Der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie bringt viele Jobs, so eine Studie. Das energiepolitische Rollback der Bundesregierung gefährdet Arbeitsplätze.
Der Ausbau von Windkraft und Solarenergie ist ein Jobmotor
Die Zahl der Beschäftigten rund um erneuerbare Energien ist in Deutschland auf einen Höchstwert geklettert. In der Branche arbeiteten 2025 rund 436.000 Menschen und damit knapp 4 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2023, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Die Autor:innen warnen jedoch, dass der sich abzeichnende energiepolitische Kurswechsel der Bundesregierung Tausende dieser Arbeitsplätze gefährden könnte.
„In Zeiten wirtschaftlicher Krise, in denen wir um jeden Job kämpfen, sollten wir die Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen“, sagte Roman Wink, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann Stiftung. Der Ausbau der erneuerbaren Energien dürfe kein weiteres Mal abgewürgt werden. „Es geht um Jobs, um mehr Unabhängigkeit von fossilen Importen und letztlich um unsere Wettbewerbsfähigkeit.“
Größter Arbeitgeber der Branche bleibt der Studie zufolge die Windenergie. Die Zahl der dort Beschäftigten stieg zwischen 2023 und 2025 um rund 30 Prozent auf 172.000. Dahinter folgen Biomasse mit etwa 97.000 und Solarenergie mit knapp 90.000 Arbeitsplätzen. Der Bereich Wärmepumpen, der zuletzt starken Schwankungen unterworfen war, beschäftigte rund 72.000 Menschen.
Die Studienautor:innen sehen einen direkten Zusammenhang zwischen verlässlichen politischen Rahmenbedingungen und der Schaffung von Jobs. „Die Beschäftigung wächst dort, wo durch Planungssicherheit private Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen“, erklärte Jana Fingerhut, Expertin der Bertelsmann Stiftung.
Frühere Fehler nicht wiederholen
Ein reiner Ausbau reiche jedoch nicht aus. Als warnendes Beispiel nannte sie Photovoltaik: Trotz eines Installationsbooms sinke die Zahl der Jobs, da die Module überwiegend im Ausland produziert würden und die heimische Fertigung weggebrochen sei.
Die Autor:innen der Studie warnen davor, alte Fehler zu wiederholen. So hätten frühere Förderkürzungen bei der Photovoltaik und geänderte Ausschreibungsregeln bei der Windkraft bereits zu massivem Jobverlust geführt. Angesichts geplanter Gesetzesänderungen der Bundesregierung sei eine ähnliche Entwicklung zu befürchten. Deshalb müssten die angestrebten Gesetze „beschäftigungssicher ausgestaltet“ werden.
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