Freitag, 23. Januar 2026

Immer weiter mit der Zerstörung, bis dann plötzlich die Nationale Sicherheit bedroht ist...

 


hier  ByDavid Aebischer   Jan. 22, 2026

Geheimdienstbericht: Biodiversitätsverlust gefährdet britische nationale Sicherheit

Der fortschreitende Kollaps globaler Ökosysteme bedroht nach Einschätzung des britischen Gemeinsamen Geheimdienstkomitees (Joint Intelligence Committee) die nationale Sicherheit des Vereinigten Königreichs. Ein 14-seitiger Bericht mit dem Titel „Nature Security Assessment on Global Biodiversity Loss, Ecosystem Collapse and National Security“, über den The Guardian am 20. Januar 2026 berichtete, warnt vor Nahrungsmittelknappheit, starken Preissteigerungen, Massenmigration und geopolitischer Instabilität.
Bereits jetzt leidet die britische Landwirtschaft unter Ernteausfällen und Extremwetter.

Der Bericht identifiziert besonders gefährdete Ökosysteme, darunter den Amazonas- und Kongo-Regenwald, boreale Nadelwälder, das Himalaya-Gebirge sowie Korallenriffe und Mangroven in Südostasien. Einige dieser Ökosysteme könnten innerhalb der nächsten fünf Jahre kollabieren, andere bis 2050. 

Zu den möglichen Folgen zählen Wassermangel, sinkende Ernteerträge, Verlust fruchtbaren Bodens, Rückgang von Fischbeständen sowie die Freisetzung von gespeichertem Kohlenstoff, was den Klimawandel weiter beschleunigt. Zudem könnten neue zoonotische Krankheiten und der Verlust natürlicher Ressourcen für die Pharmaindustrie auftreten.

Experten betonen die Dringlichkeit

Lt. Gen. Richard Nugee, ehemaliger hochrangiger Militärkommandeur, bezeichnet den Bericht als „wichtige Anerkennung der vielfältigen Bedrohungen für das Vereinigte Königreich“ und hebt hervor, dass nationale Resilienz entscheidend sei. Ruth Chambers, Senior Fellow beim Thinktank Green Alliance, fordert, den Schutz der Biodiversität stärker in den Fokus zu rücken und internationale Initiativen nicht zu vernachlässigen.

Zac Goldsmith, ehemaliger Umweltminister, kritisiert, dass die aktuelle Regierungspolitik den Schwerpunkt von Naturschutz auf Kohlenstoffemissionen verlagere. „Die Bewertung zeigt, dass die Zerstörung zentraler Ökosysteme ernsthafte Konsequenzen für Sicherheit und Wohlstand hat“, so Goldsmith. David Exwood, Vizepräsident der National Farmers’ Union, ergänzt: „In einer zunehmend volatilen geopolitischen Lage können wir uns nicht auf Importe verlassen. Investitionen in die heimische Landwirtschaft sind entscheidend.“

Auswirkungen auf Großbritannien

Die Abhängigkeit von Importen macht das Vereinigte Königreich besonders anfällig. Extremwetterereignisse in den letzten Jahren haben bereits zu Ernteausfällen geführt: Überschwemmungen 2024 beeinträchtigten die Rosenkohlernten in Lincolnshire, und im Jahr 2025 verursachten Hitze und Dürre Schäden in Höhe von geschätzt 800 Millionen Pfund. Ohne Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Produktion könnte die britische Nahrungssicherheit bei globalem Ressourcenwettbewerb gefährdet sein.

Politische Dimension

Der Bericht erscheint zu einem kritischen Zeitpunkt: Die britische Regierung prüft Kürzungen der internationalen Entwicklungshilfe für Naturschutz. Experten warnen, dass ein Rückzug die globalen Probleme verschärfen und die eigene Sicherheit langfristig gefährden könnte.

Biodiversitätsverlust ist nicht nur eine Umweltfrage, sondern ein Sicherheitsrisiko. Der Bericht macht deutlich: Ohne entschlossenes Handeln drohen Nahrungsmittelknappheit, wirtschaftliche Unsicherheit und geopolitische Spannungen. Großbritannien muss sowohl seine nationalen Systeme stärken als auch international kooperieren, um diese Risiken zu begrenzen.






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