Dienstag, 19. Mai 2026

Unicef: Andere Länder zeigen, wie es weit besser geht, Deutschland liegt im unteren Mittelfeld


ARD hier 

Deutschland schneidet bei Kinderwohl unterdurchschnittlich ab

Kinderarmut, Lesekompetenz, Gesundheit - Deutschland landet in einer internationalen UNICEF-Vergleichsstudie zum Wohlbefinden von Kindern weit hinten.

Andere Länder würden zeigen, wie es besser geht.

Deutschland belegt in einer internationalen Vergleichsstudie zum Wohlbefinden von Kindern in den wohlhabenden Ländern der Welt nur Platz 25 - von insgesamt 37 bewerteten Ländern. 

Damit liege Deutschland wie schon im vergangenen Jahr im unteren Mittelfeld und bleibe weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, teilte das UN-Kinderhilfswerk in Köln mit.Niederlande, Dänemark und Frankreich vorne.

In der Studie des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti belegen die Niederlande, Dänemark und Frankreich in diesem Jahr die ersten drei Plätze. Aber auch in einigen Ländern mit deutlich geringerer Wirtschaftskraft wachsen Kinder demnach insgesamt unter besseren Bedingungen auf, so in Rumänien (Platz 9), Ungarn (Platz 10) und der Slowakei (Platz 19).

Im Durchschnitt der untersuchten Länder lebt demnach fast jedes fünfte Kind in Einkommensarmut. Ausgewertet wurden Mitgliedsländer der EU und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD).

In Deutschland stagniere die Kinderarmutsquote seit Jahren bei hohen 15 Prozent, so UNICEF. 

"Alarmierend" sei Deutschlands Abschneiden im Bereich Bildung: Nur 60 Prozent der 15-Jährigen erreichen demnach die Mindestkompetenz in Lesen und Mathematik. Damit liege Deutschland auf Platz 34 von 41 Ländern mit vergleichbaren Bildungsdaten.

Länder wie Irland, das den ersten Platz bei den Lese- und Mathekompetenzen belegte, oder auch Slowenien und Südkorea zeigten, dass bessere Ergebnisse möglich seien, auch bei teils deutlich schlechterer wirtschaftlicher Ausgangslage.

Abhängigkeit vom Familieneinkommen

In Deutschland sei zudem der Abstand zwischen Jugendlichen aus wirtschaftlich benachteiligten und wohlhabenden Familien besonders groß:
Unter den Jugendlichen aus benachteiligten Familien erreichten nur 46 Prozent die grundlegenden Kompetenzen. In privilegierten Familien seien es dagegen 90 Prozent.

Im Bereich körperlicher Gesundheit liege Deutschland mit Rang 15 von 41 im oberen Mittelfeld. Doch auch hier sei die Abhängigkeit vom Familieneinkommen offenkundig: 79 Prozent der Kinder aus dem wohlhabendsten Fünftel der Familien seien in sehr guter gesundheitlicher Verfassung, bei den ärmsten Kindern seien es dagegen nur 58 Prozent.

UNICEF-Bericht zu Deutschland   hier
Kinderarmut immer noch auf hohem Niveau
Laut einem aktuellen Bericht können mehr als eine Million Kinder ihre Grundbedürfnisse nicht decken. mehr

Beim mentalen Wohlbefinden zeigt sich der Studie zufolge ein ähnliches Bild. So berichteten in Deutschland nur 61 Prozent der 15-Jährigen aus den einkommensschwächsten Familien von hoher Lebenszufriedenheit, aber 73 Prozent der Jugendlichen aus wohlhabenden Familien. 

UNICEF Deutschland empfiehlt deshalb der Bundesregierung, Kinderarmut wirksamer zu bekämpfen und gezielt in benachteiligte Kinder zu investieren.

"Die Bekämpfung der Kinderarmut muss politische Top-Priorität werden", forderte der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Christian Schneider.

 "Unser Land vergibt Zukunftschancen: Wer heute nicht in die Teilhabe, die Bildung und die gesundheitliche Versorgung der jüngsten Generation investiert, schadet nicht nur den Kindern, sondern zahlt morgen einen hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Preis."

Vor diesem Hintergrund startet die ARD heute die Mitmachaktion #unsereKinder. Dabei können kinderfreundliche Orte und Aktionen für Kinder auf einer deutschlandweiten Karte markiert werden. Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind auch aufgerufen, dort einen Pin zu setzen, wo es Probleme gibt. Gemeinsam mit UNICEF will die ARD herausfinden, welche Veränderungen notwendig sind, damit Deutschland kinderfreundlicher wird.


Zeit hier  Quelle: DIE ZEIT, dpa, maw  Aktualisiert am 17. Mai 2026, 

Deutschland schneidet bei Kindeswohl unterdurchschnittlich ab

Das Wohlbefinden von Kindern in Deutschland ist im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich. Laut einer Studie wachsen Kinder in den Niederlanden am besten auf.

 


ARD hier  18.05.2026  Von Thomas Spickhofen, ARD Brüssel

Was niederländische Kinder besonders glücklich macht

Niederländischen Kindern geht es laut einer UNICEF-Studie besonders gut. Was läuft dort besser als in Deutschland? Ein Erklärungsversuch.

In einer UNICEF-Studie über das Wohlbefinden von Kindern hat es Deutschland nur auf einen hinteren Platz geschafft. Die Niederlande hingegen stehen ganz oben auf der Liste."

Wir lassen die Kinder erstmal Kinder sein", sagen viele Eltern in den Niederlanden - und dazu gehört nicht nur, viel zu spielen und bei Wind und Wetter draußen zu sein, sondern auch ein bewusster Erziehungsansatz.

Fachleute verweisen darauf, dass in den Niederlanden schon früh die Stichworte Freiheit, eigene Erfahrung und Selbstständigkeit eine besondere Rolle spielen. Gut zu beobachten ist das zum Beispiel auf Spielplätzen, wo niederländische Eltern ihre Kinder eher aus der Ferne beaufsichtigen und erst spät eingreifen. Da darf ein Kind auch mal hinfallen, in jeder Hinsicht - um zu lernen, wie man dann wieder aufsteht.

Leistungsdruck setzt später ein

Auch in der Schule setzt der Leistungsdruck durch Zensuren erst spät ein. Die Basisschule für alle beginnt mit etwa vier Jahren und dauert acht Jahre. In dieser Zeit stehen neben Lesen, Schreiben und Rechnen vor allem soziale Kompetenzen im Mittelpunkt - zum Beispiel die Fähigkeit, zu diskutieren oder selbst Verantwortung zu übernehmen.

Der Anspruch, perfekt zu sein, ist geringer. So entsteht eine Atmosphäre ohne Versagensängste, in der sich die individuellen Fähigkeiten der meisten Kinder besser entfalten können. Die Trennung zur weiterführenden Schule erfolgt dann erst mit zwölf Jahren.

Fahrrad als Mittel der Unabhängigkeit

Wichtig ist aber auch das familiäre Umfeld. Fixpunkte wie ein gemeinsames Frühstück oder Abendbrot sowie Eltern, die in Teilzeit arbeiten, zählen zu den Standards niederländischer Familien.

Ebenso das Fahrrad, das für mehr als ein Drittel aller Niederländer das wichtigste Fortbewegungsmittel ist. Ihre Kinder sitzen schon sehr früh im Sattel, lernen, wie man sich eigenverantwortlich im Straßenverkehr bewegt - und sind so bereits als Jugendliche weitgehend unabhängig vom Mama- oder Papa-Taxi.


TAZ hier

UNICEF-Studie zum Kindeswohl: Deutschland wieder weit abgeschlagen

NTV hier

Grüne alarmiert über Kinderarmut in Deutschland

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