KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit
Mehr als 40 Verbände fordern: Herstellerabgabe auf Süßgetränke jetzt!
In Deutschland wird mehr Zucker über Getränke konsumiert als über Süßigkeiten, besonders auch von Kindern. Zuckergesüßte Getränke tragen maßgeblich zur Entstehung von Adipositas, Typ-2-Diabetes und Karies bei. Erkrankungen, die immer häufiger auftreten und enorme gesellschaftliche Kosten verursachen.
Wir, 46 Organisationen aus Gesundheit, Wissenschaft sowie Kinder- und Verbraucherschutz, wenden uns in einem offenen Brief gemeinsam an die Bundesregierung. Wir unterstützen ausdrücklich die Initiative des CDU-Landesverbands Schleswig-Holstein, eine Bundesratsinitiative zu starten und die Abgabe auf Süßgetränke auf dem CDU-Parteitag voranzubringen.
Eine nach Zuckergehalt gestaffelte Herstellerabgabe kann wirken:
👉 Sie senkt den Konsum in allen Altersgruppen,
👉 verhindert hunderttausende Erkrankungen,
👉 spart laut wissenschaftlichen Berechnungen bis zu 16 Milliarden Euro.
Etliche andere europäische Länder gehen diesen Weg bereits.
Unser Appell an Politik und Parteitagsdelegierte: Kindergesundheit braucht entschlossenes Handeln – jetzt.
Deutschland darf hier nicht länger zögern.
Zum Offenen Brief: https://lnkd.in/dpZa3HUG
Chris Methmann • foodwatch e.V.
Zugegeben: Das Nein war erwartbar.
Die CDU tagt in Stuttgart, kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Der Hauptgegner sind die Grünen. Klar, dass sie nichts tun, was nach grüner Politik aussieht.
Aber dass sie jede inhaltliche Debatte über eine Zuckersteuer verweigern, macht mich sprachlos.
Die stellvertretende Generalsekretärin sprach von „grüner Bevormundungspolitik" (was ein Social-Media-Verbot für Jugendliche GAR NICHT wäre). Andere sprachen von einem „tiefen Eingriff in den Alltag der Menschen". (Ja, ganze Lebensentwürfe drohen zu scheitern, wenn die Limo weniger Zucker enthält.)
Die stellvertretende Generalsekretärin sprach von „grüner Bevormundungspolitik" (was ein Social-Media-Verbot für Jugendliche GAR NICHT wäre). Andere sprachen von einem „tiefen Eingriff in den Alltag der Menschen". (Ja, ganze Lebensentwürfe drohen zu scheitern, wenn die Limo weniger Zucker enthält.)
Mein Highlight vom Ernährungsminister himself, vor dem Parteitag: „Das steht nicht im Koalitionsvertrag." Was, ehrlich? Dann beschäftigen wir uns lieber nicht mit Inhalten. (Hinweis: Die Social-Media-Altersgrenze steht auch nicht drin - how dare you???)
Und: Keine Steuererhöhungen! (Sie lassen die beabsichtigte Lenkungswirkung der Steuer unter den Tisch fallen. Niemand will, dass Menschen mehr für die Limo bezahlen, sondern dass weniger Zucker drin ist.) Das geht immer.
Ich frage mich: Sie wollen nicht über Steuern regieren, „Verbote" sind tabu. Was bleibt? Der Appell, die Jugend müsse mehr Sport machen?
Wenn sie nicht gestalten wollen, keine Probleme lösen - was machen sie in der Politik? Und wenn nicht auf einem Parteitag in der Sache diskutieren - wo dann?
Man kann über die Zuckersteuer trefflich streiten. Aber so? Robert Roßmann schreibt in der SZ ganz treffend: "Mit dem Argument, angeblich grüne Bevormundungspolitik zu betreiben, kann man in der CDU bequem alle Debatten beenden."
Das ist die traurige Bilanz dieses Parteitags.
Deutschland auf vorletztem Platz im Präventionsranking der AOK: hier 04.12.2025
Neuer Public Health Index: Deutschland auf vorletztem Platz bei wissenschaftlich empfohlenen Präventionsmaßnahmen
Jasper Balke •
Wenn die eigene Ideologie mehr wert ist als evidenzbasierte Politik
Ich habe im Oktober den Plenarantrag zur Zuckersteuer und der damit verbundenen Bundesratsinitiative geschrieben und gemeinsam mit der CDU Schleswig-Holstein in den Landtag eingebracht und beschlossen.
Die #Zuckersteuer ist das am besten evaluierte Mittel, das ein Staat schaffen kann, um Gesundheit zu fördern und Folgekosten für das Gesundheitswesen zu verhindern.
In der EU sehen das fast alle anderen Staaten genauso, auf der Welt gibt laut WHO Global Database 108 Staaten, die eine nationale Zuckersteuer haben. Die Datenlage ist deshalb sehr breit und eindeutig.
In Deutschland - dem Land mit den pro Kopf dritthöchsten Gesundheitsausgaben und dem schlechtesten Public Health Index in der Europäischen Union, sieht das die produzierende Zuckerindustrie anders.
Deren Lobbyarbeit hat es erfolgreich bis zur stellvertretenden Generalsekretärin der CDU und vielen anderen geschafft, perfekt kommuniziert gebündelt in einem einzigen Ausspruch „Grüne Bevormundungspolitik“.
Ich möchte deutlich werden:
Wenn wir unsere Gesundheitspolitik im Bereich Public Health weiterhin von Lobbyinteressen und
ideologiegetriebenen Anti-Grünen-Worthülsen diktieren lassen, dann fährt dieses System komplett an die Wand.
ideologiegetriebenen Anti-Grünen-Worthülsen diktieren lassen, dann fährt dieses System komplett an die Wand.
Es ist unverantwortlich den Menschen in diesem Land gegenüber, so eine Politik zu machen.
Wer individuelles Leid verhindern will, die Gesundheitsausgaben senken möchte und unser Gesundheitssystem wirklich spürbar verbessern möchte, muss konsequente Präventionspolitik machen.
Auf die CDU Deutschlands ist hierbei aufs Neue kein Verlass. Ideologie schlägt erneut Verantwortung.
Gut, dass ich in Schleswig-Holstein weiterhin mit einer CDU koaliere, die zumindest teilweise auf pragmatische Sachargumente eingeht und weiß, wie wissenschaftliche Evidenz und die Verantwortung von Politik gegenüber der Bevölkerung funktioniert.
Danke an alle, die in den vergangenen Wochen zusammen mit mir und anderen versucht haben, die Debatte zu versachlichen und auch in Zukunft weiterhin für Public Health zu kämpfen.
Es braucht jetzt eine noch deutlichere Kommunikation und Öffentlichkeit hin zu einer vernunftbasierten Gesundheitspolitik - etwas anderes bleibt uns gar nicht übrig.
Zuckersteuer auf Getränke: Schleswig-Holstein will Zuckersteuer über Bundesrat voranbringen
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