Mittwoch, 20. Mai 2026

Denn die Frage ist nicht mehr, ob sich die Energiewende lohnt. Sondern für wen

 

EWS Elektrizitätswerke Schönau eG

Die Energiewende rechnet sich – nicht irgendwann, sondern konkret vor Ort.

Eine aktuelle Studie zeigt: Wenn der Ausbau von Wind- und Solarenergie gelingt, können die Einnahmen für Städte und Landkreise bis 2033 auf 12,4 Milliarden Euro steigen. Gleichzeitig entstehen mehr als 50.000 neue Arbeitsplätze.

Doch entscheidend ist, wer davon profitiert. Heute bleibt nur rund die Hälfte der Wertschöpfung in den Regionen – der Rest fließt an externe Investoren ab.

Die Lösung liegt auf der Hand: Bürgerenergie, lokale Beteiligung und Modelle, die Wertschöpfung dort halten, wo sie entsteht.


TAZ hier 16.5.2026 Lalon Sander

Studie zur regionalen Energiewende

Mehr Jobs und Geld durch Wind und Solar: Eine Studie zeigt, wie die Energiewende regionale Wirtschaften bereichert. Viele Städte und Landkreise könnten so Millionen Euro einnehmen.

Deutsche Städte und Landkreise können ihre Einnahmen aus erneuerbaren Energien bis 2033 von 5,5 auf 12,4 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Das zeigt eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Wenn die Ausbauziele für Solar- und Windkraft erreicht werden, könnten in den kommenden zehn Jahren mehr als 50.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Vor allem ländliche Regionen würden von zusätzlichen Gewinnen örtlicher Firmen und höheren Steuereinnahmen profitieren.

Die Ergebnisse beruhen auf Modellrechnungen für rund 400 deutsche Landkreise und Städte sowie auf Analysen ausgewählter Praxisbeispiele. „Überall in Deutschland gibt es bereits Pionierregionen, die den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht nur unterstützen, sondern als strategischen Hebel für ihre eigene Entwicklung nutzen“, sagte Studienautor Frederick Sixtus vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. „Wenn die Regionen voneinander lernen, wird die Energiewende für alle zum wirtschaftlichen Gewinn.“

Schon jetzt erzielen erneuerbare Kraftwerke Einnahmen von 10 Milliarden Euro. Bis 2033 würden sie auf mehr als 21 Milliarden Euro steigen. Allerdings bleibt derzeit nur etwa die Hälfte des Geldes in der Region. Der Rest fließt ab, weil Großanlagen oft externen In­ves­to­r:in­nen gehören. In Vorreiterregionen gehen laut Studie bis zu zehn Prozent des Wirtschaftswachstums der vergangenen zehn Jahre auf den Ausbau der erneuerbaren Energien zurück.

Taz / Grafik: Lalon Sander

Quelle: BI, IÖW & IW Consult (2026)

Kartenmaterial: © OSM


Allerdings profitieren derzeit nicht alle Regionen gleichermaßen. Ein Großteil der Einnahmen stammt aus der Windkraft, die in Norddeutschland ein höheres Potenzial hat als im Süden. 

So auch in dem vorgestellten Szenario für 2033: Während in den meisten Kreisen Deutschlands die Einnahmen bei unter 40 Millionen Euro im Jahr liegen, erreichen sie in den Windkraftregionen Norddeutschlands oft mehr als 80 Millionen Euro jährlich. An der Spitze steht der Kreis Emsland in Niedersachsen mit 152 Millionen Euro.

Bessere Angebote von Bund und Ländern

Dennoch könnten auch süddeutsche Landkreise durch den Ausbau erneuerbarer Energien und regionale Konzepte profitieren. Die zusätzlichen Einnahmen könnten Kommunen größere finanzielle Spielräume geben, etwa für bessere Infrastruktur, höhere Kita-Quoten und schnelleren Breitbandausbau.

Um mehr Geld vor Ort zu halten, schlagen die Au­to­r:in­nen finanzielle Beteiligungsmodelle, Bürgerenergiegesellschaften und lokale Stromtarife vor. Bundes- und Landesregierungen sollten Beratungsangebote schaffen, gesetzliche Hürden abbauen und bei Förderprogrammen die Wertschöpfung vor Ort von Anfang an im Blick behalten.



Daniel Fuerstenwerth

600.000 EUR kann eine Kommune nach §6 EEG für ein Windrad erhalten. 

Das klappt derzeit ganz gut im Westen - nicht aber im Osten. 

Das ist die Erkenntnis einer ersten Analyse der Auszahlungen nach §6 EEG: www.eeg6.de

Sofern das stimmt, wäre das mindestens ein Erklärungsansatz für die geringer werdende Akzeptanz für EE-Ausbau im Osten.

Und ein Auftrag an die Politik in Ländern und Kommunen: Warum werden die staatlich angebotenen Zahlungen von 0,2 ct/kWh - oder 600.000 EUR pro Windrad über 20 Jahre - nicht weit mehr als bisher an die Kommunen im Osten ausgezahlt? 

Was ist zu tun, damit das Geld bei den Menschen vor Ort ankommt?

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