Golem hier 25. Februar 2026 Mario Petzold
Deutsche Emissionen kosten 640 Milliarden EuroGesundheits- und Umweltschäden:
Ein Preis hilft abzuschätzen, welche Umweltschutzmaßnahmen sich besonders lohnen.
Rindfleisch sowie Strom aus Braunkohle sind eigentlich unbezahlbar.
Rindfleisch sowie Strom aus Braunkohle sind eigentlich unbezahlbar.
Das Umweltbundesamt (UBA) hat sein Handbuch Umweltkosten aktualisiert. In diesem werden den Emissionen der unterschiedlichen Gase und anderer schädlicher Stoffe globale Schäden zugeordnet. Dabei werden ausschließlich die Verluste von Einzelpersonen oder Gesellschaften durch die Verschmutzung berücksichtigt.
So kommt das UBA auf eine Summe von 640 Milliarden Euro für das Jahr 2024, pro Kopf annähernd 8.000 Euro. 2022 waren es noch 750 Milliarden Euro, fast 20 Prozent mehr.
Orientierung für Politik und Privatpersonen
Die Berechnungen basieren auf einem Modell der Europäischen Umweltagentur und sollen helfen, besonders schädliches Verhalten leichter zu identifizieren, um gezieltere Maßnahmen ergreifen zu können. Neben Umweltschäden, die vor Ort durch Überdüngung, Lärmbelästigung oder Luftschadstoffe entstehen, werden auch globale Folgen durch CO2- und weitere Treibhausgasemissionen berücksichtigt.
Beziffert werden in der Kostenberechnung vorzeitige Sterbefälle ebenso wie Krankheitskosten, Schäden an Bausubstanz durch sauren Regen, Kosten für die Grundwasseraufbereitung oder Ertragseinbußen in der Landwirtschaft.
Nicht berücksichtigt werden können hingegen die Folgen von Artensterben, von großflächigen Eingriffen in die Landschaft oder auch von globaler Wasserknappheit, weil die Bewertungsmethoden zu komplex sind oder ausreichend Daten fehlen. Somit könnten die berechneten Kosten sogar zu gering angesetzt sein.
Rindfleisch, Braunkohle und Flugreisen
Überraschungen finden sich in der Auflistung nicht. So entstehen durch die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch Schäden in Höhe von 52 Euro. Bei Geflügel sind es lediglich 6 Euro.
Eine Kilowattstunde Strom aus Braunkohle liegt bei 1 Euro. Die verursachten Schäden bei Windenergie liegen dagegen bei 2 Cent. Beim Pkw mit Dieselantrieb entstehen pro Kilometer 24 Cent zusätzliche Kosten, beim Elektroauto bis zu 16 Cent.
Während im alten Diesel auch vier oder fünf Personen sitzen können, liegen Flugreisen pro Person und Kilometer bei 22 Cent. Durch den Ausstoß der Emissionen in großer Höhe wird hier mit stark erhöhten Schadenskosten kalkuliert.
Und auch die Überdüngung und übermäßige Tierhaltung sind Kostentreiber. Jedes Kilogramm überschüssigen Stickstoffs liegt bei 29 Euro. Bei Phosphor, meist aus Fäkalien, sind es 440 Euro.
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Erscheinungsjahr
Autor(en) Nadia Eser, Dr. Astrid Matthey, Dr. Björn Bünger
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