Vermutlich tut das den deutschen Fahrzeugherstellern momentan noch nicht so sehr weh - eher den Gebrauchtwarenabsatz unserer alten Autos wird es behindern......
Gavin Mooney
Äthiopien hat 2024 den Import fossiler Fahrzeuge verboten – und setzt nun schnell auf Elektrofahrzeuge um.
Was vielleicht noch interessanter ist, ist, dass dies nicht in erster Linie von Klimapolitik getrieben wurde.
Das Land importiert fast seinen gesamten Transportkraftstoff, was einen enormen Druck auf die Staatsfinanzen und die Devisenreserven ausübt. Gleichzeitig verfügt Äthiopien über billigen und reichlich vorhandenen Strom, der hauptsächlich aus Wasserkraft stammt und sogar in Nachbarländer exportiert.
Das verändert die wirtschaftliche Lage komplett.
Die Logik lautete ungefähr so: Wenn das Land sowieso Autos importieren muss, kann es genauso gut weniger Öl importieren und sich für ein Öl entscheiden, das die lokale Luftqualität verbessert und günstiger zu kaufen ist.
Das Ergebnis ist ein rascher Zustrom preisgünstiger chinesischer Elektrofahrzeuge sowie ein Boom lokaler Montagebetriebe, die Elektroautos, Minibusse sowie Zwei- und Dreiräder herstellen.
Mehrere Faktoren beschleunigen den Wandel:
✅ Die Einfuhrsteuern auf Elektrofahrzeuge wurden stark gesenkt, wodurch sie kostengünstig im Vergleich zu gebrauchten fossilen Fahrzeugen wettbewerbsfähig sind
✅ Äthiopiens bestehender Fahrzeugbestand war stark auf alternde Importfahrzeuge mit hohen Kraftstoff- und Wartungskosten angewiesen, was neuere Elektrofahrzeuge immer attraktiver machte
✅ Die Banken wurden eher bereit, neue Elektrofahrzeuge zu finanzieren als ältere importierte Verbrennerfahrzeuge
Das macht die Geschichte so interessant.
Historisch gesehen führten steigende Einkommen in Entwicklungsländern zu jahrzehntelanger steigender Ölnachfrage, da der Fahrzeugbesitz zunahm.
Äthiopien könnte nun einen anderen Weg einschlagen.
Da der Autobesitz immer noch relativ gering ist, wird ein Großteil des zukünftigen Verkehrswachstums des Landes zunehmend durch Elektrofahrzeuge erfolgen, die mit inländischem Strom betrieben werden, statt mit importierten fossilen Brennstoffen.
Der Übergang befindet sich noch in einem frühen Stadium. Die Ladeinfrastruktur bleibt begrenzt und viele Herausforderungen bestehen.
Doch Äthiopien wird zu einem wichtigen Beispiel dafür, wie sinkende Batteriekosten und günstige chinesische Elektroautos einigen Entwicklungsländern ermöglichen, die Ölabhängigkeit zu verringern, indem sie direkt in Richtung Elektroverkehr überspringen.
Climate Change / ESG Professionals Group / LinkedIn
Bisma Inaya
Das erste Land, das Benzin- und Dieselautos verbot waren nicht Norwegen, Deutschland oder China.
Es war Äthiopien.
Im Jahr 2024 wurde Äthiopien die weltweit erste Nation in der der Import von Benzin- und Diesel-Fahrzeugen verboten wurde, was einen raschen Wandel hin zur elektrischen Mobilität erzwingt.
Nur ein Jahr später:
➤ 100 Elektrobusse wurden in den öffentlichen Nahverkehrsbestand von Addis Abeba aufgenommen
➤ 17 EV-Montagewerke wurden gegründet
➤ Elektrofahrzeug-Anreize beschleunigten die Einführung
➤ Investitionen erweiterten den elektrischen öffentlichen Nahverkehr
Für Fahrer ist der Unterschied unmittelbar: ruhigere Straßen, sauberere Luft und null Abgasemissionen der neuen Busse.
Manchmal kommen die größten Änderungen von Orten, mit denen niemand gerechnet hat.
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