Samstag, 30. Mai 2026

Wir können und müssen nun die Zwangsvollstreckung weiterer massiver Klimaschutzmaßnahmen vor Gericht durchsetzen

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH  29.05.2026

Bitte stärken Sie uns den Rücken gegen neue Bedrohungen – und für die Durchsetzung unserer ersten Klimaschutz-Zwangsvollstreckung gegen Friedrich Merz & Katherina Reiche!

Man könnte fast meinen, dass sich die Bedeutung unserer am 29. Januar gegen die Bundesregierung gewonnenen Klimaklage an Zahl und Inhalt neuer Anfeindungen und Bedrohungen ablesen lässt, die wir seitdem erfahren. 

Nachdem sich rechtslastige und den Ölkonzernen nahestehende Medien wie die NZZ über eine angebliche „Klimadiktatur der DUH“ als Folge unseres Gerichtserfolges ereiferten und die Zeitung mit den vier Großbuchstaben neben der Deindustrialisierung Deutschlands eine Verarmung der Menschen voraussah (zum Essen nur noch trocken Brot; Wäsche müsse im Fluss gewaschen werden), erlebe ich fast täglich neue Hass- und Bedrohungsbotschaften, anonyme Anrufe und seit Jahren erstmals wieder einen Identitätsdiebstahl.

Offensichtlich beeindruckt unser rechtskräftiger, gerichtlicher Titel gegen die Bundesregierung auf zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen die Energie- und fossilen Industriekonzerne.
Und die Verknappung von Kerosin, Diesel, Benzin und Erdgas als Folge des Irankrieges passt der Lobbyistin im Energieministerium Katherina Reiche nicht ins Konzept. Schon am 25. März, dem Tag der Veröffentlichung des dank unseres Klageerfolges notwendig gewordenen neuen Klimaschutzprogramms, war klar, dass trotz der von uns damit durchgesetzten 2.000 neuer Windräder eine gewaltige Lücke an Klimaschutzmaßnahmen, wie eben ein Tempolimit auf Autobahnen oder der beschleunigte Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, verbleibt.

Wir haben Bundesumweltminister Schneider etwas ungläubig gefragt, ob er tatsächlich mit dem vorgestellten Miniprogramm das höchstrichterliche Urteil erfüllen wolle oder ob wir in diesem Frühjahr eine Korrektur und Erweiterung des Programms erleben werden

Seine Antwort fiel ernüchternd aus: Nein, keine weiteren Maßnahmen, es bleibe bei diesem vorgestellten Klimaschutzprogramm. Damit war klar: Wir können und müssen nun die Zwangsvollstreckung weiterer massiver Klimaschutzmaßnahmen vor Gericht durchsetzen.

Jeder Bürger muss sich an Recht und Gesetz halten und rechtskräftige Urteile beachten. Das gilt ganz besonders aber auch für eine Bundesregierung, die ihre eigenen Gesetze auf Druck der Fossil-Konzerne mit Füßen tritt.

Wir haben nun den höchstmöglichen Bußgeldbetrag gegen die Merz/Reiche-Regierung beantragt. Um damit kurzfristig die Ergänzung des Klimaschutzprogramms um geeignete Maßnahmen durchzusetzen. 

Dabei hat uns ausgerechnet der eigene Expertenrat für Klimafragen der Bundesregierung in seiner aktuellen Analyse in unseren Berechnungen bestätigt und der Klimapolitik ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt: Die Bundesregierung rechnet sich ihre Klimapolitik schön. Statt der behaupteten knappen Zielerreichung sieht der Expertenrat bis 2030 eine Klimaschutzlücke von 60 bis 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Das entspricht der Menge an CO2, die beim Heizen und Stromverbrauch aller Gebäude in Deutschland in einem Jahr entsteht. 

Mit der Zwangsvollstreckung der gewonnenen Klimaklage für alle Maßnahmen bis 2030 und einer weiteren Klage für die Zeit bis 2040 wollen wir wirklich wirksame Maßnahmen wie ein Tempolimit, ein schnelles Verbrenner-Aus und eine beschleunigte energetische Modernisierung von Schulen und Kindergärten durchsetzen. Wir werden nicht zulassen, dass die Bundesregierung weiter auf Zeit spielt und die Verantwortung für den Klimaschutz vertagt. Mit unseren Klimaklagen kämpfen wir konsequent dafür, dass auch die Klimaziele für 2040 sowie die gesetzlichen CO2-Obergrenzen für die Jahre 2031 bis 2040 eingehalten werden.

Die Bundesregierung ist ihrer gesetzlichen Pflicht mit dem am 25. März beschlossenen Klimaschutzprogramm 2026 nicht nachgekommen. Noch am Tag der Vorstellung selbst hat der regierungseigene Expertenrat dieses Programm als inhaltlich unzureichend bewertet. Der neue Prüfbericht des Expertenrats vom 18. Mai macht das Versagen der Bundesregierung jetzt noch deutlicher und zeigt auf, warum das Klimaschutzprogramm unhaltbar ist: Es schließt die Klimaschutzlücke nicht, die auf bis zu 100 Mio. Tonnen CO2 bis 2030 bewertet wird. Und bei den europäischen Klimavorgaben klafft laut Expertenrat bis 2030 sogar eine Lücke von 255 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Deshalb MACHEN wir jetzt DRUCK: Wir zwingen im Rahmen unseres Vollstreckungsverfahrens die Bundesregierung zu einem konkreten Maßnahmenpaket, um die CO2-Lücke im Klimaschutzprogramm zu schließen und Deutschland so wieder auf den gesetzlich festgelegten Klimaschutzpfad zurückzubringen. Mit unseren Klimaklagen werden wir die wirksamen Maßnahmen wie ein Tempolimit, den Stopp klimaschädlicher Subventionen und eine echte Stärkung von Bahn, Bus und Radverkehr durchsetzen. Allein durch ein ambitioniertes Tempolimit auf Autobahnen und außerorts kann die Klimaschutzlücke bis zum Jahr 2030 um rund ein Drittel geschlossen werden.

Doch dieser Kampf vor Gericht wird nicht leicht. Er wird Zeit, Kraft und Geld kosten. Ich bitte Sie daher ganz herzlich: Unterstützen Sie uns mit einer Spende, damit wir mit unseren Klimaklagen vor Gericht DRUCK MACHEN können für wirksamen Klimaschutz in Deutschland!

Auch die Bundesländer nehmen wir ins Visier.
So verfehlt Ministerpräsident Markus Söder krachend seine eigenen Klimaziele in Bayern und möchte fünf weitere Jahre im Klimaschutz untätig bleiben. Und die Thüringische Landesregierung unter CDU-Minister Mario Voigt plant die Komplettstreichung des Landes-Klimaschutzgesetzes. Daher verklagen wir jetzt die bayerische Landesregierung vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und die thüringische Landesregierung vor dem Thüringischen Oberverwaltungsgericht gegen die Abschaffung der landeseigenen Klimagesetze. Mit diesen Landes-Klimaklagen möchten wir die Klimaschutzblockade im Bundesrat aufbrechen und senden zudem ein klares Signal an alle anderen Bundesländer, sich ihrer Verantwortung nicht länger zu entziehen.

Wir MACHEN DRUCK auf allen Ebenen: Wir verklagen die Bundesregierung so lange, bis sie endlich wirksame Klimaschutzmaßnahmen wie ein Tempolimit oder den Ausbau der erneuerbaren Energien beschließt. Auf Länderebene prüfen wir ganz genau, wer sich an die verbindlichen Klimaschutzgesetze hält und erstreiten wirksame Klimaschutzmaßnahmen notfalls vor Gericht. Wir setzen der klimapolitischen Verantwortungslosigkeit Grenzen und machen mit Ihrer Unterstützung unmissverständlich klar: Klimaschutzgesetze sind verbindliches Recht und keine bloßen politischen Absichtserklärungen!

Meine herzliche Bitte: Stärken Sie uns den Rücken gegen die massive Gegenwehr fossiler Konzerne und rechter Politiker und unterstützen Sie unsere Klimaklagen mit Ihrer Spende.

Sie können uns auch direkt per Banküberweisung spenden. Spendenkonto: SozialBank Köln, IBAN: DE45 3702 0500 0008 1900 02, BIC: BFSWDE33XXX, Empfänger: Deutsche Umwelthilfe,  Stichwort: Klimaschutz-Zwangsvollstreckung

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