Martin Tillich / Utopia
Ein Perspektivwechsel, den man selten hört
Die Energiewende ist nicht nur eine Klima- oder Wirtschaftsfrage, sondern auch eine Gesundheitsfrage.
Denn fossile Energien treiben nicht nur die Klimakrise an. Die Schadstoffe aus Verbrennungsprozessen belasten auch unsere Atemwege, unsere Haut und erhöhen das Risiko für chronische Erkrankungen.
Claudia Traidl-Hoffmann hat das auf meine eher lockere Einstiegsfrage im Changemaker Podcast geantwortet — und damit sofort klargemacht, wie präzise und weitblickend sie über die Medizin der Zukunft nachdenkt.
Ihre zentrale These ist: Gesundheit entsteht nicht erst in Arztpraxen oder Krankenhäusern. Sondern dort, wo Menschen leben — in unseren Städten, unserer Umwelt, unserer Luft und unserem Alltag.
Darüber sprechen wir in der neuen Changemaker-Folge des Utopia Podcasts – überall, wo es Podcasts gibt. hier
Claudia Traidl-Hoffmann hat zu dem Thema auch ein Buch geschrieben (eigentlich mehrere, aber hier ist das aktuellste):
https://www.rowohlt.de/buch/claudia-traidl-hoffmann-katja-trippel-die-medizin-der-zukunft-heilen-in-einer-veraenderten-welt-9783499019029
Kommentar Frank Masurat / Bundesvorsitzender ADFC
Dasselbe gilt auch für die #Verkehrswende mit mehr aktiver Mobilität.
Radfahren stärkt – Gesundheit, Gemeinschaft, Gesellschaft.
Futurezone hier von Ole Wetjen 11.06.2026
Elektroautos: Forscher stellen lebensrettenden Effekt fest
Eine neue Studie aus China zeigt, wie sinnvoll der Umstieg auf Elektroautos sein kann. Die Stromer können demnach sogar Leben retten.
Wo weniger Benzin- und Dieselautos fahren, wird die Luft sauberer. Genau diesen Zusammenhang haben Forschende nun in China untersucht. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass Elektroautos dort bereits einen überraschend großen und lebensrettenden Einfluss auf die Gesundheit der Bevölkerung haben.
Elektroautos retten Leben
Die Forschenden haben in ihrer Studie nämlich untersucht, wie sich die rasche Verbreitung von Elektroautos auf die Luftqualität in China ausgewirkt hat. Dafür werteten sie Satellitendaten aus insgesamt 150 Städten aus. Die Wissenschaftler*innen verglichen anschließend die tatsächliche Entwicklung mit einem Szenario, in dem weiterhin überwiegend Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor unterwegs gewesen wären.
Ihr Ergebnis fällt deutlich aus: Die Belastung durch Feinstaub und Kohlenmonoxid ging spürbar zurück, wodurch nach Berechnungen der Studie Elektroautos bis zum Jahr 2023 rund 262.000 vorzeitige Todesfälle verhindert haben könnten. Die Forschenden führen das besonders auf die bessere Luftqualität zurück, da der durch Verbrennungsmotoren ausgestoßene Feinstaub als besonders gefährlich gilt. Schließlich können die winzigen Partikel tief in die Lunge eindringen und so Schlaganfälle, Herzprobleme, Lungenkrebs und Atemwegserkrankungen verursachen.
E-Autos allein reichen nicht aus
In China machen Elektroautos inzwischen mehr als die Hälfte der Neuwagenverkäufe aus. Doch die positiven Effekte zeigen sich nicht überall gleich stark. Vor allem große und wirtschaftlich starke Städte, in denen mehr Elektroautos unterwegs sind, profitieren am meisten von diesem Effekt. In ärmeren Regionen hingegen fällt der Nutzen wiederum kleiner aus.
Die Untersuchung macht auch deutlich, dass Elektroautos allein nicht ausreichen, um sämtliche Belastungen zu beseitigen. Zwar gingen die Werte für Feinstaub und Kohlenmonoxid deutlich zurück, bei Stickstoffdioxid blieb der Effekt jedoch begrenzt. Denn schwere Diesel-Lkw würden weiterhin große Mengen an Schadstoffen verursachen.
Quelle: „Reduced urban air pollution and mortality from the transition to new energy vehicles in China“ (Nature Health, 2026)
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