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Dienstag, 28. Juli 2026

Offene Lern- und Kulturtage unter dem Motto "Lernen, Leben, Widerstand"

 

Vom 30. Juli bis 4. August finden in der Waldbesetzung im Altdorfer Wald offene Lern- und Kulturtage  statt. 

Höhepunkt ist das Konzert der Band "Bini Zuchini" am 1. August um 18 Uhr. Albert Bücheler und Martin Waibel tragen ihre sozialkritischen selbst geschriebenen Songs in schwäbischer Mundart direkt unter den Baumhäusern vor.

Am 2. August um 14 Uhr referiert die Politikwissenschaftlerin  Dr. Natalia Iost aus Ludwigshafen zum Thema Ziviler Ungehorsam.


Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, Spenden sind willkommen. Die Waldbesetzung befindet sich an der Abzweigung nach Grund auf der Landstraße 317. (Google Maps: Waldbesetzung Altdorfer Wald)
Weitere Informationen unter alti-bleibt.de und auf Instagram unter @baumbesetzung.ravensburg.





Mittwoch, 4. Februar 2026

Bisherige Termine in und um den Wald/Alti im Februar/März


Sa. 7.2. 15 Uhr – Ravensburg Bahnhof

Demonstration: Laut gegen Rechts.
Weiter Infos unter hier

7.2. 20 Uhr After Demo Party - Weingarten Haus der Familie 


So, 15.2. 15:30 Uhr Björn Höcke in Lindenberg - Kundgebung Stadtpark (@oat.kempten und @oatwestallgaeu)


Do. 19.2. 20 Uhr – Neuer Ravensburger Kunstverein

Thema: "Warum besetzen wir den Altdorfer Wald – ist ziviler Ungehorsam angebracht und angemessen?" mit Samuel Bosch und Prof. David Kuch.

Weiter Infos: hier


Fr. 20.2. 19:30 Uhr – Centro Português De Wangen | Morfstraße 18 – Wangen i. A.

Lithium für Europa – Zerstörung für Barroso? – Ein Bericht aus Nordportugal - Samuel Bosch 

Donnerstag, 27. März 2025

Vorgehen der Behörden ist so erschreckend, so unverhältnismäßig, dass die schlimmsten Demokratiefeinde sich die Hände reiben

hier  Artikel von Christoph Carsten 

Luisa Neubauer nach Anklage gegen Letzte Generation fassungslos: "So erschreckend"


Nach der Anklage gegen fünf Klimaaktivisten wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung erfährt die Letzte Generation eine Welle der Solidarität weit über die Klimabewegung hinaus. Zugleich sitzt der Schock über das Vorgehen der Behörden nicht nur bei den Betroffenen tief.

Montag, 17. Februar 2025

Nach der letzten Generation - auch christliche Aktivisten werden in Bayern abgestraft

Hier BR  14.02.2025, Von  Nadja Stempel

Ziviler Ungehorsam? Evangelische Klimaaktivisten verurteilt

Vielerorts wird heute zu "Klimastreiks" aufgerufen. Auch die evangelische Kirche unterstützt die Proteste – nicht zum ersten Mal. In Nürnberg wurden heute Kirchentagsbesucher verurteilt. Sie hatten während des Events 2023 eine Straße blockiert.

Donnerstag, 25. Juli 2024

Recht ist ein Mittel, Fehlverhalten in einer Gesellschaft zu korrigieren - doch der Motor der Veränderung ist immer die Zivilgesellschaft

TAZ hier  Nick Reimer im Interview mit Umweltjurist Ott  12.7.24

Umweltjurist über Klima-Urteile: „Gerechtigkeit ist ein logisches Mittel“

Weltweit wird vor Gericht um Klimaschutz gerungen. Hermann Ott erklärt, warum Klimaklagen zunehmen und wie man Kohlekraft verhindert.

wochentaz: Herr Ott, bei einem Verkehrsunfall findet man leicht heraus, wer Schuld hat. Lässt sich auch die Schuldfrage der Klimakrise juristisch klären?

Hermann Ott: Tatsächlich haben Wissenschaft und Technik einhundert Jahre gebraucht, bis wir zu exakten Ergebnissen gekommen sind, um die Schuldfrage bei Verkehrsunfällen zu klären. Was die Schuld am Klimawandel betrifft, war die Wissenschaft schneller – sie ist ein Ergebnis des Menschen und seiner Maschinen. 

Recht ist ein Mittel, Fehlverhalten in einer Gesellschaft zu korrigieren. Grundlage dafür sind die Gesetze. Wir verstehen mittlerweile immer besser, wie einzelne Extremereignisse dem Klimawandel zuzuordnen sind. Also ist es doch logisch, gegen dieses Fehlverhalten juristisch vorzugehen.

Donnerstag, 11. Juli 2024

Ulmer Münsterdekan plant Zusammenarbeit mit Klimaaktivisten

 SWR Aktuell  hier  10.7.2024, Dennis Bechtold

Nach der illegalen Kletteraktion am Ulmer Münster vergangene Woche hat sich Dekan Torsten Krannich mit den verantwortlichen Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten getroffen.

Der Ulmer Dekan Torsten Krannich hat am Dienstagnachmittag mit der Klimaaktivistengruppe gesprochen, die für die illegale Kletteraktion am Münster vergangene Woche verantwortlich ist. Er hat erneut die Aktion verurteilt, aber auch Verständnis für das Anliegen gezeigt. Deshalb wollen beide Seiten nun zusammen legal für den Umweltschutz werben.

Umweltschutz - gleiches Ziel, unterschiedliche Wege

Eine erste gemeinsame Aktion können sie sich schon für das Nabada am Schwörmontag vorstellen, erzählte Klimaaktivist Samuel Bosch. Was genau und ob das mit Blick auf die kurze Vorbereitungszeit überhaupt funktioniert, steht aber noch nicht fest. Grundsätzlich verfolgten beide Parteien mit dem Klimaschutz ein gleiches Ziel, nur die Wege seien bisher unterschiedlich.

Nach dem Treffen stellten sich Dekan Torsten Krannich und die Klimaaktivistengruppe (Samuel Bosch, Lima Koch, Lino Kürger und Lena Mapler ) der Presse für Fragen zur geplanten Zusammenarbeit.

Der Ulmer Münsterdekan Torsten Krannich bezweifelte in dem Gespräch, dass Aktionismus zu einer "Bewusstseinsänderung" in der Gesellschaft führe. Er geht das Thema eher über die "demokratischen Spielregeln" an. Deshalb bezeichnete er die Kletteraktion am Ulmer Münster mit einem Schaden in bisher unbekannter Höhe auch als "No-Go" und betonte, dass die Anzeige wegen der illegalen Aktion bestehen bleibe. Die Klimaaktivisten akzeptierten das und wollen die Verantwortung übernehmen.

Grundsätzlich waren beide Parteien mit dem Gespräch und dem Austausch ihrer Ansichten zufrieden, auch wenn noch keine konkreten Pläne für eine langfristige Zusammenarbeit entstanden sind. Die Klimaaktivistengruppe steht noch mit weiteren Kirchengemeinden aus den Städten Stuttgart, Ravensburg, Göppingen und Tübingen in Kontakt. Sie wollen dort legal Banner an historischen Kirchen aufhängen.

Ziviler Ungehorsam bleibe aber trotzdem weiterhin ein Mittel der Klimaaktivistengruppe, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, bekräftigte Samuel Bosch. Der Ulmer Dekan Torsten Krannich appellierte daraufhin, die Gruppe solle sich genau überlegen, was sie macht. Zumindest das Ulmer Münster soll aber künftig verschont bleiben.

Dienstag, 2. Juli 2024

Das Banner hängt jetzt! : "Wäre Jesus Klima-Aktivist?" fragen die Alti-Aktivisten

 2. Update am 2.7.24: Jetzt also doch!


Schwäbische Zeitung hier Levin Schröder, Philip Hertle 2.7.24

Klimaaktivisten klettern auf Ulmer Münster und hissen riesiges Banner

Bereits vergangenen Mittwoch sollte das Banner hängen. Seit dem frühen Dienstagmorgen hängt es jetzt. Einer der Klimaaktivisten schickt sogar eine Video-Botschaft.

Viel Rummel am frühen Morgen: Klimaaktivisten sind am Dienstagmorgen gegen 6 Uhr auf den Kirchturm des Ulmer Münsters geklettert, um dort ein großes Banner mit der Aufschrift „Wäre Jesus Klimaaktivist?“ anzubringen. Die Polizei geht aktuell von drei bis vier Klettern aus. 

Die Motivation für die illegale Aktion gab Kletterer Samuel Bosch, bekannter Klimaaktivist aus Ravensburg, preis: im Video hier




Kommentar vom KlimaCamp  hier
Jetzt aber wirklich: Auf dem höchsten Kirchturm der Welt steht: "Wäre Jesus Klimaaktivist?" 

Nachdem wir letzte Woche verpfiffen wurden, konnten wir unsere Füße nicht mehr stillhalten - wir brauchen dringend Zeichen für Klimagerechtigkeit!✊

Unser Appell an alle Gläubigen: Schafft politischen Wind für Klimagerechtigkeit! Die CDU wurde bei den Wahlen stärkste Kraft und nennt sich "christlich". Wie viele Jahrhunderthochwasser braucht es noch, bis sich die CDU auf christliche Werte besinnt?

Jesus leistete zivilen Ungehorsam und schmiß Händler aus dem Tempel: "Kam es zum Konflikt zwischen Gesetz und Menschenwohl, war Jesus auf der Seite des Menschen", so Jesuit Jörg Alt. Ziviler Ungehorsam und Widerstand seien Wege, das Recht mit dem Richtigen in Einklang zu bringen.

Christ*innen überall: Organisiert euch in Gruppen gegen eine Politik, die für das Sterben anderer Menschen verantwortlich ist.
Wir finden: Jesus würde der CDU das 'C' klauen und vielleicht auch mal Öl-Pipelines zudrehen.

Freitag, 10. Mai 2024

Das „Zweite ultimative Buchvergnügen“ : Demokratie, Solidarität, Widerstand und ziviler Ungehorsam

Südkurier  hier  01. Mai 2024 ISABELL MICHELBERGER

Bühne frei für Literatur und Diskussion

Das „Zweite ultimative Buchvergnügen“ startet am 9. Mai in Herdwangen-Schönach und bietet sechs Tage Kulturelles in der Kleinkunsthalle

Die Kunsthalle Kleinschönach ist zum zweiten Mal Schauplatz für ein besonderes Buchvergnügen. Dieses Jahr steht es unter dem Thema „Demokratie, Solidarität, Widerstand und ziviler Ungehorsam“. Das „Zweite ultimative Buchvergnügen“, wie André Heygster und Katharina Gilmer die Kulturtage, die unter ihrer Regie stattfinden, nennen, beginnen am Donnerstag, 9. Mai. Bis zum 14.¦Mai erwartet die Besucherinnen und Besucher ein tägliches Programm.

Am  Sonntagabend wird der Film "Von Menschen die auf Bäume steigen" gezeigt. Am Dienstag Podiumsdiskussion

Samstag, 30. Dezember 2023

Präzedenzfall vor Gericht: Entlastet die verfehlte Klimapolitik die Aktivisten der Letzten Generation?

Klaus meint: Das gibt ganz viel Hoffnung. Hier könnte sich etwas ganz Wichtiges ereignen!!!

Frankfurter Rundschau hier  30.12.2023, Von: Moritz Maier

Ein ungewöhnlicher Prozess gegen eine Aktivistin der Letzten Generation dreht sich um die Frage, ob Straßenblockaden gerechtfertigt sind. Der Fall könnte weitreichende Folgen haben.

Ein paar Tage vor Neujahr bietet sich in einem Berliner Landgericht ein Bild voller Gegensätze. Eine große Frage steht im Raum: Legitimiert das Versagen der Bundesregierung beim Klimaschutz Aktionen der Letzten Generation? Die Tragweite der Frage passt jedoch nicht zur Szenerie. Denn die Verhandlung findet nicht etwa vor dem Bundesverfassungsgericht statt, sondern in einem kleinen Gerichtssaal im Arbeiterviertel Moabit. Angeklagt ist auch nicht die Regierung, sondern eine einfache Aktivistin. Wieso also diese Grundsatzfrage? Weil die zuständige Richterin sie für relevant hält – und damit ein Urteil mit Symbolkraft fällen könnte.

Darf die Letzte Generation Straßen blockieren? Gerichtsverfahren mit Symbolkraft

Dienstag, 31. Oktober 2023

Forscherin über Klima-Kommunikation: „Veränderung ist ansteckend“

Dies ist ein wunderbarer Artikel, den ich jedem nur an`s Herz legen kann!
UM  dem Klimawandel zu begegnen können und müssen wir jedem Menschen aufzeigen, "dass er Teil der Lösung sein kann. Dass er ein Held sein kann anstatt nur ein Bösewicht. Wir müssen Menschen dabei helfen, sich als Teil einer besseren Zukunft zu sehen." Das ist eine tolle Aufforderung, die ich gerne unterstütze.

TAZ hier IM INTERVIEW:KATHARINE HAYHOE

Auszug aus dem Text: Wir müssen uns viel aktiver vorstellen, wie gut eine Welt wäre, in der wir aktiv etwas gegen die Klimakrise unternehmen. 

Eine Welt, in der Luftverschmutzung nicht jedes Jahr Millionen von Menschen tötet. In der alle Menschen Zugang zu sauberem Wasser haben. In der sie keine Angst vor Naturkatastrophen haben müssen. 

Deshalb brauchen wir in der Klimabewegung nicht nur Politiker, Wissenschaftler und Aktivisten, sondern auch Künstler und Kreative. Wir müssen verstehen, dass der Klimawandel zwischen uns und dieser besseren Welt steht.

Katharine Hayhoe ist Klimaforscherin, evangelikale Christin und Social-Media-Star. Im Interview verrät sie Tricks für Gespräche über die Klimakrise.

Montag, 16. Oktober 2023

Das Politische Buch: Ein Öko-Update für die FDP

Die FDP könnte auch anders, das wird wieder mal deutlich...Wenn sie sich nur endlich von den bekannten Klimawandel-Leugnern in ihrer Führungsriege  distanzieren würde.

Süddeutsche Zeitung hier

Buch- Rezension von Dominik Fürst •15.10.23

Der Transformationsforscher Stefan Brunnhuber fragt, welches System Nachhaltigkeit "am besten kann" - die offene oder die geschlossene Gesellschaft? In seiner Analyse geht es aber um etwas ganz anderes.

Sonntag, 15. Oktober 2023

Niederlande stoppen fossile Subventionen nach Blockade von Extinction Rebellion

Und Ziviler Ungehorsam wirkt doch! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: zuerst wird die Gruppe mit allen Mitteln bekämpft - Wasserwerfer und Verhaftungen sind das Mittel der Wahl, obwohl 70% der Bevölkerung hinter dem Anliegen stehen. Es ist bekannt: Die Regierung verschleiert die Fakten.

Und dann bekommen  die Aktivisten Recht durch Abstimmung in der 2. Parlamentskammer, aber wann das Recht dann durchgesetzt wird, das steht in den Sternen. Wer schadet denn nun dem Staat?

GUTE NACHRICHT  hier in Watson  13.10.2023, Josephine Andreoli

Nach dem Willen des niederländischen Parlaments sollen die staatlichen Subventionen für fossile Energien abgebaut werden. Dafür stimmte eine große Mehrheit der Zweiten Parlamentskammer in Den Haag in einem entsprechenden Antrag.

Die Regierung wird darin aufgefordert, bis zu der Weihnachtspause Ende Dezember konkrete Vorschläge zum Abbau der Regelungen vorzulegen. Dieses Vorhaben geht auf eine wesentliche Forderung der Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion zurück: Die Gruppe wirft der Regierung vor, ein Versprechen zum Abbau von Steuervergünstigungen und anderen Subventionsformen für die Luft- und Schifffahrt sowie die Stromerzeugung mit fossilen Energieträgern und die Ölförderung nicht einzuhalten.

Klimaministerium verschleierte Großteil fossiler Subventionen

Lange Zeit soll der Wirtschafts- und Klimaminister Rob Jetten die Höhe der Subventionen mit jährlich viereinhalb Milliarden Euro viel zu niedrig beziffert haben. Laut geleakten Dokumenten seines Ministeriums könnte die eigentliche Summe der Subventionen tatsächlich etwa zehn Mal so hoch sein, wie offiziell angegeben.

Erfolg für Extinction Rebellion: Regierung will fossile Subventionen beenden

Mittwoch, 6. September 2023

Preisgekrönte Doktorarbeit: Wie Klimakleber die Verfassung neu interpretieren

FAZ  hier  Artikel von Sascha Zoske • 4.9.23

Ob es wirklich dem Klimaschutz dient, wenn Menschen sich auf Straßen festkleben oder Kartoffelbrei auf Gemälde werfen, will Samira Akbarian nicht beurteilen. Dazu fehle ihr die wissenschaftliche Expertise, meint die Juristin. Aus der Per­spektive ihres Fachgebiets hält sie es aber für möglich, dass die radikalen Aktivisten der Demokratie einen Dienst erweisen. Denn ziviler Ungehorsam, so ihre These, könne die Verfassung neu interpretieren.

Mit ihrer Argumentation hat Akbarian gleich zwei Jurys beeindruckt – wobei sie ihre Gedanken nicht in einem Plädoyer darlegte, sondern in einer Dissertation. Für ihre Doktorarbeit hat die 32 Jahre alte Wissenschaftlerin der Goethe-Universität den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften erhalten. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro verbunden. Überdies wurde ihr der mit 10.000 Euro dotierte Werner-Pünder-Preis der Universität Frankfurt verliehen.

Akbarian ist sich bewusst, dass schon der Begriff „ziviler Ungehorsam“ eine Wertung enthalten kann. Oft werde er von jenen gebraucht, die ihre Regelverstöße rechtfertigen wollten: Aktivisten der Letzten Generation beriefen sich ebenso darauf wie Reichsbürger und Corona-Leugner. Sie selbst definiert zivilen Ungehorsam etwas sperrig als „Rechtsbruch, der von einer Richtigkeitsüberzeugung getragen ist und einen Dissens zu staatlichen oder unternehmerischen Maßnahmen ausdrückt“. Ob ein solcher Rechtsbruch vertretbar sei, bemesse sich unter anderem daran, ob jene, die ihn verübten, „die Freiheit und Gleichheit aller respektieren“. Nach dieser Lesart könne es vertretbar sein, wenn sich Kritiker von Corona-Regeln trotz eines Verbots aus Infektionsschutzgründen zu einer Demonstration versammelten – aber nur, wenn sie gleichzeitig bemüht seien, eine Übertragung des Virus zu vermeiden.

Fassen manche Gerichte den Gewaltbegriff zu weit?

Inakzeptabel sind für die Wissenschaftlerin Aktionen, die mit Gewalt und Umsturzplänen verbunden sind. Aber ist es nicht schon eine Form von Gewalt, wenn die Letzte Generation den Verkehr auf Großstadtstraßen zum Erliegen bringt und möglicherweise in Kauf nimmt, dass Rettungseinsätze behindert werden? Akbarian findet, dass manche Gerichte den Gewaltbegriff zu weit fassen, wenn sie Strafen gegen die Protestierer verhängen. Die Versammlungsfreiheit sei im Grundgesetz garantiert, und dort stehe nicht, dass Versammlungen angemeldet werden müssten – das sei im Länderrecht geregelt. „Klassische Konzepte“ der Rechtsprechung verlangten von Demonstranten eine Kooperation mit den Behörden, anderen Juristen erscheine diese Forderung „zu anspruchsvoll“. Und immerhin kündige die Letzte Generation ihre Blockaden zum Teil ja an.

Protest müsse an den Orten stattfinden dürfen, an denen er relevant sei, und er dürfe auch stören, meint Akbarian. Sie sieht in zivilem Ungehorsam zudem eine Möglichkeit, jenen Gehör zu verschaffen, deren Bedürfnisse ansonsten nicht genug beachtet würden.

Samstag, 22. Juli 2023

Ziviler Ungehorsam ist der Gehorsam gegen das eigene Gewissen

Eine wirklich geniale  Rede  hier, gehalten  in Hannover  am 17.7.23

Damit ist alles Sagenswerte gesagt. Vielen Dank für diese Rede!

Prof. Dr. Jürgen Manemann ist Direktor am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover und forscht in den Bereichen Umweltphilosophie und Demokratietheorien.

Am 17.Juli 2020 starb der bekannte US-amerikanische Bürgerrechtler John Louis. Am Tag seiner Beerdigung veröffentlichte die New York Times seinen letzten Text.
Sein politisches Testament.
Ein eindringlicher Apell an alle Bürger:innen.

Dort heißt es:

Wenn du etwas siehst, was nicht rechtens ist,
dann musst du etwas sagen

Und wenn du etwas siehst, was nicht rechtens ist, 
dann musst du etwas tun

Und dann folgen die Sätze, die in den folgenden Wochen  von unterschiedlichsten Menschen in unterschiedlichen Kontexten immer wieder aufgegriffen werden. Es heißt dort in dem Text: 

Demokratie ist kein Zustand, Demokratie ist eine Tat....

Wir sehen dass die Klimapolitik in diesem Land nicht rechtens ist

Als Demokrat:innen müssen wir dagegen etwas sagen,
als Demokrat:innen müssen wir dagegen etwas tun.

Demokratie ist nicht nur, und nicht in 1. Linie, eine Regierungsform
Demokratie ist eine Lebensform
Demokratie ist eine Lebensform, die in der Liebe zum Leben gründet.

Wer das Leben liebt, 
sieht im Anderen nicht ein altes Ego, das Spiegelbild eines Ich`s

Wer das Leben liebt,
sieht dass dieser Mensch, der mir begegnet einen Eigennamen hat, dass er einzigartig ist

Wer das Leben liebt,
der sieht in dem Tier nicht nur Vieh
der sieht in dieser Pflanze nicht nur ein Gewächs

Wer das Leben liebt,
erkennt dass dieser Mensch, dass dieses Tier, dass diese Pflanze
jeweils etwas ist, das sein bzw. ihr Leben leben will

Das Leben lieben heißt für das Leben dieses Menschen, dieses Tieres und dieser Pflanze zu kämpfen

Für das Leben zu kämpfen, verlangt von uns heute ungehorsam zu sein.

Ungehorsam wird zur Pflicht
angesichts der Tatsache dass 3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen
durch die Klimakatastrophe hochrangig gefährdet sind

Ungehorsam wird zur Pflicht
angesichts der Tatsache, dass jeden Tag bis zu 150 Tier- und Pflanzenarten aussterben

Die Katastrophe ist nicht etwas, das auf uns zukommt
wir leben bereits in der Katastrophe
Und, so eine Einsicht des Philosophen Walter Benjamin, dass es so weiter geht ist die Katastrophe

Als Demokratinnen ist es unsere Aufgabe
dieses "Weiter so" zu unterbrechen, Ungehorsam zu sein

Ziviler Ungehorsam erfordert Mut
den Mut, sich Ungerechtigkeiten in den Weg zu stellen
Den Mut, eigene Ängste zu überwinden
den Mut, sich potentieller Gewalt auszusetzen
den Mut, sich selbst zu verändern

Ziviler Ungehorsam ist Gehorsam gegenüber dem eigenen Gewissen
Wer eine solche Handlung als Kriminell einstuft
zerstört die Quelle unserer Moralität
und gefährdet unser demokratisches Zusammen

Wo auf die Liebe zum Leben mit Repression geantwortet wird ist der Rechtsstaat bedroht

Die Philosophin Donacella die Caesare hat das auf den Punkt gebracht:

Wer zivilen Ungehorsam leistet, verletzt nicht das Gesetz, der fordert es heraus!

Deshalb ist es nicht die Aufgabe demokratischer Entscheidungsträger:innen
den Konflikt zu kriminalisieren
sondern ihre Aufgabe ist es, den Konflikt produktiv zu politisieren.

Und was ist unsere Aufgabe als Klimaschützer:innen?
Was sollen wir angesichts der Repressionen tun?

Der Philosoph Herbert Macuse,
der Wichtiges über Befreiung, über Revolution, über Transformation und Repression geschrieben hat hätte darauf eine eindeutige Antwort gegeben.

Was tun? Weiter machen!

Dienstag, 4. Juli 2023

Ziviler Ungehorsam ist nicht revolutionär, sondern reagiert auf Uneingelöstes

hier  TU Berlin Interview mit Dr. Peter Ullrich - Das Interview führte Barbara Halstenberg.

Tag des Ungehorsams: Protestforscher Dr. Dr. Peter Ullrich spricht im Interview über die Hintergründe von zivilem Ungehorsam, welche Rolle die Letzte Generation dabei spielt und wie Gesellschaft, Medien und Polizei darauf reagieren

Was versteht man eigentlich unter zivilem Ungehorsam?

Ziviler Ungehorsam ist eine Form des sehr entschlossenen Protests auf Basis einer Gewissensentscheidung. Man kann sie als bewusste Regelübertretung verstehen, die strikt gewaltfrei vorgeht, aber persönliche Nachteile wie Strafen dafür in Kauf nimmt. Es geht in der Regel um „zivile“, progressive Ziele wie Menschenrechte.

Donnerstag, 25. Mai 2023

Regt euch ab wegen der Klimakleber, regt euch auf über den Klimawandel!

Eine Razzia gegen zivilen Ungehorsam – ernsthaft?
Wirtschaftswoche  hier  Kommentar von Anabel Schröter  25. Mai 2023

Bei einer großangelegten Razzia durchsuchte die Polizei 15 Wohnungen und Geschäftsräume der Klimaschutzgruppe. Und das alles wegen ein bisschen Klebstoff. Ein Kommentar.

Es nervt, im Stau zu stehen. Besonders, wenn Menschen sich absichtlich an die Straße kleben, um diesen Stau zu provozieren. Eine Razzia gegen die Aktivisten der Letzten Generation als „richtiges Signal eines wehrhaften Rechtsstaates“ darzustellen, so wie es der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt macht, ist trotzdem falsch.

Es ist auch unrühmlich, Kunstwerke oder Bauwerke zu beschmieren. Aber ziviler Ungehorsam, der nicht nervt, auffällt und in einigen Fällen wehtut, ist keiner.

Dass einfache Demonstrationen in puncto Klimaschutz wenig bewegt haben, zeigt sich an den Demos von Fridays for Future. Durch Talkshow-Auftritte von Luisa Neubauer bleiben sie zwar im Gespräch. Aber den politischen Diskurs bewegen sie schon lange nicht mehr.

Die Letzte Generation geht jetzt einen Schritt weiter. Sie stört. Aber sie tut es mit Erfolg: die Öffentlichkeit diskutiert wieder.

Das Verkehrschaos verursacht Kosten, klar. Wirklich Sorgen machen sollten wir uns aber über die Kosten des Klimawandels. Und über die Folgen für unsere Wirtschaft, wenn sie den Sprung in die Nachhaltigkeit nicht schafft.

Dass sich Bundeskanzler Olaf Scholz hinstellt und die Aktionen als „bekloppt“ beschreibt, trägt auch nicht zu einem Diskurs auf Augenhöhe bei. Vor allem, da er sich im Wahlkampf selbst als der Klimakanzler hinstellte. Ist es nicht ein Widerspruch? Und wo bleibt der Respekt, den der Kanzler sonst einfordert?

Mündet der Respekt etwa in dieser Razzia? Das bayrische Landeskriminalamt (LKA) wirft sieben Mitgliedern die Bildung oder Unterstützung einer kriminellen Vereinigung vor. Die öffentlich bekannten Anhaltspunkte dafür sind eher dünn. Zur Last wird den Beschuldigten gelegt, dass sie eine Spendenkampagne auf der Webseite der Letzten Generation bewarben.

Zudem wirft das LKA zwei Aktivisten und Aktivistinnen den Versuch einer Sabotageaktion an der Ölpipeline Triest-Ingolstadt vor. Ob die Aktion allerdings im Namen der Letzten Generation geplant wurde, ist nicht bekannt.

Straftaten, wenn sie denn geplant waren, müssen geahndet werden. Das ist klar. So funktioniert ein Rechtsstaat. Eine bundesweite Razzia wegen überwiegend friedlichen zivilen Ungehorsams durchzuführen, hat aber nichts mit Rechtsstaatlichkeit zu tun. Haben wir nicht andere Probleme als ein paar Menschen, die sich an der Straße festkleben? Und Klebstoff bunkern?

Doku über Altdorfer Klimaaktivisten in der Linse

Ebenfalls in der Schwäbischen Zeitung angekündigt: 

Ein Film-Special erwartet die Besucher am Samstag und Sonntag, 27. und 28. Mai, in der Linse Weingarten. Jeweils um 16.30 Uhr läuft der Dokumentarfilm „Von Menschen, die auf Bäume steigen“, ein Film über Klettern, Selbstermächtigung und maximale Wirkung. Und über Wasser und viel Kies. Regie führten Hauke und Christian Fussenegger. Vor und nach dem 75 Minuten langen Film sind Aktivisten der Altdorfer Waldbesetzung vor Ort.

Die Filmemacher begleiteten über 18 Monate lang Aktivisten rund um das Klimacamp im Altdorfer Wald. Protest und ziviler Ungehorsam stoßen in Oberschwaben bei den meisten Bürgern auf Unverständnis und offene Ablehnung, auch wenn es um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen geht. Nun regt sich im Kletteraktivismus eine neue Form des Widerstands, die aber gerichtlich unnachgiebig verfolgt wird. Zunehmend erkennt die Bevölkerung, dass es um Kies, Trinkwasser und Mitbestimmung über den „Alti“ geht, der als Staatswald eigentlich allen gehört.

Dienstag, 16. Mai 2023

Debatte um die Letzte Generation: Wer ist hier radikal?

TAZ hier 16.5.23  Kommentar von  Ruth Lang Fuentes

Die Aktivisten der Letzten Generation gelten als extrem. Dabei bleiben sie friedlich – auch angesichts einer teils verfassungswidrigen Klimapolitik.

Die Radikalisierung innerhalb der Klimabewegung schreitet rasant voran. So klingt es jedenfalls, wenn man der aktuellen Berichterstattung und sich in Talkshows äußernden Politikern Glauben schenkt. Seit Wochen sei Berlin ein chaotisches Pflaster, überall Extremisten in orangen Warnwesten, die den Verkehr lahmlegen. Radikal.

Am Tag der angekündigten Klima-Blockaden in Berlin gab CDU-Generalsekretär Mario Czaja ein Radiointerview. Er sprach von „diesen sogenannten Aktivisten“, die seines Erachtens Extremisten, Gewalttäter, Straftäter seien. Die Berliner Polizei solle hart durchgreifen. Sein Kollege Alexander Dobrindt von der CSU habe „das berechtigterweise sehr pointiert formuliert“, als er die Gruppe als Klima-RAF bezeichnete. Es drohe weiterer Extremismus.

Radikalisierung. Extremismus. Die Begriffe fallen oft, und sie diffamieren Aktivisten, die etwas fordern, dem eigentlich alle zustimmen müssten: den Planeten nicht aus Profitgier zu zerstören.

Donnerstag, 4. Mai 2023

Klimakleber: Die Geschichte wird den "Radikalen" recht geben

DER STANDARD  hier

Liebe Leserin, lieber Leser, 

die Letzte Generation klebt wieder – aber nicht nur. Die Klima-Aktionsgruppe hat am Dienstag ihre dritte Aktionswelle in Wien gestartet, einige Aktivistinnen und Aktivisten klebten sich auf der Fahrbahn am Währinger Gürtel fest, heute waren die Straßen entlang des Donaukanals dran. Aber in der Innenstadt setze die Letzte Generation auf eine ganz andere Protestmethode: Demonstrieren.

Am Ring spazierte eine Gruppe auf der Fahrbahn, vorübergehend staute sich der Verkehr deshalb von der Operngasse bis zum Stadtpark. Mit dem Marsch über den Ring "erreichen wir mehr Menschen", sagt Demonstrantin Katharina zum STANDARD. Erreichen konnte die Aktion jedenfalls rund 20 Personen aus der Wissenschaft, die sich – wortwörtlich – hinter die Gruppe stellten. Bereits vor rund zwei Wochen bekam die Gruppe Unterstützung von etwa 1.400 Wissenschafterinnen und Wissenschaftern.

Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aktionen umstritten bleiben. Rückblickend werden die Aktivistinnen und Aktivisten dennoch auf der richtigen Seite der Geschichte stehen, schreibt mein Kollege Martin Tschiderer in seinem Kommentar. Auch die Suffragetten, die für das Frauenwahlrecht kämpften oder die US-Bürgerrechtsbewegung waren anfangs umstritten – die Errungenschaften dieser Gruppen stellt heute aber niemand mehr infrage.

Mittwoch, 3. Mai 2023

Film „Von Menschen, die auf Bäume steigen“ fand großen Zuspruch

Bündnis 90/ Die Grünen - Kreisverband Sigmaringen  hier Bad Saulgau, 28.04.2023

Die sehr gut besuchte Vorführung des Dokumentarfilmes mit anschliessendem Gespräch in Anwesenheit der Protagonist:innen des Films, sowie Aktivisti aus und um den Altdorfer Wald, der in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung, dem Klimateam der DAV Sektion Bad Saulgau und dem Kreisverband der Bündnis90/Die Grünen Sigmaringen in Bad Saulgau am 28.04.2023 gezeigt wurde, fand großen Zuspruch.