Sabine Nallinger /Stiftung Klimawirtschaft LinkedIn
36 Millionen Tonnen CO2 - so groß ist die Lücke, die wir schließen müssen, um unsere Klimaziele zu erreichen.
Gleichzeitig müssen wir dringend raus aus der Rezession. Wie kann das gelingen?
Im zurückliegenden Jahr sind die deutschen CO2-Emissionen leicht gesunken. Etwa 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Erfolg? Nein, denn der Preis, den wir dafür zahlen, ist hoch!
Unsere Industrie verliert aktuell in einem gefährlichen Tempo an Wertschöpfung und gut bezahlten Jobs. Wollen wir dagegen etwas tun, müssen wir massiv investieren und neues Wachstum schaffen.
Allerdings liegen wir auch beim Klimaschutz deutlich zurück. Vor allem der Verkehrs- und der Gebäudesektor kommen weiterhin von ihren Emissionen nicht runter. Die Lücke, die wir gegenüber dem Zielpfad in den kommenden Jahren schließen müssen, beträgt daher bereits ganze 36 Millionen Tonnen CO2. Also 5,6 Prozent der derzeitigen Gesamtemissionen.
Rezession beenden und das Klima schützen - eine unlösbare Aufgabe?
Nein, denn es gibt zahlreiche Maßnahmen mit denen Wachstum und CO2-Einsparungen gleichermaßen möglich ist. In unserer Stellungnahme zum Klimaschutzprogramm 2026 haben wir einige davon zusammengetragen. Rechtzeitig zum Ende der Konsultationsphase haben dazu auch Nora Zaremba (Tagesspiegel Background), Johanna Sahlberg (POLITICO) und Nico Beckert (Table.Briefings) berichtet.
Unsere Forderungen:
▶️ Stromsteuersenkung auch für Privathaushalte
▶️ Wettbewerbsfähiger und langfristiger Industriestrompreis
▶️ Weiterentwicklung der Klimaschutzverträge
▶️ Überjährige/ sichere Finanzierung von Förderungen im Gebäudesektor
▶️ E-Auto-Kaufprämie für kleine und mittlere Einkommen sofort umsetzen
▶️ ...
Alle Punkte gibt es in unserer Stellungnahme zum Klimaschutzprogramm
Veröffentlicht am 13.01.2026: hier
Um den Entwurf des Klimaschutzprogramms zeitnah vorzulegen, hat die Bundesregierung Länder und Verbände dazu aufgerufen, ihre Vorschlägen einzubringen. In einer Stellungnahme fordert die Stiftung KlimaWirtschaft einen möglichst ambitioniertes Klimaschutzprogramm, das die Klimaziele glaubwürdig erreichen und einen besseren Schutz vor unfairen Wettbewerbsbedingungen im Ausland gewährleisten kann.
Ungeachtet der vielen strukturellen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland schreitet der Klimawandel in rasantem Tempo voran. Auch in Europa bedroht der Klimawandel zunehmend Wohlstand und Lebensgrundlagen der Menschen – und damit die Basis unserer Wirtschaft.
Die zentrale Aufgabe unserer Zeit ist es daher, Wirtschaftswachstum und Klimaschutz miteinander in Einklang zu bringen. Das kann nur gelingen, wenn Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Die Stiftung KlimaWirtschaft begrüßt daher die Durchführung einer Konsultation zum Klimaschutzprogramm und bringt sich mit der Lösungskompetenz und Verantwortungsbereitschaft ihrer Förderunternehmen mit einer Stellungnahme ein.
Als CEO-Allianz zur Förderung des unternehmerischen Klimaschutzes liegt der Fokus der Stiftung dabei auf der Frage, welche Änderungen von Rahmenbedingungen und Anreizen dabei helfen können, weitere Investitionen in die Transformation zur Klimaneutralität und die Marktdurchdringung von Schlüsseltechnologien für die Klimaneutralität zu beschleunigen, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken und die Wirksamkeit marktwirtschaftlicher Instrumente bestmöglich zu gewährleisten. In ihrer Stellungnahme geht die Stiftung KlimaWirtschaft entlang der verschiedenen Sektoren darauf ein, welche Maßnahmen in einem verlässlichen und zugleich ambitionierten Programm berücksichtigt werden sollten.
Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung KlimaWirtschaft:
„Wir fordern, mit dem Klimaschutzprogramm endlich die Weichen auf eine ambitionierte Transformation zu stellen. In den kommenden Jahren rollt eine deutliche Lücke bei den CO2-Einsparungen auf uns zu, während Gebäude- und Verkehrssektor weiterhin kaum Fortschritte machen. Gerade im Gebäudesektor könnten wir jedoch mit einer stabileren Förderkulisse und einem Strom-Gaspreis-Verhältnis von maximal zwei zu eins klare Fortschritte erreichen. Um aus der Rezession zu kommen und mehr zu investieren, braucht die Industrie eine deutlich stärkere industriepolitische Flankierung von ETS und CBAM. Das hilft auch dem Klimaschutz.“
Wir sind gespannt auf das Klimaschutzprogramm des Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), das im März ins Kabinett soll.
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