In der kolumbianischen Hafenstadt Santa Marta ist ein Durchbruch gelungen.
Dort fand vergangene Woche der erste internationale Gipfel statt, bei dem es explizit darum ging, den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zu forcieren – und die Wirtschaftsmodelle der einzelnen Staaten umzubauen.
Knapp 60 Staaten, die immerhin rund ein Drittel der Weltwirtschaft vertreten, waren dabei. Statt wie sonst auf den UN-Klimakonferenzen schon über die Frage zu stolpern, ob der Ausstieg überhaupt nötig ist, ging es bei dem Treffen ausschließlich um das Wie. Als "erfrischend", "erfolgreich" und sogar als "bahnbrechend" beschrieben Teilnehmende die Gespräche, wie die Plattform Carbon Brief berichtet.
Es war der erste Schritt für ein neues Format, das ab jetzt parallel zu den UN-Klimakonferenzen Tempo machen soll. Im nächsten Jahr veranstalten Tuvalu und Irland die Konferenz.
Bis dahin wollen viele Staaten neue nationale Klimapläne zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorlegen. Anders als bei den Klimaplänen, die Staaten bei der UN einreichen müssen, sollen die Staaten deutlich genauer aufschlüsseln, wie sie den Verbrauch und Export fossiler Brennstoffe beenden wollen.
Den Anfang machte Frankreich: Die Regierung von Emmanuel Macron nutzte die Bühne, um ihren neuen Plan für den Öl- und Gasausstieg zu zeigen. Der Anteil fossiler Brennstoffe am Energieverbrauch soll bis 2030 auf 40 Prozent sinken und 2035 auf 30 Prozent, heißt es darin unter anderem. Ab 2030 will Frankreich jährlich eine Million Wärmepumpen installieren und plant eine Elektrifizierung des Verkehrs "im großen Stil". Zwar mahnen Beobachtende, der Plan gehe angesichts der Aufgabe noch nicht weit genug, doch gilt er als Aufschlag für Staaten weltweit, ähnlich klare und umfassende Strategien auf den Tisch zu legen.
Neben den Fahrplänen wollen die Staaten daran arbeiten, das Finanzsystem so umzugestalten, dass es den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen besser unterstützt. Dazu zählt unter anderem, fossile Subventionen abzubauen und Lösungen für sogenannte Schuldenfallen zu finden – also für das Problem, dass viele ärmere Staaten hochverschuldet sind und wenig Spielraum für Investitionen in Klimaschutz- und anpassung haben. Außerdem will eine Gruppe beraten, wie der CO2-intensive Handel dekarbonisiert werden soll, heißt es in der Abschlusserklärung der Konferenz.
"Eine konkrete Agenda, die zentrale Herausforderungen adressiert, ist eines der bestmöglichen Ergebnisse", sagt dazu die kolumbianische Ökonomin Paola Yanguas vom International Institute for Sustainable Development (IISD). Besonders die Entwicklung nationaler und regionaler Fahrpläne sei ein großer Schritt. "Schon allein, dass sich die Staaten geeinigt haben, einen eigenen Prozess zu starten, um den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorwärtszubringen, ist ein historischer Erfolg."
Was daraus folgt werden wir sehen. Aber ich denke: Dass die Diskussion endlich ein Stück weit vorwärts kommt, kann sich durchaus sehen lassen. Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!
RiffReporter @riffreporter.bsky.social
Historischer Moment in Santa Marta, #Kolumbien: 57 Länder gründen eine #Koalition für den Ausstieg aus fossilen Energien – ohne die üblichen Blockierer. Das Neue: Wissenschaftlerïnnen und Zivilgesellschaft sitzen gleichberechtigt mit am Verhandlungstisch.
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