Daniel Mautz LinkedIn
Winterdürre in den Voralpen. Völlig normal. Sagen nur Leute ohne Grundwasserstand.
Spittal an der Drau (Österreich) hat kaum noch Trinkwasser und der Bürgermeister bittet die Einwohner:innen, auf Autowäsche und das Reinigen von Flächen mit Trinkwasser zu verzichten.
Nicht aus Wellnessgründen, sondern weil die Quellen weniger als halb so viel liefern wie noch im Oktober. Damals kamen rund 120 Liter pro Sekunde, jetzt sind es nur noch 58. So eine Wasserknappheit gab es dort laut Stadt zuletzt vor etwa 30 Jahren.
Damit das nicht eskaliert, gleicht das städtische Wasserwerk nachts die Trinkwasserbehälter per Hand aus. Das ist diese romantische Vorstellung von Infrastruktur, die man sich im 21. Jahrhundert eigentlich sparen wollte.
Und dann kommt wie immer der Reflex. Das ist doch normal, im Winter ist es halt trocken.
Nein. Normal war einmal, dass Schnee fällt, langsam schmilzt und Quellen stabil füttert. Jetzt gibt es weniger Niederschlag und weniger Schneefall bei höheren Temperaturen. Dafür mehr kurze, heftige Starkregen, die oberflächlich ablaufen, statt Boden und Grundwasser zu füllen. Die Klimakatastrophe macht aus verlässlichem Winterwasser ein Glücksspiel.
Wir können weiter so tun, als wären das Einzelfälle. Oder wir akzeptieren, dass Wasser gerade zur härtesten Standortfrage wird. Und dass Autowäsche im Januar nicht das Problem ist, sondern die fossile Selbstverständlichkeit, die das alles anheizt.
Wer Wasserknappheit im Winter für normal erklärt, hat schon innerlich die Versorgung auf Notbetrieb gestellt.
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