Focus hier Luca Wolkstein Donnerstag, 25.06.2026,
Der 250-Milliarden-Effekt:Wie Solaranlagen Deutschland vor extremen Klimaschäden schützen könnten
Solarstrom reduziert nicht nur fossile Energieimporte. Laut neuen Berechnungen schützt er Deutschland auch vor Schäden durch Klimafolgen im dreistelligen Milliardenbereich.
Zwischen 2020 und 2025 haben Solaranlagen in Deutschland rund 390 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Wie groß der Nutzen für die gesamte Volkswirtschaft ist, hat der Bundesverband Solarwirtschaft analysiert, worüber das Portal „Heise“ berichtet.
Demnach ersetzte Strom aus Photovoltaik fossile Energieimporte im Wert von etwa 20 Milliarden Euro. Noch entscheidender: Laut Verband könnten so Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro verhindert worden sein. Grundlage der Berechnungen sind Daten des Umweltbundesamtes (UBA).
Solarstrom spart: So kommt die hohe Summe für vermiedene Klimafolgen zustande
Unter Klimaschadenskosten verstehen Fachleute die finanziellen Folgen der Erderwärmung. Dazu zählen Schäden durch Extremwetter, gesundheitliche Belastungen oder Einbußen in der Landwirtschaft. Der Bundesverband Solarwirtschaft hat diese Kosten laut „Heise” auf Basis der UBA-Werte für die Jahre 2020 bis 2025 hochgerechnet.
Die Studie bewertet die Belastungen für heutige und zukünftige Generationen gleich. In der klassischen Wirtschaftsrechnung werden künftige Schäden oft abgezinst und damit geringer gewichtet. Hier wurde bewusst ein anderer Weg gewählt, um die Auswirkungen für Kinder und Enkel stärker sichtbar zu machen.
Die Milliardenbeträge beziehen sich unter anderem auf folgende Bereiche:
- Rückgang von Extremwetterfolgen wie Hochwasser, Trockenperioden und Hitzewellen
- Weniger Schäden an Gebäuden, Verkehrswegen und anderer Infrastruktur
- Reduzierte Gesundheitskosten durch geringere Hitze- und Luftbelastung
- Stabilere Ernten und weniger wirtschaftliche Verluste in der Landwirtschaft
2025 stieg der Anteil von Kohle und Gas wieder
Je mehr Solarstrom ins Netz eingespeist wird, desto weniger Strom stammt aus fossilen Quellen. In den vergangenen fünf Jahren ging der Einsatz von Erdgas- und Steinkohlekraftwerken deutlich zurück. Laut Analyse konnten so in den letzten zwei Jahrzehnten rund 500 Millionen Tonnen Treibhausgase vermieden werden, mehr als die Hälfte davon allein im Zeitraum 2020 bis 2025.
Im Jahr 2025 zeigt sich jedoch eine gegenläufige Entwicklung. Zwar kamen 58,6 Prozent der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen wie Windkraft, Solarenergie und Biogas. Der Anteil der Erneuerbaren sank jedoch um fast einen Prozentpunkt. Gleichzeitig legten fossile Energieträger wie Kohle und Erdgas um 3,6 Prozentpunkte zu und erreichten zusammen 41,4 Prozent der Stromerzeugung.
Solarenergie boomt weltweit – Deutschland bleibt in Europa vorne
Der starke Ausbau der Photovoltaik ist kein deutsches Phänomen. Die International Energy Agency (IEA) erwartet, dass Solarstrom global zur wichtigsten neuen Stromquelle wird. Zwischen 2024 und 2030 soll die weltweite Solarkapazität demnach um mehr als 5500 Gigawatt wachsen. Das entspricht mehr als der aktuell gesamten Stromerzeugungskapazität von China, den USA, der Europäischen Union und Indien zusammen.
Innerhalb Europas nimmt Deutschland trotz vergleichsweise geringer Sonneneinstrahlung weiterhin eine Spitzenposition ein. Nach Daten des „Solar Data Atlas“ verfügte Deutschland Ende 2025 über 106 Gigawatt installierte Solarleistung und liegt damit klar auf Platz eins. Die Folgeränge belegen Spanien (45 GW), Italien (41 GW) und Frankreich (31 GW).
Der IEA-Bericht führt den Boom auch auf stark gesunkene Kosten zurück. Die Preise für Solarmodule sind seit 2010 um etwa 90 Prozent gefallen. Eine Photovoltaikanlage kostete vor 15 Jahren noch ein Vielfaches dessen, was heute fällig wird. Staaten weltweit bauen inzwischen jedes Jahr mehrere hundert Gigawatt an Solarkapazität zu. Im Jahr 2024 entfielen fast 80 Prozent der neu installierten Kraftwerksleistung auf Solaranlagen.
20.6.26 Solarwirtschaft hier
Solarstrom erspart Deutschland seit 2020 Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe
Die mittlerweile in Deutschland installierten rund sechs Millionen Solarstromanlagen haben dem Land in den vergangenen sechs Jahren einen volkswirtschaftlichen Nutzen in dreistelliger Milliardenhöhe gebracht. Nach Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden zwischen 2020 und 2025 fossile Energieimporte im Wert von über 20 Milliarden Euro ersetzt und zugleich Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro vermieden.
Insgesamt wurden in diesem Zeitraum knapp 390 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt. Diese Strommenge verdrängte im deutschen Stromsystem vor allem Erdgas- und Steinkohlekraftwerke und verringerte damit sowohl den Bedarf an fossilen Brennstoffimporten als auch die damit verbundenen Treibhausgasemissionen.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden durch die Nutzung von Solarstrom in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren rund 500 Millionen Tonnen Treibhausgase (CO₂-Äquivalente, netto) vermieden. Mehr als die Hälfte davon entfiel allein auf die Jahre 2020 bis 2025. In diesem Zeitraum wurden rund 270 Millionen Tonnen Treibhausgase vermieden.
Auf Basis von Schätzungen des Umweltbundesamtes entspricht dies vermiedenen Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro, wenn heutige und zukünftige Generationen gleichwertig berücksichtigt werden.
Hinzu kommen vermiedene Energieimporte. Nach Schätzungen des BSW-Solar summiert sich deren Wert allein in den vergangenen sechs Jahren auf über 20 Milliarden Euro.
„Solarstrom schützt nicht nur das Klima,
sondern auch den Wirtschaftsstandort Deutschland.
sondern auch den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Jede neue Solaranlage senkt unsere
Abhängigkeit von Energieimporten und macht Strompreise widerstandsfähiger gegen geopolitische Krisen“
Abhängigkeit von Energieimporten und macht Strompreise widerstandsfähiger gegen geopolitische Krisen“
sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Die Photovoltaik – vor allem in Verbindung mit Batteriespeichern – hat sich zu einem zentralen Baustein für Versorgungssicherheit, Energiesouveränität und wirtschaftliche Stabilität entwickelt.“
Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen gewinnt die Solarenergie auch als strategischer Standortfaktor an Bedeutung. Leonhard Gandhi, Leiter der Energy-Charts beim Fraunhofer ISE, erklärt: „Der starke Zubau insbesondere der Photovoltaik seit 2022 trägt entscheidend dazu bei, dass die Auswirkungen der Erdgaspreise auf den Börsenstrompreis dieses Mal deutlich geringer ausfallen. Noch ist der Ausbau der erneuerbaren Energien aber insgesamt nicht ausreichend, um deutlich unabhängiger von geopolitischen Schocks sein zu können.“
Im Vorfeld der diesjährigen Messe Intersolar fordert der Bundesverband Solarwirtschaft, den Ausbau von Solar- und Speichertechnologien konsequent fortzusetzen. Die deutsche Solar- und Speicherbranche beschäftigt inzwischen rund 120.000 Menschen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 30 Milliarden Euro.
Rückenwind erhält dieser Kurs auch aus der Bevölkerung: Laut einer aktuellen repräsentativen YouGov-Umfrage sprechen sich rund 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger dafür aus, die Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieimporten durch einen stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien und Speichertechnologien weiter zu verringern.
Die Intersolar findet vom 23. bis 25. Juni 2026 im Rahmen von „The smarter E Europe“ auf dem Messegelände München statt. Parallel dazu werden die Fachmessen ees Europe (Speichertechnologien), Power2Drive Europe (Ladeinfrastruktur und Elektromobilität) sowie EM-Power Europe (Energiesysteme, Netzintegration und Flexibilisierung) veranstaltet. Es werden über 100.000 Fachbesucher aus aller Welt erwartet.

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