Demographie - die weitgehend unbekannte Größe in unserer Zukunftsperspektive. Wobei unbekannt nicht heißt, dass "man" es nicht bereits wüsste, nur weiß offensichtlich nicht jeder davon.
Ich kann dem Trend durchaus auch positive Seiten abgewinnen, die Welt leidet momentan unter einer gigantischen Überbevölkerung und alle stoßen momentan an ihre Grenzen.
Nur - der Übergang wird happig für die überalterte Bevölkerung, wenn sie niemanden hat, der pflegt und versorgt......
Und dann ergeben sich auch noch viele leidige Fragen "zur Zukunft unserer Wirtschaft". Hr. Diess beschreibt einige davon. Wie wird das konkret aussehen, wenn Dtl bis 2035 ganze 5 bis 7 Millionen Erwerbstätige Boomer verlieren wird? Man muss nicht alles gut finden, was Hr. Diess beschreibt, nur die Augen schließen dürfen wir auch nicht.
Dr. Franz Hitzelsberger
China, Taiwan, Südkorea und Japan und sterben – im wahrsten Sinn des WortesDiese vier ostasiatischen Industrieländer haben eine Gemeinsamkeit: eine viel zu geringe Geburtenziffer.
Um ihre Bevölkerungszahl (und damit Sozialsysteme und Wirtschaft) zu erhalten, würden sie eine Geburtenziffer von 2,1 Kindern pro Frau benötigen.
Ihre tatsächlichen Geburtenziffern 2025:
Japan: 1,23
China: 1,02
Taiwan: 0,86
Südkorea: 0,75 (weltweites Schlusslicht)
Jedes Jahr werden in Ostasien nur halb so viele Kinder geboren wie nötig wäre, um die Bevölkerung zu erhalten. Rund 9 Millionen junge Menschen fehlen jährlich. Es ist die Weltregion mit der geringsten Geburtenziffer.
Das sind nicht nur Zahlen. Das ist ein Todesurteil. Nicht von heute auf morgen. Der Tod kommt schleichend. Jedes Jahr ein bisschen mehr.
Eine Möglichkeit, den Mangel an jungen Menschen auszugleichen, wäre Zuwanderung. Nur sind die Bevölkerungen und Regierungen aller vier Länder traditionell gegen Zuwanderung eingestellt, man will unter sich bleiben.
Japan, Taiwan und Südkorea haben sich inzwischen leicht für Zuwanderer geöffnet, was jedoch wenig bringen wird:
- Die Zahl an Arbeitsvisa und Einbürgerungen liegt weit unter der Zahl des Geburtendefizits;
- sie konzentrieren sich auf hochqualifizierte Zuwanderer, es bräuchte aber Zuwanderer in allen Qualifikationsniveaus, insbesondere im Gesundheitssystem;
- viele Zuwanderer werden unter diesen vier Ländern ausgetauscht. Die meisten Zuwanderer nach Japan z.B. kommen aus China und Südkorea. Was der Region insgesamt natürlich nichts bringt.
China ist strikt gegen Einwanderung. Diese Haltung würde einen deutschen AfDler freuen, bedeutet aber für dieses Land den schleichenden Untergang.
Finanzielle Anreize zum Kinderkriegen haben bislang nichts bewirkt, die junge Bevölkerung Chinas schätzt die Zukunftsaussichten in China so negativ ein, dass sie sich kaum Kinder leisten kann/will.
Auch die europäischen Staaten haben ein großes Geburtendefizit (in Deutschland lag die Geburtenziffer 2025 bei gerade einmal 1,35). Aber die meisten europäischen Länder sind bereit, die fehlenden Geburten durch Zuwanderer auszugleichen – auch wenn Nationalisten und Faschisten dagegen wettern.
Durch Zuwanderung werden die europäischen Staaten langfristig weiterbestehen.
China, Japan, Südkorea und Taiwan haben die Wahl, entweder ihre Geburtenzahl zu verdoppeln oder im gleichen Ausmaß Zuwanderer in ihre Länder zu lassen. Für beides gibt es keine Anzeichen.
So wird Ostasien in 50 Jahren ein Altenheim sein mit nur einem kleinen Teil arbeitender Bevölkerung. In 100 Jahren werden viele Dörfer und Städte ausgestorben, große Teile der Infrastruktur verödet sein.
Damit das Europa nicht passiert muss es sowohl seine Geburtenziffer steigern als auch offen für Zuwanderer bleiben.
Spektrum der Wissenschaft hier 07. Dez. 2025 Von Michael Blume
Peak Child - Zeitenumbruch auch durch die säkulare Geburtenimplosion
Dr. Michael Blume studierte Religions- und Politikwissenschaft & promovierte über Religion in der Hirn- und Evolutionsforschung. Lehrbeauftragter am KIT Karlsruhe, Wissenschaftsblogger & christlich-islamischer Familienvater, Buchautor, u.a. "Islam in der Krise" (2017), "Warum der Antisemitismus uns alle bedroht" (2019) u.v.m. Hat auch in Krisenregionen manches erlebt und überlebt, seit 2018 Beauftragter der Landesregierung BW gg. Antisemitismus und für jüdisches Leben. Auf "Natur des Glaubens" bloggt er seit vielen Jahren für das Fediversum, Wissenschaft und Demokratie, gegen antisoziale Medien, Verschwörungsmythen und den Niedergang Europas.
Herbert Diess / LinkedIn
Deutschland altert.
Bis 2035 verlieren wir 5 bis 7 Millionen Erwerbstätige.
Das setzt Staatsfinanzen, Sozialsysteme und Wachstum
unter Druck – unabhängig von jeder politischen Debatte
Die entscheidende Frage lautet nicht: Wie verteilen wir schrumpfenden Wohlstand?
Sondern: Wie steigern wir Produktivität schnell genug, um die Alterung zu kompensieren?
Hier ist Künstliche Intelligenz der zentrale Hebel. Nicht als „Tech-Hype“, sondern ganz konkret: KI in Fabriken, Wartung, Lieferketten, Verwaltung und Entwicklung – dort, wo Deutschlands Stärken liegen.
Weniger Ehrfurcht vor KI, mehr Mut zur Anwendung.
hier WiWo / KOMMENTAR von Herbert Diess 07.12.2025
Deutschland kann die KI-Chance nutzen und die Produktivität weiter steigern
Der demografische Wandel bedroht den Wohlstand. Doch er sollte keine Ausrede sein, sondern Motivation, auf moderne Technik zu setzen. Eine Kolumne.
Deutschland altert – wie Japan, Korea, große Teile Europas, die wohlhabenderen Bevölkerungsschichten der USA und zunehmend auch China. Bis 2035 verliert Deutschland so rund 5 bis 7 Millionen Erwerbstätige. Zugleich steigt der Altenquotient von heute rund 36 auf über 50 Rentner je 100 Erwerbstätige. Das heißt: Staatsfinanzen, Sozialsysteme und Wachstum stehen unter mathematischem Druck – unabhängig von jeder politischen Debatte.
Gleichzeitig wird in vielen Ländern heftig über Rentensicherheit und „gerechte Verteilung“ gestritten: zwischen einer älteren Generation, deren Wohlstand teilweise schuldenfinanziert ist, und einer jüngeren, die diese Schulden irgendwann zurückzahlen soll. Wer diese Situation auf eine reine Verteilungsfrage reduziert oder als Ausrede für ein vermeintlich unvermeidbares Schrumpfen der Wirtschaft nutzt, hat den globalen Wettbewerb um Wohlstand und Einfluss bereits verloren.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr:
Wie verteilen wir schrumpfenden Wohlstand?
Sondern: Wie steigern wir die Produktivität schnell genug,
um die Alterung vollständig zu kompensieren,
oder besser noch zu überkompensieren?
Arbeitsmarkt Deutschland
Die ökonomische Schwelle ist klar bezifferbar: Deutschland braucht dauerhaft rund 2 Prozent Produktivitätswachstum pro Jahr, um den demografischen Rückgang zu neutralisieren, die Sozialsysteme stabil zu halten und realen Wohlstandsgewinn zu sichern.
Zum Vergleich: 1995 bis 2005 erreichten wir noch ca. 1,6 bis 1,8 Prozent Produktivitätswachstum; in den Jahren 2010 bis 2020 nur noch 0,7 bis 0,9 Prozent. Genau diese Lücke entscheidet über eine prosperierende Zukunft oder schleichenden Bedeutungsverlust.
Demografie ist ein globales Problem, aber sie verlangt eine nationale Antwort.
Deutschland diskutiert Demografie meist in einem defensiven Ton, oft als Erklärung oder Ausrede: Fachkräftemangel, steigende Rentenlasten, sinkende Erwerbstätigenquote. Doch diese Probleme haben nahezu alle Industrienationen. Wie sie damit umgehen, entscheidet sich auf nationaler Ebene.
Der Wettbewerb verschiebt sich fundamental: Nicht die Zahl der Arbeitskräfte entscheidet über Wohlstand, sondern die Wertschöpfung pro Kopf. Wer mit rund 15 Prozent weniger Arbeitskräften weiterhin wachsen will, braucht entweder radikal höhere Produktivität. Andernfalls akzeptiert man höhere Steuern, geringere Leistungen, dauerhaft steigende Verschuldung und schwindenden Wohlstand.
Wer die Alterung einer Gesellschaft dagegen als Aufforderung zu einer radikalen Produktivitätsoffensive mit KI versteht und entsprechend handelt, erarbeitet sich eine historische Chance: mit weniger Menschen mehr zu schaffen, den Wohlstand zu vergrößern und mit wirtschaftlicher Stärke die Geschicke der Welt mitzugestalten.
Genau hier könnte Deutschland seine Stärken ausspielen. Unser Land verfügt über eine breite industrielle Basis, hohe Exportkompetenz und Akzeptanz als Handelspartner, herausragende Grundlagenforschung und einen guten Ausbildungsstand breiter Bevölkerungsschichten.
Und: Wir haben heute nahezu frei zugänglichen Zugang zu den modernsten KI-Tools aus Ost und West.
Die Chance ist KI – und andere bezahlen die Grundlast
Noch einmal: Alterung ist kein deutsches Sonderthema, sondern ein globaler Megatrend:
- Japan antwortet mit massiver Automatisierung und Robotik.
- Südkorea setzt auf hohe Bildungsinvestitionen und digitale Verwaltung.
- China erkennt, dass der demografische Bonus vorbei ist, und setzt wie kaum ein anderes Land auf KI, um Wachstum mit weniger Erwerbstätigen zu organisieren.
Im Zentrum der notwendigen Produktivitätsoffensive steht Künstliche Intelligenz. Dort, wo sie konsequent mit klaren Zielen der Produktivitätsverbesserung eingesetzt wird, zeigen sich schon heute dramatische – früher undenkbare – Effizienzgewinne. Und das, obwohl wir erst in den ersten Monaten der breiten Anwendung von generativer KI stehen.
Bereits heute sehen wir: KI-gesteuerte Qualitätskontrolle senkt den Ausschuss deutlich. Predictive Maintenance reduziert Stillstände spürbar. In der Verwaltung lassen sich Prozesskosten teils um bis zu 50 Prozent senken. In der Wissensarbeit steigt der Output der Mitarbeiter signifikant.
Unter der vereinfachenden Annahme, dass der Industrieanteil an der Bruttowertschöpfung in Deutschland etwa 20 Prozent beträgt und der Beitrag eines Sektors zur gesamtwirtschaftlichen Produktivität proportional zu seinem Wertschöpfungsanteil ist, gilt: Ein 10-prozentiger Produktivitätsschub in der Industrie erhöht die gesamtwirtschaftliche Produktivität um rund 2 Prozent. Damit ist allein über zentrale Industrieprozesse bereits genau die Größenordnung erreichbar, die demografisch benötigt wird.
Gleichzeitig sind die Investitionen in die Basistechnologie historisch einzigartig: Hunderte Milliarden US-Dollar fließen in den USA, gefolgt von China, in KI-Infrastruktur und -Modelle. Investoren fragen bereits, ob diese Summen sich je in Gewinnen niederschlagen. Ob Rechenzentrumsbetreiber oder Modellanbieter ihre Aufwendungen voll zurückverdienen, ist offen. Noch gibt es keine eindeutigen Monopole wie etwa bei der globalen Internetsuche.
Wenn der Wettbewerb – idealerweise auch zwischen USA und China – lebendig bleibt, werden KI-Leistungen leistungsfähig und preiswert bleiben. Der größte Teil des Nutzens wird beim Anwender und dessen Kunden ankommen – nicht bei den Infrastrukturinvestoren.
Für Europa ist das bemerkenswert: Der teure Teil – Basismodelle, riesige Rechenzentren, milliardenschwere Grundsatzwetten – wird vor allem von USA und China getragen. Für Deutschland bedeutet das: Die Fixkosten der Technologie werden weitgehend anderswo geschultert. Der Zugang zu leistungsfähigen Modellen steht weltweit zur Verfügung.
50 Prozent der Prozesskosten in der Verwaltung
können in der Spitze durch KI gesenkt werden
Nicht derjenige, der das nächste Grundmodell trainiert, wird den Großteil der Wertschöpfung einfahren, sondern derjenige, der KI am schnellsten, tiefsten und effizientesten in reale Wertschöpfungsketten einbettet.
Die Märkte liegen nicht im App-Store.
Denn Struktur der Weltwirtschaft bleibt erstaunlich stabil: Der größte Teil der privaten Ausgaben entfällt weiterhin auf Autos, Wohnen, Konsumgüter, Ernährung, Gesundheit, Mobilität und Reisen – nicht auf IT-Dienstleistungen und Apps. Digitale Dienste wachsen, sind aber Mittel zum Zweck: Menschen wollen mobil sein, wohnen, konsumieren, erleben – die digitale Ebene unterstützt das.
Für Deutschland ist das eine gute Nachricht. Denn hier liegen die traditionellen Stärken: Automobilindustrie, Maschinenbau, Chemie, Konsumgüter, Tourismus, Logistik.
Nicht KI-Start-ups im App-Store entscheiden über den deutschen Wohlstand, sondern: KI in Fabriken, KI in Lieferketten, KI in Wartung, KI in Verwaltung und KI in Entwicklung.
Wenn KI in diesen Bereichen als „unsichtbarer Motor“ wirkt – in Entwicklung, Produktion, Service und Vertrieb – entsteht der größte Hebel für Produktivität und Wohlstand.
KI als (nahezu) kostenlose Produktivitätsoption. Natürlich kostet auch KI in der Umsetzung Geld – Lizenzen, Implementierung, Schulung, Organisationswandel. Aber im Vergleich zu den globalen Investitionen in Basistechnologien handelt es sich um einen Bruchteil der Gesamtkosten.
Ein mittelständisches Unternehmen, das KI-Tools zur Qualitätskontrolle, zur vorausschauenden Wartung oder zur Automatisierung von Büroprozessen einsetzt, muss kein eigenes Grundmodell trainieren – es nutzt Infrastruktur, die anderswo finanziert wurde. Gleichzeitig wird dank Open-Source-Technologie und sinkender Rechenkosten das Training eigener, spezialisierter Modelle möglich – und ist oft notwendig, um das eigene Know-how nicht aus der Hand zu geben.
Mut statt Ehrfurcht wagen
Für einen alternden Hochlohnstandort ist das eine Ausnahmesituation: Zum ersten Mal steht eine General Purpose Technology bereit, deren Fixkosten weitgehend von anderen getragen werden, während der heimische Standort den größten Teil des Produktivitätsgewinns lokal realisieren kann. Deutschland kann sozusagen „Produktivitätsdividende importieren“, ohne die vollen Explorationskosten zu tragen.
Daraus ergibt sich eine klare Priorität: weniger Ehrfurcht vor KI, mehr Mut zur Anwendung. Die entscheidende Frage für Unternehmen ist nicht, ob sie „auch etwas mit KI machen“, sondern: In wie vielen Prozessen KI heute schon – mit dem Ziel messbarer Produktivitätsverbesserung – Mitarbeiter durch Agenten unterstützt und letztlich auch ersetzt.
Die heute verfügbaren Tools haben erstaunliche Fähigkeiten und ein herausragendes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Und das ist erst der Anfang. Wir erleben schon jetzt hohe Leistungsfähigkeit – noch bevor die Wirkung der vollständigen Milliardeninvestitionen ausgeschöpft ist.
Die Politik steht vor der Wahl, ob sie KI primär als Risiko oder als herausragende Chance der Wohlstandssteigerung für einen alternden Standort begreift. Ein Regierungsprogramm, das KI entschlossen ermöglicht und sie beispielsweise in den eigenen Verwaltungsaufgaben schnell anwendet und damit die Staatsquote an der Wirtschaftsleistung senkt, schafft Raum für höhere Löhne, finanzierbare Sozialsysteme, Investitionen in Klimaschutz und Sicherheit.
Das bedeutet nicht, auf Regeln zu verzichten. Aber Regulierung sollte Innovation ermöglichen, statt sie zu ersticken: klare Leitplanken, „Sandboxes“ für Experimente, beschleunigte Genehmigungen, gezielte Förderung dort, wo volkswirtschaftlicher Hebel und gesellschaftlicher Nutzen besonders groß sind – etwa in Gesundheit, Verwaltung und Bildung.
Denkbar sind auch – wie in Singapur – Sonderabschreibungen für produktivitätssteigernde Investitionen wie Roboter und KI. – Basismodelle, riesige Rechenzentren, milliardenschwere Grundsatzwetten – wird vor allem von USA und China getragen. Für Deutschland bedeutet das: Die Fixkosten der Technologie werden weitgehend anderswo geschultert. Der Zugang zu leistungsfähigen Modellen steht weltweit zur Verfügung.
Demografie: 80 Millionen Einwohner? Das war einmal
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Demografie: Chinas Geburtenzahlen auf historischem Tiefstand
https://www.zeit.de/wissen/2026-01/demografie-china-geburten-tiefstand-rekord?utm_source=flipboard&utm_content=topic%2Fde-gesellschaft
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