Donnerstag, 23. Dezember 2021

Überlingen: Doch noch eine Chance für das Prädikat „Cittàslow“ ?

Mehr Leben  wünschen sich die meisten Gemeinderäte für die Überlinger Cittàslow-Bewegung. Während Touristikchef und Bürgermeister bereits alle Kriterien "erfüllt" sehen, ist der Großteil des Gemeinderates wohl anderer Meinung. Wenn ich mir die Argumentationsketten so anschaue, frage ich mich etwas enttäuscht: geht es nur noch um "Verkaufsargumente" und "Tourismusförderung" in Überlingen?

Geht es gar nicht um eine Verbesserung des Lebensumfeldes der Menschen, die hier leben
Das hatte ich nämlich erwartet....
Angesichts der Offenlegung durch die DUH hier ist schon das Label "Kneippheilbad" gefährdet, weil die Luftqualität nicht ausreicht. Spielt auch die Verschlechterung der Luftqualität für die Einwohner keine Rolle?
Warum sonst wurde das Gutachten zurückgehalten? Man sollte doch annehmen, gerade dann ist es notwendig Maßnahmen zu diskutieren und zu ergreifen.



Südkurier  hier

Widerspenstig zeigte sich der Gemeinderat beim Antrag der Stadtverwaltung, der Vereinigung „Cittàslow“ den Rücken zu kehren und damit der gefühlten Realität Rechnung zu tragen. „Ich glaube, wir müssen die Stimmen zählen“, sagte OB Jan Zeitler, als sich nur ein halbes Dutzend Hände für die Beschlussempfehlung gehoben hatten. Doch es war schnell zu erkennen, dass dies gar nicht erforderlich war, so klar war die Ratsmehrheit für die Beibehaltung des Attributs.

Dabei hatte Touristikchef Jürgen Jankowiak noch einmal alle Argumente aufgelistet, die aus seiner und Zeitlers Sicht gegen das Label sprechen. Die meisten mochten auf den ersten Blick auch stichhaltig erscheinen: Zum einen erfülle die Stadt eigentlich bereits alle wichtigen Kriterien der Vereinigung, zum anderen verspreche sie sich davon keinen Mehrwert oder Imagegewinn. Der Bodensee, das Kneippheilbad und die Garten- und Gesundheitsstadt seien der Marken schon genug.

Doch den eigentlichen Nerv traf Ralph Mittelmeier (FWV/ÜfA) mit seiner Sorge. „Was geben wir denn für ein Zeichen nach außen, wenn wir aus der Vereinigung der lebenswerten Städte’ austreten“, erklärte er: „Wir müssen die Sache einfach mehr leben.“ ....

Ulf Janicke (LBU/Grüne), Hauptinitiator des Vorstoßes, wies noch einmal auf die Qualität der Marke als Alleinstellungsmerkmal in der ganzen Seeregion hin. ...... Ja, die von Touristikchef Jankowiak angeführte Initiative „ECHT nachhaltig Bodensee“ sei mit ihrem regionalen Fokus durchaus zu begrüßen, erklärte Bettina Dreiseitl-Wantschura. Doch habe Cittàslow mit ihren Wurzeln in Italien und ihrer internationalen Verbreitung eine überregionale Ausstrahlung, wenn man sie sich wirklich zunutze mache.

Dass sich am Ende mit 13:6 Stimmen eine klare Mehrheit des Gremiums gegen den Austritt Überlingens aus der Vereinigung aussprach, wunderte selbst den engagierten Verfechter Ulf Janicke nicht schlecht: „Damit hatte ich nicht gerechnet“, räumte er ein: „Umso mehr freue ich mich darüber.“



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