Tim Meyer •
So unterschiedlich entwickeln sich Stromsysteme, wenn man
Batterien entweder als Chance für Kostensenkung und Versorgungssicherheit betrachtet oder als Risiko
bzw. bestenfalls als Privatanagelegenheit von Eigenverbrauchern.
In Kalifornien werden seit 2012 (!) Speicher regulatorisch als wichtiges Element des Systemdesigns betrachtet.
Statt Diskussionen um Kapazitätsmärkte zu führen, wird seit vielen Jahren über Zielvorgaben und Absicherungspflichten der Versorger ein moderner Weg für Versorgungssicherheit eingeschlagen.
Die aktuelle Grafik der IEA zeigt die Anteile von Wind- und Solarstrom an der Erzeugung (oben) und das Verhältnis der Leistung von Großbatterien zur maximalen Systemlast (unten) jeweils bis 2024. Mittlerweile liegt dieser Wert in Kalifornien über 33%. Das System aus Netz und Markt wird stark geprägt von Batterien.
Der kalifornische Regulierer CPUC spielt dabei eine zentrale, proaktive Rolle. Die deutsche BNEtzA spielt eine ebenso zentrale Rolle, behandelt im
Regulierungsalltag Batteriespeicher aber eher als Problem statt als Chance und großenteils als Privatangelegenheit.
Würde man im unteren Grafen die gesamte Leistung netzgebundener Batterien in Deutschland auftragen, wäre ihr Prozentsatz an der Maximallast erheblich größer und läge um die 17%. Aber der Großteil dieser Batterien sind Heimspeicher, deren Betrieb als Privatangelegenheit reguliert ist, ohne Anreize für netz- oder marktdienlichen Betrieb.
Diesen Sonderweg sollten wir verlassen. Die Anfragewelle von Batteriespeichern ist schwer zu beherrschen? Dann sollten wir endlich einen sinnvollen Rahmen mit klaren Spielregeln und Preissignalen dafür schaffen, so dass der Markt selbst besser über Menge und Allokation von Batteriespeichern entscheiden kann.
Dafür braucht es aber eine Gelinghaltung in Richtung eines modernen Systems und kosteneffizienter Sicherung der Versorgung. Die aktuelle Skepsis bis Blockadehaltung Batterien gegenüber bei gleichzeitiger Fixierung auf "die gute alte Gasverstromung" führt uns nicht in die Zukunft, sondern in eine Kostenfalle.
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