Frank Panser •
„Die Menschen wollen das doch gar nicht.“
Doch.
Die aktuelle PACE-Studie der Universität Erfurt (2025 hier) zeigt:
- 74% der Befragten unterstützen staatliche Klimaschutzmaßnahmen.
- 44% erwarten sogar mehr Verantwortung von Politik und Regierung.
- Gleichzeitig glaubt weniger als die Hälfte, dass individuelles Verhalten allein ausreicht.
Das ist kein Widerspruch. Das ist ein glasklares Signal, dass es fair zugehen soll. Menschen sagen: „Ich bin bereit. Aber es muss fair für Alle sein. Und Wirkung haben.“
Und genau hier, Herr Merz, liegt der Punkt. Sie argumentieren, Klimapolitik dürfe „die Menschen nicht überfordern“. Der Blick auf die Daten läßt einen anderen Rückschluss zu.
Die Mehrheit ist nicht überfordert.
Sie ist bereit.
Was sie nicht akzeptiert, sind Sonderregeln wie:
- Ausnahmen für Konzerne.
- Versteckten Subventionen.
- Moralappelle ohne strukturelle Veränderung.
Die PACE-Studie zeigt klar: Akzeptanz steigt, wenn Maßnahmen als gerecht und wirksam wahrgenommen werden.
Akzeptanz sinkt, wenn Lasten ungleich verteilt sind.
Das ist keine Ideologie.
Das ist empirische Psychologie.
Und ja. Jede Person kann konkret handeln:
1. Verantwortung im Job einfordern:
- Warum haben wir kein 100% Ökostromvertrag?
- Warum ist nachhaltige Beschaffung nicht Default?
- Warum fehlen klare Reduktionssziele für Emissionen?
2. Geld bewusst einsetzen
- Ökostrom wählen
- Fossilfreie Fonds bevorzugen
- Banken vergleichen (GLS Bank o. Triodos Bank)
3. Verhalten dort ändern, wo es einfach ist
- Petitionen für mehr Klimaschutz unterstützen
- Klimaschutz als Schutz der eigenen Gesundheit verstehen
- Klimaschutz als Schutz für Wirtschaft und Wohlstand verstehen
Die Gesellschaft ist weiter, als viele in der Politik und Wirtschaft denken. Sie ist bereit.
Die Frage ist nicht, ob die Menschen Wandel tragen.
Die Frage ist, ob Politik bereit ist, ihn fair zu organisieren.
19.03.2025 hier
Forschung für besseren Klimaschutz: Klaus Tschira Stiftung verlängert Förderung für das Projekt PACE (Planetary Health Action Survey)
Das Projekt PACE (Planetary Health Action Survey) wirft seit 2022 regelmäßig einen psychologischen Blick auf den Klimawandel. Im Mittelpunkt steht die Handlungsbereitschaft der Menschen zum Klimaschutz, also wie stark sie sich für Klimaschutz und gegen die Klimakrise einsetzen.
Die Klaus Tschira Stiftung verlängert die Forschungsförderung von PACE bis August 2028. Beteiligt an dem Projekt sind Forschende des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM), des Institute for Planetary Health Behaviour (IPB) der Universität Erfurt und weitere Kooperationspartner. Ziel ist es, Entscheiderinnen und Entscheider mit den Erkenntnissen der Studie bei der Gestaltung und Kommunikation von Klimaschutzmaßnahmen so zu unterstützen, dass Klimaschutz beschleunigt wird.
„Weltweit stuft die Wissenschaft den Klimawandel als die größte globale Bedrohung für die menschliche Gesundheit ein. Dennoch wird bislang oft zögerlich agiert, wenn es darum geht, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten“, erklärt Prof. Dr. Cornelia Betsch, Leiterin der Arbeitsgruppe Gesundheitskommunikation am BNITM und Direktorin des IBP.
Betsch leitet das PACE-Projekt. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit der neuen Förderung durch die Klaus Tschira Stiftung PACE weiterführen und ausbauen können.“
Welche Faktoren beeinflussen Verhaltensweisen?
Das Forschungsteam um Cornelia Betsch befragt in regelmäßigen Abständen online 1000 Erwachsene, um Wissen, Risikowahrnehmung, Vertrauen, Einstellungen und Verhalten der deutschen Bevölkerung in der Klimakrise zu untersuchen. PACE liefert damit ein klares Bild, wie Personen die Klimakrise und Klimaschutzmaßnahmen wahrnehmen. „Wir möchten dazu beitragen, besser zu verstehen, welche Faktoren Menschen hinsichtlich ihrer klimaschutzrelevanten Einstellungen und Verhaltensweisen beeinflussen“, erklärt Betsch. „Im nächsten Schritt helfen uns die Erkenntnisse durch PACE dabei, politische Maßnahmen und begleitende Kommunikationskampagnen so zu entwerfen, dass Menschen sie mehr unterstützen.“
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