Focus hier Podcast 19.01.2026,
Im Talk mit Tijen Onaran
Energie-Boss: "Reiche ballert Kraftwerke rein, die für alle Stromkosten erhöhen"
„Das ist ein Foul“: Energie-Boss legt sich mit Reiches Gaskraftwerk-Plan an
Energie-Boss Philipp Schröder rechnet im MUT-Podcast mit den Gaskraftwerks-Plänen von Ministerin Reiche ab. Er spricht von „kranker Selbstbedienung“ und einem Milliarden-„Foul“ auf Kosten der deutschen Steuerzahler.
Die Deutschen leiden unter den europaweit höchsten Strompreisen. Philipp Schröder, Gründer des Energieunternehmens 1Komma5° und ehemaliger Tesla-Deutschland-Chef, geht auf Frontalkurs zur Politik.
Im „MUT-Podcast“ mit Tijen Onaran findet der Unternehmer drastische Worte für die Gaskraftwerkspläne von Ministerin Katharina Reiche: Er sieht darin ein „Foul“ am Wettbewerb und eine „Gelddruckmaschine“ für Konzerne – finanziert vom Steuerzahler.
„Kranke Selbstbedienung“: Beschwerde bei der EU-Kommission
Schröder lässt es nicht bei Worten bewenden. Er hat offiziell Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht, um die geplanten Subventionen für Großkonzerne wie RWE zu stoppen. Für ihn ist die staatliche Förderung ein Rückschritt in alte Strukturen.
„Es ist ein Foul, wenn man eine bestimmte Kategorie von Unternehmen einfach direkt subventioniert. RWE oder einzelne Unternehmen bekommen für ihre Gaskraftwerke Geld geschenkt“, kritisiert Schröder. Besonders scharf verurteilt er den geplanten Kapazitätsmarkt, bei dem Kraftwerke bereits für das bloße Bereitstellen von Energie kassieren: „Das ist eine Doppelsubventionierung und aus unserer Sicht einfach kranke Selbstbedienung.“
Teures LNG statt digitaler Lösungen
Der Energie-Experte warnt davor, dass Deutschland sehenden Auges in eine Kostenfalle läuft. Statt auf teures Flüssiggas (LNG) zu setzen, fordert er eine radikale Digitalisierung des Strommarktes, um die Schwankungen bei Wind und Sonne effizienter zu nutzen.
„Die Gaskraftwerke sind ungeeignet und unverhältnismäßig. Die Ministerin ballert da Kraftwerke rein, die der Steuerzahler bezahlt, die für alle die Stromkosten erhöhen und gleichzeitig für die Konzerne Geld drucken werden“, so Schröder im MUT-Talk.
Sein Gegenvorschlag: Intelligente Netze (Smart Meter).
„Wenn wir den Strommarkt digitalisieren,
können wir Probleme regional lösen.
Das kostet kein Investment, gar nichts.
Die Einsparpotenziale sind mit 255 Milliarden Euro
geisteskrank hoch.“
können wir Probleme regional lösen.
Das kostet kein Investment, gar nichts.
Die Einsparpotenziale sind mit 255 Milliarden Euro
geisteskrank hoch.“
„Befremdlich“: Kritik an der Nähe zwischen Ministerium und E.ON
Ein wunder Punkt in der Debatte ist für Schröder die personelle Verflechtung im Wirtschaftsministerium. Dass Ministerin Katharina Reiche eine E.ON-Vergangenheit hat, sorgt bei ihm für Unbehagen – besonders angesichts der öffentlichen Kommunikation der Konzerne.
„Die Nähe zu E.ON nehme ich mittlerweile als störend wahr“, erklärt Schröder offen. Er spielt damit auf die offensiv zur Schau gestellte Vertrautheit auf sozialen Netzwerken an: „Ich finde es befremdlich, LinkedIn-Posts zu machen und zu sagen: 'Frau Reiche, wir sind ja Ex-Kollegen'. Da muss man aufpassen, das wirkt einfach unprofessionell.“
Er warnt davor, dass „gut getarnte Lobbyinteressen“ die moderne Energiewende ausbremsen könnten.
Er warnt davor, dass „gut getarnte Lobbyinteressen“ die moderne Energiewende ausbremsen könnten.
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