Mira Jäger LinkedIn
Energiepolitik ist Machtpolitik
Doch wer echte Unabhängigkeit will, darf nicht gleichzeitig Milliarden in US-LNG investieren und damit neue geopolitische Risiken und Abhängigkeiten von Autokraten schaffen
– dafür protestieren heute in Brüssel Greenpeace-Aktivist:innen mit einem 10 Meter großen Putin und Trump, die auf einem Gastanker vor dem Hauptsitz des EU-Rates sitzen.
Laut neuen Berechnungen erreichen Europa derzeit täglich zwei bis drei LNG-Tanker aus den USA. Seit Januar 2025 summieren sich die Importe auf geschätzte 28 Milliarden Euro – trotz politischer Spannungen und Drohungen aus Washington. Und der Trend zeigt nach oben: 2025 stammten bereits 57 % der EU-LNG-Importe aus den USA, bis 2030 könnten es laut IEEFA sogar 80 % werden.
Jeder Euro, den wir auch in Deutschland für amerikanisches Flüssiggas ausgeben, stärkt Donald Trumps autoritäre Agenda in den USA und seine imperialistischen Ambitionen außerhalb des Landes. Und Europa sollte sich nicht von einer Abhängigkeit lösen, nur um in die nächste zu geraten. Wer Energiesicherheit ernst meint, muss den Ausstieg aus fossilem Gas vorantreiben und den Ausbau erneuerbarer Energien massiv beschleunigen.
Die Forderungen von Greenpeace an die EU:
🔹 Rückzug aus der Verpflichtung, bis 2028 US-Energie im Wert von 750 Mrd. USD zu importieren
🔹 Sofortiger Stopp neuer Verhandlungen über langfristige US-Gasverträge
🔹 Zusätzliche Maßnahmen zur Reduktion des Gasverbrauchs und zum Ausbau erneuerbarer Energien
Parallel geht in Deutschland die Debatte ums Gebäudeenergiegesetz (GEG) weiter. Dabei ist klar:
Um die Gasabhängigkeit zu beenden, braucht es eine schnelle Wärmewende. Und damit die gelingt, brauchen Verbraucher:innen, Handwerk und Kommunen Planungssicherheit und Regeln, die starken Klima- und Verbraucherschutz vereinen.
Um die Gasabhängigkeit zu beenden, braucht es eine schnelle Wärmewende. Und damit die gelingt, brauchen Verbraucher:innen, Handwerk und Kommunen Planungssicherheit und Regeln, die starken Klima- und Verbraucherschutz vereinen.
WiWo hier 17.12.2025
EU-Parlament macht Weg für Verzicht auf russisches Gas frei
Die Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland wurde für die EU zum Fallstrick. Nun soll der Gashahn spätestens in zwei Jahren ganz zugedreht sein.
Das EU-Parlament hat grünes Licht dafür gegeben, dass die EU bis spätestens Ende 2027 vollkommen unabhängig von russischem Erdgas wird. Zuvor hatten sich bereits Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments auf dieses Vorgehen geeinigt. Mit der Abstimmung im Parlament müssen nur noch die EU-Staaten die Entscheidung absegnen, das gilt aber als sicher.
Den Plänen zufolge soll die Einfuhr von russischem Gas über Pipelines auf Grundlage von langfristigen Verträgen bis spätestens 1. November 2027 komplett eingestellt werden. Derzeit kommt Gas aus Russland noch über die Pipeline Turkstream in die EU.
Ausnahmen sind für Binnenländer vorgesehen, die nach Abschluss kurzfristiger Verträge noch zwei Monate länger Erdgas aus Russland beziehen dürfen. Ein Verbot für den Import von russischem Flüssigerdgas (LNG) soll im Einklang mit dem 19. Sanktionspaket der EU schon ab Januar 2027 gelten.
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