Montag, 11. Mai 2026

Update: Unternehmen zahlen den Preis für politische Halbherzigkeit


Harald M. Depta 

Ihre Geschäftsführung plant den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, doch der Betrieb läuft weiter auf Gas und Öl. 

Das ist die Kernbotschaft der aktuellen Debatte: Deutschland predigt Klimaschutz, bleibt aber importabhängig – 81 Mrd. Euro jährlich für fossile Energieträger, 95 Prozent Erdgas, 98 Prozent Öl importiert.

Kürzlich ging die erste internationale Konferenz zum Fossil-Ausstieg in Santa Marta zu Ende. Ohne Blockierer wie Saudi-Arabien oder Russland forderten 50 Länder klare Fahrpläne – (Deutschland blieb) erfolglos, ohne verbindliche Ergebnisse. 

Gleichzeitig verabschiedete die Bundesregierung das Klimaschutzprogramm 2026 mit 67 Maßnahmen und versprochenen 25 Mio. Tonnen CO2-Einsparung bis 2030.

Doch Kritiker sehen Täuschung: Die Lücke beträgt 30 Mio. Tonnen, Maßnahmen sind unvollständig, und geplante Netzpakete bremsen Erneuerbare.
Für Industrie und Kommunen bedeutet das Risiko: Hohe Strompreise (aktuell 16 Cent/kWh) trotz Subventionen auf 5 Cent ab 2026, aber keine echte Unabhängigkeit.

Unternehmen zahlen den Preis für politische Halbherzigkeit. Statt auf Importe zu setzen, sollten Sie eigene PV-Anlagen skalieren – für Werke, Fuhrparks, Gewerbeparks. B2B-Stromhandel mit Solar wird attraktiver: EEG-Novelle vereinfacht, Blockchain ermöglicht Peer-to-Peer ohne Händler.
Koppeln Sie das mit E-Mobilität, reduzieren Sie Kosten um bis zu 50 Prozent langfristig.

Kommunen: Nutzen Sie Dachflächen für lokale Netze, entlasten Sie Budgets von volatilen Gaspreisen. 

Ein Beispiel: Stahlwerk mit PV und E-Lastwagen – kalkulierbare Energiekosten, CO2-Reduktion, Wettbewerbsvorteil. Die Politik liefert keine Fahrpläne? Fordern Sie Eigenverantwortung – prüfen Sie Machbarkeit für Ihren Standort.



Irgendwo fehlt mir da das notwendige Puzzle-Stück muss ich gestehen.
Ich freue mich über die Anwesenheit des erfahrenen Umweltstaatssekretärs Jochen Flasbarth in Kolumbien und glaube auch fest an Umweltminister Schneiders Redlichkeit.

Aber wie passt das denn zu Reiches Lobby-Ambitionen, die doch Kanzler Merz parteipolitisch wesentlich näher steht? Wie passt das zum regelmäßigen Kniefall vor der fossilen Lobby?

Ich frag mich wirklich: Was will die deutsche Regierung in Kolumbien, solange das deutsche Klimaschutzprogramm so offensichtlich die Versäumnisse aufzeigt? Solange erfolgreiche Klimaklagen vorsätzlich nicht umgesetzt werden und stattdessen den erfolgreichen NGO`s mit Entzug von Geldern gedroht wird?

Geht so Regieren - ist das nicht eher ein Durchwurschteln und Sand-in-die-Augen-streuen ohne einen rechten Plan?


Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) /LinkedIn

Der Trend ist eindeutig: Erneuerbare Energien werden weltweit ausgebaut!

Das ist gut, denn die Abkehr von fossilen Energien und der Ausbau der Erneuerbaren sind wichtig für den Schutz des Klimas. 

Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien: Sie stärken die Energiesicherheit, wirtschaftliche Resilienz und Bezahlbarkeit. 

Deshalb treffen sich aktuell 60 Regierungen aus aller Welt in Kolumbien (Santa Marta) und beraten, wie eine beschleunigte Abkehr von Kohle, Öl und Gas gelingen kann. 

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth ist vor Ort: "In Santa Marta kommt erstmals eine "Koalition der Ausstiegs-Macher" zusammen. Dass diese Vorreiterkoalition schon so groß ist, ist ein ermutigendes Zeichen. 

Relevante Teile der Weltgemeinschaft sind bereit, die Ursachen der aktuellen fossilen Energiekrise anzugehen. Zum Glück gibt es gute Gegenmittel gegen fossile Abhängigkeiten: der Ausbau der erneuerbaren Energien, Investitionen in Netze und Speicher und die Elektrifizierung von Mobilität und Wärmeversorgung. 

All das treiben wir national und international voran. Letztlich braucht es beides: Konferenzen für Vorreiterallianzen wie in Santa Marta und Konferenzen, die einen globalen Konsens vorbereiten wie den Petersberger Klimadialog. Denn um global verbindliche Entscheidungen auf der Weltklimakonferenz zu erreichen, braucht es gute Beispiele aus der Praxis und gute Diplomatie zwischen unterschiedlichen Interessengruppen, um am Ende zu einstimmigen Ergebnissen zu kommen."

Mögliche Ergebnisse der Konferenz fließen in den von der brasilianischen COP30-Präsidentschaft angekündigten internationalen Fahrplan zur Abkehr fossiler Energien ein. Dieser soll vor der COP31 Türkiye in Antalya im November 2026 veröffentlicht werden.

Weitere Infos: https://lnkd.in/e4AiQqTB




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