Dienstag, 9. April 2024

Demokratie stärken gegen Rechts - in der Linse in Weingarten am 18.4.24

 


Gelockerte EU-Agrarvorgaben: Rückschlag für den Artenschutz?

hier  BR  07.04.2024, Audiobeitrag  von  Simon Plentinger

Es ist ein Zugeständnis an die Bauern: Umweltstandards in der EU-Agrarpolitik sollen gelockert werden. Umweltverbände reagieren empört und sehen den Artenschutz in Gefahr. Doch die tatsächlichen Auswirkungen könnten geringer sein als befürchtet.


EU-Wissenschaftsakademien drängen Staaten zur Verabschiedung des EU-Renaturierungsgesetzes

 RiffReporter hier von Thomas Krumenacker  07.04.2024

In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Top-Wissenschaftler aus allen EU-Staaten die Blockadeländer zum Einlenken auf: Ohne das Gesetz stünden die sichere Ernährung Europas, ihre Natur und der Kampf gegen den Klimawandel auf dem Spiel.

Nach dem vorläufigen Scheitern des EU-Renaturierungsgesetzes am Widerstand einiger EU-Länder haben führende Wissenschaftler aus ganz Europa an die Blockadestaaten appelliert, den Weg für das wichtigste Naturschutzgesetz seit Jahrzehnten doch noch freizumachen. In einer gemeinsamen Erklärung warnen die Europäischen Wissenschaftsakademien vor weitreichenden Folgen für den Fall des endgültigen Scheiterns der EU-Verordnung.

Das Gesetz sei von entscheidender Bedeutung für die Sicherung der Ernährung für Europa, die Bewahrung der biologischen Vielfalt und für einen erfolgreichen Kampf gegen den Klimawandel, erklärten die Akademien. Sie fordern die EU-Mitgliedstaaten zu einer Entscheidung „auf der Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlicher Erkenntnisse“ auf: Das Inkrafttreten des Gesetzes dürfe nicht auf die lange Bank geschoben oder gar ganz verhindert werden.

„Drehscheibe für saubere Technologien“: Deutschland übernimmt Vorreiterrolle bei EU-Energiewende

Frankfurter Rundschau hier  Stand:07.04.2024, Von: Max Schäfer

Die Bundesregierung muss heftige Kritik bei der Energiewende einstecken. Bei einigen grünen Technologien übernimmt Deutschland aber die Vorreiterrolle.

Die Bundesregierung hat sich ambitionierte Ziele beim Klimaschutz gesetzt. Gleichzeitig bleibt sie hinter den Erwartungen zurück. So lautet zumindest die Kritik von Klimaaktivist:innen – und was die Energiewende angeht, auch das jüngste Urteil des Bundesrechnungshofs. In einer Datenbank des Brüsseler Thinktanks zur Aktivität europäischer Staaten bei den grünen Technologien zeigt nun, dass Deutschland in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle einnimmt.

Montag, 8. April 2024

EASAC-Wissenschaftler begrüßen die endgültige Verabschiedung über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD)

 EASAC hier  13.03.2024

EASAC-Wissenschaftler begrüßen die endgültige Verabschiedung der überarbeiteten Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) durch das Europäische Parlament

Die neue Richtlinie greift viele der wichtigsten Empfehlungen des EASAC-Berichts über die "Dekarbonisierung von Gebäuden" auf und verlangt zum ersten Mal eine Regulierung des Kohlenstoffs, der in Gebäuden im Zusammenhang mit ihrem Bau, ihrer Instandhaltung und ihrem Abriss enthalten ist.

Umfrage zur Energiewende in Europa: Mehrheit will eigenen Beitrag leisten – und klare Vorgaben

Tagesspiegel hier  Von Eva Murašov  04.04.2024,

Im Herbst 2023 befragte ein internationales Team rund 10.000 Menschen in 19 europäischen Ländern zu ihrem Energieverbrauch und ihren Erwartungen an die Politik.

Der Klimawandel ist in aller Munde, aber sind wir als Individuen auch bereit, unseren Beitrag zu leisten? Dieser Frage versuchte ein internationales Forschungsteam, an dem auch das Zentrum für Technik und Gesellschaft der TU Berlin beteiligt war, nachzugehen. Im Oktober und November 2023 befragten sie dafür rund 10.000 Menschen aus 19 europäischen Ländern. In den Fragebögen wurde neben dem eigenen energiebewussten Handeln auch nach der Bewertung politischer Maßnahmen für die Energiewende gefragt.

Jeweils rund 1000 Leute wurden in Irland, Belgien, Bulgarien, Ungarn, Lettland, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Spanien befragt, rund 100 je in Italien, Polen, der Türkei, Österreich, Portugal, Schweden, Dänemark, Finnland, Griechenland und Großbritannien.

Die Bereitschaft, beim eigenen Strom- und Gasverbrauch zu sparen oder umzurüsten, scheint der Erhebung nach allgemein hoch. 83 Prozent der Befragten gaben an, Energie zu sparen. Als stärkste Gründe wurden dafür wurden finanzielle Anreize genannt, also selbst Geld zu sparen (76 Prozent) oder Subventionen zu bekommen (60 Prozent). Mit jeweils 55 Prozent wurden als Anreiz die Reduktion des eigenen CO₂-Fußabdrucks genannt sowie der Wunsch, zum Gemeinwohl beizutragen.

Ein Viertel der Befragten antwortete, aktuell wie in der nahen Zukunft selbst nicht aktiv zur Energiewende beitragen zu wollen. Was die Klimapolitik betrifft, sind fast zwei Drittel (64 Prozent) der Überzeugung, dass die meisten Menschen ihren Energieverbrauch nur einschränken, wenn es entsprechende politische Vorgaben dafür gibt.

Der Kampf ums Bürgergeld - Was man zum Bürgergeld wissen muss und was Deutschland von Italiens Vorgehen lernen kann

Siehe dazu auch den kürzlich erschienenen  Bericht: "Europarat sieht in Deutschland hohes Maß an Armut und sozialer Benachteiligung"  hier

hier  Frankfurter Rundschau Stand:06.04.2024, Von: Olivia Kowalak

Italien macht Bürgergeld rückgängig

Bürgergeld-Reform: Kritikhagel für CDU-Vorschlag

Bekämpft der Sozialstaat tatsächlich Armut? Wie aktuelle Zahlen aus Italien und auch Deutschland zeigen, ist dies nicht der Fall.

Seit der Einführung des Bürgergeldes in Italien wächst die Armut dort stetig weiter. Laut aktuellen Messungen der Statistikbehörde Istat ist die Anzahl der armen Menschen in Italien im vergangenen Jahr auf ein Rekordhoch von knapp zehn Prozent gestiegen. Und das, obwohl die Regierung rund um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (Fratelli d’Italia) einschneidende Sozialreformen umgesetzt hat und die Wirtschaft wächst. Die Entscheidungen über das 2019 eingeführte Bürgergeld „Reddito di cittadinanza“ wurden zu schnell und zu undurchdacht getroffen, kritisieren Experten nun. 

Wo der Klimawandel gerade zuschlägt: Indien, Südafrika, Simbabwe und einige andere afrikanische Länder, Wassernot in Toulouse


NDR hier  8.4.24


Spiegel hier  05.04.2024, 

Klimakrise: Toulouse verteuert Wasser im Sommer deutlich

Die Region um das südfranzösische Toulouse litt in den letzten Sommern unter erheblicher Dürre. Nun reagiert die Stadtverwaltung: 850.000 Menschen müssen für Wasser in der heißen Jahreszeit tiefer in die Tasche greifen.


hier

KLIMAVERÄNDERUNG:  Inder erleben möglicherweise bereits Temperaturen nahe der Grenze der menschlichen Überlebensfähigkeit, ohne sich dessen bewusst zu sein

Die grundlegenden Kriterien für das IMD, um eine Hitzewelle auszurufen, berücksichtigen derzeit nicht die relative Luftfeuchtigkeit, die zunehmend zu einer Ursache für feuchte Hitzewellen wird

Erst mit dieser Karte macht Radfahren so richtig Spaß: OpenCycleMap zeigt stets die schönste Route

hier  05.04.2024 | Von: BENEDIKT BUCHER

Mit der OpenCycleMap werden Fahrradtouren zu einem echten Erlebnis! Die für Radfahrer spezialisierte Karte bietet Funktionen, von denen Google Maps nur träumt.

Die Massen an Fahrradfahrern zeigen es: Tagesausflüge mit dem Fahrrad zum Badesee, in die Berge oder in den Biergarten sind mit dem schönen Wetter wieder total gefragt. Doch wie findet man den schönsten und entspanntesten Weg zum Ziel?

Neben hilfreichen Navi-Apps, die sich ganz aufs Fahrradfahren spezialisiert haben, etwa Bikemap, Naviki oder komoot, können wir vor allem die OpenCycleMap empfehlen, mit deren Hilfe sich tolle Radtouren quer durch sämtliche Regionen Europas planen lassen.

Neben Fahrradwerkstätten und -parkplätzen lassen sich damit auch Restaurants, Kaffees und Bars entlang der Route aufspüren.

Speicher für erneuerbare Energie: E-Autos könnten Stromnetz entlasten

Diesen ZDF Beitrag finde ich ausgesprochen wertvoll. Wir können nur hoffen, dass die Entwicklung der Technologie auch in Deutschland schnell weiter voranschreitet.

hier im ZDF mit zahlreichen Videos  05.04.2024 


E-Autos gehören bereits zur Mobilität der Zukunft. Doch neue Technologien nutzen ihre Batterie zusätzlich als Entlastung des Stromnetzes und Speicher von erneuerbarer Energie.

Sonntag, 7. April 2024

EU-Verbraucherschutz: was hat sich getan und was steht noch an?

 

Immer wenn mir jemand erzählt, dass eine kaputte Batterie des Handys der Grund für einen Neukauf ist, ärgere ich mich: Wieso wird ein Elektrogerät nutzlos, nur weil ein Teil kaputtgeht, der einfach mit einem Ersatzteil ausgetauscht werden könnte? Und gleichzeitig freue ich mich und bin auch etwas stolz. Denn in dieser Legislaturperiode haben wir die Weichen gestellt, dass dieser sinnlose Elektroschrott bald der Vergangenheit angehört. Mit dem Recht auf Reparatur sagen wir Praktiken den Kampf an, die dem Übergang zur Kreislaufwirtschaft im Wege stehen. Digitalisierung und Verbraucherschutz stellen wir so in den Dienst des grünen Wandels: Davon profitiert der Planet und jede*r von uns im Alltag. 

Good news: Wale zu juristischen Personen erklärt – mehr Schutz möglich

Watson hier  06.04.2024, Nathalie Trappe

Wer einmal die einzigartige Erfahrung gemacht hat, einen Wal in freier Wildbahn zu beobachten, dürfte dies als magisches Erlebnis in Erinnerung behalten. Mit einem Gewicht von mehr als 200 Tonnen gilt etwa der Blauwal als größtes Säugetier der Welt, auch die Erscheinung der andere knapp 100 Arten wird häufig als majestätisch beschrieben.

Nichtsdestotrotz wurden Wale in der Vergangenheit lange gejagt, viele Arten gelten mittlerweile auch durch die weltweite Klimakrise als bedroht. Mit einer neuen vertraglichen Regelung wollen indigene Völker in Neuseeland nun dafür sorgen, dass der Wal als Tier international entsprechend mehr Schutz erhält.

Abkommen regelt konkrete Rechte für Wale im Südpazifik

Unter dem Namen "He Whakaputanga Moana", was übersetzt so viel bedeutet wie "Deklaration für den Ozean", wurde auf der Insel Rarotonga im Südpazifik vor Kurzem eine vertragliche Grundlage für den Schutz von Walen geschaffen. An einer entsprechenden Zeremonie nahmen mehr als ein Dutzend hochrangiger Vertreter:innen der Cook-Inseln sowie Tahitis teil.

Konkret regelt der Vertrag künftig die Anerkennung aller Wale als juristische Personen. Damit erheben die Tiere rein rechtlich gesehen Anspruch auf das Recht auf Bewegungsfreiheit und das Recht auf eine gesunde Umwelt.

DUH: "Balkonkraftwerke – Energiewende zum Selbermachen"

 


Wir laden Sie herzlich ein zu unserer Online-Bürgersprechstunde am 18. April 2024, um 19:00 Uhr

In dieser Sprechstunde stehen wir Ihnen Rede und Antwort rund ums Thema „Balkonkraftwerke“. Ob Mieter oder Eigenheimbesitzerin: Bringen Sie Ihre technischen und juristischen Fragen ein!

Vor 41 Jahren in "Löwenzahn": Peter Lustig enttäuscht Verbrennerfahrer

Warum, genau noch mal, wurde die deutsche Autoindustrie so gnadenlos von China abgehängt, dass sie heute keinen Fuß mehr auf den Boden bringt?
Wie kurzsichtig und verblendet müssen denn die Entscheidungsträger gewesen sein, dass in Jahrzehnten keine wegweisende Zukunftsstrategie auf den Weg gebracht werden konnte und heute nur noch gejammert und getrickst wird?

hier 06. April 2024 | Christian Lutz

Bild links: Der allererste Elektro Golf von Volkswagen aus dem Jahr 1976 (Volkswagen)

Den meisten LeserInnen dürfte die Sendung "Löwenzahn" noch ein Begriff sein. Aber wussten Sie, dass ein E-Auto in einer Sendung einen Auftritt hatte? Bereits 1983 fuhr Peter Lustig mit einem E-Golf und konnte einem gestrandeten Verbrennerfahrer nicht weiterhelfen. 

Forscher geben Bauern bei EU-Naturschutzgesetz Breitseite

NTV hier  5.4.24

Landwirte schaden sich selbst

Symbolbild links: überspitzt aus dem Postillion (Satire)

Nachhaltige Ökosysteme seien sowohl für die Ernährungssicherheit in Europa als auch das Wirtschaftsinteresse der Landwirte gut, sagen die Forscher.

Konservative und Landwirte laufen seit Monaten gegen ein EU-Gesetz Sturm, das nachhaltige Ökosysteme aufbauen soll. Sie behaupten, es gefährde die Ernährungssicherheit in Europa. Führende europäische Wissenschaftler stellen sich dem entgegen. Das Gegenteil sei der Fall, sagen sie.

Führende europäische Wissenschaftler stellen sich im Streit um ein heiß diskutiertes EU-Naturschutzgesetz gegen Positionen von Bauern und Christdemokraten. "Das Gesetz ist von entscheidender Bedeutung für Ernährungssicherheit, biologische Vielfalt und das Klima", teilte der European Academies Science Advisory Council (EASAC) mit. In der Organisation haben sich die Wissenschaftsakademien der EU-Staaten, Großbritanniens, Norwegens und der Schweiz zusammengeschlossen.

Schaden die europäischen Landwirte der EU und sich selbst?

Das Vorhaben biete die einzigartige Gelegenheit,
Landwirte für umweltfreundliches Wirtschaften zu entlohnen.

Nachhaltige Ökosysteme seien sowohl für die Ernährungssicherheit in Europa
als auch das Wirtschaftsinteresse der Landwirte gut.

Der EASAC fordert die EU-Staaten auf,
das Gesetz möglichst schnell zu verabschieden.

"Europas führende Wissenschaftler bezweifeln
die von den Gegnern des Gesetzes vorgebrachten Argumente",

 heißt es in der EASAC-Mitteilung.

So gesund ist das Radeln mit dem E-Bike wirklich

hier  efahrer  05. April 2024 | Vanessa Finkler

 Mediziner sprechen Klartext

Unter den Radfahrern scheiden sich die Geister. Während die einen behaupten, E-Bikes wären besser für die Gesundheit als herkömmliche Fahrräder, vertreten andere genau die gegenteilige Meinung. Eine Studie klärt nun darüber auf, was bei der Diskussion stimmt.


Samstag, 6. April 2024

Mehrheit will Klimaschutz – wieso folgen keine Taten?

Standard hier  5. April 2024,


Neue Daten zeigen: Eine unschlagbare Mehrheit macht sich Sorgen wegen der Erderwärmung und fordert mehr Maßnahmen. Warum trotzdem zu wenig passiert

Der Wunsch nach mehr Klimaschutz beschäftigt breite Teile der Bevölkerung. Einige sehen sich gezwungen, dafür auf die Straße zu gehen.

Der Wunsch nach Klimaschutz ist kein Nischenthema aus der Öko-Bubble. Mehr Menschen als bislang vermutet sind deshalb besorgt. Das fand eine kürzlich publizierte Studie heraus. Dazu wurden 59.000 Teilnehmende aus 63 Ländern befragt – darunter auch aus Österreich. Das Ergebnis: Global gesehen empfinden 86 Prozent die Erderwärmung als große gesellschaftliche Bedrohung. In Österreich sind es 82 Prozent der Befragten.

Globales Uno-Plastikabkommen wird verhandelt vom 23. bis 29. April: Neun von zehn Menschen wollen weg von Einwegplastik

Standard aus Österreich hier  Andreas Danzer  4. April 2024



PLASTIKVERSCHMUTZUNG
Mehrweg statt Müllberge: Neun von zehn Menschen wollen weg von Einwegplastik
Eine Greenpeace-Umfrage zeigt: Die meisten Österreicher wollen, dass weniger Plastik produziert wird. Ein globales Plastikabkommen könnte die Nutzung künftig stark verändern

Am schlechtesten hat die Alte Donau in Wien abgeschnitten, als vergangenen Sommer sieben beliebte österreichische Badegewässer auf Mikroplastik untersucht wurden. 4,8 Mikroplastikpartikel pro Liter schwimmen im beliebten Altarm der Donau. Insgesamt fanden sich Partikel von 15 unterschiedlichen Plastikarten, die zum Beispiel in Reifen, Kleidung, Verpackungen oder Baumaterial vorkommen.

Im Vergleich zur im Pazifik treibenden Plastikmüllinsel – die mittlerweile so groß ist wie Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien zusammen – ist das weniger fatal.
Doch der Trend ist überall auf der Welt der gleiche: Die Plastikflut nimmt zu. Weil das Problem der Plastikverschmutzung anscheinend greifbarer und leichter nachzuvollziehen ist als der Klimawandel, sprechen sich auch mehr Menschen dagegen aus – das unterstreicht auch eine repräsentative Umfrage von Greenpeace.

Die NGO hat 20.000 Menschen in 19 Ländern befragt, und demnach wollen 82 Prozent, dass weniger Plastik hergestellt wird, 90 Prozent fordern Mehrweglösungen statt Einwegverpackungen. In Österreich sieht die Zustimmung mit 84 bzw. 88 Prozent ähnlich aus. Solche Ergebnisse aus westlichen Industriestaaten sind nichts Ungewöhnliches, aber Greenpeace hat auch Menschen in China und Indien befragt – auch dort antworteten die Befragten ähnlich. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass vor allem Menschen im Globalen Süden, die am stärksten von verschmutzten Flüssen und Meeren betroffen sind, die Produktion eindämmen wollen.

Meinungsfreiheit nicht ausreichend berücksichtigt - BVerfG kas­siert Urteil gegen Kli­maak­ti­visten Samuel Bosch

hier

von Charlotte Hoppen  05.04.2024

Samuel Bosch und weitere Klimaaktivisten besetzen den Altdorfer Wald, um dessen Rodung für den Kiesabbau zu stoppen. Foto: picture alliance/dpa | Felix Kästle.

....Eine seiner neueren Aktionen beschäftigte jetzt auch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG). Er hatte die Regierung von Schwaben in Augsburg unter anderem als korrupt bezeichnet. Gegen seine diesbezügliche Verurteilung wegen übler Nachrede hatte er Verfassungsbeschwerde (Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a Grundgesetz (GG)) eingereicht. Die Karlsruher Richter gaben Bosch am Donnerstag recht und ordneten eine neue Verhandlung am Amtsgericht (AG) Augsburg an (Beschl. v. 04.04.2024, Az. 1 BvR 820/24), weil das Gericht die Meinungsfreiheit nach Art. 5 Grundgesetz (GG) nicht hinreichend berücksichtigt habe.

Protest gegen Regierung von Schwaben

Die Protestaktion, um die es hier ging, richtete sich gegen den damaligen Regierungspräsidenten Erwin Lohner. Bosch hatte mit weiteren Aktivisten im Oktober 2022 die Bezirksregierung von Schwaben in Augsburg besetzt und den damaligen Regierungspräsidenten als korrupt bezeichnet. Sie hatten auch ein Banner mit der Aufschrift "Lohwald-Rodung trotz laufender Gerichtsverfahren? Frech!" an der Fassade der Regierung angebracht. Außerdem hatten die Aktivisten Lohner vorgeworfen, den Lohwald zu "verhökern".

Hintergrund der Protestaktion war eine Genehmigung im Zusammenhang mit einer Waldrodung, die von den Aktivisten scharf kritisiert wurde. Zum Zeitpunkt der Rodung war der Bayerische Verwaltungsgerichtshof mit der Prüfung der Rechtswidrigkeit des Rodungsvorhabens beschäftigt. Der Lohwald wurde im Herbst 2022 – trotz der laufenden Klage – für die Erweiterung eines Stahlwerks vorzeitig gerodet.

Für diese Protestaktion war der damals 20 Jahre alte Klimaaktivist im Juni 2023 zusammen mit einer weiteren Angeklagten vom AG Augsburg wegen übler Nachrede gegen Personen des politischen Lebens (§ 188 Strafgesetzbuch (StGB)) sowie Hausfriedensbruch (§ 123 StGB) verurteilt worden. Das Landgericht (LG) Augsburg bestätigte die Entscheidung. Verurteilt wurde er zu drei Wochen Jugendarrest (§ 13 Abs. 2 Nr. 3 Jugendgerichtsgesetz (JGG)).

BVerfG: Äußerungen nicht ausreichend an Art. 5 GG gemessen

Vor dem BVerfG hat Bosch nun einen Erfolg erzielt. Das Gericht bemängelte, dass bei der Verurteilung wegen übler Nachrede aufgrund des Korruptionsvorwurfs das Recht auf Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG) von den Augsburger Richtern unzureichend geprüft worden sei. Der Beschluss des Gerichts liegt noch nicht vor. Eigenen Angaben der Aktivisten zufolge soll das Gericht ausgeführt haben, dass die Begründung, mit der die Augsburger Gerichte vom Vorliegen einer Tatsachenbehauptung ausgingen – und damit § 188 StGB bejahten –, verfassungsrechtlichen Maßstäben nicht genüge und damit den grundrechtlichen Schutz der Meinungsfreiheit verkürze. Insbesondere hätten die Gerichte jeweils keinerlei Einordnung in den Kontext vorgenommen.

Das BVerfG hob die entsprechenden Urteile gegen den Klimaaktivisten deshalb auf (§ 95 Bundesverfassungsgerichtsgesetz (BVerfGG)). Jetzt ist das AG Augsburg wieder an der Reihe und muss erneut entscheiden. Die Karlsruher Richter betonten, dass damit nicht entschieden sei, ob die Aussage über den hohen Regierungsbeamten zulässig gewesen sei. Der Tatbestand der Beleidigung (§ 185 StGB) sei bislang auch nicht Teil des Verfahrens gewesen. Auf den Aspekt des Hausfriedensbruchs (§ 123 StGB) gingen sie in der Entscheidung nicht im Detail ein.....

Nach Angaben der Klimaschützer musste der verurteilte Aktivist wegen der Verfassungsgerichtsentscheidung nun vorzeitig aus dem Arrest entlassen werden, den er gerade absaß. Seinen Aktivismus kann er daher jetzt wieder außerhalb der Göppinger Mauern fortführen.



Verseuchtes Perrier und Vittel: Nestlé hat in Frankreich ein massives Wasserproblem

Vermutlich ist das nicht die letzte Meldung hierzu.
"die traditionellen Mineralwasservorkommen sind kontaminiert durch die Industrie, die Landwirtschaft und vom Abwasser der Siedlungen, das die Kläranlagen nur ungenügend reinigen." heißt es im Artikel Durch den Wasser Schwund und die Klimakrise wird das Grundwasser sicher nicht besser werden.

hier  Neue Zürcher Zeitung  von Simon Hehli, Paris •4.4.23

Bakterien, Pestizide, Chemikalien, die möglicherweise krebserregend sind: Was Kontrolleure in den Mineralwasserquellen von Nestlé in Frankreich gefunden haben, ist alles andere als appetitlich. Betroffen sind sowohl die Produktionsstätte des weltberühmten und auch in der Schweiz häufig verkauften Perrier-Wassers in der Nähe von Nîmes in der Provence als auch jene von Vittel oder Hépar in den Vogesen.

Beteiligungsportal BW mit 2 wichtige Themen: Lärmaktionsplan und Klima-Maßnahmenregister

hier  Beteiligungsportal Lärmaktionsplan

Hier können Sie den 
Gesamtplan in der Übersicht (PDF)
abrufen und unten Ihre Stellungnahme abgeben. Bitte lesen Sie vorab unsere 
häufig gestellten Fragen und Antworten. Das Erklärvideo fasst den Inhalt des Lärmaktionsplans Baden-Württemberg kompakt zusammen.

Haben Sie Fragen, Kommentare oder Anregungen? Schreiben Sie uns, damit wir den Lärmaktionsplan Baden-Württemberg noch besser machen können! Auch über Lob freuen wir uns natürlich. Kommentieren Sie den Gesamtentwurf oder klicken Sie ein thematisch passendes Feld an und geben dort Ihren Kommentar ein. Dieser wird im weiteren Verlauf des Verfahrens berücksichtigt. Vielen Dank für Ihre Mitwirkung!

hier Beteiligungsportal Klima-Maßnahmenregister 2024

Das KMR umfasst Maßnahmen, die Treibhausgas-Emissionen mindern sollen. Vorsorgende Maßnahmen, um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, finden sich hingegen in der Strategie zur Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels gemäß Paragraf 15 KlimaG BW. Die Fortschreibung der Anpassungsstrategie Baden-Württemberg wurde im Juli 2023 veröffentlicht.

Die Landesregierung ist vor allem an Vorschlägen für neue Klimaschutzmaßnahmen, die bisher noch nicht im Klima-Maßnahmen-Register enthalten sind, wie auch an Anregungen, Hinweisen und Kommentaren zu den bestehenden Klimaschutzmaßnahmen interessiert. 

Sie haben dazu bis zum 24. April 2024 Zeit. So helfen Sie der Landesregierung, die Emissionen weiter zu mindern und die Klimaziele zu erreichen.

beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de

EU-Raderklärung: Fahrradweg geebnet

TAZ hier

Fahrtrainings und Ladestationen für E-Bikes, das fordern Europa­politiker:innen in einer Raderklärung. Ein Meilenstein, sagen Verbände.

Mehr sichere Radwege, Fahrtrainings für junge und ältere Radfahrer:innen, mehr Ladestationen für E-Bikes und Förderung für die Fahrradindustrie. Diese Ziele hat sich die EU mit der „Europäischen Erklärung zum Radverkehr“ gesetzt.

Foto: Wolfgang Diederich/imago

Die neue Fahrradkultur am Beispiel der Niederlande

 Fairwandel SIG hier


Immer mehr Menschen steigen aufs Fahrrad und immer mehr Kommunen sehen im platzsparenden Fahrrad eine große Chance, um die Innenstädte attraktiver und lebenswerter zu machen.

Leider wird das Thema oft sehr emotional diskutiert. Dahinter stecken viele Irrtümer, Missverständnisse und falsche Vorstellungen, die gern auch von den Medien mit Schlagzeilen wie „Auto gegen Fahrrad“ oder „Fahrrad gegen Fußgänger“ betitelt werden.

Tatsächlich ist das Ziel, eine Win-Win-Situation zum Nutzen aller Menschen zu schaffen – auch derer, die nicht mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die gelungene Umwandlung niederländischer Kommunen ist dafür der beste Beweis.

In den Niederlanden scheint die urbane Verkehrswende gelungen. Der innerörtliche Radverkehrsanteil beträgt dort bis zu 60%. Der hohe Fahrradanteil wirkt sich äußerst positiv auf die innerstädtische Lebensqualitat aus.

Irrtümlicherweise wird das Phänomen gern mit einer langen niederländischen Fahrrad-Tradition begründet. Tatsächlich ist die hohe Quote aber die Folge einer konsequenten Verkehrspolitik.

An Praxisbeispielen ist zu sehen, wie der Umstieg aufs Fahrrad auch in unseren Städten und Gemeinden erfolgreich gefördert werden kann. Dazu muss das Rad nicht neu erfunden werden. Oft genügt es, vorhandene Erfolgsmodelle aufzugreifen.

Thomas Gotthardt vom ADFC Göppingen zeigt am Beispiel unseres Nachbarlands, mit welchen Maßnahmen wir die Situation für Radfahrende auch hierzulande erheblich verbessern können. Mit seinem Bildervortrag war er schon in mehr als 30 Kommunen von Bayern bis Schleswig-Holstein zu Gast.

Im Anschluss an den Bildervortrag besteht Gelegenheit zur Diskussion. 

Freitag, 5. April 2024

Klimaseniorinnen klagen – das Urteil könnte Signalwirkung haben

hier  Nano  5.4.24  Helen Keller,  Professorin für Öffentliches Recht
mit Podcast

Die Zürcher Völkerrechtlerin Helen Keller glaubt, dass die Klage der Schweizer Klimaseniorinnen gute Aussichten auf Erfolg hat. Das Urteil könnte dem Klimaschutz in Europa einen Schub geben.

Am 9. April wird der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) das Urteil zur Klimaklage von über 2'000 Schweizer Seniorinnen sprechen. Der zentrale Vorwurf: die Schweiz betreibe eine ungenügende Klimapolitik und verletze damit ihre Menschenrechte. Die Zürcher Völkerrechtlerin und ehemalige EGMR-Richterin Helen Keller glaubt, dass die Klimaseniorinnen gute Aussichten auf Erfolg haben. Das Urteil könnte dem Klimaschutz in Europa Auftrieb verleihen.  

SRF Wissen: Mehr als 2'000 Seniorinnen verklagen die Schweiz beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Wie ist Ihre Prognose? 

Helen Keller: Ich denke, sie haben gar nicht so schlechte Chancen. Ich könnte mir vorstellen, dass ihnen der Gerichtshof in Teilbereichen recht gibt.


                   Wenn die Klimaseniorinnen jetzt auch nur in einem Teilaspekt Recht kriegen,
                                                          ist das schon ein Riesenerfolg.

Eine Sensation für unsere Demokratie, für die Meinungsfreiheit und für den von der UN geforderten Schutz der Klimaaktivisten!

Pressemitteilung am 4.4.2024

Bundesverfassungsgericht:

Regierung von Schwaben muss sich Kritik gefallen lassen,

Inhaftierung von Samuel Bosch grundgesetzwidrig,

Bosch musste sofort entlassen werden

Claire meint: Ist das nicht mehr als peinlich für ein Gericht, sich sagen lassen zu müssen, was erlaubte Meinungsäußerung ist?Und dann die Jugendlichen in den Knast stecken, obwohl noch eine Revision vor den höheren Gericht ansteht! Amigo-Söder geht in Bayern so gegen Klima-Demonstranten vor.

+++ Pressekonferenz am morgigen Freitag (5.4.) um 11:00 Uhr in der Ravensburger Innenstadt, Marienplatz +++
Volltext des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts

„Lohwald-Rodung trotz laufender Gerichtsverfahren? Frech!“ Ein Banner mit dieser Aufschrift hatten Aktivist*innen und Unterstützer*innen des Augsburger Klimacamps im Oktober 2022 an der Fassade der Regierung von Schwaben angebracht [1,2,3,4,5] – und wurden dafür vom Augsburger Amts- und Landgericht hart bestraft [27-33], die dpa berichtete mehrmals über den Vorgang: drei Wochen Haft für Samuel Bosch (21), eine Woche Haft für Charlie Kiehne (21) und ein halbes Jahresgehalt Geldstrafe für Ingo Blechschmidt (35). 

Das Bundesverfassungsgericht beschloss nun: Die Augsburger Urteile waren rechtswidrig, das Grundrecht auf Meinungsfreiheit wurde von den Gerichten missachtet. Damit musste die Jugendarrestanstalt Göppingen Bosch, in der er bis heute Abend inhaftiert war, sofort entlassen.

Nachgedacht: Im Schneckentempolimit

NDR hier  05.04.2024  Meinungsbeitrag von Lena Bodewein als Podcast

Verkehrsminister Volker Wissing hat sich in dieser Woche mal wieder gegen ein Tempolimit ausgesprochen - das sei keine Lösung für den Klimawandel, und die Leute wollten es auch nicht.

Wozu die Raserei? Eigentlich hat kein anderes Land auf der Welt KEIN generelles Tempolimit. Die Mehrheit der befragten Deutschen hätte auch gerne eins - und sowieso fahren die wenigsten Automobilisten schneller als 130 km/h. Für welche womöglich besserverdienende Minderheit also macht sich der Verkehrsminister der entsprechenden Partei da stark? Für diejenigen, die mit Potenzprotzerei in der Straßenlage eventuelle Mängel an anderer Stelle kompensieren wollen? (Keine Scherze an dieser Stelle über Pole Positions.) Für vom Mythos Autobahn angezogene Touristen, die einmal im Leben den rasenden Roland spielen wollen, frei und unbehelligt - wie der tschechische Milliardär, der mit 417 km/h seinen Bugatti zwischen Hannover und Berlin ausfahren musste? Was zum Henker hat es mit der Idee des "immer schneller, ohne Grenzen" auf sich? Limits sind super!

Berufungsverfahren Klimaklage gegen Shell endet am 12.4.24 , das Urteil wird in der 2. Jahreshälfte erwartet

hier  Geschichte von Von Thomas Kirchner, München • 5.4.24

In Den Haag läuft die Berufungsverhandlung in der Klimaklage gegen den Konzern. Er will das historische Urteil von 2021 kippen. Der Ausgang des Prozesses wird Folgen haben - weit über Shell hinaus.

links: Sieg bei der Klimaklage 2021 hier

Ein Schock für Shell

Als im Mai 2021 in einem Gericht in Den Haag das Urteil in der Klimaklage gegen Shell erging, war das eine Weltsensation. Der Konzern müsse seinen CO₂-Ausstoß bis 2030 um 45 Prozent im Vergleich zu 2019 senken, befanden die Richter. Andernfalls könne das Ziel des Pariser Klimaabkommens nicht erreicht werden. Zum ersten Mal überhaupt sollte damit ein Energieunternehmen von der Justiz zu einer Änderung seiner Firmenpolitik gezwungen werden. Klimaschützer jubelten. Mit einem derart weitreichenden Urteil hatte kaum jemand gerechnet - Shell wohl auch nicht.

Der Wasserstoff-Bluff: Eine neue Technik wird für die Zukunft angekündigt – um eine alte, fossile Energie weiterlaufen zu lassen

Correctiv  hier  von Katarina Huth , Annika Joeres

26. März 2024

Dem angeblich „vollständig wasserstofffähigen“ Erdgaskraftwerk in Leipzig fehlen noch Bauteile – und getestet wurde es noch nie. Die Bundesregierung gibt zudem Fördergelder für bundesweite Wasserstoff-Projekte ohne konkrete Umstiegsfrist frei. Energieökonomin Kemfert bezeichnet Wasserstoffversprechen der Energieindustrie als „Greenwashing“.

Wenn Wasserstoff verbrennt, entstehen unter anderem Stickoxide. Sie sind potentiell gesundheitsschädlich – und unsichtbar. Erst, wenn es sehr kalt ist, kondensiert das Wasser in den Abgasen und wird als Wasserdampf über den Schornsteinen sichtbar.

Die Ärzte mahnen zum Wählen: «Du bist wesentlich» - Song DEMOKRATIE

hier  dpa  Geschichte von dpa • 

Mit Blick auf die Europawahl im Juni hat die Berliner Punkrockband Die Ärzte mit dem Song «Demokratie» eine Hymne an die Eigenverantwortung ausgekoppelt. «Eigentlich leben wir in einem demokratischen Staat, der felsenfest auf seiner Grundordnung steht und doch scheint die Demokratie grad mehr als sonst ein besonders zu schützendes Gut zu sein», sagte Schlagzeuger Bela B (61) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin zur Veröffentlichung. Gitarrist Farin Urlaub (60) sagte, er habe das Gefühl, Deutschland werde den USA immer ähnlicher: «Alle schreien, niemand hört mehr zu; alle haben recht, Fehler machen immer die Anderen; und Kompromisse gelten schon als eine Niederlage.»

Dorf heizt fast nur mit Holz: Die Auswirkungen sind dramatisch

hier  EFAHRER.com  Geschichte von Kai Gosejohann • 

Die Luftverschmutzung ist im sächsischen Dorf Melpitz durch Holzöfen stark erhöht.

Im kleinen Ort Melpitz in Sachsen wird traditionell gern mit Holz geheizt. Ein Brauch, der sich nun als gefährlicher erweist, als man lange Zeit annahm. Die jüngsten Ergebnisse einer Studie offenbaren eine besorgniserregende Zunahme von Krebsrisiken, insbesondere durch die Freisetzung von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAKs). Diese Erkenntnisse fußen laut merkur.de auf einer umfassenden Luftqualitätsanalyse, die das Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) in Melpitz über den Zeitraum eines Jahres durchgeführt hat.

Donnerstag, 4. April 2024

Schnitzelförderung: EU steckt viermal so viel Geld in Fleisch wie in Pflanzenanbau

Standard hier Julia Sica Sarah Kirchgatterer  2. April 2024

Tierhaltung und Futtermittel werden in der EU mit 82 Prozent der Agrarsubventionen gefördert, wie eine Studie zeigt. Das ist mehr, als man laut bisheriger Einschätzungen annahm

Klimaschutz ist zu teuer – so lautet das Credo der Kritiker, die eine schnelle Wende für unrealistisch halten. Wissenschafterinnen und Wissenschafter betonen hingegen immer wieder, dass man bestehende Subventionen in nachhaltigere Alternativen umlenken müsste. 


Das gilt für fossile Energieträger wie Öl, Erdgas und Kohle, aber auch für die Fleischproduktion in der Landwirtschaft. Laut dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) finanziert der Staat dauerhafte klimaschädliche Maßnahmen mit etwa vier bis sechs Milliarden Euro pro Jahr, aufgrund der Gaspreiskrise wurden es sogar mehr als 14 Milliarden Euro. Gleichzeitig kostet der versäumte Klimaschutz Österreich jährlich fünf bis sieben Milliarden Euro, wie das Wifo zuletzt im Auftrag des Klimaministeriums berechnete.

Eine neue Studie zeigt nun, dass die klimaschädlichen Subventionen der Europäischen Union für die Landwirtschaft höher sind, als bisherige Einschätzungen das vermuten ließen. Tierische Produkte werden mit 82 Prozent der EU-Agrarsubventionen unterstützt, schreiben die Industrieökologin Anniek Kortleve von der Universität Leiden in den Niederlanden und ihr Team im Fachjournal "Nature Food".

Fünf Ideen für die Mobilitätswende

WiWo  hier  von Anabel Schröter  03. April 2024

Tempo 30 in Städten

Das Aufreger-Thema „Tempolimit“ wird öffentlich fast ausschließlich mit Bezug auf Autobahnen diskutiert. Geschwindigkeitsbegrenzungen innerorts hingegen bleiben unter dem Radar, obwohl sie starke Fürsprecher haben, vor allem unter den Kommunen. Die im Juli 2021 von den sieben Städten Aachen, Augsburg, Freiburg, Hannover, Leipzig, Münster und Ulm gegründete Initiative „Lebenswerte Städte durch angemessene Geschwindigkeiten“ ist inzwischen auf über 850 Mitglieder angewachsen. Neben kleineren und mittelgroßen Kommunen haben sich seit Gründung auch mehrere Großstädte wie Düsseldorf, Frankfurt, Köln, Saarbrücken oder Freiburg der Initiative angeschlossen. Die Bürgermeister fordern den Bund auf, rechtliche Rahmenbedingungen für den großflächigen Einsatz von Tempo-30-Zonen zu schaffen. Nach Ansicht der Initiative würde die Leistungsfähigkeit des Verkehrs durch eine großflächige Einführung nicht eingeschränkt, die Aufenthaltsqualität der Bewohner hingegen spürbar gesteigert. Auf einigen Hauptverkehrsstraßen soll den Plänen zufolge weiterhin Tempo 50 möglich bleiben. (Stand: Juli 2023)

Mehr Sicherheit für Radler

„Durch ein Tempolimit 100 könnten wir die Klimaziele in diesem Jahr erreichen“

 WiWo  hier  von Anabel Schröter  03. April 2024

Auf Demonstrationen wird von Teilnehmern bereits am Tempolimit 100 gefordert. 

Ein Dauerthema, aber keine Lösung: So beurteilt Verkehrsminister Volker Wissing die Debatte ums Tempolimit. Wegen mangelnder Akzeptanz in der Bevölkerung sei es nicht wirksam. Nun widerspricht ihm ein Wissenschaftler.

Seit Jahren diskutieren Politiker und Experten über ein Tempolimit auf den deutschen Autobahnen. Nach den jüngsten Aussagen von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sei es zwar ein Dauerthema, aber keine Lösung für den Klimaschutz. Im Interview mit der „Funke Mediengruppe“ kommentierte er: „Wichtig ist doch, dass nur Maßnahmen, die akzeptiert werden, auch Erfolg haben können.“

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes aus dem vergangenen Jahr kann allerdings ein Limit von 120 Kilometern pro Stunde die Treibhausgasemissionen um rund 6,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente senken. Dabei sieht Markus Friedrich, Studienautor und Professor am Institut für Straßen und Verkehrswesen an der Universität Stuttgart, im Tempolimit sogar eine Chance, die sogenannten Sektor-Klimaziele – also etwa, wie viele Emissionen verschiedene Bereiche wie Verkehr oder Landwirtschaft pro Jahr ausstoßen dürfen – zu erreichen. Derzeit schafft Deutschland das nicht: „Wir haben aktuell eine Lücke von zwölf Millionen Tonnen CO2 im Bereich Verkehr.“

AfD im Europaparlament: Radikaler als die Radikalen

 hier BR  02.04.2024,  + 

"Identität und Demokratie" heißt eine rechtspopulistische Fraktion im Europaparlament. Mit dabei ist die AfD. Bei der Stärkung der Frauenrechte, der Demokratie und des Klimaschutzes tritt sie besonders hart auf die Bremse. Eine Datenanalyse.

Die AfD fällt im Europaparlament durch ihr Abstimmungsverhalten auf. Sie steuert bei Themen wie Frauenrechte, Demokratie-Defizite in Ungarn und bis vor kurzem in Polen sowie bei Klima- und Umweltschutz einen harten Kurs – selbst im Vergleich zum Rest der rechtspopulistischen Fraktion "Identität und Demokratie" (ID).....

Auf Gegenkurs beim Klima- und Umweltschutz

Grafik: Abstimmungsverhalten bei Umwelt- und Klimaschutz

Beim Themenkomplex Klima- und Umweltschutz, dem BR24 Data 26 Abstimmungen zuordnen konnte, bietet sich ein ähnliches Bild. Die Vorschläge und Resolutionen zielten vor allem auf die Finanzierung des "Green Deal" (des ökologisch nachhaltigen Umbaus von Europas Wirtschaft und Gesellschaft), die Reduktion von Emissionen, die Förderung alternativer Kraftstoffe, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschenrechte oder den besseren Zugang zu Umweltdaten. Ziel war jeweils eine Verbesserung des Klima- und Umweltschutzes. Was das Stimmenverhältnis betrifft, votierten die AfD-Abgeordneten im Vergleich zur restlichen ID häufiger mit Nein.

Söders Genderverbot: Ein "*innen" - das reicht als Botschaft

 hier Süddeutsche Zeitung   3. April 2024, Von Bernd Kastner

Demo gegen Söders Genderverbot: Vor der Staatskanzlei haben Protestierende ihren Unmut gegen das bayerische Genderverbot ausgedrückt.

Zwei Personen klettern vor der Staatskanzlei auf Fahnenmasten, um gegen das Genderverbot der bayerischen Regierung zu protestieren. Auch bei den Studierenden in München regt sich Widerstand.

Mittwoch, 3. April 2024

 


  Ein Vorzeigeprojekt der BUND-Gruppe Meersburg wird nun offiziell eingeweiht.


     Freitag, 19. April 2024, 15.00 Uhr

      Baitenhausen bei Meersburg

 (kleiner Wanderparkplatz vor  Baitenhausen von Ahausen  kommend)


 


An der Umgestaltung eines ehemaligen Trafohäuschens zu einem Artenschutzturm waren maßgeblich der BUND Meersburg und die Firma Holzbau Schmäh beteiligt.

Herzliche Grüße

Gabriela Lindner  (BUND Bodennseekreis)

 


Internationaler Faktencheck-Tag am 2. April 2024: gegen Desinformation und für mehr Fakten

 IN EIGENER SACHE  correctiv hier

Der 2. April ist der internationale Tag des Faktenchecks – für uns Anlass für ein Interview mit Uschi Jonas von CORRECTIV.Faktencheck und Caroline Lindekamp vom CORRECTIV.Faktenforum. Was hilft eigentlich wirklich gegen Desinformation und wie wichtig ist das im Superwahljahr 2024?

Superwahljahr 2024: Wie Fake News und Desinformation uns beeinflussen sollen

 t3n  hier  Von Claudia Wieschollek  28.03.2024

Vor den Wahlen lauert eine Gefahr: Experten warnen vor mehr Fake News und wie sie die Wahlen beeinflussen können. Da stellt sich die Frage: Was bewirkt Desinformation?

2024 ist ein Superwahljahr: Neben der US-Präsidentschaftswahl und dem Urnengang für das Europäische Parlament stehen in Ostdeutschland drei richtungsweisende Landtagswahlen an. Nach dem Verfassungsschutz warnt nun auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) vor Versuchen, durch Desinformationen Einfluss auf anstehende Wahlen zu nehmen.

Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass 81 Prozent der Deutschen Desinformation im Internet als Bedrohung für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt betrachten. 67 Prozent machen sich Sorgen, dass Desinformation den Ausgang von Wahlen beeinflussen könnte. Der Internationale Faktencheck-Tag am 2. April legt das Augenmerk auf die Reichweite und den Einfluss von Falsch-Informationen im Netz.

Anmerkungen, Fragen zu „Ravensburg steht auf“

Gedanken  zu den Demos gegen Rechts in Ravensburg und dem Schussental
von Wolfram Frommlet vom 18.3.24

Ravensburg steht auf. Dann ist es bisher gesessen? Am Stammtisch, auf dem Fernseh-Sessel, vor Lanz und Illner, oder manche vielleicht doch eher vor Arte und Phoenix?


Nicht erwähnt wird, dass Ende Januar bereits gut 9.000 Menschen auf einer Demonstration gegen Rechts den Marienplatz füllten. 

Nun also, am 21. März, erhoffte 10.000 für Demokratie und Toleranz, gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Klingt gut, ist es jawohl auch, im „Lebenswerten Schussental.“

Ein paar Fragen:

Wenn es die AfD nicht gäbe, wäre alles ok mit der Demokratie?

Dienstag, 2. April 2024

 


Gesellschaftsvertrag: Wo bleibt das Parlament der Dinge?

hier  Podcast im Deutschlandfunk anhören  Von Claus Leggewie | 31.03.2024

Claus Leggewie, Jahrgang 1950, ist Professor für Politikwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Mitherausgeber der Blätter für deutsche und internationale Politik. Von 2007 bis 2017 war

Dass etwas getan werden muss, um den Klimawandel zu stoppen, ist klar. Dass dies schnell geschehen muss, ist auch klar. Aber mit welchen Mitteln? Die demokratischen Hebel sind nicht gerade erfolgreich, wenn es von der Theorie ins Handeln gehen soll.

Demokratien stehen unter enormen Zeitstress, die Kipppunkte des Erdsystems scheren sich nicht um Legislaturperioden und Koalitionsverträge

Im Klimawandel können Böden zur Schlüsselressource werden

Ein guter Ansatz, ohne Frage. 

Doch ist es wirklich so, dass in erster Linie die heutigen Kinder zu wenig Bewusstsein haben? Mir scheint es eher so, dass es den heutigen Erwachsenen generell an Bewusstsein fehlt, und damit auch den Menschen, die doch in und mit der Natur arbeiten, speziell in der Landwirtschaft.

Es gibt wenige Betriebe, die die Problematik mit der Bodengesundheit erkannt haben, aber die große Masse?
Wie sonst wäre es zu erklären, dass  Klimaschutz -, Bodenschutz-  und Biodiversität-Maßnahmen so massiv ausgebremst werden, die doch alle irgendwie miteinander zu tun haben?


hier  Alois Pumhösel  31. März 2024

Es fehlt an Bewusstsein für die große Rolle, die Humus als Kohlenstoffspeicher spielen kann. Forschende wollen dieses Wissen schon im Kindergarten vermitteln

Gesunde und nachhaltig bewirtschaftete Böden sichern nicht nur die Lebensmittelversorgung, sondern können als CO2-Speicher auch dabei helfen, die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern.

Studie: Mensch und Natur entfremden sich

 hier  ZDF  von Laura Hohmann  31.03.2024 

Der Abstand von Mensch und Natur wird größer - das hat Dr. Victor Cazalis analysiert. Woran das liegt und warum der Biodiversitätswissenschaftler trotzdem optimistisch ist.

Immer mehr Menschen leben in Städten, man verbringt mehr Zeit am Computer als im Grünen und Pflanzen- und Tierwelt kennt man besser aus Naturdokumentationen im Fernsehen als aus eigener Erfahrung. Dass der Mensch sich immer weniger mit der Natur beschäftigt, wird schon lange vermutet. Wissenschaftliche Fakten gibt es dazu jedoch nur wenige.

Biodiversitätswissenschaftler Dr. Victor Cazalis hat sich deswegen intensiv mit der Frage beschäftigt, wie sich das Verhältnis von Menschen und Natur objektiv untersuchen lässt. Zusammen mit einem deutsch-französischen Forscherteam vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Leipzig hat er 2022 eine Metaanalyse veröffentlicht.

Wohlstand - aber anders: Island setzt auf die Wellbeing Economy

hier  ZDF  von Claire Roggan  26.03.2024


Wachstum dominiert seit Jahrzehnten unser Denken und Handeln. Doch ist das in Zeiten von Umwelt- und Wirtschaftskrisen noch zeitgemäß? Island zeigt, wie es auch anders gehen kann.



Die weltweite Wirtschaft durchlebt eine Phase der Unsicherheit: stagnierende Märkte, schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt und düstere Prognosen für das laufende Jahr. Die Annahme, dass Wirtschaftswachstum gleichbedeutend mit Fortschritt und ein wachsendes Bruttoinlandsprodukt mit besseren Lebensbedingungen einhergehen, durchzieht die politischen Debatten und ökonomische Analysen. Doch geht es auch anderes? Ist es an der Zeit, unser Wachstumsimperativ über den Haufen zu werfen? Was wäre, hätte man andere Kennzahlen?