Freitag, 27. Februar 2026

Sammelsurium des Klimawandels: Neun Stürme in Folge rund ums Mittelmeer

 

hier  ORF 26. Februar 2026,

Heftige Niederschläge haben im Jänner, Februar in Spanien und Portugal große Zerstörungen angerichtet. 

An den Tagen mit den stärksten Niederschlägen wurde die Regenintensität durch den Klimawandel um ein Drittel verstärkt,
konnte ein internationales Forschungsteam nun zeigen.


Bei den heftigen Niederschlägen in Spanien und Portugal hat der Klimawandel nach jüngsten Berechnungen eine große Rolle gespielt. Die Tage mit den heftigsten Niederschlägen sind Forschern zufolge dadurch in Südwesteuropa um ein Drittel nasser geworden als ohne Klimawandel. Dieser Trend zeichne sich beim aktuellen Stand von global etwa 1,3 Grad Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit ab, so die Analyse der wissenschaftlichen Initiative World Weather Attribution (WWA).

Das internationale Forschungsteam kommt zu diesem Schluss, nachdem es die außergewöhnlich starken Stürme und Niederschläge untersucht hat, die im Jänner und Februar in Spanien, Portugal und Nord-Marokko große Zerstörung angerichtet haben. Ergebnis für die jeweiligen Tage mit den heftigsten Niederschlägen: Im südlichen Teil der untersuchten Region nahm die Intensität der Regenfälle um 36 Prozent zu, in der nördlichen Region um 29 Prozent.

Regenmenge eines Jahres in wenigen Tagen
In Grazalema (Südspanien) fiel innerhalb weniger Tage mehr Regen als normalerweise in einem gesamten Jahr. Teile Marokkos und Portugals erlebten während eines Sturms Niederschläge, wie sie statistisch nur einmal pro Jahrhundert vorkommen. Die Unwetter kosteten der Studie zufolge rund 50 Menschen das Leben, vertrieben Hunderttausende und richteten enorme Schäden an.

Man könne zuverlässig nachweisen, dass der Klimawandel die heftigen Niederschläge noch extremer mache, erklärt die deutsche Klimaforscherin Friederike Otto vom Imperial College London. „Das ist exakt, wie der Klimawandel sich zeigt: Wetterlagen, die früher handhabbar waren, verwandeln sich in gefährliche Katastrophen.“ Man habe das Wissen und die Werkzeuge, diesen sich verschlimmernden Trend zu stoppen – dies müsse jedoch deutlich schneller passieren.

Otto gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Zuordnungsforschung – auch Attributionsforschung genannt. Diese untersucht, welchen Anteil der Klimawandel an extremen Wetterereignissen hat. Dabei analysieren die Forschenden, wie wahrscheinlich und wie heftig die Ereignisse ohne die menschlich verursachte Erwärmung seit Beginn der Industriellen Revolution gewesen wären.


TAZ hier  26.2.2026  Reiner Wandler

Klimawandel und Extremwetter: Erderhitzung sorgt für Stürme in Südeuropa und Nordafrika

Regenfälle haben diesen Winter Teile Spaniens, Portugals und Marokkos verwüstet. Eine neue Studie macht deutlich, was der Klimawandel damit zu tun hat.

Es waren keine Wetterkapriolen, die diesen Winter für starke Regenfälle und Überschwemmungen in Südeuropa und in Nordafrika sorgten. Es ist vielmehr die neue Wirklichkeit. „Die regenreichsten Tage sind heute etwa ein Drittel nasser als vor der Erwärmung des Planeten um 1,3 Grad Celsius“, lautet das Ergebnis einer Studie der World Weather Attribution (WWA), einer Initiative, die sich mit Extremwetterereignissen wie Hitzewellen, Dürren und Stürme befasst.

„Der vom Menschen verursachte Klimawandel hat die Intensität der sintflutartigen Regenfälle verstärkt, die zu großflächigen Überschwemmungen im westlichen Mittelmeerraum führten“, schlussfolgert die 2015 gegründete Initiative der renommierten Klimatologen Geert Jan van Oldenborgh und Friederike Otto. Unter anderem das Imperial College London, das Koninklijk Nederlands Meteorologisch Instituut, das französische Laboratoire des sciences du climat et de l’environnement und das Red Cross Red Crescent Climate Centre gehören zur WWA.

Die Forscher untersuchten in ihrer neuesten Arbeit die ungewöhnlich hohe Anzahl aufeinanderfolgender Sturmtiefs mit orkanartigen Winden und Niederschlagsmengen, wie sie nie zuvor gesehen wurden. Mindestens 50 Menschen verloren bei den Katastrophen, die vor allem Spanien, Portugal und Marokko betrafen, ihr Leben.

In Grazalema, einem Ort in Südspanien, fiel innerhalb weniger Tage mehr als die gesamte Jahresmenge an Regen. Der Ort musste über eine Woche lang komplett geräumt werden. Ähnliches passierte in Nordwestmarokko und in Portugal. Im Auftrag der WWA führten Forscher aus Spanien, Portugal, Marokko, den Niederlanden, Schweden, Südafrika, der Schweiz, Indien, Dänemark, den USA und Großbritannien eine umfassende Analyse durch. Sie untersuchten die Wahrscheinlichkeit und Intensität der stärksten Regenfälle in zwei Regionen, die die am stärksten betroffenen Gebiete der drei Länder Spanien, Portugal und Marokko umfassten.....


Standard hier  Julia Sica  26. Februar 2026

Neun Stürme in Folge: Klimakrise verstärkt Winterstürme um Mittelmeer


Wer im Winter der zentraleuropäischen Kälte entfliehen will, findet etwa in Spanien, Portugal und Marokko milde Temperaturen – und im Idealfall mehr Sonnenstunden als daheim. Doch in diesem Jahr werden die Regionen von massiven Regenfällen gebeutelt: Seit Mitte Jänner sind neun Stürme über die Region hinweggezogen. Mehr als 50 Menschen sind gestorben, insbesondere in Marokko, Hunderttausende mussten evakuiert werden. Die Schäden belaufen sich jetzt schon auf Milliardenhöhe 

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"Diese Stürme sind nicht mehr das, was die Bewohner von früher kannten", sagt Maja Vahlberg vom Klimazentrum des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds bei einem Pressegespräch. "Die Todesopfer und die Hunderttausenden Vertriebenen in Marokko, Spanien und Portugal erinnern uns auf tragische Weise daran, dass unsere Schutzmaßnahmen überfordert sind." Zwar habe man Frühwarnsysteme verbessert, doch bei derart intensiven Regenfällen bleibe es eine große Herausforderung, die Menschen vollständig zu schützen.

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