruppen stellt heute aber niemand mehr infrage.

Mittwoch, 3. Mai 2023

 


Lasst den Rasenmäher stehen!

Deutschlandfunk  30.04.2023  hier  mit vielen kurzen Beiträgen zum Anhören

Grüner Rasen – perfekt zum Fußballspielen oder Picknicken, aber nicht gut fürs Stadtklima. Viele Städte mähen ihre Grünflächen zu oft, bemängeln Wissenschaftler. Doch langsam findet ein Umdenken statt.

Bild links: Bad Saulgau legt Wert auf große Biodiversität und hat kurz gemähten Rasen durch Staudenpflanzungen  und Blumenwiesen ersetzt

Saftiger, grüner, perfekt kurz gemähter Rasen wird von vielen geliebt. Er ist ein Symbol für Gepflegtheit und Ordnung. Aber auch gut zum Fußballspielen oder Sonnen. 

Die Liebe zum grünen Rasen stamme vermutlich aus England, sagt Eva Hofmann von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz. „Das steckt irgendwie ganz tief drin in der Psyche“, beobachtet sie. 

Das Problem ist nur: Saftiger, grüner, perfekt kurz gemähter Rasen ist nicht gut für die Umwelt. Darin sind sich alle Experten einig.

Kaum beachteter Durchbruch: Wie die Ampel Naturschutz auf neues Level heben will

NTV hier  Ein Gastbeitrag von Kai Niebert und Jan-Niclas Gesenhues 01.05.2023

Ende März trifft der Koalitionsausschuss mehrere Verabredungen. Eine Einigung, die dabei etwas untergeht: Dem Naturschutz wird eine ganz neue Priorität eingeräumt. So soll Deutschland seiner Verpflichtung nachkommen, ein Drittel seiner Fläche der Umwelt zu widmen.

Der Koalitionsausschuss der Bundesregierung hat viele Diskussionen ausgelöst, vor allem mit Blick auf den Klimaschutz. Dabei wurden die Ergebnisse zum Naturschutz etwas übersehen. Zu Unrecht. Denn das Beschlusspapier hat es naturschutzpolitisch in sich. Einige der Forderungen könnten einen wahren Paradigmenwechsel im Naturschutz herbeiführen.

Das globale Netz von Arten und Ökosystemen ist unsere Lebensversicherung.

Film „Von Menschen, die auf Bäume steigen“ fand großen Zuspruch

Bündnis 90/ Die Grünen - Kreisverband Sigmaringen  hier Bad Saulgau, 28.04.2023

Die sehr gut besuchte Vorführung des Dokumentarfilmes mit anschliessendem Gespräch in Anwesenheit der Protagonist:innen des Films, sowie Aktivisti aus und um den Altdorfer Wald, der in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung, dem Klimateam der DAV Sektion Bad Saulgau und dem Kreisverband der Bündnis90/Die Grünen Sigmaringen in Bad Saulgau am 28.04.2023 gezeigt wurde, fand großen Zuspruch.

Dienstag, 2. Mai 2023

"Transport wird ausgebremst" - Windkraftanlagen können nur mit großer Verzögerung gebaut werden

01.05.2023 hier  Südkurier

Es gibt unterschiedliche Schätzungen, aber ein paar Hundert Windkraftanlagen müssten jedes Jahr neu gebaut werden, wenn die von der Regierung geplante Energiewende gelingen soll. Die Bürokratie macht es schon schwer genug, dieses Ziel zu erreichen. Und wenn alle Dokumente zusammen sind, stellt sich die Frage: Wie kommt die Windkraftanlage auf mein Land? Die Zulassung eines Windparks ist in der Regel davon abhängig, dass es eine genehmigungsfähige Strecke gibt, auf der die Anlage vom Hersteller zum Standort transportiert werden kann. Das sollte in Autobahn-Deutschland eigentlich kein Problem sein.

Tatsächlich aber bekommen Schwertransporte derzeit kaum eine Genehmigung. Schuld sind vor allem marode Brücken und kaputte Straßen. „Die Branche war im Rückblick der letzten Jahrzehnte noch nie mit solchen Einschränkungen konfrontiert, wie wir sie derzeit haben“, sagt Helmut Schgeiner, Geschäftsführer des Bundesverbandes Schwertransporte und Kranarbeiten (BSK).

Hier kommt ein zweites Gleis

 01.05.2023  hier im Südkurier

Bodenseekreis – Die marode Bodenseegürtelbahn muss besser werden. Aus Sicht des Lenkungskreises, in dem die Landräte aus der Region, das Verkehrsministerium des Landes, der Regionalverband und die Bahn vertreten sind, bringt die Vorzugsvariante die dringend nötigen Fortschritte für den Nahverkehr. Auch wenn es weit über eine halbe Milliarde kostet, wollen die Partner an dieser Variante festhalten, um die Bodenseegürtelbahn fit für die Zukunft zu machen.

„Dämmen ist für eine Wärmepumpe nicht nötig“ - die Heizungswende

hier von Nadine Oberhuber 19.04.2023 in Capital

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt die Umgebungsluft als Wärmequelle, um ein komplettes Gebäude mit Wärme zu versorgen

Wie der Wärmepumpen-Umstieg trotz Handwerkermangel gelingen kann, warum Hausbesitzer dafür nicht erst aufwendig ihr Haus umrüsten müssen und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt

Wasser- Webinar von Campact mit Uwe Ritzer am Donnerstag, den 11. Mai um 19 Uhr.

Anmeldung hier

Deutschland trocknet aus. Es drohen Wassermangel und Verteilungskämpfe.[1] Denn Industrie, Landwirtschaft und Haushalte verbrauchen mehr Wasser, als zur Verfügung steht.[2] Uwe Ritzer weiß, was das für unsere Zukunft bedeutet. Der preisgekrönte Investigativjournalist ist Experte für dieses Thema – und wir haben ihn eingeladen.

In einem exklusiven Webinar für Campact-Aktive berichtet Ritzer, welche Folgen die Wasserkrise für einzelne Regionen hat und wo die Vorräte knapp werden. Wir laden Dich herzlich zu der Veranstaltung ein. Hier erfährst Du auch, was Aldi und Tesla mit unserem Trinkwasser anstellen und was wir tun können, damit auch morgen noch gutes und günstiges Wasser aus dem Hahn kommt.

Heute besetzen Schüler*innen und Studierende ihre Schulen und Universitäten für Klimagerechtigkeit

"End Fossil: Occupy!" startet den "Mai der Besetzungen" - Eine Internationale Besetzungswelle organisiert von Schüler*innen und Studierenden

2. Mai 2023: Heute werden in Deutschland mehrere Schulen und Universitäten besetzt. Die Schüler*innen und Studierenden möchten solidarische Räume schaffen und sich für Klimagerechtigkeit einsetzen. 

Die Aktionen sind Teil des Internationalen "Mai der Besetzungen". Die internationale Klimagerechtigkeits-Kampagne End Fossil: Occupy! hatte zu den Besetzungen aufgerufen. Weitere Besetzungen starten in anderen Ländern und in den nächsten Wochen. 

End Fossil: Occupy! Deutschland fordert gemeinsam mit RWE & Co enteignen die Vergesellschaftung der Energieproduktion. Und gemeinsam mit Debt for Climate einen Schuldenschnitt für die Länder des Globalen Südens. 

Zum Start des 49-Euro-Tickets: Hohe Nachfrage legt Server der Bahn lahm


 Tagesspiegel hier   01.05.2023

Nach langen Verhandlungen zwischen Bund und Ländern gilt seit Montag das Deutschlandticket. Doch der Start läuft nicht reibungslos. Verkehrsminister Wissing sieht Defizite bei der Digitalisierung des ÖPNV. (ist Wissing  nicht auch für die Digitalisierung zuständig? Hoffen wir dass er die Probleme jetzt löst, nachdem er sie erkannt hat)

Das lange erwartete Deutschlandticket für Busse und Bahnen in ganz Deutschland kann seit Montag genutzt werden - beim Anlauf ist es allerdings auf der Bahn-Webseite und in der App der Deutschen Bahn zu einer Störung gekommen. „Im Moment greifen zu viele Nutzer gleichzeitig auf unser Buchungssystem zu“, hieß auf der Seite, auf dem Fahrgäste das neue Angebot normalerweise kaufen können.
Das Unternehmen sprach von Verzögerungen aufgrund der hohen Nachfrage. Nutzende berichten außerdem, dass in der App der Kauf anderer Fahrscheine sowie Ländertickets nicht reibungslos möglich ist.

Seit Mitternacht gilt das Ticket für 49 Euro im Monat bundesweit im öffentlichen Personennahverkehr. Nach einer Hochrechnung des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) haben weit mehr als drei Millionen Menschen schon für Mai den Fahrschein gelöst. Darunter sind dem Verband zufolge 750.000 Menschen, die bisher kein Nahverkehrs-Abo besaßen.

Kein Holz mehr für die Industrie

Frankfurter Allgemeine  hier   Robert Maus 1.5.23

Hohe Energiepreise und immer wieder aufkommende Meldungen, dass Gas und Öl knapp werden könnten, haben die Brennholzbestellungen im Rheingau-Taunus massiv steigen lassen. Das bringt die Kommunen, die ihre Wälder nach den trockenen Sommern aufforsten möchten und den Holzeinschlag reduzierten, in eine Zwickmühle. Zudem wird viel weniger Holz an die Industrie geliefert.

„Diese hohe Nachfrage werden wir auf Dauer nicht befriedigen können“, sagte Julia Scherer-Lupp, Sprecherin der Stadt Taunusstein, auf Anfrage der F.A.Z. Ihrer Auskunft nach haben Bürger in der Saison 2022/2023 insgesamt rund 3500 Festmeter Brennholz bestellt. .....

Ende Verkehrswende?

hier in der Süddeutschen Zeitung  28. April 2023
Von Elisa von Grafenstein, Christina Kunkel, Marie Vandenhirtz, Paulina Würminghausen, Isabel Kronenberger (Design) und Jonas Jetzig (Grafiken)

Über die Mobilität der Zukunft wurde schon so viel diskutiert: weniger Autos, mehr Platz für Fahrradfahrer, selbstfahrende Shuttles. So hat man sich das Ganze mal vorgestellt. 

Doch die Realität sieht anders aus. Nie gab es so viele Autos in Deutschland wie heute, selbst kürzeste Strecken legen viele mit dem Wagen zurück, ob in der Stadt oder auf dem Land.

Warum es so schwer ist, das zu ändern – aber es vielleicht nicht sein müsste.

Bild links: Klimaaktivisten in Ravensburg

..Letschin ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland. Nur 24 Prozent der Anwohner hier haben dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zufolge einen „komfortablen“ Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Umkehrschluss heißt das: Mehr als drei Viertel der Bewohner haben keinen Bahnhof und keine Bushaltestelle in der Nähe, an der wenigstens einmal in der Stunde ein Bus fährt. Also fahren sie Auto.

Die viel beschworene Verkehrswende – sie steht vor großen Hürden. Auf dem Land sind viele Menschen auf ihre Autos schlichtweg angewiesen. Doch auch in den Städten schafft kaum jemand den eigenen Pkw ab, obwohl viele genervt sind von Stau, Parkplatzsuche, Lärm und schlechter Luft. Und obwohl es dort mit Carsharing, Bussen, Bahnen, Leihrollern oder dem Fahrrad so viele Mobilitätsangebote gibt wie nie zuvor. Die Zahl der Pkws in Deutschland steigt immer weiter, 2022 waren es 48,5 Millionen. Vor zehn Jahren waren es noch 5,6 Millionen weniger.

Es muss sich etwas tun. 2019 trug der Verkehrssektor laut Umweltbundesamt 20 Prozent zu den bundesweiten CO₂-Emissionen bei. Doch es tut sich wenig. Mit dem 49-Euro-Ticket, das zum 1. Mai startet, keimt wieder ein bisschen Hoffnung auf, dass vielleicht doch der ein oder andere umsteigt in die Öffis. Aber die ganz große Verkehrswende wird wohl auch dieses Angebot nicht bringen. Und dafür gibt es Gründe, wie die Auswertung vieler Statistiken und zwei Ortsbesuche zeigen. Einer davon in Letschin.

Wenn der Bauer doppelt erntet

hier Tagesschau  22.04.2023  Von Barbara Lindahl, SR 

Solaranlagen auf Äckern und Weiden 

Mit Photovoltaikanlagen können Landwirte ihre Flächen zweifach nutzen: Als Agrarland und zur Stromproduktion. Bislang mussten interessierte Bauern jedoch gegen teils heftige Widerstände kämpfen. Das könnte sich nun ändern.

Montag, 1. Mai 2023

Studie zum Tempolimit: Normalfahrer subventionieren Raser

 hier Heise 21.04.2023  Andreas Wilkens

Ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen würde der deutschen Gesellschaft vor allem Vorteile bringen, sagt ein schwedisches Forschungsteam

Ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen würde einen volkswirtschaftlichen Wohlfahrtsgewinn von jährlich mindestens 950 Millionen Euro bringen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher und Forscherinnen der School of Business and Economics der schwedischen Linné-Universität. 

Die Politik, keine Geschwindigkeitsbegrenzung einzuführen, sei folglich eine Subvention für schnelle Fahrer, heißt es in ihrer Studie. 

Dürre in Frankreich: Ein bisschen Wasser für Tomaten, ein bisschen für Atomkraft

hier Zeit  Von Annika Joeres  22. April 2023

Frankreich befindet sich im klimatischen Ausnahmezustand und streitet ums Wasser: Das Grundwasser versiegt, die Proteste eskalieren. Eine neue Strategie soll beruhigen.

Dass sich Frankreich in einem klimatischen Ausnahmezustand befindet, erfuhren die Bewohnerinnen und Bewohner von vier südfranzösischen Kommunen vor wenigen Tagen per SMS. 

Diese enthielt eine Warnung, das Leitungswasser zu trinken – es könne gesundheitsgefährdend sein.
Das Grundwasser ist in der Winterdürre so tief gesunken, dass es nicht mehr aus der üblichen Bohrstelle entnommen werden konnte. Anstatt den Hahn ganz abzudrehen, werde nun Wasser aus Brunnen für die Landwirtschaft genutzt, dessen Qualität nicht ausreichend für den Konsum sei, erklärte die zuständige Wasserbehörde. 3.000 betroffene Menschen mussten vor dem Rathaus Schlange stehen, um sich ihre Ration an Plastikwasserflaschen abzuholen.

Nur wenige Kilometer südlich von den betroffenen Kommunen entfernt herrscht der nächste Ausnahmezustand: Viele Hunderte Hektar Pinienwald brannten am Wochenende an der Grenze zu Spanien nieder. Zuvor loderten die Flammen auf den Hügeln rund um die südfranzösische Metropole Nizza. Dutzende Familien mussten evakuiert werden, Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die genauen Ursachen sind noch unklar, aber sicher ist: Extreme Trockenheit und kaum Niederschlag haben das Feuer begünstigt. Die Dürrekarten einiger Regionen wechseln zunehmend von orange ins tiefrote Signal für "extreme Dürre".

    Nichts deutet darauf hin, dass sich die Situation verbessern wird.
Emmanuel Macron

Bitte um Unterstützung des "Earth Cent" bei der ABSTIMMUNG21

 "Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist"

Victor Hugo

 

Hallo zusammen,

Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Ehrenpräsident des Club of Rome) sowie Prof. Dr. Stefan Bringezu (IRP bzw. sog. Weltressourcenrat der UNEP) und weitere namhafte Organisationen bzw.  Menschen unterstützen den "Earth Cent" bei der diesjährigen, „privaten“, bundesweiten Volksabstimmung „ABSTIMMUNG21“ in Deutschland (s.u.).


So bitte ich auch Dich/Sie um Unterstützung des "Earth Cent" bei der ABSTIMMUNG21:

   Themenwahl 2023

Für die Abstimmung muss man/frau sich vorab anmelden, um die Themen auswählen zu können.