Sabine Rath
„Kompetenz statt Quote"
So lautet das beliebteste Argument gegen die Frauenquote.
Klingt ja auch irgendwie vernünftig.
Wer ist schon gegen Kompetenz.
Nur: Ginge es wirklich um die Kompetenz, müsste sich in der Führungsetage etwas bewegen, sobald sich die Qualifikationen bewegen.
Interessanterweise hat sich die Qualifikation bewegt:
👉🏻 Frauen machen heute die Mehrheit der Abiture und der Studienabschlüsse.
👉🏻 Sie fallen an der Uni nur halb so oft durch Prüfungen wie Männer
👉🏻 und sind im Schnitt früher fertig. (Quelle: Statistisches Bundesamt)
Und trotzdem bleibt in der Führungsetage alles beim Alten.
2024 waren 29,1 % der Führungspositionen mit Frauen besetzt.
Fast genau so viel wie zehn Jahre zuvor.
Und je näher man der eigentlichen Macht kommt, desto dünner wird die Luft:
In den Vorständen der DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen lag der Frauenanteil im März 2025 bei 19,7 Prozent. Unverändert. (Quelle: AllBright Stiftung)
An der Qualifikation allein kann es also kaum liegen.
Die Maßstäbe um dort "oben" anzukommen, stammen aus einer Zeit, welches nur ein Lebensmodell erreichen kann: immer verfügbar, keine Lücke im Lebenslauf, jemand zu Hause, der den Rest übernimmt, insbesondere, wenn Kinder oder pflegebedürftige Eltern dazu kommen.
Das Profil ist geblieben.
Das Leben ist weitergezogen.
Geändert haben wir die Maßstäbe trotzdem nie.
Sie werden von einer Führungsetage zur nächsten einfach durchgereicht.
Wie ein altes Familienrezept, keiner weiß mehr genau, warum, aber so war es eben immer.
Und so leistet sich Deutschland etwas Bemerkenswertes: Es bildet seine Töchter zu hochqualifizierten Fachkräften aus, um sie anschließend nicht an die Spitze zu lassen. Ein konsequent zuverlässiges Muster.
"Kompetenz statt Quote."
Wenn dem so wäre, sähen unsere Führungsetagen wesentlich weiblicher aus.
Oder nicht?
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