Anna Lena Samborski / Urgewald
Umfassender Ausschluss von fossiler Expansion:
Der französische staatliche Rückversicherer für Elementarschäden CCR - Caisse Centrale de Réassurance hat seinen aktuellen Nachhaltigkeitsbericht gestern veröffentlicht und darin seine Richtlinie zu fossilen Brennstoffen deutlich verschärft.
Künftig beendet der CCR alle neuen direkten Investitionen in Unternehmen, die im Öl- und Gassektor expandieren.
Die Ausschlüsse umfassen die gesamte Wertschöpfungskette inklusive von Unternehmen, die neue Öl- und Gasfelder erschließen (Upstream), den Bau neuer Pipelines und LNG-Terminals (Midstream) planen und neue Öl- und Gaskraftwerke (Downstream) entwickeln.
Zuletzt hatte das Insure Our Future Network die fünf größten Rückversicherer verglichen
- Swiss Re,
- Munich Re,
- Hannover Re,
- SCOR und
- Berkshire Hathaway
Dabei wurden Munich Re, Hannover Re und SCOR zwar kleinere Fortschritte beim Ausschluss neuer LNG-Terminals aus Versicherungsleistungen sowie teilweise aus direkten Infrastrukturinvestitionen attestiert. Da der CCR kein Industrieversicherer ist und damit keine fossilen Projekte versichert, sind die Richtlinien nicht in allen Punkten direkt vergleichbar. Dennoch geht die CCR-Richtlinie in ihrer Ausrichtung deutlich weiter und zeigt, was möglich ist. Die privaten Rückversicherer sollten diesem Beispiel folgen und ihre Ausschlusskriterien für den Versicherungs- und den Investitionsbereich entsprechend verschärfen.
Der Schritt des CCR zeigt zudem, dass das französische Modell einer solidarischen öffentlich-privaten Elementarschadenversicherung neben Prävention und Schadensabsicherung auch den Klimaschutz integrieren kann. Das liefert ein weiteres starkes Argument für ein vergleichbares System der öffentlich-privaten Elementarschadenversicherung in Deutschland.
Darüber hinaus zeigt die kürzliche Anfrage der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag (https://lnkd.in/d5--whdt), dass weiterhin erhebliche Fragen hinsichtlich der Aufsicht über große private Versicherungsunternehmen insbesondere im Rückversicherungsbereich bestehen.
Dies spricht zusätzlich für die Einrichtung eines staatlichen Rückversicherers für Elementarschäden in Deutschland. Denn die Klimakrise macht Naturkatastrophen immer schwerer kalkulierbar und unterstreicht damit die besondere Bedeutung der Rückversicherungen.
Die Fragen zur Aufsicht großer privater Versicherungsunternehmen zeigen zugleich, dass hier mehr Transparenz benötigt wird. Ein staatlicher Rückversicherer in Deutschland könnte diese schaffen und langfristig für mehr Sicherheit und Stabilität bei der Absicherung von Elementarschäden sorgen.
Weitere Infos zu der Anpassung der Richtlinie des CCR in der Pressemitteilung von Reclaim Finance - NGO: https://lnkd.in/d3K9hYb9
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