Deutsche Hausbesitzer könnten Milliarden sparen:
Wenn in Deutschland alle Einfamilienhäuser von fossilen Brennstoffen auf elektrische Wärmepumpen umsteigen, ergeben sich Milliardenpotenziale.
Ein Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf Wärmepumpen in deutschen Einfamilienhäusern hätte in der vergangenen Heizperiode sowohl Energiekosten als auch CO2-Emissionen deutlich senken können.
Eine aktuelle Berechnung des Energieunternehmens E.ON ergibt auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes, des Umweltbundesamtes und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dass Eigentümer rechnerisch 2,28 Milliarden Euro hätten einsparen können. Die Ergebnisse liegen t-online vorab vor.
Untersucht wurden Einfamilienhäuser in der vergangenen Heizsaison, also von Oktober 2025 bis März 2026. Grundlage der Berechnung ist ein durchschnittlicher Wärmebedarf während der Heizperiode von knapp 14.000 Kilowattstunden pro Haus. Für die Analyse wurden rund 8,74 Millionen selbst genutzte Einfamilienhäuser berücksichtigt, die derzeit noch mit Öl oder Gas beheizt werden. Die Berechnungen basieren unter anderem auf durchschnittlichen Wohnflächen, Wärmebedarfen sowie aktuellen Energiepreisen für Erdgas, Heizöl und Wärmepumpenstrom.
"Abhängigkeit von fossilen Energien verringern"
Martin Endress, Chief Commercial Officer bei E.ON Energie Deutschland, erklärte dazu: "Langfristig trägt eine stärkere Elektrifizierung des Wärmesektors dazu bei, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern signifikant zu verringern", so Endress mit Verweis auf die aktuelle Lage im Iran-Krieg.
Methodik
Für die Berechnung nahm E.ON unter anderem einen durchschnittlichen Erdgaspreis von 11 Cent pro Kilowattstunde, einen Heizölpreis von 73,66 Euro pro Hektoliter sowie einen Wärmepumpenstrompreis von 26 Cent pro Kilowattstunde an. Die Heizperiode wurde mit dem Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 31. März angesetzt.
Neben möglichen Kostenvorteilen verweist die Analyse auch auf Einsparpotenziale bei den CO2-Emissionen. Würden alle bislang fossil beheizten Einfamilienhäuser auf Wärmepumpen umstellen, könnten beim aktuellen Strommix während einer Heizsaison rund 14,1 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Aktuell besteht der deutsche Strom zu fast 60 Prozent aus erneuerbaren Energien.
Zusätzliche Einsparungen seien laut E.ON möglich, wenn Wärmepumpen intelligent gesteuert und in das Energiesystem integriert werden.
Dabei werde ein Teil des Stromverbrauchs in Zeiten geringerer Netzauslastung verlagert, "ohne Einfluss auf die Raumtemperatur oder den Wohnkomfort", wie das Unternehmen mitteilte. Durch Boni für einen optimierten Betrieb sowie reduzierte Netzentgelte könnten Haushalte unter bestimmten Voraussetzungen weitere Kosten sparen.
Für die intelligente Steuerung einer Wärmepumpe und anderen Geräten wie Wallbox oder Solaranlage ist der Einbau eines Smart Meters notwendig. Diese werden in den nächsten Jahren in allen Haushalten verpflichtend eingebaut.
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