Klug und vorausschauend geht anders und eigentlich könnte Frau Reiche auch das schon gelernt haben in den letzten Jahren.... Nicht zuletzt auch durch die aktuelle Diskussionen in der EU über die Abhängigkeit von US Tech-Riesen.
Angesichts der politischen Entwicklung in Zeiten der Trump Regierung, angesichts der aktuellen Politik der völligen Verantwortungslosigkeit und Mafia-Methoden empfinde ich die Zustimmung des Wirtschaftsministeriums als einen ungeheuerlichen Verrat an Deutschlands Interessen.
Ist das noch mit purer "Naivität und Dummheit" zu erklären? Schon das würde ausreichen um Frau Reiche für ihr Amt zu disqualifizieren . Vermutlich muss man aber noch von weit Schlimmerem ausgehen.....Für wen arbeitet Frau Reiche, wenn nicht für uns?
T-online hier 23.01.2026Kritische Infrastruktur
Ein Teil der kritischen Infrastruktur in Deutschland liegt jetzt in den Händen eines US-Konzerns. Dessen Chef gilt als eng vertraut mit US-Präsident Donald Trump.
Eine Firma eines Großspenders für Donald Trump kontrolliert seit dem 16. Januar einen erheblichen Teil der deutschen Energieinfrastruktur.
Der größte Tanklagerbetreiber Deutschlands, TanQuid, ist laut einem Bericht des "Spiegel" vom US-Ölkonzern Sunoco übernommen worden. Eine Übernahme war bereits im vergangenen Jahr von den beiden Firmen angekündigt worden, bedürfte aber noch der Zustimmung durch die Bundesregierung.
Zum Unternehmen gehören rund ein Fünftel der deutschen Tanklagerkapazitäten sowie mehr als tausend Kilometer strategisch bedeutsame Pipelines. Das Unternehmen mit Sitz in Duisburg hat 15 Standorte in Deutschland und ein Tanklager in Polen; hier lagern Öl und chemische Produkte zum Vertrieb in ganz Europa. Insgesamt fassen die Tanks der Firma rund drei Millionen Kubikmeter.
Eigentümer von Sunoco ist die Firma Energy Transfer von Kelcy Warren, der dem US-Präsidenten nahesteht und die MAGA-Bewegung mit Millionenspenden unterstützt hat.
Großspender für Trump
Warren begann, Trump im Rahmen seiner Wahlkampfkampagne 2016 erstmals politisch zu unterstützen, und spendete ihm mehr als 100.000 Dollar. Im selben Jahr gab er sechs Millionen Dollar an einen Super-PAC, der die Präsidentschaftskampagne von Rick Perry unterstützte – einem Mitglied des Vorstandes seines Konzerns Energy Transfer LP. Als Perry aus dem Rennen ausschied, wandte sich Warren Trump zu. Perry wurde später Energieminister.
Im August 2020 spendete Warren zehn Millionen Dollar an die Super-PAC "America First Action". Diese Gruppe wurde vom American First Policy Institute gegründet, das von ehemaligen Trump-Beratern ins Leben gerufen wurde. Das Institut verfasste die "2024 America First Agenda", die viele der umstrittenen politischen Empfehlungen des "Project 2025" aufgreift. Im Mai 2024 spendete er fünf Millionen US-Dollar an das Super-PAC "Make America Great Again".
Ministerium will keine Details nennen
Nach Informationen des Magazins hat das Bundeswirtschaftsministerium die Übernahme durch den US-Konzern am 9. Januar unter Auflagen freigegeben. Was mit den Auflagen gemeint ist und ob sie dem sicherheitspolitischen Gewicht des Geschäfts tatsächlich gerecht werden, wollte das Wirtschaftsministerium nicht sagen. Nur so viel: Die Auflagen würden "die durchgängige Versorgung mit den Tanklagerkapazitäten des TanQuid-Konzerns" garantieren und zudem die Fernleitungs-Betriebsgesellschaft betreffen.
In der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Michael Kellner, Alaa Alhamwi und Sandra Detzer sagte die Bundesregierung im Juli: "Nur mithilfe von Lagern können Produktionsprozesse und komplexe Versorgungsstrukturen reibungslos ablaufen. Somit misst die Bundesregierung den Betreibern von Tanklagern insgesamt und unabhängig von den spezifischen Eigentumsverhältnissen eine unverzichtbare Rolle in der Produktionskette der Mineralölwirtschaft bei. Es ist daher wichtig, dass die Funktion der Tanklager aufrechterhalten bleibt." Die TanQuid GmbH & Co KG ist mit Tanklagern als Kritische Infrastruktur im Sinne des BSIG im BSI registriert.
Kritik an Übernahme strategischer Infrastruktur
Die Grünen warnten bereits vor Tagen vor einem Ausverkauf kritischer Infrastruktur. Auch Greenpeace kritisiert die Entscheidung scharf und verweist darauf, dass der Mutterkonzern Energy Transfer Umweltorganisationen mit existenzbedrohenden Klagen unter Druck setze.
Zur Übernahme gehören zudem 49 Prozent der Fernleitungsbetriebsgesellschaft, die Kerosin für Militärflugplätze liefert. Dazu gehört auch der US-Luftwaffenstützpunkt Büchel in Rheinland-Pfalz, wo amerikanische Atomwaffen lagern. Jacopo Maria Pepe von der "Stiftung Wissenschaft und Politik" sagte dem "Spiegel": "Diese militärische Infrastruktur ist für die Einsatzfähigkeit der Luftwaffen extrem wichtig – dass sie jetzt zu 49 Prozent einem US-Unternehmen gehört, ist politisch hochbrisant".
Laut Forbes zählt Warren zu den reichsten Menschen der Welt. Trump hatte ihm in seiner ersten Amtszeit mit einer Exekutivanordnung den Weg für das Pipelineprojekt Dakota Access Pipeline geebnet.
Achim B.C. Karpf
Deutschland verkauft sich selbst – und die Bundesregierung klatscht Beifall!
Während Friedrich Merz und Katherina Reiche in Davos über „europäische Stärke“ reden, wird unsere kritische Infrastruktur an Trump-Verbündete verscherbelt.
Tanklager? Abgegeben.
Pipelines? Auch weg.
49% eines der größten deutschen Terminalbetreiber? Gehören jetzt einem US-Konzern, dessen Chef ein enger Trump-Unterstützer ist.
Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen im Deutschen Bundestag schreien „Ausverkauf!“ – die Regierung? Schweigt. Hauptsache, die nächsten US-Strafzölle kommen nicht wieder per Twitter, sondern per diplomatischer Note.
Die Logik? Einfach genial: Statt unsere marode Infrastruktur zu reparieren, verkaufen wir sie an die, die uns gerade mit Zöllen erpressen.
Die deutsche Wirtschaft wächst um stolze 1,1% – aber wer braucht schon Wachstum, wenn man stattdessen „strategische Abhängigkeiten“ schaffen kann?
Und falls ihr euch fragt, warum die Energiepreise explodieren oder die Versorgung unsicher wird: Wir haben uns freiwillig in die Hände derer begeben, die uns gerade demütigen. Immerhin – es hätte schlimmer kommen können. Wir hätten auch an Russland verkaufen können.
Was kommt als Nächstes? Die Privatisierung der Luft zum Atmen? Oder verkaufen wir gleich das Grundgesetz, solange noch jemand bietet?
Spiegel hier Aileen Bunte, Susanne Götze, Celine Imensek, Moritz Müllender, Frederik Obermaier 22.01.2026
Wirtschaftsministerium genehmigt Übernahme
Trump-Vertrauter kauft sich in Deutschlands Energieversorgung ein
Ein US-Milliardär hat nach SPIEGEL-Informationen Teile von Deutschlands Treibstofflogistik übernommen, inklusive Zugang zu Nato-Flughäfen und Pipelines. Das Wirtschaftsministerium erlaubt den Deal unter Auflagen.
Kelcy Warren ist Milliardär, Spender der MAGA-Bewegung und gilt als enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump. Der Gründer und CEO des US-Konzerns Energy Transfer ließ einst Kampfhunde gegen Umweltschützer einsetzen und verklagte Greenpeace auf Hunderte Millionen Dollar. Seit rund einer Woche kontrolliert die Energy-Transfer-Tochter Sunoco einen erheblichen Teil der deutschen Energieinfrastruktur.
Am 16. Januar verkündete TanQuid, Deutschlands größter unabhängiger Tanklagerbetreiber, den Vollzug einer für Deutschlands Sicherheit bedeutsamen Übernahme: Das Energieunternehmen Sunoco LP mit Hauptsitz in Philadelphia kontrolliert ab sofort rund ein Fünftel der deutschen Tanklagerkapazitäten und mehr als tausend Kilometer strategisch bedeutsamer Pipelines.
Dazu gehören auch 49 Prozent der Fernleitungs-Betriebsgesellschaft, die TanQuid bisher managte. Diese liefert das Kerosin für deutsche Militärflugplätze, darunter Büchel, wo amerikanische Atomwaffen lagern, der Ausbildungsstandort in Schleswig und der Fliegerhorst Neuburg, von dem Eurofighter aufsteigen, wenn unbekannte Flugobjekte in den deutschen Luftraum eindringen.
»Diese militärische Infrastruktur ist für die Einsatzfähigkeit der Luftwaffen extrem wichtig – dass sie jetzt zu 49 Prozent einem US-Unternehmen gehört, ist politisch hochbrisant«, sagt Jacopo Maria Pepe von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Für ihn ist der Verkauf von TanQuid an Sunoco allein unter militärischen Gesichtspunkten zumindest bedenkenswert: Zwar halte TanQuid keine Mehrheit am Nato-Pipelinenetzwerk, so Pepe, »aber natürlich Einfluss – auch im Fall einer militärischen Konfrontation. Denn durch den Kauf erhalten die USA Informationen über Kapazitäten und Schwachstellen im System. Sollten Reparaturen etwa aufgrund von Verschleiß oder Sabotage anfallen, können die USA diese blockieren.«
Wirtschaftsministerium schweigt zu Details
Die Bundesregierung gab sich in dem Fall verschlossen. Auf Anfragen von Abgeordneten des Bundestags wollte die schwarz-rote Koalition im Sommer vergangenen Jahres zunächst nicht einmal preisgeben, ob die Übernahme überhaupt geprüft werde. Die Antwort: Geheimsache.
Erst später wurde klar, dass sehr wohl geprüft wird. Im Rahmen eines sogenannten Investitionsprüfverfahrens sollte festgestellt werden, ob der Deal die Sicherheit Deutschlands oder eines anderen EU-Mitgliedstaats gefährden könnte. Zu Details schwieg das federführende Wirtschaftsministerium zunächst beharrlich.
Als TanQuid den Abschluss der Übernahme bereits mit einem knappen Satz auf seiner Homepage verkündet hatte, bestätigte das Ministerium erst auf Nachfrage des SPIEGEL, was hinter den Kulissen längst entschieden war: Am 9. Januar sei eine »Freigabe unter Auflagen« erteilt worden. Was damit gemeint ist und ob die Auflagen dem sicherheitspolitischen Gewicht des Geschäfts tatsächlich gerecht werden, darüber wollte das Wirtschaftsministerium auf SPIEGEL-Nachfrage nichts sagen. Nur so viel: Die Auflagen würden »die durchgängige Versorgung mit den Tanklager-Kapazitäten des TanQuid-Konzerns« garantieren und zudem die Fernleitungs-Betriebsgesellschaft betreffen.
Seit den ersten Gerüchten über die Übernahme im Sommer sind die geopolitische Lage und das Verhältnis zu den USA eher schwieriger geworden. Die Frage bleibt, wie viel Kontrolle über die eigene Versorgungssicherheit die Bundesregierung einem Trump-Verbündeten überlassen will – zu einer Zeit, in der der US-Präsident versucht, Territorialansprüche auf Grönland geltend zu machen und bei Widerstand mit hohen Zöllen oder Sanktionen droht.
Bereits in einer Kleinen Anfrage der Grünen vom vergangenen Sommer wiegelte die Regierung ab. Damals fragten Abgeordnete kritisch nach: Könnte ein US-Eigentümer deutschen Firmen im Krisenfall den Zugang zu den Tanklagern verwehren? Auch dazu, ob die Energiesicherheit Deutschlands oder die Versorgungssicherheit bei chemischen Produkten gefährdet sein könnte, äußerte sich die Regierung sehr zurückhaltend. Zur Begründung verweist sie auf verfassungsrechtlich geschützte Geschäftsgeheimnisse und Grundrechte der beteiligten Unternehmen. Die Informationen seien als Verschlusssache »Vertraulich« eingestuft und lediglich der Geheimschutzstelle des Bundestags übermittelt.
Die Grünen hatten im Vorfeld vor einem »Ausverkauf kritischer Infrastruktur« gewarnt. »Wir können uns momentan leider nicht auf die transatlantische Freundschaft verlassen«, warnte der energiepolitische Sprecher Michael Kellner. Die Anlagen gehörten in deutsche oder europäische Hände, erst recht angesichts des Verhaltens der Trump-Regierung.
»Die Bundesregierung hätte diesen Deal niemals genehmigen dürfen«, kritisiert auch Nina Noelle von Greenpeace. »Sie gibt kritische Energieinfrastruktur in die Hände eines fossilen US-Konzerns und schlägt alle berechtigten sicherheits- und klimapolitischen Bedenken in den Wind.« TanQuid falle damit einem Unternehmen zu, dessen Mutterkonzern Umweltorganisationen wie Greenpeace USA und Greenpeace International mit existenzbedrohenden Klagen unter Druck setze.
Gemeint ist Energy Transfer, dessen Chef Warren ist. Das Unternehmen machte im vergangenen Jahr Schlagzeilen, als es Greenpeace USA auf Schadensersatz wegen deren Unterstützung der Proteste gegen die Dakota Access Pipeline verklagte. Die Umweltorganisation sollte laut dem Urteil 660 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen, mittlerweile wurde die Summe halbiert.
Kelcy Warren ist außerhalb der Öl- und Gasbranche eher unbekannt. Dabei handelt es sich bei ihm laut dem US-Magazin »Forbes« um einen der reichsten 500 Menschen der Welt und um einen engen Verbündeten von US-Präsident Donald Trump.
In Trumps erstem Wahlkampf unterstützte ihn Warren mit zehn Millionen Dollar. Rund sechs Millionen weitere folgten im zweiten. Insgesamt, so Schätzungen, soll Warren bis zu 25 Millionen Dollar an MAGA-nahe Initiativen gespendet haben. Das dürfte ihm nicht wehtun, er ist mehrfacher Milliardär. Trump wiederum zeigte sich dankbar. In seiner ersten Amtszeit erließ er nur wenige Tage nach Amtsantritt eine Exekutivanordnung, die den Weg für das umstrittene Pipelineprojekt Dakota Access Pipeline von Warrens Firma Energy Transfer Partners frei machte. Außerdem hat er Warren einen Sitz im Kuratorium des Kennedy-Center verschafft.
Auf Nachfrage an den Käufer, welche Rolle die Übernahme spielt, heißt es vonseiten des Unternehmens, man setze damit »die Wachstumsstrategie von Sunoco fort«. »Unser übergeordnetes Ziel bleibt, unsere geografische Präsenz auszuweiten und unsere Wachstumschancen zu verbessern, während wir gleichzeitig eine starke Bilanz aufrechterhalten«, sagt ein Sprecher.
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