Simone Peter
Die anhaltende Ausbauflaute der #Windenergie im Süden unserer Republik ist eine politische wie ökonomische Katastrophe.
Denn im Süden befinden sich die großen Verbrauchszentren, die auf eine sichere, saubere und bezahlbare Stromversorgung angewiesen sind. Das liefern nur die Erneuerbaren Energien, und Windenergie ist leistungsfähiger und damit unverzichtbarer Stromlieferant, auch an Standorten im Süden.
Zudem speist sie in der Regel komplementär zur Solarenergie ein, kann mittels Direktbelieferung ganze Industrieanlagen und Gewerbegebiete versorgen und lässt sich wunderbar speichern oder in dringend benötigte Moleküle oder Wärme umwandeln. Und auch die Ausbauziele sind ohne den Süden kaum zu erreichen. Aber im Süden herrscht weiterhin Flaute!
Das Handelsblatt hat kürzlich über den stockenden Windkraftausbau in den südlichen Bundesländern berichtet und greift dabei eine aktuelle Analyse von Caeli Wind (mit Grüßen an meinen ex-Energieministerkollegen Franz Untersteller) aufgegriffen:
Handelsblatt hier (hinter Bezahlschranke) Klaus Stratmann 18.05.2026
Ausbauflaute der Windkraft im Süden ruft Politik auf den Plan
Der stockende Ausbau der Windkraft in Süddeutschland wird zur Belastung für die Wirtschaft. Eine Neujustierung der Förderung soll Abhilfe schaffen – die laufende EEG-Novelle könnte helfen.
Der Artikel zeigt: Trotz ausgewiesener Flächen und genehmigter Projekte bleibt die Realisierung von Windenergie in Süddeutschland deutlich hinter dem Bedarf zurück. Ein wesentlicher Grund liegt in den aktuellen Förderbedingungen des #EEG und den Ausschreibungsbedingungen.
„Die Analyse von Caeli Wind ordnet diese Entwicklung vor dem Hintergrund von #Standortgüte, #Referenzertragsmodell und #Korrekturfaktor ein. Sie zeigt, warum die aktuelle Systematik viele Standorte in der Südregion benachteiligt – und welche Anpassungen im Rahmen des EEG 2027 dazu beitragen könnten, genehmigte und genehmigungsfähige Projekte auch tatsächlich zu realisieren.“
Die vollständige Caeli-Analyse ist hier zu finden
Windenergie in der Südregion: Planung ist da – jetzt braucht es Realisierung
Der Koalitionsvertrag Baden-Württemberg 2026 ist ein erster Schritt in die richtige Richtung für die Novellierung des EEG 2027 – und eine gute Grundlage für eine gemeinsame Bundesratsinitiative der Länder der Südregion.
Im Zentrum steht die Frage, wie das Referenzertragsmodell des EEG sowie die EEG-Ausschreibungen für Windenergie so ausgestaltet werden kann, dass genehmigte und genehmigungsfähige Anlagen tatsächlich realisiert werden können.
Kartenhinweis:
Die Auswertung basiert auf Standortgüte-Berechnungen auf Basis des Windatlas von anemos. Modelliert wurde mit Vestas V172 auf 175 m Nabenhöhe und Verschattungsparametern von 4/2.5. Bestandsanlagen wurden nicht einbezogen.
Warum das jetzt relevant ist
Baden-Württemberg und Bayern verfügen über genehmigte Windenergieprojekte und ausgewiesene Vorranggebiete. Unter dem aktuellen EEG-Regulierungsrahmen kommen viele süddeutsche Standorte im Ausschreibungsverfahren jedoch nicht in die Umsetzung.
Die EEG-Ausschreibung Februar 2026 zeigt den Handlungsbedarf deutlich: In Baden-Württemberg erhielten bei 933 MW genehmigter Leistung lediglich 24 MW einen Zuschlag – 3 von 34 Geboten waren erfolgreich. In Bayern erhielten bei 1.129 MW genehmigter Leistung lediglich 31 MW einen Zuschlag – 1 von 44 Geboten waren erfolgreich. Insgesamt gingen relativ zu rund 2.062 MW nach dem BImSchG genehmigter Leistung in der Südregion nur 55 MW in die Realisierung. Das entspricht einer Erfolgsquote von 2,7 %.
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