Montag, 12. Januar 2026

Der französische Stromkonzern EDF hat das Atomkraftwerk Flamanville am Ärmelkanal wegen eines heftigen Sturms abgeschaltet

 

Daniel Mautz  LinkedIn

Ach, es geht doch nichts über zuverlässige Kraftwerke die immer laufen wenn man sie gerade am meisten braucht

Kaum stürmt es ein bisschen in Europa schon knicken die „verlässlichen“ Atomkraftwerke ein.

 In Frankreich wird ein Reaktor in Flamanville wegen Unwetters abgeschaltet. Einfach so. Kein Strom, keine Leistung, nur ein rostiges Sicherheitsdenken das sich hinter Wind und Regen versteckt. 

War das nicht genau der Punkt wegen dem uns Atomkraft als Allheilmittel verkauft wurde? Immer da, immer stabil, immer sicher. Haha.

Aber in der Realität zeigt sich ein anderes Bild. Diese Betonkolosse sind empfindlich. Schon bei Sturm. Schon bei Problemen mit der Kühlung. Schon bei kleinsten Unregelmäßigkeiten. Dann wird abgestellt und der Strom fehlt. Kein heroisches Murphys Gesetz. Nur nackte Technik die nicht hält was sie verspricht. Währenddessen heult der Wind draußen weiter und die Netze müssen improvisieren.

Und dann wundern sich manche noch über Blackouts und Netzinstabilität. Wir bauen auf Kraftwerke die bei schlechtem Wetter lieber Urlaub machen als liefern. Wir stupsen den Klimawandel mit CO2 hohen Ausstiegen an und hoffen gleichzeitig auf fossile Rettung. Und wenn’s drauf ankommt dann ist sogar Atomkraft nicht zuverlässig genug. Das ist wie ein Regenschirm aus Papier.

Das Energiesystem braucht Stabilität. Nicht Betonklötze die bei Wind und Wetter einknicken. Es braucht Flexibilität, dezentrale Versorgung, erneuerbare Quellen die nicht plötzlich abdrehen wenn das Klima selbst aus dem Takt gerät. 

Wir könnten längst darauf setzen. 

Wir könnten längst intelligent steuern. Aber wir hängen an alten Mythen fest und wundern uns wenn sie bröseln.

Wenn ein Atomkraftwerk bei Sturm lieber schläft als liefert dann ist das kein technisches Problem mehr. Dann ist das ein System das seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird. 

Und wir zahlen den Preis wenn wir weiterhin auf Märchen statt auf echte Lösungen setzen. Verlässlich ist nur der Wandel. Und der kommt nicht in einem abgeschalteten Reaktor.


T-online hier  dpa  09.01.2026

Wintersturm: Nachbarland muss AKW abstellen

Auch Frankreich wird von einem heftigen Sturm getroffen. Der Stromkonzern EDF entscheidet sich zu einer drastischen Maßnahme.

Der französische Stromkonzern EDF hat das Atomkraftwerk Flamanville am Ärmelkanal wegen eines heftigen Sturms abgeschaltet. In der Nacht zu Freitag erreichte der Orkan in der Region Spitzengeschwindigkeiten von 213 Kilometern pro Stunde. Nur das für den Betrieb zwingend notwendige Personal blieb im Kraftwerk, während die übrigen Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt wurden.

Der Sturm verursachte in der Region erhebliche Schäden. Zahlreiche Bäume stürzten um und Dächer wurden abgedeckt. Auch im Verkehr kam es zu massiven Behinderungen. Der Sturm "Goretti" führte zudem dazu, dass etwa 380.000 Haushalte in dem deutschen Nachbarland ohne Strom waren.

Vor der kompletten Abschaltung hatte EDF die Leistung des Kraftwerks zunächst gedrosselt. Dies entspricht dem standardmäßigen Verfahren bei Unwetterlagen.

Nach vorläufigen Erkenntnissen wurden bei dem Unwetter keine Menschen ernsthaft verletzt. Die Sicherheitsmaßnahmen im Atomkraftwerk dienten vor allem dem vorbeugenden Schutz der Anlage und ihrer Mitarbeiter.

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