Lisa Müller /LinkedIn
Was für die meisten nicht zusammenpasst, ist für viele Anhänger:innen von radikalisierten Gruppierungen (A*D, MAGA, etc.) kein Widerspruch.
Nein, es sind doch „empowerte“ Frauen, die sich z.B. auf dem Women‘s Leadership Summit von Turning Point USA treffen! Leadership: echte Anführerinnen – die sich aber möglichst schnell einen Anführer suchen, bitte.
Dieses jährliche Treffen, das u.a. mit Erika Kirk stattfindet, ist quasi ein Propaganda-Instrument der radikalisierten Anhängerschaft Trumps. In diesem Jahr darf man besonders genau hinhören, kommen doch auch Rednerinnen auf die Bühne, die für ein Änderung des Stimmrechts sind. „Household Vote“ – eine Stimme pro Haushalt. Pardon, pro „Oberhaupt“, pro Ehemann. Richtig gelesen, diese selbsternannten Powerfrauen wollen sich selbst das Wahlrecht entziehen.
Die Idee ist in Trumps Umkreis schon lange verbreitet, so absurd ist die Umsetzung für viele gar nicht. Um auch weibliche Bevölkerungsteile davon zu überzeugen, werden vermeintlich emanzipatorische Buzzwords eingestreut.
Turning Point USA ist das Vorbild, nach dem 2025 Wendepunkt Deutschland gegründet wurde – gemeinsam mit A*Dlern und CDUlern. Und wir blicken einem Herbst entgegen, in dem u.a. in Sachsen-Anhalt die AfD mit über 40 Prozent gewählt werden könnte. Im Regierungsprogramm: „Familie als Keimzelle der Gesellschaft“, freie Lebensgestaltung wird unter Falschbehauptungen als „pervers-linker“, „radikal feministischer (…) Ungeist“ bezeichnet. Der Faschist Höcke aus Thüringen sagte schon einst: Wir wollen keine Frauenrechte, wir wollen keine Kinderrechte.
Und auch bei der Union lässt sich wie bei Turning Point USA seit geraumer Zeit eine versuchte Verwässerung des Feminismus beobachten. So bezeichnet sich doch plötzlich ein Philipp Amthor als Feminist, dessen Büroleiter noch 2025 Mitglied einer rechtsextremen Burschenschaft war.
Es gibt auch eine Dorothee Bar, die sich selbst „Erfahrungsfeministin" nennt (um sich von den vermeintlichen „Theorie-Feminist:innen" abzugrenzen) - „Feminismus" wird also genutzt, um auf andere Frauen herabzublicken. Und das während sie immer wieder - abwechselnd lächelnd oder mit Bestürzung, aber stets mit schwacher Datenlage - gegen Abtreibung und Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen argumentiert.
Damit das nochmal deutlich gesagt wird: Feminismus ist Wahlfreiheit - auch die Wahlfreiheit, Mutter und Hausfrau zu sein. Aber dazu gehört auch die Wahlfreiheit, es nicht sein zu müssen. Wahlfreiheit ist das kostbarste, das Frauen sich erkämpft haben. Der weltweite Backlash will uns was anderes verkaufen. Die Freiheit von uns allen, die endet mit der Aufgabe unserer Rechte.
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