Donnerstag, 19. Februar 2026

Deutschland hinkt bei der Elektrifizierung hinterher

EnergieWinde

Knapp ein Fünftel seines gesamten Energieverbrauchs deckt Deutschland mit Strom. Das ist weniger als im EU-Durchschnitt, weniger als in den USA und erst recht weniger als in China. Es ist sogar weniger als im weltweiten Durchschnitt.

Bemerkenswert ist, dass der Grad der Elektrifizierung in Deutschland nach jüngsten Zahlen von Our World in Data sogar gesunken ist, während er in den übrigen Regionen stieg (siehe Infografik).

Deutschland droht damit, in der globalen Transformation zurückzufallen. „In der Energiegeschichte haben wir das Zeitalter der Kohle und das Zeitalter des Öls erlebt“, sagte Fatih Birol, Direktor der International Energy Agency (IEA), bereits 2024. „Jetzt bewegen wir uns mit großer Geschwindigkeit auf das Zeitalter der Elektrizität zu.“

Was daraus folgt, erklärte er beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar:
 „Elektrifiziert alles, so viel wie möglich. Verkehr, Industrie und so weiter.“

Lange Zeit war Klimaschutz das wichtigste Argument für eine konsequente Elektrifizierung. Inzwischen kommt ein weiteres hinzu: Sicherheit.

Deutschland ist arm an fossilen Energien und daher in hohem Maß auf Importe angewiesen. Damit ist es nicht nur abhängig von Preisschwankungen auf dem Weltmarkt, sondern auch erpressbar. Was passieren kann, wenn ein Lieferland den Gashahn zudreht, hat die Energiekrise 2022 gezeigt.

Wer dagegen Prozesse früh elektrifiziert und auf heimische Energiequellen wie Sonne und Wind setzt, kann sich langfristig günstigere Energiekosten sichern. Gerade ein rohstoffarmes Exportland wie Deutschland ist im globalen Wettbewerb darauf angewiesen.

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