Montag, 5. Januar 2026

Jetzt spricht EnBW: Drei Gründe, warum sich Kernkraft nicht rechnet

Nick Schader  LinkedIn

hier bei EnBW

Von teuren Neubauten bis zu Milliarden für Entsorgung – erfahren Sie, warum sich Kernkraft nicht lohnt.


Passend dazu - unser Bericht über "deutsch-russische" Atom-Kooperationen, die immer noch laufen: hier

"Atomstrom, nein danke!" - sagt einer der größten deutschen Energieversorger. Mit ganz klarer Begründung: ZU TEUER! Diese Aussage kommt von Experten, die Energiewirtschaft professionell betreiben und bis vor kurzem auch selbst KKW betrieben haben. Auf der anderen Seite stehen rechtspopulistische Laien, Springer oder Politiker, die zwar eine starke Meinung aber wenig Fach-Expertise haben. Ich wüsste, auf wessen Aussage ich lieber hören würde. 

Wichtig: Die wenigen, aktuellen AKW-Bauprojekte wurden häufig erst durch russische Finanzierung (Bsp.: Ungarn, Türkei, Ägypten) möglich. Ohne diese Putin-Finanzierung würden diese KKWs gar nicht gebaut! Die Idee von Putin ist einfach: Diese Länder werden auch in Zukunft russisches Uran vom "Weltmarktführer" Russland kaufen.


EnergieWinde   LinkedIn

Im April 2023 gingen die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz. Vorausgegangen war ein langer Streit. Gegner des Atomausstiegs beriefen sich im Kern auf drei Argumente:

➡️ Klimaschutz: Ohne Atomstrom müsse Deutschland mehr dreckige Kohle verfeuern.

➡️ Versorgungssicherheit: Ohne Atomstrom hänge Deutschland am Tropf des Auslands.

➡️ Kosten: Ohne Atomstrom steige der Strompreis.


Stimmt das? Die Fakten sagen etwas anderes:

1️⃣ Seit dem Atomausstieg ist der Anteil von Kohle im deutschen Strommix nicht etwa gestiegen, sondern gefallen. 2022, also im Jahr vor dem Ausstieg, lag er noch bei 33 Prozent. 2025 waren es noch 22,4 Prozent. Deutschland hat im vergangenen Jahr so wenig Braun- und Steinkohle zur Stromerzeugung verbrannt wie seit fast 70 Jahren nicht mehr. Mit 106 Terawattstunden fiel der Wert auf den niedrigsten Stand seit 1956 (siehe Infografik).


2️⃣ Deutschland hat im vergangenen Jahr 76,2 Terawattstunden Strom importiert und 54,3 Terawattstunden exportiert. Dass Deutschland mehr Strom ein- als ausführt, liegt aber nicht daran, dass es sich nicht selbst versorgen könnte – dazu hätte es genügend Kohle- und Gaskraftwerke gegeben. Aber die sind schlicht zu teuer. Es war günstiger, Strom aus dem Ausland zu importieren – insbesondere aus Dänemark, das seinen Strom vornehmlich mit günstiger Windkraft erzeugt und Deutschlands Hauptlieferant war.

3️⃣ Bleibt Punkt drei: Hat der Atomausstieg den Strompreis nach oben getrieben? Auch hier gibt es Entwarnung. Wer heute einen neuen Vertrag abschließt, zahlt nach Angaben des Vergleichsportals Verivox im Schnitt 23 Cent pro Kilowattstunde. So niedrig lagen die Preise zuletzt im Januar 2021, also vor der Energiekrise. Zum Zeitpunkt des Atomausstiegs waren es rund 33 Cent.




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