Donnerstag, 4. Juni 2026

Portugal will sich an die Spitze einer neuen europäischen Umweltpolitik stellen

Stephan Piskol / LinkedIn

Portugal zeigt:

Die Wiederherstellungsverordnung wirkt!  


Und auch in Deutschland hat die Bundesregierung mit ANK und Sonderprogramm Naturschutz und Klimaanpassung in der GAK die Mittel ja schon deutlich erhöht.

Beides zeigt jenen, die grad so tun als könnte man immer erst die Finanzierung sicherstellen, bevor man sich neue Verpflichtungen gibt:

Staatliche Haushalte funktionieren genau umgekehrt - Erst die Verpflichtung, dann das Geld!

Niemand legt Geld beiseite und sagt dann "na Mensch, das könnten wir doch jetzt für den Naturschutz verwenden".

Aber wenn Geld benötigt wird findet es sich eben doch.


hier 3.6.26 Rodrigo Silva;

Portugal will jährlich 500 Mio. EUR investieren, um die Wiederherstellung der Natur zu beschleunigen

Die portugiesische Regierung stellte den Nationalen Plan zur Wiederherstellung der Natur (PNRN) vor, ein strategisches Dokument, das bis 2030 jährliche Investitionen von durchschnittlich 500 Millionen Euro vorsieht.

Mit dieser Präsentation schließt sich Portugal der Pioniergruppe von fünf Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) an, die sich in der Endphase der Entwicklung dieses Instruments befinden, das als entscheidend für die Umkehrung des Verlusts der biologischen Vielfalt und die Verstärkung des Kampfes gegen den Klimawandel und die Anpassung an diesen angesehen wird.

Der Plan, der das Ergebnis einer fast zweijährigen technischen Arbeit ist, umfasst 407 spezifische Maßnahmen, die sich auf alle Sektoren des nationalen Territoriums verteilen.

Zu den ehrgeizigsten Zielen des PNRN gehört die Verpflichtung, bis zum Ende des Jahrzehnts jährlich 3 Millionen Bäume zu pflanzen. Zur Unterstützung dieses forstwirtschaftlichen Ziels wird ein spezielles Netz von Baumschulen für die Wiederherstellung eingerichtet, in das kommunale und private Strukturen integriert werden.

Auf der Ebene der Land-, Küsten- und Süßwasserökosysteme haben die Behörden eine Fläche von 260 Quadratkilometern mit dringendem Interventionsbedarf ermittelt (das entspricht 0,3 % des Festlandgebiets), wobei die kritischsten Gruppen in Feuchtgebieten, Flüssen, Seen, Schwemmland- und Ufersystemen sowie Küsten- und Dünenlebensräumen zu finden sind.

Im Bereich der Forstwirtschaft sieht der Plan die Wiederherstellung von 44.000 Hektar bis 2030 vor, einschließlich einer Förderlinie für Korkeichenwälder zur Bekämpfung der Wüstenbildung.

Der Plan zeigt auch ein starkes Interesse an der Widerstandsfähigkeit der Städte angesichts der globalen Erwärmung. In den städtischen Ökosystemen soll sichergestellt werden, dass es bis 2030 keine Nettoverluste an Grünflächen und Bäumen gibt, und danach soll der Trend umgekehrt werden.

In einer ersten Phase werden die Gemeinden Beja, Évora, Leiria, São João da Madeira und Vila Real Pilotprojekte durchführen, die sich auf die Schaffung von Parks und grünen Korridoren, die Installation von begrünten Dächern und Fassaden, die Anpflanzung von Bäumen auf Straßen und Plätzen und die Einrichtung von Netzwerken von Klimahütten zum Schutz der Bevölkerung bei Hitzewellen konzentrieren.

Andererseits wird in dem Dokument von einem Szenario ausgegangen, in dem die Wissenschaft keine Ahnung von den Meeresökosystemen hat, die sich auf fast 33.000 Quadratkilometern in einem unbestimmten Zustand befinden, so dass aktive Sanierungsmaßnahmen mit Kartierungs- und Bewertungskampagnen kombiniert werden müssen.

Im Bereich der Flüsse umfasst das PNRN laufende Programme wie PRO-RIOS, das bis 2030 die Wiederherstellung von 1.500 Kilometern Wasserstraßen anstrebt, einschließlich der physischen Beseitigung veralteter Barrieren. Auch für den Erhalt und die Wiederherstellung von Bestäuberpopulationen und die Wiederherstellung der Landwirtschaft gibt es spezielle Maßnahmenpakete.

Die Ministerin für Umwelt und Energie, Maria da Graça Carvalho, betonte in einer Erklärung, dass das PNRN über die Dimension einer bloßen rechtlichen Verpflichtung, die sich aus den europäischen Zielen ergibt, hinausgeht: "Es ist eine Gelegenheit, die uns erlaubt, die Verwaltung des Territoriums zu überdenken und Portugal an die Spitze einer neuen europäischen Umweltpolitik zu stellen."

Aus technischer Sicht basiert der Plan auf vier Leitprinzipien

  • die Wiederherstellung ökologischer Funktionen, 
  • territorial differenzierte Maßnahmen, 
  • die Kombination von aktiver Wiederherstellung und adaptivem Management sowie
  •  die Verknüpfung von öffentlichen Maßnahmen und Finanzierung mit lokalen Akteuren.

Aus dem Dokument geht hervor, dass der größte Teil der 407 Maßnahmen auf Land-, Küsten- und Süßwasserökosysteme (152) abzielt, gefolgt von der Landwirtschaft (84), Flüssen (83), Bestäubern (28), der Meeresumwelt (27), Wäldern (25) und der städtischen Umwelt (8).

Der PNRN wird nun in eine einmonatige öffentliche Konsultation gehen, wobei die endgültige Fassung des Dokuments bis Ende August fertiggestellt sein soll. Der Plan gilt auch als grundlegender Pfeiler für die Gestaltung der Position des Landes im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union (2028-2034).

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