Die 3 Kreise Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis haben trotz lauter Proteste keinen zukunftsfähigen Regionalplan bekommen. Wo steht Deutschland, Baden-Württemberg und seine Kommunen aktuell beim Klimaschutz? Welche Möglichkeiten gibt es und wo gibt es Anregungen, die übernommen werden könnten?
Freitag, 8. September 2023
Europas Wasserknappheit ist Folge von Missmanagement
DER SPIEGEL hier Artikel von Benjamin Bidder •
Weite Landstriche leiden Jahr für Jahr unter Dürren und Wassermangel – doch das müsste gar nicht sein. Laut Umweltschützern wäre trotz Klimawandel eigentlich genug Wasser vorhanden.Die Wasserknappheit in Europa ließe sich trotz steigender Temperaturen einer Untersuchung des WWF zufolge wohl beheben. Denn nach Auffassung der Umweltschutzorganisation wird sie verursacht durch »jahrzehntelanges Wassermissmanagement«. Der Klimawandel spiele dabei gar nicht die entscheidende Rolle.
Praktisch überall auf dem Kontinent seien Feuchtgebiete trockengelegt, Flüsse begradigt, kanalisiert und aufgestaut, Grundwasserneubildungsgebiete zerstört worden, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Umweltschutzorganisation. »Hinzu kommen illegaler Wasserraubbau für die Landwirtschaft und unverantwortliche Praktiken beim Bau von Wasserkraftwerken.« Die Klimakrise mit unter anderem häufigeren Dürreperioden erhöht nach Einschätzung der Autoren das Wasserrisiko für Europa weiter.
Industriestadt ohne Potenzial: Friedrichshafen steht ohne Gewerbeflächen da
Wie wäre es, wenn man die Nutzen/Kostenrechnung Flughafen nochmals aufmacht? Wie wäre es wenn man vorhandene Gewerbeflächen überprüft - da wird doch noch einiges an Verdichtung und Aufstockung möglich sein?
Schwäbische Zeitung hier 06.09.2023 Alexander Tutschner
Industriestadt ohne Potenzial: Friedrichshafen steht ohne Gewerbeflächen da
Das Ministerium sagt Nein zum potenziellen Gewerbegebiet in Hirschlatt. Der Stadt gehen die Flächen aus. Wohin Betriebe jetzt gemäß Regionalplan ausweichen müssen.
BUND bezweifelt die Rechtmäßigkeit des Regionalplans Bodensee-Oberschwaben und bittet um Spenden für die rechtliche Prüfung
Pressemitteilung BUND-Regionalverband Bodensee-Oberschwaben
Das Ministerium für Landesentwicklung
und Wohnen Baden-Württemberg hat den Regionalplan Bodensee-Oberschwaben
genehmigt. Herausgenommen wurden vier interkommunale Gewerbeflächen in
Friedrichshafen, Pfullendorf, Kißlegg und Leutkirch und der geplante Kalksteinabbau
im Donautal. Das ist aus Sicht des BUND zumindest ein kleiner Teilerfolg.
Trotzdem bleibt ein großer Widerspruch zwischen den Zielen und Vorgaben aller politischen Ebenen zum Klimaschutz und zum Flächenverbrauch. So wird der Wohnbauflächenbedarf im Regionalplan bis 2035 mit ca. 1.000 Hektar definiert, für Industrie und Gewerbe wird ein Bedarf von ca. 1.200 Hektar angenommen. Für Straßen sind 300 Hektar überplant. Es wird ignoriert, dass wir in diesem Zeitraum den Flächenverbrauch in unserer Region auf etwa 1.250 Hektar halbieren müssen, um die Nachhaltigkeitsziele des Landes und Bundes einzuhalten“, bedauert Ulfried Miller, Regionalgeschäftsführer des BUND Bodensee-Oberschwaben.
Reicher Moos was nun?
Kleiner Auszug aus:
Zerstörung der Moorflächen:
Sumpfrosmarin oder Arbeitsplätze hier
Von Wolfram Frommlet| Datum: 06.09.2023
In Oberschwaben tobt der Streit um die Moore. Eine Bürgerinitiative fordert den Stopp des Abbaus. Die Heilbäder wollen nicht auf ihre Torfbäder verzichten. Und was tut die Politik?
Die Widersprüchlichkeit der Politik
Da versichert die grüne Umweltministerin Thekla Walker, dass ihr "der Schutz unserer Moore ein großes Anliegen ist", aber momentan "die Voraussetzungen für eine Ausweitung als Naturschutzgebiet" Reicher Moos nicht gegeben sind. "In welchem Umfang die betroffenen Heilbäder bereits Badetorf recyceln", ist dem Minister für den Ländlichen Raum, Peter Hauk (CDU), nicht bekannt, und das Reicher Moos "ist bisher nicht Gegenstand von Renaturierungsplanungen."
Manfred Scheurenbrand wundert sich: Da werde ein neues Biosphärengebiet für die Region Allgäu-Oberschwaben geplant, in dem die Moore besonders geschützt werden sollen. Und den Torfabbau im Reicher Moos lasse man ohne Auflagen laufen, ohne jeden Plan über das Jahr 2030 hinaus.
Selbst der Zweckverband gebe zu, dass der Moorkörper zunehmend schwinde. Die Abbaugenehmigungen jedoch sind nicht zugänglich. Gibt es darin Klauseln, dies zu verhindern? Gibt es einen Planungsauftrag eines kompetenten hydrogeologischen Büros über eine weitere Abbaugenehmigung? Fragen, aber keine Antworten.
Eine Torfschlamm-Recyclingquote von wenigstens 50 Prozent könnte nach Ansicht von Ulrich Walz ein Imagegewinn für die Kurstädte und die Heilbäder sein, als positiver Beitrag angesichts des Klimawandels.
Paragraf 13b trifft umstrittene Baugebiete in Weingarten
Schwäbische Zeitung hier 05.09.2023, Stefanie Rebhan
Die Baugebiete Äußere Halde und Köpfinger Straße stehen aufgrund eines Urteils erneut zur Diskussion. Einige Gemeinderäte sind enttäuscht, andere freuen sich.
Die Entscheidung darüber, ob man die Flächen Köpfinger Straße und Trauben-Äußere Halde (Schmetterlingswiese) in Weingarten bebaut, fiel im Gemeinderat sehr knapp für die Bebauung aus. Aufgrund des 13b–Gerichtsurteils müssen die Gemeinderäte über die beiden ohnehin stets umstrittenen Projekte neu beraten — mit noch völlig offenem Ergebnis. Falls überhaupt gebaut wird, wird das noch eine ganze Weile dauern. Die einen im Gemeinderat sind froh darüber, die anderen enttäuscht. Die Stadt ist unglücklich.
Zur Erinnerung: Der Paragraf 13b des Baugesetzbuchs war dafür gedacht, dass Kommunen einfacher und schneller Bauprojekte umsetzen können. Vor allem waren umfangreiche Umweltprüfungen nicht mehr notwendig. Nun hat das Bundesverwaltungsgericht jedoch erklärt, dass genau das unvereinbar mit dem EU–Recht ist. Die unter 13b beschlossenen Bebauungspläne können also als rechtswidrig erklärt werden.
Treffpunkt Nachhaltigkeit am 30.9.23
Liebe Engagierte und Interessierte am Thema Nachhaltigkeit,
wir freuen uns sehr, euch zur Eröffnung des "Treffpunkt Nachhaltigkeit" am 30.9.2023 von 10-14 Uhr im Booky in der Stadtbücherei Ravensburg einzuladen.
Interessierte erwartet ein buntes Programm aus unterhaltsamen, informativen und interaktiven Aktionen, die das Thema Nachhaltigkeit in unterschiedlichen Facetten in den Fokus rücken.
Den offiziellen Startschuss gibt Veerle Buytaert, die Leiterin des Umweltamtes der Stadt Ravensburg, um 10.30 Uhr.
Eine musikalische Einlage mit Franziska Groß und einer tongolesischen Trommlergruppe leitet über zu vielseitigen Workshops zu Themen wie Upcycling und Foodsharing sowie den Austausch mit Akteurinnen und Akteuren aus der Region. Spannende Vorträge der „Scientists for Future“ geben Einblick in das breite Themenfeld der Nachhaltigkeit. Zusätzlich ist das Kapuziner mit einer kleinen Fahrrad-Reparatur-Werkstatt vor Ort.
Im "Treffpunkt Nachhaltigkeit" entsteht ein gemeinsamer Ort der Begegnung, Vernetzung und der Kreativität für alle Bürgerinnen und Bürger, die sich im Kreis Ravensburg mit einer Vielfalt an Initiativen, Projekten und Themen für eine lebenswerte Zukunft engagieren. Er soll ein lokaler Beitrag zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele leisten. In diesem Treffpunkt im Herzen Ravensburgs sollen innovative, ressourcenschonende und sozialökologische Projekte, Seminare und Workshops geplant und umgesetzt werden, die in die Stadtgesellschaft hineinwirken und zum nachhaltigen Handeln und Wandeln anregen. Nach dem Wunsch der Initiatoren sollen dort gemeinschaftliche Aktionen initiiert und Initiativen vernetzt werden. Die Akteure können dort über ihre Projekte informieren – sei es in Sprechstunden oder über Publikationen. Nicht zuletzt hat der Treffpunkt das Ziel, Begegnungen, Teilhabe und Bürgerbeteiligung zu ermöglichen.
Der "Treffpunkt Nachhaltigkeit" ist ein Kooperationsprojekt, unterstützt von ehren- und hauptamtlichen Akteuren des Umweltamtes Ravensburg, dem K-Punkt Ländliche Entwicklung, der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg, der Freiwilligenagentur der Stadt Ravensburg und dem Kapuziner.

Mehr Informationen zum Ablauf des Nachhaltigkeitstages sowie dem Treffpunkt gibt es auf der Seite:
www.treffpunkt-nachhaltigkeit-rv.de
Wir freuen uns auf gute Gespräche und spannende Ideen!
Herzliche Grüße,
Anja Hirscher
Das sagt Verkehrsminister Hermann zum Ausbau der Bodenseegürtelbahn und der B31
Nach einem Vortrag über die
Verkehrspolitik des Landes geht der Minister auf Fragen der Bürger*innen ein.
Dazu laden wir – das sind der KV Bodenseekreis und der OV Meersburg - Euch alle
herzlich ein.
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, also nicht nur an Parteimitglieder. Deshalb erwarten wir viele Befürworter*innen des vierspurigen Ausbaus der B31. Um auch Themen wie den ÖPNV mit Bodenseegürtelbahn oder den Bodenseeradweg in den Fokus zu nehmen, sollten wir ein eindrucksvolles Gegengewicht gegen die einseitige Sicht auf Verkehrsprobleme bilden.
Südkurier hier Cian Hartung
Besuch in Meersburg
Beim Vortrag des Landesministers geht es um die Verkehrssituation auf der Schiene und auf der Straße. Hermann äußert Sympathie für eine Tunnel-Lösung bei der B31, doch die Würfel scheinen gefallen zu sein.
Donnerstag, 7. September 2023
Weg für Kiesabbau im Altdorfer Wald ist frei
Heute war ein schlechter Tag für den Alti, denn heute genehmigte das Ministerium den Entwurf für den Klimahöllenplan.
Manche konservative Politiker*innen nennen ihn auch "Regionalplan", obwohl er hauptsächlich Vorhaben gegen die Region und gegen Natur und Klima enthält: Teilrodung des Alti, Neuversiegelung von Flächen gigantischen Ausmaßes, größtes Straßennaubauprojekt der letzten Jahrzehnte.
Wir stellen uns natürlich weiterhin gegen diesen Wachtums-besessenen Zerstörungswahn von Politik und Industrie in den Weg und rufen alle dazu auf, auch etwas zu tun.
Neue Kiesgruben werden möglich, vier Industrieund Gewerbegebiete noch nicht
Nach mehr als zwei Jahren wurde der neue Regionalplan für Bodensee-Oberschwaben genehmigt
Mehr als zwei Jahre sind vergangen, seit die Regionalversammlung der Region Bodensee-Oberschwaben den neuen Regionalplan für die Kreise Ravensburg, Sigmaringen und den Bodenseekreis beschlossen hat. Am Mittwoch wurde der Plan nun vom Ministerium für Landesentwicklung in Stuttgart genehmigt. Damit ist nun auch auf umstrittenen Flächen im Altdorfer Wald Kiesabbau grundsätzlich möglich. ....
Wenigstens dieser Sieg: Aus für den Kalksteinabbau im Oberen Donautal
Schwäbische Zeitung hier 06.09.2023 Michael Hescheler
Nach jahrelangem Protest
Punktsieg für die Gegner des Kalksteinabbaus: 2017 hat es in Thiergarten eine Demo gegen die Pläne des Adelshauses zu Fürstenberg.
Der Kalksteinabbau des Hauses Fürstenberg sollte Teil des neuen Regionalplans werden. Warum ein Stuttgarter Ministerium nun überraschend den Daumen senkt.
Ein verheerendes Zeichen aus BW in Zeiten des Klimawandels - der überdimensionierte Regionalplan wurde genehmigt
Herausgenommen wurden vier interkommunale Gewerbeflächen und der Kalksteinabbau im Donautal. Das ist zumindest ein kleiner Teilerfolg.
Trotzdem bleibt ein großer Widerspruch zwischen Zielen und Vorgaben zum Klimaschutz und zum Flächenverbrauch. Es wird ignoriert, dass wir unseren Flächenverbrauch halbieren müssen, um die Nachhaltigkeitsziele des Landes einzuhalten. Die Auswirkungen des Regionalplanes auf den Klimaschutz wurden nicht einmal ermittelt und aufzeigt, obwohl sie erheblich sind und die Ziele der EU und unserer Landes- und Bundesgesetze zum Klimaschutz deutlich verfehlen. So wird u.a. der CO2-Ausstoß steigen und Böden zur Kohlenstoffbindung gehen verloren.
Wir werden die Plangenehmigung genau prüfen lassen.
Ulfried Miller
Regionalgeschäftsführer
Mittwoch, 6. September 2023
Afrikanischer Klimagipfel in Nairobi
Süddeutsche Zeitung hier : 5. September 2023, Kommentar von Michael Bauchmüller
Die Elefanten und das Gras: Bessere Partner im Klimaschutz als Afrika wird der Westen nicht finden
Bei einem Klimagipfel in Nairobi sucht Kenia den Schulterschluss der afrikanischen Staaten. Für die EU wären sie ein natürlicher Verbündeter in der Klimapolitik. Aber das geht nur auf Augenhöhe.
Kulturkampf ums Fahrrad - oder doch ums Auto?
Spiegel hier
Städte streiten über neue Fahrradstraßen und alte Parkplätze. Was passiert, wenn der Platz für die Verkehrswende zu klein wird?Auf seinem Rad kommt er angefahren, stoppt vor Autos, die auf dem Weg parken. Die Autos stehen dort, weil die Fahrradsymbole am Boden durchgestrichen sind. Heinrich Strößenreuther, Fahrradaktivist und CDUler, sperrt sein Rad an einer Straßenlaterne ab und lacht: »Da hat eine Politikerin oder ein Politiker Angst, mal wieder Parkplätze wegzunehmen.«
Der zurückverwandelte Fahrradweg in Berlin-Reinickendorf steht exemplarisch für das Hin- und Herziehen zwischen Auto und Fahrrad und die Frage, die viele Deutsche Städte beschäftigt: Wie wird der knappe Platz auf den Straßen fair verteilt, ohne dass wir in einen »Kulturkampf« verfallen?
Denn eine Verkehrswende ist nicht zu umgehen, will Deutschland im Problembereich Verkehr seine Co2-Emissionen herunterfahren. Und das bedeutet auch weniger Autos. Und zwangsläufig mehr Fahrräder?
Heinrich Strößenreuther will mithilfe von mehr Radwegen in den Städten die Verkehrswende schaffen und glaubt zu wissen, woran es noch aktuell scheitert. Auch Mobilitätsforscher Andreas Knie will das Auto auf den deutschen Straßen zurückdrängen – auf andere Weise.
Wie Fahrrad- und Autofahrer sich wieder näherkommen können, was es für eine wirkliche Verkehrswende braucht, hören Sie diese Woche im »Klimabericht« :"Es gibt möglicherweise kein Naturrecht auf Parkplätze"
"Aber es gibt auch kein Naturrecht auf Radwege"
Preisgekrönte Doktorarbeit: Wie Klimakleber die Verfassung neu interpretieren
Ob es wirklich dem Klimaschutz dient, wenn Menschen sich auf Straßen festkleben oder Kartoffelbrei auf Gemälde werfen, will Samira Akbarian nicht beurteilen. Dazu fehle ihr die wissenschaftliche Expertise, meint die Juristin. Aus der Perspektive ihres Fachgebiets hält sie es aber für möglich, dass die radikalen Aktivisten der Demokratie einen Dienst erweisen. Denn ziviler Ungehorsam, so ihre These, könne die Verfassung neu interpretieren.
Mit ihrer Argumentation hat Akbarian gleich zwei Jurys beeindruckt – wobei sie ihre Gedanken nicht in einem Plädoyer darlegte, sondern in einer Dissertation. Für ihre Doktorarbeit hat die 32 Jahre alte Wissenschaftlerin der Goethe-Universität den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften erhalten. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro verbunden. Überdies wurde ihr der mit 10.000 Euro dotierte Werner-Pünder-Preis der Universität Frankfurt verliehen.
Akbarian ist sich bewusst, dass schon der Begriff „ziviler Ungehorsam“ eine Wertung enthalten kann. Oft werde er von jenen gebraucht, die ihre Regelverstöße rechtfertigen wollten: Aktivisten der Letzten Generation beriefen sich ebenso darauf wie Reichsbürger und Corona-Leugner. Sie selbst definiert zivilen Ungehorsam etwas sperrig als „Rechtsbruch, der von einer Richtigkeitsüberzeugung getragen ist und einen Dissens zu staatlichen oder unternehmerischen Maßnahmen ausdrückt“. Ob ein solcher Rechtsbruch vertretbar sei, bemesse sich unter anderem daran, ob jene, die ihn verübten, „die Freiheit und Gleichheit aller respektieren“. Nach dieser Lesart könne es vertretbar sein, wenn sich Kritiker von Corona-Regeln trotz eines Verbots aus Infektionsschutzgründen zu einer Demonstration versammelten – aber nur, wenn sie gleichzeitig bemüht seien, eine Übertragung des Virus zu vermeiden.
Fassen manche Gerichte den Gewaltbegriff zu weit?
Inakzeptabel sind für die Wissenschaftlerin Aktionen, die mit Gewalt und Umsturzplänen verbunden sind. Aber ist es nicht schon eine Form von Gewalt, wenn die Letzte Generation den Verkehr auf Großstadtstraßen zum Erliegen bringt und möglicherweise in Kauf nimmt, dass Rettungseinsätze behindert werden? Akbarian findet, dass manche Gerichte den Gewaltbegriff zu weit fassen, wenn sie Strafen gegen die Protestierer verhängen. Die Versammlungsfreiheit sei im Grundgesetz garantiert, und dort stehe nicht, dass Versammlungen angemeldet werden müssten – das sei im Länderrecht geregelt. „Klassische Konzepte“ der Rechtsprechung verlangten von Demonstranten eine Kooperation mit den Behörden, anderen Juristen erscheine diese Forderung „zu anspruchsvoll“. Und immerhin kündige die Letzte Generation ihre Blockaden zum Teil ja an.
Protest müsse an den Orten stattfinden dürfen, an denen er relevant sei, und er dürfe auch stören, meint Akbarian. Sie sieht in zivilem Ungehorsam zudem eine Möglichkeit, jenen Gehör zu verschaffen, deren Bedürfnisse ansonsten nicht genug beachtet würden.
Das Ende vom Gas: Betreiber und Stadtwerke bangen um ihre versunkenen Gasnetz-Milliarden
hier aus der Frankfurter Rundschau von Amy Walker • 5.9.23
Mit dem Heizungsgesetz werden nach und nach Haushalte aus Gas aussteigen. Für die Betreiber der Netze bedeutet das ein Verlust von Milliardeninvestitionen. Doch die Einsicht setzt ein.
Das Ende des Gases ist quasi schon besiegelt. Wenn am Freitag wie geplant das Gebäudeenergiegesetz (GEG) im Bundestag beschlossen wird, steht auch fest, dass sich nach und nach die deutschen Haushalte vom Erdgasnetz abkoppeln werden. Der Prozess wird zwar einige Zeit dauern – schließlich dürfen Gasheizungen, solange sie zu mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien verwenden können, weiterhin eingebaut werden. Doch die Zahl derer, die sich eine neue Gasheizung einbauen werden, wird sinken. Damit müssen sich die Gasnetzbetreiber die Frage stellen, was das für sie bedeutet.
Wasserstoff wurde als Scheinlösung präsentiert
Dabei hatten die Betreiber, darunter die Stadtwerke, hart gekämpft. Als bekannt wurde, dass die Ampel-Koalition über ein Verbot von Gasheizungen nachdenke, schlugen diese Unternehmen Alarm. Unter anderem deshalb ist auch die Ausnahme für Heizungen, die perspektivisch mit grünem Wasserstoff betrieben werden können, ins GEG aufgenommen worden. Dafür hatte beispielsweise der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) lautstark plädiert. Doch auch der VKU weiß: Wasserstoff wird fürs Heizen kaum bis gar keine Rolle spielen.
Dienstag, 5. September 2023
Ein Plädoyer für eine überparteiliche Klimapolitik innerhalb der planetaren Grenzen
Scientists 4 future hier
Keine Parteigrenzen für die Klimapolitik
Die Bundesregierung bezeichnet ihre Klimapolitik als „ambitioniert“. Der Klimakrise angemessen ist sie jedoch nach wissenschaftlicher Einschätzung nicht, wie zuletzt der Expertenrat für Klimafragen (ERK) hervorhob. Aber auch die Vorschläge der parlamentarischen Opposition halten einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand.
Auf Anfrage der Tagesschau zu einem offenen Brief zur Klimapolitik unter dem Hashtag #UnsereGenerationUnserJob hatte die Bundesregierung erklärt, sie verfolge eine „ambitionierte Klimaschutzpolitik”. Wir erkennen an, dass die Regierung, verglichen mit früheren Regierungen, eine aktivere Klimapolitik betreibt. Die erdgeschichtliche Dimension der auf uns zukommenden Klimakrise ist den Parteien der Regierung wie der Opposition aber offenbar noch nicht bewusst.
Aus Sicht der Klimawissenschaften ist die Lage kritisch. Die wissenschaftlichen Daten und die weltweiten Nachrichten zeigen tagtäglich die Gefahren der sich verschärfenden Klimakrise. Wir sehen die Lebensgrundlagen für Mensch und Natur in höchstem Maße als gefährdet an und sind daher tief besorgt.
Unserer Einschätzung nach genügen die bisherigen Maßnahmen der Regierung nicht. Mit diesem Statement schlagen wir vor, die Parteipolitik um ein überparteiliches Element zu erweitern.
Der Schutz unserer Lebensgrundlagen verlangt entschlossenere Anstrengungen. Alle im Bundestag vertretenen Parteien außer der AfD erkennen die Realität der menschengemachten Klimakrise und die Notwendigkeit fairer, internationaler Lösungen formal an.
Mit der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens sind alle zustimmenden Parteien der Regierung und der Opposition gemeinsam für dessen Umsetzung verantwortlich.
Fünf Mythen zu Kinderarmut und Kindergrundsicherung
Zeit hier 25. August 2023
Fratzschers Verteilungsfragen / Eine Kolumne von Marcel Fratzscher
Finanzminister Christian Lindner bringt neue Argumente gegen die Kindergrundsicherung in den Diskurs ein. Doch sie beruhen auf Missverständnissen. Zeit, sie auszuräumen.
Im öffentlichen Diskurs über die Kindergrundsicherung nennt Bundesfinanzminister Christian Lindner zwei neue Argumente: Die Entwicklung der Kinderarmut in Deutschland seit 2015 sei dahingehend positiv, dass viele "ursprünglich deutsche Familien" nicht mehr arm seien und lediglich die Zuwanderung die Kinderarmut weiter erhöht habe. Zudem seien eine Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt und ein stärkeres Bildungssystem bessere Alternativen zur Kindergrundsicherung.
Die Aussagen zeugen von grundlegenden Missverständnissen über Kinderarmut, was sie verursacht und wie sie definiert wird. Es ist höchste Zeit, diese Mythen auszuräumen.
Was können wir lernen von der Klimafair in Leipzig?
Eine heftige Diskussion auf der KlimaFair: Die Klima-Angst und die Wut auf eine blinde fossile Wirtschaft
Pflanzaktion zum Mitmachen
Auf einer Pflanzfläche zwischen Vogt und Grund darf eine neue, 150m lange, naturnahe Hecke entstehen.
Am 11.11. freut sich der RV'er Verein PflanzreWir e.V. und die Eigentümer auf möglichst viele Buddler*innen aus der Besetzung, die tatkräftig die ca. 250 Heckenpflanzen mit einsetzen.
Für das (vegane) Wohl wird gesorgt!
Ausweichtermin: 18.11. (bei sehr schlechtem Wetter)
Die Waldbesetzung und Unterstützer waren schon von Anfang an mit in die Planung einbezogen.
Eine tolle Möglichkeit für Kennenlernen und Austausch zwischen Verein, Anwohnern und der Gemeinde Vogt (die voraussichtlich, die Löcher vor-baggert 👍👍👍) - und fast nebenbei entsteht ein neuer Lebensraum für unzählige Tiere!
Auch "Teilzeit-Mithilfe" ist möglich.
Allg. Infos: www.pflanzrewir.de
Montag, 4. September 2023
Baden-Württemberg verlängert Umsteigezeiten bei der Bahn
SWR hier So., 3.9.2023 20:00 Uhr, SWR2 Nachrichten, SWR2
"MEHR LUFT IM FAHRPLAN"
Bahnreisende in Baden-Württemberg sollen mehr Zeit zum Umsteigen bekommen
Baden-Württemberg will die Umsteigezeiten für Bahnreisende künftig verlängern. Verkehrsminister Hermann kündigte eine entsprechende Initiative an.
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will Bahnreisenden im Land mehr Anschlusssicherheit verschaffen. Die Umsteigezeiten im Nahverkehr würden wieder verlängert, sagte er der "Schwäbischen Zeitung" (Montagsausgabe). Die bisherige Strategie war, mit möglichst kurzen Zeiten zum Umstieg möglichst schnelles Reisen zu ermöglichen.
Hermann: Mehr Anschlusssicherheit durch Fahrplanänderung
Man lasse "mehr Luft im Fahrplan", sagte Hermann. Der neue Fahrplan in der Region Bodensee-Oberschwaben sei bereits unter diesen Vorgaben geplant worden. "Die Pünktlichkeit und auch die Anschlusssicherheit sind seitdem deutlich gestiegen", so der Minister weiter.
Verkehrsminister räumt Probleme ein
Das Land ist auf der Schiene für die Organisation des Nahverkehrs zuständig. Mit Blick auf die Südbahn von Ulm zum Bodensee räumte Hermann Kapazitätsprobleme ein. "Züge sind oft kürzer als vorgesehen. Speziell bei der Südbahn sind auch sehr wartungsanfällige Wagen im Einsatz beziehungsweise in der Werkstatt und fehlen damit im Betrieb", so der Verkehrsminister.
Auch diese Woche gibt es von Donnerstag bis Sonntag, 7. bis 10. September, ab 18 Uhr wieder ein buntes Programm aus Politik und Kultur.
Der Donnerstagabend startet mit Wolfram Frommlet mit Texten für Erwachsene von Erich Kästner .
Am Freitag hält Manne Walser um 18 Uhr als #Scientist4future den Vortrag „Wir bezahlen mit unseren Daten“, ab 20 Uhr heißt es dann Bühne frei für einen orientalischen Abend mit kulturellen und kulinarischen Köstlichkeiten, mal was anderes nicht nur von @bascharfalafel .
Am Samstag sorgt sub:stance & friends: für (https://instagram.com/substancesoundsystem?igshid=MmIzYWVlNDQ5Yg==) nen knackigen Techno & House mit viel Liebe.
- Paul Rodriguez & Skat (Stadtgeflüster) (https://www.facebook.com/paulrodriguesmusic/)
- Amari Tayo (Stadtgeflüster) (https://www.instagram.com/amari.tayo_ofc/)
- Scheure (https://instagram.com/scheure_?igshid=MzRlODBiNWFlZA==) & Qualude
- Scofield (https://instagram.com/benediktscofield?igshid=MzRlODBiNWFlZA==) von 15 bis 22 Uhr.
Am Sonntag klingt die dritte PUK-Container-Festival-Woche mit einer erneuten Jam-Session bei freier Bühne aus. Kann ja nicht alles aus der Konserve kommen.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, Getränke und Speisen gibt es gegen Spenden.
Sonntag, 3. September 2023
Steht bald die Finanzierung der zweigleisigen Bodenseegürtelbahn?
Vielleicht sollten sich die Kreise künftig verstärkt für einen neuen Bundesverkehrswegeplan einsetzen, in dem mehr Schienenprojekte gefördert werden. Der BUND macht`s vor.
hier im Südkurier Benjamin Schmidt
Seit Jahren wird um das Infrastrukturprojekt gestritten. Es geht – wie so oft – ums Geld. Nun könnte sich das Land bewegen, die Kreise würden Millionen sparen. Wann also fährt der Zug mehrspurig und elektrisch?
... Mehr als eine halbe Milliarde Euro
... Die Sache wird teuer. In einer gemeinsam verabschiedeten Pressemitteilung war zu lesen: „Die Kosten liegen nach jüngsten Berechnungen der DB bei ca. 590 Millionen Euro. Nach Schätzungen aus dem Jahr 2019 lagen die erwarteten Kosten noch bei 350 Millionen Euro.“.... Für die beiden Landkreise bedeutete das: Sie sollten gut 120 Millionen Euro stemmen.
Gemeinsam ließen sich die Landräte damals zitieren: „Die höchste Hürde bleibt für uns leider die Finanzierung.“ ...
70 Millionen als Obergrenze?
.... Der Wunsch ist klar: Der von den Landkreisen zu schulternde Betrag soll sich reduzieren. Bei den ursprünglich kalkulierten 350 Millionen Euro Kosten hätten die Kreise etwa 70 Millionen stemmen müssen. Das sei ein Maximum aus Sicht der Kreise gewesen, führt Heine weiter aus.
Wie also könnte ein Kompromiss aussehen? Darüber herrscht bislang noch Unklarheit. „Wir wollen uns am 10. Oktober treffen und hören, was das Land für einen Vorschlag hat“, so Heine weiter. Aus dem Verkehrsministerium heißt es auf Anfrage lediglich, dass bei derartigen Projekte eine kommunale Mitfinanzierung vorgesehen sei.
Zum Hintergrund: Stehen Strecken nicht im Bundesverkehrswegeplan – so wie die Bodenseegürtelbahn – müssen die Kommunen im Rahmen des sogenannten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) mitzahlen. Weiter schreibt ein Sprecher: „Wie die Kosten für das Projekt aufzuteilen sind, ist Gegenstand des nächsten Lenkungskreises.“ Danach ist wohl klarer, welcher Beitrag von den Landkreisen erwartet wird....
Werden sich alle im Oktober einig, könnte es recht bald konkret werden. Die nun anstehende Projektphase dauert etwa zwei Jahre, anschließend geht es an die Ausschreibung und Vergabe der Leistungen und danach an das konkrete Bauprojekt. Ursprünglich sollte die Strecke bis zum Ende des Jahrzehnts realisiert sein. Heine ist etwas vorsichtiger bei seiner Prognose. „Wenn wir uns 2030 im Bau befinden, wäre das schon fortschrittlich.“
Große Mehrheit will mehr Klimaschutz - hat aber Sorgen
UMFRAGE IN DEUTSCHLAND
MorgenPost hier Volontärin Olivia Dittrich 03.08.2023, Die Mehrheit der Deutschen befürwortet einen ökologischen Wirtschaftsumbau. Soziale Belange sollten dabei aber nicht vernachlässigt werden.Die Deutschen sind laut Umweltbewusstseinsstudie für einen klimafreundlichen Wirtschaftsumbau, sorgen sich aber um ihre Lebensqualität.
Wie stehen die Deutschen zum Klimaschutz – und wo bereitet ihnen die Klimapolitik Sorgen? Eine repräsentative Umfrage zeigt jetzt ein interessantes Ergebnis: Die allermeisten Deutschen halten eine Anpassung der Wirtschaft an die Klimakrise für notwendig. Neun von zehn Bundesbürgern (91 Prozent) unterstützen das Ziel, die deutsche Wirtschaft entsprechend umzubauen.
Kinderarmut im Blick
Eine erstaunliche Aussage deshalb, weil ich bisher immer gelesen hatte, dass die FDP sich wieder mal durchgesetzt hätte....
hier Artikel von Sarah Brasack •1.9.23 © dpa
Wirtschafts-Experte Marcel Fratzscher: „Die große Gewinnerin ist Lisa Paus“
DIW-Präsident Marcel Fratzscher sieht Familienministerin Lisa Paus (Grüne) als Siegerin des Streits zwischen ihr und Finanzminister Christian Lindner (FDP) um die Kindergrundsicherung. „Eigentlich ist Lisa Paus die große Gewinnerin“, sagt er im Podcast „Die Wochentester“ im Gespräch mit den Moderatoren Wolfgang Bosbach und Christian Rach.
„Viele erinnern sich: Sie hat mal im Frühjahr gesagt, 12 Milliarden Euro sind eigentlich notwendig. Diese 12 Milliarden Euro werden in drei, vier, fünf Jahren, wenn das System funktioniert, fließen.“
Der Wirtschafts-Experte vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit Sitz in Berlin prognostiziert: „Die Summe für die Kindergrundsicherung wird in den nächsten Jahren weit über 10 Milliarden Euro steigen. Denn hinzu kommt die Anpassung des soziokulturellen Existenzminimums. Wir haben es diese Woche bei der Erhöhung des Bürgergelds gesehen: 12 % klingt viel. 61 Euro nicht ganz so viel. Ähnlich wird das bei der Bemessung des Existenzminimums für Kinder sein.“
Schweden: Wie der Plan für zehn neue Atomreaktoren plötzlich wieder verschwand
Soviel zu dem gigantischen Zubau von Atomkraftwerken weltweit, während in Deutschland alles den Bach runter geht...
Handelsblatt hier Artikel von Gauto, Anna •2.9.23
In Schweden ist rechtlich geregelt, dass maximal zehn Atomreaktoren gleichzeitig in Betrieb sein dürfen. Vor kurzem kündigte Schwedens Klimaministerin an, den Strom aus Kernkraft bis 2045 zu verdreifachen. Doch nun ist von der Meldung keine Spur mehr.
Samstag, 2. September 2023
"Wir sind kein Strombettler" - Warum Deutschland so viel Strom importiert
NTV hier 01.09.2023,
Kohlestrom kann preislich nicht mit Windstrom konkurrieren.
Die Kernkraftwerke sind abgeschaltet- und Deutschland muss bei seinen Nachbarn um Strom betteln. Diese Darstellung hält sich seit dem Atomausstieg im Frühling hartnäckig. Aber das ist falsch.
"Es gibt keine Strombettler", sagt Bruno Burger. Im "Klima-Labor" von ntv.de erklärt der Energieexperte des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und Betreiber von Energy Charts, warum: Auf dem europäischen Strommarkt ist inzwischen so viel erneuerbare Energie verfügbar, dass grüne Importe deutlich günstiger sind als fossile Eigenproduktion: "Günstige Stromquellen kommen zum Zug, teure nicht", sagt Burger. Trotzdem besteht seinen Angaben zufolge Gefahr, dass Kohlestrom die deutsche CO2-Bilanz im Winter verhagelt. Das läge dann aber mutmaßlich daran, dass wir der Atomnation Frankreich aushelfen müssen: "Dort wird elektrisch geheizt, nur leider nicht mit Wärmepumpen, sondern mit Widerstandsheizungen. Dadurch ist der Stromverbrauch im Winter etwa 50 Prozent höher als im Sommer."
Petition gescheitert: Klimaaktivist*innen verhelfen Anwohner*innen mithilfe von Hülsenfrüchten zu einer Ruhepause
Pressemitteilung vom 4.8.2023
Seit Jahren ist die Lärm- und Schadstoffbelastung durch die Unmengen an Kieslastern ein Gesprächsthema in der Region. Anwohner*innen wünschen sich eine Begrenzung des Kiesabbaus, um die hiesigen Wasserquellen zu schützen und weniger gesundheitsschädigendem Lärm ausgesetzt zu sein; die Kieswerkschefs wünschen sich neue Abbaugenehmigungen, um mehr Profit zu schlagen.
Was tun im Gebäudesektor? - Mit sechs Maßnahmen befreit sich die Ampel aus dem Heizungs-Dilemma
oh du großes Wunder: Das Klimaschutzprogramm 2023 der Bundesregierung reicht nicht aus!
Gefragt ist Effizienzsteigerung und wir leisten uns Diskussionen, die genau die Techniken aushebeln, die wirklich effizient sind - wie bescheuert ist das denn?
Auch das Magazin Focus, das in diesem Fall mit einem guten Artikel informiert, ist nicht "unschuldig" an den Diskussionen. Ich zumindest kann mich sehr gut an die sehr unseriösen Artikel eines Herrn Reitz erinnern, in denen er die Wärmepumpe zum dämonisch Bösen hoch stilisierte.....und damit die Desinformationskampagnen tragend anheizte.
Focus hier Artikel von Von Gastautor Nils Thamling 1.9.23
Der Gebäudesektor wird die Klimaziele bis 2030 mit den bisherigen Maßnahmen nicht erreichen, stellten die Experten des Klimarats der Bundesregierung jüngst fest. Für Deutschlands Klimaziele ist eine Wärmewende unerlässlich. Der Experte Nils Thamling erklärt, welche sechs Maßnahmen die Ampel nun ergreifen muss, um die Wärmewende aus einem Dilemma zu befreien.
Baden-Württemberg:Klimaneutral bis 2040 – aber wie?
Architektenkammer BW hier
In der Studie "Baden-Württemberg auf dem Weg zur Klimaneutralität" ging das das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der SPD-Landtagsfraktion der Frage nach, wie das Land bis 2040 klimaneutral werden kann. Die größten Emittenten, der Verkehrssektor, der Energiesektor und Gebäudesektor stehen im Mittelpunkt. Zum Austausch über den Gebäudesektor lud die SPD-Fraktion jüngst zum Klima-Dialog Gebäude ins Haus der Abgeordneten am Schlossplatz.
Zahlreiche Verbände, darunter auch die Architektenkammer Baden-Württemberg, folgten der Einladung und beteiligten sich an der bemerkenswert konstruktiv geführten Diskussion. Klar wurde erneut, dass die Transformation die Sektoren vor gewaltigen Herausforderungen stellt: Allein im Gebäudesektor in Baden-Württemberg werden bis zum Zwischenziel 2030 rund 70 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen nötig. Über die Aufteilung der Anteile von Förderungen und Eigenleistungen der Eigentümerinnen und Eigentümer meinte Dr. Felix Goldberg, berufspolitischer Referent der AKBW:
Es ist eine politische Frage, die wirtschaftliche Zumutbarkeit zu definieren und daraus die Höhe und Art der Förderung abzuleiten. Die Förderungen von EU, Bund und Land müssen ein Wirkgefüge bilden, das verlässlich ist und Kommunen sowie Eigentümerinnen und Eigentümer durch die Transformation führt
Gesellschaftliche Akzeptanz mitdenken
Sophie Luz, Referentin für Architektur und Technik, betonte vor dem Hintergrund der Debatte über das GEG, die Gesellschaft bei der Förder- und Ordnungspolitik mitzudenken:
Im Mittelpunkt aller Überlegungen zum Erreichen unserer Klimaschutzziele steht der Mensch, die sozialverträgliche, gesellschaftliche Akzeptanz, um die unterschiedlichen Maßnahmen in der Breite realisieren zu können. Dabei braucht es eine klare Linie mit einer hohen Transparenz durch die Politik, welche Mittel, Möglichkeiten und Förderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität bereitstehen, um die Motivation eines jeden einzelnen hochzuhalten, damit die Maßnahmen auch fruchten und die gesteckten Ziele überhaupt erreicht werden können
Freitag, 1. September 2023
Die Architektenkammer ist dabei beim Flächensparen
EWS mit einigen interessanten Artikeln
|
Das Blaue vom Himmel
Süddeutsche Zeitung hier Von Jan Schmidbauer 31. August 2023
Wenn man so hört, was einige Politiker über Wasserstoff sagen, könnte man fast glauben, er würde alle Probleme lösen: auch beim Heizen und Autofahren. Technologieoffenheit? Manche Wissenschaftler sprechen lieber von technologischer Ahnungslosigkeit.
....Später an diesem Julitag wird der Verkehrsminister vor Kameras und Mikrofonen wiederholen, was er und seine Parteikollegen seit Monaten sagen. Dass Deutschland offen sein muss für den Wasserstoff, egal ob im Lkw oder im Pkw. Egal ob im Heizungskeller oder in der Industrie. „Wir arbeiten konsequent technologieoffen“, sagt Wissing.
Alles andere sei ja „Planwirtschaft“.
Kein chemisches Element kommt im Universum so häufig vor wie Wasserstoff. Und irgendwie gilt das mittlerweile auch für die politischen Debatten in diesem Land. Ob es um Heizungen geht, um den Straßenverkehr oder um den sogenannten Standort Deutschland: Ständig ist von dem Molekül mit der Abkürzung H2 die Rede. Nur wenn es darum geht, wofür es eigentlich gut ist, gehen die Meinungen ziemlich weit auseinander. Für die einen ist Wasserstoff der „Champagner der Energiewende“, viel zu kostbar, um ihn überall einzusetzen, weil er auf absehbare Zeit knapp und teuer bleiben wird und bestimmte Bereiche auf ihn angewiesen sind, die Stahlindustrie und die Schifffahrt zum Beispiel. Politiker wie Wissing erzählen eine andere Geschichte. Glaubt man ihnen, dann ist Wasserstoff etwas, von dem Deutschland überall profitieren könnte. Der Stoff, aus dem die Träume sind.
Nach unangemeldetem Protest-Klavierkonzert fürs Klima: Samuel vor Nürnberger Gericht, Ermittlungen gegen Staatsanwältin
Pressemitteilung am 1.9.2023
Ravensburger Baumpfleger Samuel Bosch vor Nürnberger Gericht, Ermittlungen gegen Staatsanwältin
- Unangemeldetes Protest-Klavierkonzert für mehr Schwung beim Klimaschutz vor einem Jahr
- Teilnehmer Samuel Bosch (20) kommenden Mittwoch vor Gericht, bereits für das Retten von Essen verurteilt
- Renommierte Verfassungsrechtler geben Klimaaktivisten Rückenwind
- Auch Ermittlungen gegen Staatsanwältin wegen Freiheitsberaubung im Amt und versuchte Körperverletzung
Ziemlich genau ein Jahr ist es nun her, dass Klimaaktivist*innen, Bürger*innen und Ordensleute in Nürnberg ein Klavierkonzert auf dem Frauentorgraben veranstalteten [1,2,3,4]. Mit dem Konzert am 16.8.2022 wollten Jesuitenpater Jörg Alt und die anderen Beteiligten von den Regierungen mehr Schwung bei der Bekämpfung der Klimakrise fordern. Doch da das Protest-Straßenfest nicht angemeldet war, war es nicht vollständig von der Versammlungsfreiheit gedeckt. Entsprechend steht diesen Mittwoch (6.9.2023, 10:00, Saal 60, Fürther Str. 110) für einen der beteiligten Aktivisten, Baumpfleger Samuel Bosch (20), der Prozess am Amtsgericht wegen Nötigung an. Er ist als Mitgründer der Besetzung des Altdorfer Walds bei Ravensburg bekannt. Aber auch gegen eine Staatsanwältin laufen Ermittlungen. Die Vorwürfe gegen die Beamtin wiegen schwer: Freiheitsberaubung im Amt und versuchte Körperverletzung.
20 Uhr auf der Wiese bei der Waldbühne, am Kiesweg links nach hinten.
"Der Laute Frühling" (Dauer 61min)
Beschreibung
Immer mehr Klimaaktivisten glauben, dass effektiver Klimaschutz nur noch durch einen Systemwechsel erreichbar ist. Der Film macht sich auf die Suche nach Antworten danach, wie Barbarei, Chaos und Hungerkatastrophen noch einzudämmen sind.
Solar und Wind statt Kohle und Gas - Neue Zahlen zeigen Europas großes Stromwunder
Focus hier
Die Wende ist im vollen Gange: Die Stromgewinnung aus Kohle und Gas ist europaweit auf einem Tiefstand angekommen. Das Stromwunder hat zwei positive Ursachen - und eine nicht so positive.In der EU ist im ersten Halbjahr 2023 deutlich weniger Strom aus fossilen Energieträgern erzeugt worden als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer neuen Untersuchung der britischen Denkfabrik Ember hervor. Demnach sank die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Erdgas und Kohle in der ersten Hälfte des Jahres um 17 Prozent im Vergleich zur ersten Hälfte 2022. Zwischen Januar und Juni habe der Anteil fossiler Brennstoffe am Strommix in der EU 33 Prozent betragen. Die Kohleverstromung i st demnach in der ersten Hälfte des Jahres in der EU im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent zurückgegangen, die Gaserzeugung um 13 Prozent.
Energiekosten: Wieso wir Frankreichs Atomstrom teuer bezahlen
Die FDP scheint informationsmäßig überhaupt nicht auf der Höhe der Zeit, will sie doch zu gerne suggerieren, die Grünen seien Schuld an den hohen Energiepreisen...
hier in der Zeit
Die Kosten für Frankreichs Kernkraftwerke steigen stetig. Nun könnte auch noch Niger als Uranlieferant wegfallen. Das trifft auch deutsche Stromkunden.
In Frankreich könnte der Strompreis demnächst kräftig ansteigen. Die Putschisten in Niger drohen damit, künftig Uranimporte für französische Atomkraftwerke behindern zu wollen. Dabei bezieht das Nachbarland für seine 56 Atomkraftwerke rund ein Fünftel seines Urans aus dem afrikanischen Staat. Als ehemalige Kolonialmacht hatte die Pariser Regierung stets vorteilhafte Lieferverträge mit Niger geschlossen, die französische Firma Orano kontrolliert zu Dreiviertel die Uranvorkommen. Der Putsch gefährdet nun diese einseitig vorteilhaften Deals für den französischen Atomstrom.






.png)





.jpg)






















