Samstag, 31. Oktober 2026

Die Bundesregierung muss die Gasbinnenmarktrichtlinie jetzt endlich umsetzen: mit klaren Regeln für Stilllegung und Transformation

Constantin Zerger  DUH  6. Okt.

Gasverteilnetze brauchen einen klaren Ausstiegspfad. Wer die Entscheidung verschleppt, gefährdet Verbraucher*innen und Stadtwerke.

Die EU hat inzwischen ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil die Gasbinnenmarktrichtlinie noch immer nicht vollständig umgesetzt ist. Dabei liegt ein Gesetzentwurf seit Monaten auf dem Tisch. 

Für die Gasnetzbetreiber ist diese Hängepartie ein echtes Problem.

Denn mit jeder Wärmepumpe und jedem Fernwärmeanschluss sinkt die Zahl der Gaskunden. Die Kosten für das Netz verschwinden aber nicht. Im Gegenteil: Sie verteilen sich auf immer weniger Anschlüsse.

Wer Gasnetze künstlich länger am Leben hält, schützt nicht die Betreiber, sondern gefährdet ihre wirtschaftliche Existenz.

Netzbetreiber und Abnehmer müssen frühzeitig wissen, welche Leitungen künftig noch gebraucht werden, welche vielleicht auf Wasserstoff umgestellt werden können – und welche geordnet stillgelegt werden müssen.

Der Gesetzentwurf schafft dafür erstmals einen Rahmen: Netzbetreiber könnten Gasnetze stilllegen, wenn deren Weiterbetrieb wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll ist. Gleichzeitig sollen Verbraucher*innen im Voraus informiert werden, damit sie ihre Wärmeversorgung umstellen können. 

Genau diese Rechtssicherheit brauchen wir jetzt schnell.

Was wir dagegen nicht brauchen, sind neue Privilegien für Biomethan, die Netzbetreiber faktisch dazu zwingen, horrende Anschlusskosten zu tragen und unrentable Gasnetze weiterzubetreiben.

Nur weil theoretisch eine Biomethananlage angeschlossen werden könnte, wird aus einem unwirtschaftlichen Gasnetz kein Zukunftsmodell.

Auch die Ankündigungsfristen für Haushalte sollten flexibilisiert werden, um die Stilllegung möglichst kosteneffizient den lokalen Gegebenheiten anzupassen.

👉 Die Bundesregierung muss die Gasbinnenmarktrichtlinie jetzt endlich umsetzen: mit klaren Regeln für Stilllegung und Transformation, Planungssicherheit für Stadtwerke und Verbraucher*innen – und ohne neue Hintertüren für einen künstlich verlängerten Gasnetzbetrieb.

Die Wärmewende braucht nicht möglichst lange Gasnetze. Sie braucht einen planbaren und wirtschaftlich tragfähigen Weg aus dem Gas.

Der Artikel zum Screenshot: https://www.t-online.de/finanzen/energie/id_101460808/eu-verfahren-gegen-deutschland-eingeleitet-die-gas-richtlinie-muss-kommen.html


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