Harald M. Depta
2,2 Gigawattstunden neu installierte Batteriespeicherkapazität in einem einzigen Quartal – das ist kein Zufallsergebnis, sondern ein klares Marktsignal.
Laut der Datenplattform Battery Charts des ISEA der RWTH Aachen ist der deutsche Batteriespeichermarkt im ersten Quartal 2026 um rund 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen.
Auffällig dabei: Der Heimspeichermarkt stagniert weitgehend – der eigentliche Treiber ist der Großspeichermarkt, der sich mit einem Plus von 119 Prozent auf rund eine Gigawattstunde Zubau erstmals auf Augenhöhe mit dem Heimsegment bewegt.
63 neue Großspeicher gingen in Q1 2026 in Betrieb – fast dreimal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Die mittlere Anlage kommt auf 16,3 Megawattstunden Kapazität bei 7,4 Megawatt Leistung. Bis 2027 sind bereits weitere acht Gigawattstunden im Marktstammdatenregister vorgemeldet.
Weniger beachtet, aber relevant: Auch der Gewerbespeichermarkt wächst deutlich – plus 58 Prozent, rund 2.200 neue Anlagen, mittlere Systemgröße inzwischen bei 74 Kilowattstunden.
Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der EnWG-Novelle vom November 2025: Gewerbespeicher können seitdem neben Eigenverbrauch und Lastspitzenkappung auch am Energiehandel teilnehmen, ohne ihre Netzentgeltbefreiung nach §118 Abs. 6 zu verlieren. Damit öffnet sich ein wirtschaftliches Fenster, das bislang nur Großakteuren zugänglich war.
Was das für Unternehmen bedeutet:
Wer heute über einen Gewerbespeicher nachdenkt,
denkt nicht mehr nur über Kostenoptimierung nach –
sondern über aktive Teilnahme am Strommarkt.
Das ändert die Kalkulation grundlegend.
Der Markt zeigt, wohin die Reise geht. Die entscheidende Frage ist nicht, ob Speicher kommen – sondern wann der richtige Zeitpunkt für die eigene Anlage ist.
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