Zeit hier 22. Januar 2026, Quelle: DIE ZEIT, AFP, mp
Großbritannien: Britisches Oberhaus stimmt für Social-Media-Verbot unter 16 JahrenDie Parlamentskammer will mit dem Votum Druck auf Premierminister Keir Starmer machen. Sie verlangt ein Social-Media-Verbot nach dem Vorbild Australiens.
Das Oberhaus des britischen Parlaments hat für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nach dem Vorbild eines ähnlichen Gesetzes in Australien gestimmt. Die Parlamentskammer stimmte der von dem konservativen Oberhausmitglied John Nash eingebrachten Gesetzesänderung mit 261 zu 150 Stimmen zu. Mit der Abstimmung wächst der Druck auf Großbritanniens Premierminister Keir Starmer, ein Social-Media-Verbot zu erlassen.
Nash sagte nach der Abstimmung, die Parlamentskammer habe "die Zukunft unserer Kinder an erste Stelle" gesetzt. Mit dem Votum beginne "ein Prozess, der den katastrophalen Schaden stoppen soll, den Onlinedienste einer ganzen Generation zufügen", fügte er hinzu. Ein Labour-Vertreter sowie ein Oberhausmitglied der Liberalen hatten den Antrag mitgetragen.
Mehrheit der Briten für Verbot
Vor der Abstimmung hatte die britische Regierung mitgeteilt, sie werde den Änderungsantrag nicht akzeptieren, der nun zur Abstimmung an das von der Labour-Partei kontrollierte Unterhaus übergeben wird. Mehr als 60 Labour-Abgeordnete haben Starmer bereits aufgefordert, ein Verbot zu unterstützen. Am Montag hatte Starmer mitgeteilt, seine Regierung wolle zunächst die Ergebnisse einer für den Sommer geplanten Beratung abwarten.....
Stern hier 8.2.26 DPA
Australien hat es bereits vorgemacht, Frankreich eifert nach: Auch Tschechien überlegt, Kinder von den sozialen Netzwerken fernzuhalten. Wie konkret sind die Pläne?
Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat sich erstmals für ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige ausgesprochen. "Ich bin dafür", sagte der Milliardär in einem Video bei Facebook. Experten hätten ihm gesagt, dass soziale Medien für Kinder "schrecklich schädlich" seien. "Wir müssen unsere Kinder schützen", forderte der 71-Jährige. Auch andere Länder würden derzeit über ein Verbot nachdenken.
Tschechiens Sportminister: Kinder sollen lieber Sport treiben
Nach Angaben von Industrie- und Handelsminister Karel Havlicek strebt das Kabinett eine Entscheidung spätestens bis Jahresende an. Sportminister Boris Stastny schrieb auf der Plattform X, Kinder sollten lieber Sport treiben und auf den Spielplatz gehen, als vor dem Handy oder Computer zu sitzen. Seit Dezember regiert in Tschechien eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO von Babis und zwei Parteien am rechten Rand. Kritiker warnten vor Einschränkungen der Grundrechte und einer Gefährdung der Privatsphäre.
Altersgrenzen für soziale Netzwerke werden in jüngster Zeit heiß diskutiert. Vorreiter ist Australien. Dort dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit 2025 keine eigenen Social-Media-Accounts mehr haben. Ziel ist es, junge Menschen vor Risiken wie Cybermobbing, problematischem Konsum und belastenden Inhalten zu schützen. Die französische Nationalversammlung hat jüngst für ein Nutzungsverbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gestimmt. Über die Vorlage muss noch im Senat, der zweiten Parlamentskammer, abgestimmt werden.
Zeit hier 27. Januar 2026 Quelle: DIE ZEIT, Reuters, hap
Präsident Emmanuel Macron will noch vor September ein Social-Media-Verbot für Kinder umsetzen. Die französische Nationalversammlung billigte ein entsprechendes Gesetz.
In Frankreich rückt ein Verbot von sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren näher. Die französische Nationalversammlung billigte am späten Montagabend einen entsprechenden Gesetzentwurf mit 116 zu 23 Stimmen. Wenn auch der Senat zustimmen sollte, könnte das Verbot bereits ab Beginn des nächsten Schuljahres im September gelten. Es soll Plattformen wie TikTok, Snapchat und Instagram umfassen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron will das Gesetz in einem beschleunigten Verfahren verabschieden. Er nannte Social Media als einen der Gründe für Gewalt unter jungen Menschen.
In Frankreich gibt es eine breite politische und öffentliche Unterstützung für das Verbot. "Mit diesem Gesetz setzen wir eine klare Grenze in der Gesellschaft und sagen, dass soziale Medien nicht harmlos sind", sagte die Abgeordnete Laure Miller bei der Vorstellung des Entwurfs. "Unsere Kinder lesen weniger, schlafen weniger und vergleichen sich mehr miteinander."
Australien als Vorbild
Im Dezember hatte Australien als erstes Land der Welt ein Verbot für unter 16-Jährige auf Plattformen wie Facebook, Snapchat, TikTok und YouTube eingeführt. Auch in Großbritannien hat das Oberhaus des Parlaments für ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige gestimmt. Die Durchsetzung solcher Verbote gilt aber als kompliziert.
Das französische Gesetz würde die Plattformen verpflichten, den Zugang für junge Menschen durch Altersüberprüfungen zu blockieren. Diese müssten sich nach geltendem EU-Recht richten. Zudem plant Frankreich, ein bestehendes Smartphoneverbot von Grund- und Mittelschulen auf Gymnasien auszuweiten.
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