Martin Tillich • Chefredakteur Utopia
Was für ein bemerkenswerter Schritt: In Amsterdam gibt es ab diesem Sommer keine Reklame mehr für Fleisch, für Flugreisen, Kreuzfahrten oder Dieselautos.
So begründet die Stadt das neue Werbeverbot:
„Für Werbung großer Unternehmen, die die Klimakrise vorantreiben, ist in Amsterdam kein Platz mehr.“
In Sachen Fleisch ist Amsterdam laut eigenen Angaben damit die erste Hauptstadt weltweit, die Werbung verbietet. Reklame-Verbote für Dienste oder Produkte, die fossile Energie nutzen und dem Klima schaden, gibt es bereits in anderen niederländischen Städten.
Die Grüne Partei GroenLinks, eine der Initiatorinnen des Beschlusses, spricht von einem „wichtigen Sieg für das Klima und die öffentliche Gesundheit“.
Ich finde diesen Schritt bemerkenswert konsequent. Im Kern bedeutet er: Werbung für Produkte, die die Klimakrise anheizen, passt nicht zu einer Stadt, die Klimaschutz ernst meint.
Es geht dabei nicht um individuelle Verbote oder moralische Appelle an Einzelne. Sondern um die Frage, welche Produkte im öffentlichen Raum als normal, attraktiv und selbstverständlich dargestellt werden – und welche nicht mehr.
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