Donnerstag, 4. Juni 2026

Es gibt sie bereits, die funktionierenden Vorbilder: Australien

 

Felix Creutzig

In Deutschland sind Elektrizitätspreise ein schwerwiegendes Problem für wettbewerbsfähige Industrie und eine Belastung für Haushalte. 

Australien macht es vor, wie man schnell aus der Miserer herauskommt: Roll-out batteries!

Batterien übernehmen den Evening-Peak von Gaskraftwerken, liefern dies deutlich billiger, und drücken damit netzwerkweit die Elektrizitätspreise (in Australien um 12% innerhalb eines Jahres).



Joachim Plesch

Batterien reduzieren Strompreise deutlich - Teil 2: Australien

Ich weiß, so langsam wird es langweilig. Aber ich habe gelernt, Wiederholung muss sein, damit sich Dinge im Gehirn verankern. Vor zwei Wochen habe ich hier die fallenden Preise in Großbritannien gezeigt - heute haben wir hier Australien mit einer wunderschönen Grafik von Ember, die das vierte Quartal 2024 mit 2025 vergleicht. 

In 2025 hat Australien hat zu seiner neu-installierten PV-Kapazität gleich relativ viel Batteriespeicher hinzugebaut, so dass ca. 53% der neuen Erzeugung gespeichert und später am Tag abgegeben werden kann. Und das sieht man an der Grafik:

Der obere Part zeigt, wie oft durchschnittlich der Strom aus Batterien der ausschlaggebende Anbieter an der Strombörse war und das noch runtergebrochen auf die Tageszeit. D.h. in wieviel Prozent der Fälle war ein Gebot für Strom aus Großbatterien, das Preisgebot, das nachher den Marktpreis bestimmt hat.

 In 2025 hat sich der Anteil zu der Abendzeit (18-22 Uhr) fast verdoppelt (von ca. 20 auf 40% der Fälle)

Der untere Part zeigt die Preise an der australischen Strombörse: wenn man sich die Abendpreise anschaut, dann ist das in 2024 ähnlich wie bei uns aktuell: Sehr niedrige Preise tagsüber, abends schießen sie hoch. 

In Australien hat sich das mit dem Batterie-Zubau geändert. 

Dies führte im Vergleich zum vierten Quartal 2024 zu einer deutlich geringeren Preisvolatilität, wobei die durchschnittlichen Spotpreise im Zeitraum von 18:00 bis 20:00 Uhr bei rund 100 $/MWh lagen – weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Spotpreise des vierten Quartals 2024 in diesen Stunden. 

Dies trug dazu bei, das allgemeine Preisniveau zu senken; die Großhandelspreise beliefen sich im Durchschnitt auf 50 $/MWh, was einem Rückgang um 39 $/MWh (–44 %) gegenüber dem vierten Quartal 2024 entspricht.

Na, wollen wir das in Deutschland vielleicht auch ausprobieren? Lasst uns die Speicher von der Kette nehmen. 

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