Andreas W. Gabriel
Deuschland, das einzige Land, dass ich kenne bei dem zu viel eigener Strom plötzlich zum Problem wird...
Deutschland erlebt 2026 eine Rekordzahl an Stunden mit negativen Strompreisen.
An sonnigen Feiertagen wie dem 1. Mai wurde Strom zeitweise für –500 €/MWh gehandelt – der technisch tiefstmögliche Preis. Ursache: Hohe PV‑Einspeisung, geringe Nachfrage und Netzengpässe, die zu massiven Eingriffen führen.
Während andere Länder solche Situationen als Wettbewerbsvorteil nutzen, wird in Deutschland vor allem über die Kosten des Redispatch diskutiert.
Was politisch kritisiert wird
Mehrere politische Stimmen weisen auf die steigenden Kosten des Netzengpassmanagements hin:
- Katherina Reiche (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) kritisierte, dass „jedes Jahr Strom im Milliardenwert abgeregelt werden muss“ – eine Anspielung auf die hohen Redispatch‑Kosten.
- Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie begründet sein Netzpaket mit dem Ziel, „Milliarden beim Redispatch einzusparen“.
- Hans‑Josef Fell warnt, dass die geplanten Maßnahmen „die Kosten einseitig auf erneuerbare Energien verlagern“.
Die Kritik ist eindeutig: Redispatch wird zu teuer.
Der bemerkenswerte Widerspruch
Deutschland ist damit vermutlich das einzige Land der Welt, das sich öffentlich darüber beschwert, dass:
- zu viel eigener, günstiger Strom erzeugt wird,
- die Preise dadurch sinken,
- und die Netze nicht schnell genug ausgebaut sind, um diesen Vorteil zu nutzen.
Während andere Staaten Überschüsse als Chance sehen – für Industrieansiedlungen, Speicher, Wasserstoff oder flexible Verbraucher – wird hierzulande vor allem über die Kosten der Eingriffe diskutiert.
Der Kern des Problems
Nicht die erneuerbaren Energien sind das Problem.
Sondern die fehlende Flexibilität im System:
- zu wenig Speicher,
- zu wenig steuerbare Lasten,
- zu langsamer Netzausbau,
- zu geringe Digitalisierung.
Das Ergebnis: Strom wird abgeregelt, statt genutzt.
Ein volkswirtschaftlicher Verlust – und ein Standortnachteil.
Fazit
Deutschland erzeugt an vielen Tagen mehr günstige Energie, als das System aufnehmen kann.
Statt diesen Vorteil strategisch zu nutzen, dominiert die Debatte über die Kosten der Eingriffe.
Die eigentliche Frage lautet daher:
Wann wird aus „zu viel Strom“ endlich „zu viel ungenutztes Potenzial“? Wie wird es wohl an Pfingsten 2026?
Kommentar Thomas Schildknecht
Nicht "Deutschland" klagt über günstige EE sondern einige Lobbisten der fossilen Branchen. Günstige Energie nutzen sehr, sehr Viele durch Verschiebung ihres Verbrauchs., ob E-Auto Laden, Spülmaschine, Wärmepumpe, Speicher laden etc,
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