Dienstag, 12. Mai 2026

Deutschlands Kohleaustritt bewegt sich still und leise schneller als erwartet.

Gavin Mooney

Das aktuelle deutsche Recht erlaubt die Kohleerzeugung noch bis 2038. Doch Forscher und Regierungsberater gehen zunehmend davon aus, dass die Ökonomie einen Großteil der Flotte dazu zwingen wird, Jahre früher in den Ruhestand zu gehen.

Auf der aktuellen Entwicklung scheint 2031 oder 2032 ein realistisches Enddatum zu sein.

Bild: Garzweiler Tagebau, Deutschland

Im Jahr 2000 lieferte die Kohleerzeugung mehr als die Hälfte des deutschen Stroms. Heute liefert er nur noch 21 %. 

Warum?

  • Steigende CO2-Preise in der EU erhöhen stetig die Kosten für die Kohleerzeugung

  • Wind- und Solarenergie verringern die Auslastung von Kohlekraftwerken im gesamten Stromsystem

  • Kohlewerke haben wirtschaftliche Schwierigkeiten, wenn sie seltener laufen und weniger Einnahmen erzielen

Und das ist nicht einzigartig für Deutschland.

In Australien stehen Kohlekraftwerke, die noch offiziell bis in die 2040er Jahre betrieben werden sollen, bereits zunehmendem Druck durch sich schnell verändernde Marktbedingungen.

Günstige Solarenergie treibt die Tages-Großhandelspreise zunehmend nahe an null oder sogar negativ. Batterien beginnen, um die abendliche Spitzennachfrage zu konkurrieren. Und alternde Kohlekraftwerke werden immer teurer in Wartung und Betrieb.

Das Ergebnis ist, dass Kohlekraftwerke seltener laufen und es schwieriger ist, laufende Investitionen zu rechtfertigen.

Dieser Übergang wird also zunehmend wirtschaftlich und nicht nur durch Klimapolitik vorangetrieben. Und marktgetriebene Übergänge sind politisch oft viel schwerer rückgängig zu machen.


Quelle: Wikimedia Commons. 

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