Donnerstag, 22. Januar 2026

Jan Rosenow LinkedIn

In Davos: Trump hat gerade wiederholt, dass China nur Windkraftanlagen baut, sie aber nicht selbst nutzt. Die Wahrheit ist: Sie tun es tatsächlich. China verfügt über mehr Windkraft als jedes andere Land.


klstone / Klaus Steinfelder

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Die Energiewende in China zu Beginn der 15. Fünfjahresplanperiode (2026-2030)

TEIL 2:  Die Rolle der Kohle

Wenn sich die Zahlen, die aktuell im Umlauf sind bestätigen, dann hat die chin. Energiewende Ende 2025 zwei symbolische Meilensteine erreicht

  1. Erstmals liegt die Summe der installierten Leistung von PV & Windkraft über der Nennleistung sämtlicher Kohlekraftwerke in China.

  2. Und zweitens ging erstmals, wenn auch minimal (-0,2%), die aus Kohle produzierte Strommenge in absoluten Zahlen gegenüber dem Vorjahr zurück..

Gleichzeitig werden jedoch in China in großer Zahl weitere Kohlekraftwerke gebaut. Der Leistungszuwachs bei Kohlekraftwerken lag im Jahr 2025 bei 100 GW, womit der Gesamtbestand auf 1.300 GW stieg.

Der Anteil der Kohle am Strommix 2025 wird vermutlich noch 55% betragen dies ist ein Rückgang von 3% ggü. den 58% im Jahr 2024.

Und eine sehr erfreuliche Entwicklung wenn man bedenkt, dass es im Jahr 2007 noch 81% (!) waren

Da erstaunt es, wenn für die Periode des 15. FJP ein weiterer Ausbau der Kohlekraftwerke von jetzt 1.300 auf 1.600 GW angekündigt wird.

Die Erklärung ist, dass die Kohlekraft bei der Stromerzeugung "..vom Chef zum Gehilfen.." werden soll. Am Ende des 15. Fünfjahresplans soll die Kohleverstromung von der "Grundlast" zur "Flexibilitätsreserve" degradiert worden sein. 

Sie soll, wie es bei uns heißt, zunehmend die #Residuallast bedienen.Immer dann mit aller Macht einspringen, wenn die sich weiter rasch entwickelnden EE mal schwächeln. Und sich sofort zurückziehen, wenn sie nicht gebraucht werden.

Dies erklärt, warum der Ausbau der LEISTUNG der Kohlekraftwerke weitergehen muss (sie müssen ja im worst case den Großteil der EE kurzzeitig ersetzen können), während ihre Auslastung stagniert bzw. schon sinkt.

Mit 1.250 GW Leistung Mitte 2025 hätte die chin. KohleKW-Flotte bei 90% Volllast 10.000 TWh/a herstellen können.
Tatsächlich aus Kohle produziert wurden 2025 aber "nur" rund 5.500 TWh. D.h., dass schon im letzten Jahr die chin. Kohlekraftwerke nur noch etwas mehr als zur Hälfte ausgelastet waren und viele Anlagen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden konnten.

So wird auch die chin. Regierung bereits in den nächsten Jahren so etwas wie einen #Kapazitätsmarkt einführen müssen, um das weitere Wachsen der EE-Stromerzeugung durch ein Backup zu unterfüttern, Während die reale Menge an (Kohle)Strom, die dieses Backup erzeugt, immer weiter sinken wird.

Unterstellt man, dass alle Ausbauziele des 15. FJP für PV, Windkraft, Wasserkraft, AKW... erfüllt würden und der Bedarf 2030 bei 13.000 TWh/a liegt würde der Strommix dann etwa so aussehen:

Kohle      30% 

PV          25%

Wind      19%

Wasser   14%

Nuk.        6%

Gas         6%...

So, eigentlich hatte ich vorgehabt, in diesem Teil über Kohle SOWIE auch Atomkraft, Wasserkraft & ggf. HGÜ zu schreiben. Aber nun ist es spät und Atomkraft und Wasserkraft kommen -falls ich diese China Serie fortsetze- in den nächsten Teil (also TEIL 2b)


Die #Energiewende in #China zu Beginn der 15. Fünfjahresplanperiode (2026-2030)

Zu Beginn des Jahres 2026 ist China beides: Größter Produzent von fossilen CO₂ auf diesem Planeten und gleichzeitig unangefochtener Vorreiter beim Umstieg auf  ein von erneuerbaren Energien (EE) dominiertes Energie- & Wirtschaftssystem.

Da dies in den kommenden Jahren die Entwicklung der Energiewende auf der ganzen Welt beeinflussen wird, will ich versuchen, den aktuellen Stand und die Planungen in einer kleinen Serie von Threads darzustellen.

Angefangen....mit den Ausbauzahlen von PV-, Wind-, & Wasserkraft, Kohleverstromung, Kernkraft über weitere Themen wie Infrastruktur (z.B. HGÜ-Strecken & Speicher), Wasserstoff & Transformation der Schwerindustrie, der beschleunigten Elektrifizierung Afrikas & Südasiens durch günstige....PV-Technik oder dem Gedankenmodell einer Ultra-HGÜ gestützten "Global Energy Interconnection" (GEI), die im ersten Schritt China, Südostasien, Pakistan, Kasachstan und möglicherweise Teile Sibiriens elektrisch miteinander verknüpfen soll.

TEIL 1: Die Ausbauzahlen PV- & Windkraft 2025, geschätzter Strommix 2025 & Planung bis 2030

Für 2025 liegen offizielle Zahlen für das 1. Halbjahr vor, für das 2. Halbjahr kursieren Schätzungen*.

(*Die Zahlen in diesem Beitrag wurden durch die KI Gemini recherchiert).

Demnach wurden 2025 an Nennleistung neu aufgebaut:

  • PV: rund 420 GW (das ist mehr als das 3,5-fache dessen, was Deutschland in 25 Jahren (!) aufgebaut hat)
  • Windkraft: 120 - 140 GW
Berücksichtigt man den geringeren Ertrag im Vergleich zu steuerbaren Kraftwerken...dann dürfte allein dieser Zubau eine zusätzliche Ertragserwartung von 935 TWh/a rechtfertigen. Dies entspricht dem zusätzlichen Ertrag den -in AKW umgerechnet- knapp 100 Hualong 1 Reaktoren (à 1.000 MW) generieren würden. Die kumulierte Nennleistung von PV-& Windkraft stieg damit auf insgesamt gut 1.800 GW, das bisherige Ziel für 2030 (1.200 GW) war bereits 2024 erreicht worden. In der Darstellung (unten) wird gezeigt, wie die gesamte PV- & Windleistung in China nun aussieht. Und wie sie Ende 2026 & Ende 2030 aussehen soll:



Daraus resultiert die Vorgabe, im Rahmen des 15. Fünfjahresplans jährlich einen Zubau von 300 bis 400 GW #PV, sowie von 120 GW #Windkraft (davon 15 GW offshore) zu realisieren

Der gesamte Strombedarf Chinas beträgt rund 10.000 TWh/a (im Vergleich, ca. 500 sind es in D)..Die Schätzungen des chin Strommix 2025 (offizielle Zahlen gibt es noch nicht) sind unten dargestellt



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