Montag, 16. Februar 2026

Solche Versprechen dienen als Verzögerungsmechanismus: Man muss nichts anpacken, wenn die Wundertechnik angeblich gleich um die Ecke steht.

Daniel Mautz  • LinkedIn

Kernkraft im Mini-Format ist die teuerste Ausrede gegen echte Energiewende

Small Modular Reactors werden seit Jahren als elegante Abkürzung verkauft. Klein, modular, serienfertig, angeblich billig. 

Und jedes Mal klingt es, als müsse man nur noch kurz warten, bis die Physik endlich die Businesspläne unterschreibt.

Eine neue Auswertung der Technische Universität Berlin , gefördert vom BASE, legt den Finger genau in diese Wunde. 

Der technische Aufwand bleibt ähnlich wie bei großen Atomkraftwerken, der Energieertrag ist deutlich kleiner. Daraus folgt ein nüchterner Satz, der die gesamte PR entkernt. Der Strompreis pro Kilowattstunde liegt bei SMR in der Rechnung etwa dreimal so hoch wie bei großen Reaktoren.

Dann kommt das vertraute Märchen mit der Lernkurve. Wenn man die versprochenen Skaleneffekte ernst nimmt, wären laut Studie rund 3.000 dieser Reaktoren nötig, um überhaupt erst auf das Kostenniveau bestehender großer Atomkraftwerke zu kommen. Und selbst dann läge man noch nicht da, wo Wind und Photovoltaik heute schon sind.

Besonders entlarvend ist der Blick auf die Prognosen. Damit SMR in den optimistischen Szenarien funktionieren, müssten die Technologien jedes Jahr um rund 30 Prozent besser werden. 

Beobachtet werden eher 5 bis 10 Prozent. Das macht aus einer schnellen Kostenhalbierung nach wenigen Jahren eine Wette auf Jahrzehnte.

Das ist der eigentliche Schaden. Solche Versprechen dienen als Verzögerungsmechanismus. Man muss nichts anpacken, wenn die Wundertechnik angeblich gleich um die Ecke steht. 

In der Klimakatastrophe ist diese Art Hoffnung keine Tugend. Sie ist teuer, langsam und politisch bequem.


Link: https://lnkd.in/efJ-V96h

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