Donnerstag, 22. Januar 2026

„Natur ist kritische Infrastruktur“ - Schlüssel für Europas wirtschaftlichen Wohlstand und Klimaresilienz

Hans Thomas Krumenacker LinkedIn

Wissenschaftsakademien fordern Tempo bei EU‑Renaturierungsgesetz

Flüsse, Moore, Wälder: Europas Ökosysteme sind in schlechtem Zustand. Die Wissenschaft drängt auf rasches Handeln – auch als wirtschaftliche Zukunftsvorsorge. 

Denn jede investierte Milliarde zahlt sich vielfach aus: Das ist das Fazit einer neuen Analyse der Europäischen Wissenschaftsakademien European Academies Science Advisory Council (EASAC). 

Die Expertinnen und Experten von mehr als 20 nationalen Akademien, darunter der Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, sehen in der Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch einen Schlüssel für Europas wirtschaftlichen Wohlstand und Klimaresilienz.

 „Mit einem Investment von 150 Milliarden Euro können über die kommenden Jahrzehnte Vorteile von rund 1.800 Milliarden Euro generiert werden – das ist ein enormes Mehr an Wohlstand“, sagte Thomas Elmqvist, Umwelt-Direktor von EASAC bei der Vorstellung der Stellungnahme.

Gleichzeitig wächst die Sorge vor Verschleppungen: „Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind wir alarmiert über die beschleunigte Rücknahme zentraler Umwelt- und Klimaschutzregelungen“, sagte Fiona Regan, Co‑Vorsitzende des EASAC‑Gremiums für Umweltpolitik. „Umweltpolitische Rückschritte beseitigen Kosten nicht – sie verschieben sie lediglich in die Zukunft.“ Ausführlich bei RiffReporter


hier  Riffreporter  vom Recherche-Kollektiv Die Flugbegleiter: Thomas Krumenacker 19.01.2026

„Natur ist kritische Infrastruktur“: Wissenschaftsakademien fordern Tempo bei EU‑Renaturierung

Flüsse, Moore, Wälder: Europas Ökosysteme sind in schlechtem Zustand. Die Wissenschaft drängt auf rasches Handeln – auch als wirtschaftliche Zukunftsvorsorge. Denn jede investierte Milliarde zahlt sich vielfach aus.

Die von der EU beschlossene gesetzliche Pflicht, Schäden an der Natur zu beheben und dafür zu sorgen, dass Lebensräume ihre natürlichen Funktionen wieder erfüllen können, steht politisch weiter unter massivem Druck. Vor allem Agrarpolitiker wollen sie am liebsten wieder abschaffen. Doch aus Sicht der Wissenschaft bietet die europäische Wiederherstellungsverordnung, auch Renaturierungsgesetz genannt, die beste Chance aus der ökologischen Krise Europas seit Langem.

Macht Europa endlich ernst im Kampf gegen die Naturkrise?

In der nach jahrelangem Ringen 2024 verabschiedeten Verordnung verpflichten sich die EU-Staaten, bis 2030 auf 20 Prozent der Fläche geschädigte Ökosysteme zu renaturieren. Es geht darum, Flüsse und Bäche aus ihrem Betonkorsett zu befreien, Niedermoore, die für Äcker und artenarme Wiesen trockengelegt wurden, wieder nass zu bekommen, aus Holzplantagen wieder echte Mischwälder werden zu lassen und Innenstädte ergrünen zu lassen.

Lobby macht erneut mobil gegen Renaturierung

Wenige Gesetze oder Verordnungen betreffen so viele und so einflussreiche Lobbyinteressen wie das Renaturierungsgesetz. Deshalb laufen die Arbeiten an der Umsetzung eher schleppend an – auch in Deutschland, wo Waldbesitzerverbände gerade eine massive Kampagne gegen die Verordnung gestartet haben, obwohl ihre Interessen sehr weitgehend berücksichtigt sind und das ganze Konzept auf freiwilliger Teilnahme von Landbesitzern und -besitzerinnen beruht.

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